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The Green Inferno

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,02 (64 Stimmen) Details
inhalt:
Für eine Gruppe Studenten und junger Öko-Aktivisten beginnt das Hilfsprojekt am Amazonas mit einer Katastrophe, als ihr Flugzeug tief im dichten Dschungel Perus abstürzt. Auf der Suche nach Hilfe, müssen sich die Überlebenden notgedrungen auf den Weg durch den unwirtlichen und vor zahlreichen Gefahren gespickten Urwald machen. Eine Belastungsprobe, die jeden Einzelnen der jungen Leute an physischen und psychischen Grenzen bringt. Als sie nach endlosen Strapazen endlich auf einen Stamm einheimischer Indianer treffen, glauben sie zunächst gerettet zu sein. Doch die Erleichterung währt nur kurz: Erst jetzt bemerken sie, dass sie einer Horde Kannibalen in die Arme gelaufen sind, die es auf Menschenfleisch abgesehen hat. Eine Flucht aus dieser Hölle scheint unmöglich ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von aquifel:

Eli Roth... guter Buddy von Tarantino und Filmemacher der etwas extremeren Sorte. Ich bin ehrlich, ich verstehe nicht ganz, weshalb viele Horror-Fans Roth so feiern. Cabin Fever war ganz nett, Hostel ebenfalls, Hostel 2 war nicht gerade überzeugend und allgemein sind Roths beste Beiträge Kurzepisoden in Tarantinos Grindhouse und Inglorious Basterds ("Stolz einer Nation" stammt von ihm). Das betse überhaupt von ihm war eh der Bärenjude aus letztgenanntem Film. Wie gesagt, ich verstehe den Hype um Roth nicht, ohne dass ich ihn jetzt als Dilettanten hinstellen will.

Egal, mit "The Green Inferno" versucht sich Roth, sehr Tarantino-like, an einem Genre, das ihm persönlich wohl zusagt. 2013 entstanden dauerte es bis 2016, bis der Film es wirklich als Home-Release geschafft hat. Dafür dürften sicher einige Kontroversen bezüglich der Darstellung des Eingeborenenstammes verantwortlich sein.

Nunja, der Film folgt jedenfalls einigen studierenden Mitzwanzigern, die den Regenwald bzw. die Abholzung eben dessen verhindern wollen. Dank eines Drogendealers, der das finanziert und sie auch einfliegen lässt, können sie dann vor Ort im Amazonas demonstrieren und sich an die Bulldozer ketten. Aber sie werden festgenommen. Und freigekauft. Leider stürzt ihr Flugzeug ab und sie finden sich schnell in den Händen von Kannibalen wieder.

Ich hab das mal bewusst so demotiviert formuliert, da die Handlung wirklich nicht so wichtig ist. Vorweg will ich aber Roth loben: Er versucht sich hier an einer Message. Und zwar geht es in die Richtung, dass privilegierte "Jugendliche" sich gerne gewisser "sozialer Causes" annehmen. Das ist so ja erstmal nichts Schlimmes, aber wir alle kennen diesen nervigen Typus Mensch, manche Kreise nennen es gerne Gutmenschen, der sich für einen Zweck einsetzt, sich für der Weisheit letzter Schluß hält und so ziemlich jedem auf den Sack geht, der nicht alles permanent politisieren will. Hart gesagt der archetypische Klischeeveganer nach dem Motto "Hi, ich bin Aquifel. Hey, ich bin Bill. Hi Aquifel, hi Bill, ich bin Veganer". Das ist für einen Eli Roth Film sogar vernünftig eingebaut und erstaunlich gut erdacht (tiefsinnig ist es immer noch nicht wirklich).

Das Ganze spielt natürlich keine Rolle mehr, als die Demonstranten von den Kannibalen gefangen genommen werden. Roth typisch gibt es dann einige Gewalt- und Folterszenen. Anno 2013/16 haben die es durchaus in sich, wer aber hier den beinharten Splatter vieler alter Kannibalenfilme, bloß ohne Tiersnuff, erwartet, wird sicher enttäuscht werden. Klar wird hier ausgeweidet, gemampft, abgehackt und so weiter und der Film ist durchaus blutig und brutal, im Kontext eines modernen Kannibalenfilms ist er aber, schaut man sich andere Modernisierungen (u.a. "das Evil Dead"-Remake) an, bedeutend harmloser als die großen Vorbilder.

Auch der Roth typische, teils infantile, Humor darf nicht fehlen. Da wird im Käfig einfach mal mastubiert, um Stress abzubauen (soll ja helfen, aber in dieser Situation? WTF?). Solch Humor entkräftet natürlich sowohl die Härte, als auch die Aussage.

Ansonsten ist der Film irgendwo zwischen B-Movie, Trash und versiert angesiedelt. Der Eingeborenenstamm, vor allem ihr Häuptling, der wie Jack Sparrows unehelicher Sohn aussieht, wirkt irgendwo nicht gerade authentisch. Die Dialoge sind hanebüchen und waren seit je her Roths Schwäche. Die Aussage wird für die Goreszenen ausgesetzt, um am Ende wieder etwas deplaziert eingebaut zu werden. Dem gegenüber steht aber, dass Roth sogar mal etwas wie eine halbwegs vernünftige Charakterentwicklung (für so einen Film) eingebaut hat. Auch der Score ist gar nicht mal schlecht gemacht (von Riz Ortolanis Brillanz ist er natürlich weit entfernt) und allgemein sieht der Film nicht gerade billig aus.

Was ist The Green Inferno nun? Moderner Cannibal Holocaust oder ein Heuler der Marke Cannibal Terror oder Todesschrei der Kannibalen? Wie so oft liegt die Wahrheit dazwischen. Mit all seinen Roth-obligatorischen Schwächen und Stärken, ist Green Inferno ein kurzweiliger Splatterfilm mit einigen Härtespitzen und sogar dem Versuch von etwas Gesellschaftskritik, die glaubhafter ist als z.B. in Cannibal Ferox. Nett, aber nicht mehr.

6/10
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Kommentare

31.05.2016 19:56 Uhr - Horace Pinker
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Recht ordentliche und gut geschriebene Kritik. Deine Meinung zum Film kann ich nachvollziehen, auch wenn ich ihn (wie alle bisherigen unter der Regie von Roth entstandenen Werke) als recht unterhaltsam empfand, auch wenn dabei sicher keine bahnbrechenden Werke entstanden sind und sie auch nicht die Qualität vieler 70er und 80er Jahre Horrorklassiker erreichen. Allgemein fände ich es gut wenn du noch einige zusätzliche Informationen über den Film einfügen würdest, so z.B. wer mitgespielt hast und wie du die schauspielerische Leistung bewerten würdest. Zudem wäre es möglicherweise noch gut zu erwähnen, dass der Film unter Mitwirkung eines echten Eingeborenenstammes an Originaldrehorten im Peruanischen Dschungel entstanden ist. Außerdem wüsste ich gerne wie viele Punkte du dem Film denn nun genau gibst, da das aus deinem Text nicht genau hervor geht. Übrigens, der "Häuptling" des Stammes ist tatsächlich eine Frau ;)

31.05.2016 20:02 Uhr - JasonXtreme
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Ich kenne ihn ja noch nicht, aber dein erster Absatz spricht mir bekannterweise aus der Seele :D ich werde genau deine rezi vor Augen haben beim Sichten, denn mehr wird bei mir auch nicht werden

31.05.2016 21:59 Uhr - Aquifel
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@ Horace: Erstmal danke. Und die Bewertung hatte ich schlichtweg vergessen^^ Und Roths Werke fand ich durchaus unterhaltsam, nur rechtfertigt das für mich nicht, dass manche ihn wie den neuen Godfather of Gore feiern. Die Schauspieler erwähne ich im Normalfall, aber irgendwie kam mir keines der Gesichter bekannt vor und die Leistungen waren für den Film zwar angemessen, aber nichts, was ich separat hervorheben würde. Dass das echte Eingeborene waren wusste ich nicht, sonst hätte ich das erwähnt. Und die Frau sah trotzdem wie Jack Sparrow aus ;)

31.05.2016 22:07 Uhr - Horace Pinker
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31.05.2016 21:59 Uhr schrieb Aquifel
@ Horace: Erstmal danke. Und die Bewertung hatte ich schlichtweg vergessen^^ Und Roths Werke fand ich durchaus unterhaltsam, nur rechtfertigt das für mich nicht, dass manche ihn wie den neuen Godfather of Gore feiern. Die Schauspieler erwähne ich im Normalfall, aber irgendwie kam mir keines der Gesichter bekannt vor und die Leistungen waren für den Film zwar angemessen, aber nichts, was ich separat hervorheben würde. Dass das echte Eingeborene waren wusste ich nicht, sonst hätte ich das erwähnt. Und die Frau sah trotzdem wie Jack Sparrow aus ;)

Zugegebener Weise dürften viele der beteiligten chilenischen Darsteller eher unbekannt sein, aber zumindestens der in mehreren Robert Rodriguez Filmen, so u.a. der Spy Kids Reihe und Machete, eingesetzte Daryl Sabara als kiffender Aktivist, Roth Ehefrau Lorenza Izzo (u.a. Knock, Knock und Aftershock) in der Hauptrolle, sowie dem aus Hostel 2 und dem Freitag der 13 Remake bekannte Richard Burgi als Vater der Protagonistin könnten dir vielleicht ein Begriff sein. Was die Kannibalenanführerin angeht hast du schon recht, ein wenig Ähnlichkeit zum aus der Fluch der Karibik Reihe bekannten Piraten besteht durchaus ;)

02.06.2016 16:57 Uhr - Aquifel
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Burgi ist mir ein Begriff, bei den Anderen kenn ich zwar die Filme, aber Gesicht und Namen wirklich in Verbindung zu bringen... naja^^

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