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Gamer

Herstellungsland:USA (2009)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,08 (105 Stimmen) Details
inhalt:
Was, wenn ein Spiel grausame Wirklichkeit wird? Milliardär Ken Castle (Michael C. Hall) ist Erfinder von "Slayers", einem perfiden Online-Game, in dem zum Tode Verurteilte zu realen Spielfiguren werden. In riesigen Wettkampfzonen treten sie als moderne Gladiatoren auf Leben und Tod an. Von Spielern fremdgesteuert, kämpfen sie gegen ihren Willen und ohne Kontrolle über das, was sie tun. Kable (Gerard Butler) ist unangefochtener Held dieser Cyber-Arena. Von dem Teenager Simon kontrolliert und von Millionen von Zuschauern weltweit live verfolgt, hat er das tödliche Spiel am längsten überlebt. Doch um sein Leben und auch das seiner Frau Angie (Amber Valletta) und seiner Tochter zu retten, muss er Castles Spiel entkommen. Als die Untergrundbewegung "Humanz" zu Kable Kontakt aufnimmt, scheint es endlich einen Ausweg aus dieser Hölle zu geben...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kane mccool:

Mit Crank und dessen Fortsetzung haben Mark Neveldine und Brian Taylor zwei flotte No Brainer hervor gezaubert, die einen Menge Spaß machen. Bei ihrem neusten Streich Gamer begehen sie nun aber den Fehler, dass sie es nicht bei einem bloßen Unterhaltungs-Actioner belaßen wollten. Jetzt sollte es auf einmal auch anspruchsvoll und gesellschaftskritisch sein. Dinge, die in einem Actionfilm funktionieren können, es aber zwangsläufig nicht müssen. Und in Gamer ist Letzteres der Fall. Aber das ist nicht der einzige Faktor, der den Film zu einer Enttäuschung macht.

In naher Zukunft gibt es keine Grenze mehr zwischen Computerspiel und Realität: Cyberspace-Guru Ken Castle (Michael C. Hall) hat eine Technologie entwickelt, mit der Spieler echte Menschen steuern können. Beim populärsten Spiel "Slayers" treten zum Tode Verurteilte als moderne Gladiatoren in gnadenlosen Kämpfen gegeneinander an. Unangefochtene Nummero Uno des Games ist Kable (Gerard Butler), der von Teenie Simon (Logan Lerman) gesteuert wird. Kables Lohn: Überlebt er 30 Schlachten, winkt ihm der Freispruch. Er will aber dem Schlachtfeld entkommen, ehe er seinen Verstand verliert. Dabei ahnt er nicht, dass seine Frau Angie (Amber Valletta) das Sorgerecht für die kleine Tochter verloren hat und sich selbst für ein widerliches Sexspiel eines fetten Gamers verdingen muss. Als eine Untergrundorganisation Kable kontaktiert, sieht er einen Ausweg und eine Möglichkeit mit Castle abzurechnen...

Gerard Butler (Olympus has fallen) macht sich als Actionheld nicht schlecht, aber zu mehr lässt ihm der Film keinen Freiraum. Seinen Part hätte man darum auch mit jedem x-beliebigen Actiondarsteller besetzen können. Es hätte keinen Unterschied gemacht. Michael C. Hall (Dexter) mag in seiner TV-Serie überzeugen, hier versagt er allerdings als Schurke, der im Endeffekt kein richtiger Gegner für Butler ist. Im Showdown darf er dann noch ein wenig overacten. Die Nebenrollen sind mit Ludacris (Max Payne), Alison Lohman (Drag Me To Hell), Terry Crews (The Expendables 1-3) und Amber Valletta (Transporter 2) gut besetzt, bleiben aber belanglos.

War die Action in den Crank-Filmen noch rasant und aberwitzig, so will hier zum Großteil der Funke einfach nicht überspringen. Neveldine und Taylor brennen hier ein solides Feuerwerk ab, was aber ebenso wie viele der Charaktere einfach belang- und lieblos insziniert wurde. Man hat zwar einen gesunden Härtegrad, aber das hat man dann auch schonmal alles woanders und auch besser gesehen. Wenigstens hat man sich diesmal den nervigen Free Runner erspart. Die Handlung erfindet das Rad auch nicht neu und statt ein Film ohne Anspruch a'la Crank zu sein will sie hier auf Teufel komm raus tiefgründig wirken, indem man die zukünftige Gesellschaft ein wenig anbrangert. Und hier versagen die beiden Regisseure auf ganzer Linie. Sie spulen die gesamte Handlung in gerade mal achtzig Minuten runter, weshalb es auch keinen wundern dürfte, dass hier vieles auf der Strecke bleibt. Denn im Prinzip hat der Film keinerlei Aussage zu übermitteln, was so wohl nicht gedacht war. Doch die Story ist nicht das einzige Manko, sondern auch die meisten Charaktere nerven einfach nur. Das fängt bei Teenie-Gamer Simon an, geht über den schnauffenden farbigen Vollstrecker Castles und endet beim fettleibigen Sexspiel-Gamer. Sie gehen einem allesamt einfach nur auf den Sack. Und jene Charaktere, die es nicht tun, gehen einem widerrum am Arsch vorbei. Selten ein Film gesehen, wo zu 90% aller Charakter mich entweder nicht interessieren oder nerven. Gut, es gibt da etliche Weiberfilme, aber ich beziehe mich hier nur auf dieses Genre. Und die Bildersprache ist auch irgendwie nicht mein Ding. Crank war noch gut gemacht, während schon dessen zweiter Teil wirkte als wenn der Kameramann seinen LSD-Trip aufs Objektiv übertragen hätte. Hier paart sich dieser Stil dann noch mit den vorher angesprochenen Negativ-Aspekten, was ihn ein wenig unerträglicher macht.

Im Grunde ist Gamer nicht wirklich schlecht, aber es gibt einfach unzählige Actionfilme die so viel besser und unterhaltsamer sind als dieser hier. Wer einen No Brainer erwarten wird mit dem Anspruchs-Holzhammer ausgeknockt. Wer eine tiefgründige Handlung erwarten, der wird sich früher oder später fragen wo diese sein soll. Denn das gibt's hier nur im Ansatz und spielt seine Karten nicht voll aus. Bei der kurzen Laufzeit wäre Gamer dazu auch nie in der Lage gewesen. Die beiden Regisseure sollten sich daher bei ihren nächsten Filmen besser wieder auf anspruchslose Action konzentrieren und nicht versuchen besser zu sein als sie in Wirklichkeit sind. Denn das einzige, was hier wirklich rockt ist die Musik von Marilyn Manson.

5/10
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Kommentare

29.05.2016 09:39 Uhr - leichenwurm
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Jau... mit "Gamer" hatte ich neulich auch ne Bruchlandung... ! Vor 5 Jahren das letzte mal gesehen und als eigentlich ganz brauchbare "Running Man"-Variante abgespeichert, dann neulich nochmal in den Player geworfen und.... naja....mich dann nur noch gefragt warum ich diesem Film überhaupt irgendwas abgewinnen konnte. "Gamer" vereint so ziemlich jede inszenatorische Unart, die den modernen Action-Film mittlerweile nicht mehr los lässt. Permanentes Kameragewackel, völlig unrhytmischer und viel zu hektischer Schnitt, deplatzierte Reißschwenks und Zooms, die Kamera ist viel zu nah am Geschehen, dazu ausgebleichte oder übersättigte Farben... visuell ist "Gamer" ein Graus... ! Inhaltlich wirds da nicht viel besser. Und die Prämisse "ferngesteuert" zu werden wird auch nie wirklich durchschaubar dem Zuschauer näher gebracht... (kann der Gesteuerte jetzt gar nicht selber handeln... oder nur ein bisschen... oder nur in einigen Momenten ???). Dafür gibt's dann aber einen lächerlichen Showdown mit Tanzeinlage (!!!)... ! Bin also bei der Wertung vollkommen bei dir... (würd evtl sogar noch nen Pünktchen ab ziehen) . Klasse Review zu einem nicht ganz so klasse Film... ;-) !

29.05.2016 13:02 Uhr - Punisher77
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Sehr gutes Review! Interessant geschrieben und die Kritikpunkte wurden sehr anschaulich dargestellt.

Einige der Kritikpunkte kann ich gut nachvollziehen, würde dem Film aber 1-2 Punkte mehr geben, da ich die Action und die Leistungen der Hauptdarsteller doch ganz ordentlich finde. Den gesellschaftskritischen Aspekt würde ich nicht so überbewerten, für mich ist "Gamer" einfach ein weiterer, knapp überdurchschnittlicher No Brainer.

Das Review ist dagegen alles andere als durchschnittlich!

29.05.2016 13:03 Uhr - dicker Hund
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Das Review gibt einen wertvollen Blick auf einen Film, den ich noch nicht kenne, der mich vom Ansatz her aber schon interessieren würde. Danke dafür!

Ich komme an dieser Stelle allerdings nicht umhin, mich öffentlich an dem Wort "Weiberfilme" zu stören. Erst die Begriffe "Sack" und "Arsch" und dann diese sexistische Wendung; sorry, das konnte ich jetzt einfach nicht unkommentiert lassen...

29.05.2016 16:36 Uhr - Grrrg
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29.05.2016 13:03 Uhr schrieb dicker Hund
Das Review gibt einen wertvollen Blick auf einen Film, den ich noch nicht kenne, der mich vom Ansatz her aber schon interessieren würde. Danke dafür!

Ich komme an dieser Stelle allerdings nicht umhin, mich öffentlich an dem Wort "Weiberfilme" zu stören. Erst die Begriffe "Sack" und "Arsch" und dann diese sexistische Wendung; sorry, das konnte ich jetzt einfach nicht unkommentiert lassen...

Mit Sack und Arsch hab ich keine Probleme, aber der Satz mit den Weiberfilmen klingt stark nach Stumpfproll. Aber vielleicht ist das ja gewünscht.

29.05.2016 19:58 Uhr - NoCutsPlease
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Diese "Weiberfilme" gehen mir gehörig auf den "Sack", das hält doch kein "Arsch" aus.
Ich finde die sehr saloppen bis vulgären Ausdrücke im Review jetzt nicht so dramatisch, auch wenn ich sie bei eigenen Texten tunlichst vermeide.

Habe den Film zuletzt vor rund fünf Jahren gesehen und obwohl ich diese neumodischen Unsitten der Marke Wackelkamera, Stakkatoschnitt und Reißschwenks auch nicht mag, fand ich sie im Rahmen dieses Gaming-Szenarios durchaus akzeptabel.
Der Streifen ist allerdings wahrlich nur unterhaltsamer Durchschnitt.

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