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Warcraft - The Beginning

Originaltitel: Warcraft

Herstellungsland:China, Kanada, Japan, USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,27 (11 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In Azeroth, dem Reich der Menschen, herrscht seit vielen Jahren Frieden. Doch urplötzlich sieht sich seine Zivilisation von einer furchteinflößenden Rasse bedroht: Ork-Krieger haben ihre, dem Untergang geweihte, Heimat Draenor verlassen, um sich andernorts eine neue aufzubauen. Als sich ein Portal öffnet, um die beiden Welten miteinander zu verbinden, bricht ein unbarmherziger und erbitterter Krieg um die Vorherrschaft in Azeroth los, der auf beiden Seiten große Opfer fordert. Die vermeintlichen Gegner ahnen jedoch nicht, dass bald schon eine weitere Bedrohung auftaucht, die beide Völker vernichten könnte. Statt sich zu bekämpfen, müssen sie nun zusammenhalten. Ein Bündnis wird geschlossen und zwei Helden, ein Mensch und ein Ork, machen sich gemeinsam auf den Weg, dem Bösen im Kampf entgegenzutreten — für ihre Familien, ihre Völker und ihre Heimat. (Universal Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von aquifel:

Die Kinolandschaft hat sich ja seit einigen Jahren kräftig verändert. Das tut sie letzten Endes regelmäßig. Immer wieder gibt es spezielle Genres, die in gewissen Jahrzehnten immer besonders gut aufgenommen wurden. Momentan sind Superheldenfilme immer eine sichere Sache. Disney hat das Marvel Cinemativ Universe, Warner stärkt den Filmsektor des DC Franchiss auch immer mehr. Die zugrunde liegende Idee und ein elementarer Anteil daran dürften nicht nur die ersten Superheldenblockbuster und -erfolge ala "X-Men" oder "Spiderman" gewesen sein. Denn es hat sich allgemein gezeigt, dass vor allem Franchises und Verfilmungen bekannter Stoffe Garanten für volle Kinosäle sind. "Harry Potter", "Der Herr der Ringe", "Star Wars", "Der Hobbit", "Fluch der Karibik", "The Fast & the Furious", die genannten Superhelden-Verses oder halt auch sowas wie "Paranormal Activity" und "SAW" haben das bewiesen. Muss die Qualität dafür zwangsweise immer gut sein? Nö. Der Name der Vorlage oder des Franchises reißt es oft raus. Beziehungsweise ein guter/innovativer Streifen hat sich einen Gefolgschaft aufgebaut, die auch jede noch so lahmarschige Fortsetzung schaut. In noch viel stärkerem Maße als z.B. Damals die endlosen Slasher-Reihen in den 80ern.

Nur ein "Genre" blieb, was das anging, größtenteils außen vor: Die Videospielverfilmung. Natürlich gab es gute und erfolgreiche, aber an Verfilmungen beliebter Bestseller-Bücher, Comics oder Spielzeuge (siehe die unsägliche "Transformers"-Reihe)... da sahen die Videogames alt aus. Einfach auch da Videspiele denke ich heutzutage bei nicht wenigen Erwachsenen immer noch den Ruf als "Kinderkram" haben und richtige Spiele für Kinder filmisch nichts hergeben würden.

Allerdings dürfte dem Publisher Blizzard etwas gelungen sein, was wenige andere Spieleentwickler und -publisher in dem Maße von sich behaupten können: Sie haben nicht nur eine Kultgemeinschaft um sich aufgebaut, diese ist auch ENORM groß. Das Strategiespiel Warcraft, das MMORPG World of Warcraft, das Kartenspiel Hearthstone... alle spielen sie im selben Universum und manch eine deutsche Fernsehserie wäre glücklich, wenn sie so viele Fans/Zuschauer hätte, wie manch ein Spieler, der auf Twitch oder Youtubes und Streams veröffentlicht, in denen er/sie zum Beispiel Hearthstone spielt.

Und jetzt ist es soweit: Warcraft läuft auch in den deutschen Kinos. Um erstmal manch einen WoW Fan zu "enttäuschen": Warcraft erzählt quasi die Geschichte des ersten Echtzeitstrategiespiels "Warcraft: Orcs and Humans" (1994) nach. Das ist der Grundstein für WoW, aber halt nicht WoW. So oder so: Ich kenne mich in dem Universum nun wirklich nicht so gut aus, habe von den ganzen Spielen eigentlich nur Warcraft 2 wirklich gespielt (ich fand WoW, als ich mal etwas reingespielt hab, was gut 2014/15 war, eher mau) bzw. jetzt Heroes of the Storm, das nur einige Charaktere verwendet. Das kann natürlich schlecht sein, da man eventuell der Story nicht folgen oder die Faszination nicht nachvollziehen kann. Oder gut, da man Änderungen nicht persönlich nimmt.

Warcraft setzt, wie gesagt, am Anfang der Geschichte an. Der Orc-Hexenmeister Magier Gul'dan (Daniel Wu) nutzt seine fragwürdigen Kräfte, um ein Kampfheer der Orcs in die Welt Azeroth zu bringen. Sie sollen dort ein weiteres Portal bauen, um die anderen Orcs nachholen zu können. Denn ihre Welt Draenor steht vor dem Untergang. Das Problem: Für diese Magie braucht er die Lebenskraft anderer Wesen. Dafür sollen die Menschen (und Zwerge, Elfen, etc.) um König Llane Wrynn (Dominic Cooper) und seinen Schwager Anduin Lothar (Travis Fimmel) herhalten. Ihnen stehen mit der Halb-Orc Garona (Paula Patton), dem Wächter Medivh (Ben Foster) und dem Magier Khadgar (ben Schnetzer) aber mächtige Verbündete zur Seite. Auch der Anführer des Frostwolfclans der Orcs, Durotan (Toby Kebbell), hegt langsam Zweifel an Gul'dan und dessen Fel-Magie.

Ersteinmal möchte ich eine sloswerden: Selten war ein Trailer so irreführend wie der zu Warcraft. In ihm etnsteht der Eindruck, dass Durotan und Lothar die beiden sind, die den Unsinn des Krieges erkennen und versuchen den Irrsinn zu stoppen. Khadgar, Medivh und ähnliche wichtige Charaktere kommen in ihm viel zu kurz. Auch der Grundtenor des eigentlich Filmes ist wesentlich düsterer. Natürlich sind Gul'dans Gefolgsleute böse und die Wesen von Azeroth (wobei hier eigentlich nur die Menschen wirklich kämpfen) prinzipiell die "Guten". Angestachelt wurde das Ganze eh von einer ganz anderen Kraft, die weit über die von Medivh und Gul'dan hinausgeht. Kurzum: Hier geht es eher um den "Prolog" für das, was noch passieren wird. Die Orcs fallen ein, fassen Fuß, auf beiden Seiten sterben wichtige Pro-/Antagonisten und am Ende steht vor allem eins: Dies war nicht das Ende, sondern erst der Anfang.

Die Interpretation einiger Rezensenten, hier ginge es um weitaus mehr als Menschen gegen Orcs, hier ginge es um aktuelle Konflikte zwischen schwarz und weiß in Amerika... als mir ein Bekannter, der das Verse in- und auswendig kennt, das erzählt hat... da hat wohl jemand den Lack offen gelassen und diese Rezensenten haben ihn geleert. Oder sie schämen sich dafür, dass ihnen soetwas schnödes wie eine Computerspielverfilmung gefallen hat und sie MÜSSEN da etwas hineininterpretieren, damit sie ja klug erscheinen. Auf gut Deutsch: Weder im Ausgangmaterial, noch in diesem Film geht es darum. Es ist eine Fantasygeschichte, die keine Bezüge zur Realität sucht. Sonst kommt nachher noch jemand mit einer Interpretation in Richtung der aktuellen Flüchtlingssituation. Wer genug konstruieren will, der bekommt das sicher auch hin.

Viel wichtiger für so ein Fantasyspektakel ist: wie spannend ist die Geschichte und wie gut sind die Schlachten? Fangen wir bei der Geschichte an. Selbst ich, der sich mit Warcraft bei Leibe nicht auskennt, kann die Geschichte nachvollziehen. Auch hier haben einige anderes behauptet. Natürlich gibt es viele Informationen, die Kennern der Spiele etwas und Nichtkennern herzlich wenig sagen. Aber der Handlung und den Charakteren kann man trotzdem problemlos folgen. Natürlich sind die handelnden Personen weder sonderlich tiefgründig, noch besonders innovativ. Ist man etwas hart, dann könnte man auch sagen, sie sind durchaus etwas klischeehaft. Aber sie erfüllen ihren Zweck und sind durchaus sympathisch bzw. schön böse. Auch die Schlacht-/Kampfszenen können sich sehen lassen. Sie reichen von kleineren Scharmützeln über Duelle bishin zu großen Schlachten. Allerdings sind die Gefechte und Schlachten weder so ausurfernd, noch so spektakulär, wie zum Beispiel beim "Herr der Ringe" oder dem "Hobbit". Macht also Spaß, gibt etwas her, nur werden weder neue Standards gesetzt, noch die Referenztitel erreicht. Mal schauen, wie sich das bei den Fortsetzung darstellt.

Die Effektarbeit ist jedenfalls aller erste Sahne. Die Orcs sehen super aus, Magie wird sehr plastisch dargestellt und vor allem die die Settings verleihen einem das Gefühl, mitten in Azeroth zu sein. Dabei geht es nicht nur um die reine Qualität, sondern vor allem um die Liebe zum Detail. In der kurzen Zeit, in der ich WoW etwas angezockt habe, war ich auch in Sturmwind. Und selbst ich habe sofort einige markante Punkte der Stadt, das ganze Design, wiedererkannt. Das bringt manch einem durchschnittlichen Filmfans nix, wer aber auch nur ein bisschen etwas mit der Welt zu tun hat(te) wird sich hier richtig heimisch fühlen.

Zu den Abweichungen in der Story kann ich so nicht viel sagen. Laut Kanon (ich mach mich ja durchaus etwas schlau, was gewisse Dinge angeht) wird Sturmwind eigentlich am Ende des ersten Spiels bzw. vor dem zweiten, zerstört. Ob dies in dem geplanten zweiten Teil, sollte dieser hier erfolgreich sein, am Anfang geschieht wird sich zeigen. Ansonsten dürfte es sich eher um relativ unwichtige Kleinigkeiten handeln.

Die Darsteller, von denen wohl vor allem Dominic Cooper, Ben Foster und Travis Fimmel bekannt sein dürften (einen Clancy Brown erkennt man ja logischerweise nicht als Orc), machen ihre Sache auch ganz gut. Natürlich sind die Charaktere, wie bereits erwähnt, eher klassisches Blockbuster-Material und nichts für Charakterdarsteller, doch darf man nicht vergessen, dass die Vorlage nie so detailreich ausgearbeitet wurde, wie es für einen Film und vor allem wirklich starke Charaktere nötig gewesen wäre.

Fazit: Sicherlich kein absoluter Must-See für normale Filmfans. Aber definitiv sehr unterhaltsame (und im Grundtenor vergleichsweise düstere) Fantasykost deren Story/Universum viel Potential für weitere Filme liefert. Als Einführung der Nicht-Zocker in den Kult, der Warcraft ist, und für Fans eben jenes Kultes definitiv gelungen, muss sich der Film am Ende aber den ganz großen Filmen der Marke "Herr der Ringe" oder "Der Hobbit" geschlagen geben.

7/10
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Kommentare

31.05.2016 08:49 Uhr - JasonXtreme
1x
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Wie immer, super Arbeit Kollege! Der Film juckt mich als Nichtkenner des Games nicht sooo sehr, auf Scheibe kann der aber gern mal durch den Player wandern :)

31.05.2016 18:45 Uhr - Aquifel
1x
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Vielen Dank ;) Und wer mit Warcraft gar nix anfangen kann oder riesiger Fantasy-Fan ist, für den reicht auf Blu Ray auch vollkommen aus, insbesondere, da das 3-D zwar nicht schlecht ist, aber auch absolut nix raushaut, was man noch nicht gesehen hat.

31.05.2016 19:59 Uhr - JasonXtreme
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3D ist ohnehin nicht meine oberste Prämisse; ) nice to have und daheim vielleicht dreimal genutzt^^

31.05.2016 23:48 Uhr - NICOTERO
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Ich halte es wie Jason: Kenne das Game in keinster Weise. Aber den Film werde ich mir dann wohl mal zuhause gönnen. Dein Review hat mich sehr angefixt.
Allerdings, ganz ehrlich: Ich fand die Masken respektive Kreaturen bereits im Trailer ziemlich bescheiden...

05.06.2016 10:49 Uhr - Aquifel
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Sagen wir es so: Es orientiert sich am Stil des Spiels und ist in dem Sinne perfekt auf die große Leinwand gebracht worden ;)

05.06.2016 16:08 Uhr - Bearserk
Uns hat er gefallen!
Gute Review!

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