SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
God of War 5: Ragnarök · Ragnarök is coming · ab 74,99 € bei gameware A Plague Tale: Requiem · Erlebe ein tolles neues Abenteuer für Hoffnung · ab 57,99 € bei gameware

Green Room

Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,93 (47 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein absolutes Worst-Case-Szenario: Mit dem letzten Tropfen Benzin und völlig abgebrannt, schafft es die Punkband „Ain't Rights“ gerade noch zu ihrem Gig in einer entlegenen Kneipe im amerikanischen Nirgendwo. Das Publikum besteht ausschließlich aus Nazi-Skinheads und der Plan, sofort nach dem Auftritt abzuhauen, scheitert, als sie unfreiwillig Zeuge eines brutalen Mordes werden. Der gnadenlose Anführer der Nazi-Gang, Darcy Banker (Patrick Stewart), befiehlt seiner Kampftruppe, alle Zeugen des Verbrechens zu eliminieren. Die Band verbarrikadiert sich gemeinsam mit der Skin-Braut Amber (Imogen Poots) im Backstageraum. Es folgt ein erbarmungsloser Showdown Skins vs. Punks. Als der Bodycount steigt, müssen sich die Überlebenden etwas einfallen lassen, um dem grausamen Katz-und-Maus-Spiel ein Ende zu bereiten... (Universum Film)

eine kritik von andman1984:

Mit Green Room hat Regisseur Jeremy Saulnier („Blue Ruin“) einen knüppelharten und sehr geradlinig erzählten Belagerungsthriller erster Güte erschaffen. Ohne Umschweife wird uns hier der blanke Terror und ein nackter Überlebenskampf präsentiert, der uns an Klassiker wie „Assault - Anschlag bei Nacht“ erinnert.

In dem Film geht es um eine Punkband namens „The Ain't Right“ die durch den Nordwesten der USA tingelt, allerdings nur mit sehr mäßigem Erfolg. Diesen beanspruchen sie aber auch nicht für sich, da sie den Punk leben und ihnen der kommerzielle Erfolg quasi scheißegal ist. Auf einem Zwischenstop treffen sich unsere Protagonisten mit dem Redakteur eines kleinen Radiosenders um ihm ein Interview zu geben. Dummerweise fällt der anschließende Gig ins Wasser und die Aints nehmen einen alternativen Auftritt in einer abgelegenen Bar in den Wäldern Oregons an. Der „Vermittler“ weißt sie aber darauf hin, dass sich unter den Zuschauern auch einige Naziskins befinden könnten und sie ihre Setlist dementsprechend anpassen sollten. Dort angekommen schlagen sie alle Warnungen in den Wind und eröffnen ihr Konzert mit dem provozierenden Titel „Nazi Punks Fuck Off“ von den Dead Kennedys. Als sie dann noch Zeuge eines Mordes im Backstage Bereich werden, eskaliert die Situation. Unsere Freunde verbarrikadieren sich im Green Room und der Kampf ums Überleben gegen die Nazigang und ihren Stafford Terriern nimmt seinen Lauf..

Gespickt mit einer gesunden Portion schwarzem Humors, wird uns hier eine äußerst spannende Schlachtplatte serviert deren Rohheit und Gewalt mich bis zum Schluss an den Kinosessel gefesselt hat. Der Film konzentriert sich dabei vollkommen auf das Wesentliche und langweilt uns nicht mit Randnotizen. Die dreckige und heruntergekommene Lokation und ihre Gäste, die in kühlen Bildern präsentiert werden, wirken von Anfang an sehr bedrohlich und unbequem.
Getragen wird das ganze zudem von Teils hervorragenden Schauspielern. Allen voran Patrick Stewart der uns hier eine Seite von sich zeigt, die man ihn so gar nicht zugetraut hätte. Kennt man ihn eigentlich hauptsächlich aus Rollen wie X-Men, wo er als Mutanten-Vati alle Sympathien auf seiner Seite hat oder eben seiner Paraderolle als Captain Jean Luc Picard, als stets weisen Entscheidungen treffenden Kommandanten der Enterprise. Überlegte Entscheidungen trifft er hier auch, als würde er als Vorarbeiter auf einer Baustelle seine Mannschaft anleiten. Nur das es hier um das menschenverachtende Beseitigen lästiger Zeugen geht und seine Mannschaft eine Skinheadbande ist, die sich ihre roten Schnürsenkel verdienen will. Optisch hat er mich ein bisschen an Walter White aus Breaking Bad erinnert. Dessen finaler Charakter sogar einige Eigenschaften mit Darcy gemeinsam haben könnte. Egal..ging jedenfalls mir so. Ich möchte aber die Empfehlung aussprechen, den Film im O-Ton zu sichten, da sonst die Bedrohlichkeit und Authentizität des Antagonisten weitestgehend durch die Synchro verloren geht.
Die restliche Darstellerriege setzt sich zum Teil aus bekannten, Anton Yelchin (Star Trek – Die Zukunft hat begonnen, Fright Night) oder Imogen Poots (28 Weeks Later), als auch unbekannten Gesichtern zusammen. Einige Figuren bleiben etwas blass, was bei mir jedoch bei so einer Art von Film nicht zu sehr ins Gewicht fällt. Wie gesagt, spielen aber fast alle Beteiligten auf recht hohem Niveau.
Gewalttechnisch werden hier keine Gefangenen gemacht. Die Make-Ups wirken sehr plastisch und der Einsatz von Macheten und Teppichmessern tut schon beim Zuschauen weh. Außerdem gibt es einige fiese Einstellungen, in den die Schoßhündchen der Skins zum Einsatz kommen. Die 18er Freigabe ist auf jeden Fall gerechtfertigt.

Abzüge in der B-Note gibt es meiner Meinung nach für den Soundtrack. Dieser bringt zwar einige Klassiker aus dem Punkrock- und Metal-Bereich, waren mir aber in ihrer Anzahl etwas zu wenig. Hier wäre vielleicht etwas mehr besser gewesen.
Hinzu kommen vielleicht noch ein bis zwei Situationen die nicht ganz nachvollziehbar bzw. etwas unglaubwürdig waren. Aber ich habe ein Faible für Logiklöcher, was manch anderer wahrscheinlich etwas nachsichtiger beurteilt. Aber die zwei Punkte sind Jammern auf einem sehr hohem Niveau.

Für diesen schnörkellosen und lupenreinen Belagerungsthriller möchte ich hiermit eine klare Empfehlung aussprechen. Trotz seiner simplen Story schafft es dieser Film durch seine hammerharte Gewalt, düsteren Bildern und gnadenlos guten Schauspielern bis zum bitteren Ende zu unterhalten und den Adrenalinpegel permanent zu steigern.

Nachtrag: Leider sollte der Film "Green Room", für den Hauptdarsteller Anton Yelchin, einer der letzten sein. Der Schauspieler ist mit nur 27 Jahren am 19.06.2016, bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Meiner Meinung nach hat Hollywood mit Yelchin einen vielversprechenden und sehr talentierten Schauspieler verloren.

8/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Suicide
Andman1984
6/10
Melancholia
Andman1984
10/10
Leprechaun:
Andman1984
2/10
die neuesten reviews
Wahrheit
TheMovieStar
7/10
Patrouille
sonyericssohn
8/10
Misery
Kassiopeia
10/10
Sidekicks
Kaiser Soze
5/10
Night
dicker Hund
6/10
Girl
Dr. Kinski
6/10
Twin,
lamb
7/10

Kommentare

05.06.2016 15:28 Uhr - Punisher77
1x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 15
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.922
Eine gut gelungene Kritik zu einem Film, von dem ich schon viel Interessantes, bzw. Gutes gehört habe. Dein Review spricht viele Aspekte des Films so an, dass man sich schon mal einen ersten Eindruck von "Green Room" machen kann. Hier und da befinden sich im Text noch ein paar Rechtschreib - und Zeichensetzungsfehler, aber die sind nicht so zahlreich, als dass sie das Lesen Deines Textes ernsthaft beeinträchtigen könnten.
Hat mir insgesamt gut gefallen, dein Review!

05.06.2016 15:30 Uhr - Andman1984
User-Level von Andman1984 6
Erfahrungspunkte von Andman1984 568
Danke für dein schnelles Feedback. Ich werde den Text im Nachgang noch etwas glattbügeln. :)

05.06.2016 15:40 Uhr - cecil b
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.494
Ich stimme Punisher77 zu!

Du gibst einen guten Eindruck vom Film, und du hast deinen eigenen Schreibstil!

Die Zeichensetzung holpert hier und da ein bisserl, aber allzu tragisch finde ich das in diesem Fall auch nicht.

Bei diesem Part bin ich persönlich aber ein bisschen rausgekommen:

"Überlegte Entscheidungen trifft er hier auch, allerdings in einer menschenverachtenden Art und Weise, als würde er als Vorarbeiter auf einer Baustelle seine Mannschaft anleiten. Nur das es hier um das Beseitigen lästiger Zeugen geht und seine Mannschaft eine Skinheadbande ist, die sich ihre roten Schnürsenkel verdienen wollen."

Auch wenn der zweite Satz den ersten erklärt, war ich ein wenig verwirrt, weil Vorarbeiter ja nicht grundlegend menschenverachtend sind. ;)

05.06.2016 15:46 Uhr - Andman1984
User-Level von Andman1984 6
Erfahrungspunkte von Andman1984 568
Da hast du recht. ;) Finde immer wieder paar Flüchtigkeitsfehler und den Satz hab ich auch noch etwas angepasst. Danke :)

05.06.2016 16:18 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.494
Coole Sache, liest sich direkt viel besser! Das nenne ich gelungene Mitarbeit, und ein gutes Review! Danke auch dir dafür!

05.06.2016 17:17 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.253
Hochinteressanter Titel in sprachlich ansprechender Beschreibung! Gerne mehr davon:-)

15.06.2016 01:35 Uhr - Barsch zu Mund
User-Level von Barsch zu Mund 1
Erfahrungspunkte von Barsch zu Mund 17
Hey =)

Danke für deine Kritik zum Film. Ich seh es ähnlich wie du. Ich habe den Film im April beim Filmfastival gesehen und fand ihn ziemlich interessant. Düstere Bilder und hammerharte Gewalt trifft es gut. Das ist mal ein erfrischender Beitrag zur "Kinofilmszene". Jedenfalls hätte ich mir auch mehr Musik gewünscht und mir sind ebenfalls Logiklöcher aufgefallen. Die haben mich teilweise so sehr gestört, dass ich zu lange gekrübbelt habe und die nächste Szene verpasst habe. Aber gut... ich bin auch immer gerne mal ein "Spätchecker". Oder interpretiere gerne mal zu viel rein. Ansonsten ziemlich spannender Film jedoch nicht überragend. Mir waren zu viele Dinge unstimmig deswegen würde ich so 6,5~7 von 10 Punkten geben.

16.06.2016 08:02 Uhr - Andman1984
User-Level von Andman1984 6
Erfahrungspunkte von Andman1984 568
Danke für dein Feedback. :) Schön wenn wir der gleichen Meinung sind. Als ich aus dem Kino gekommen bin, war ich bei einer ähnlichen Wertung wie du. Hab dann aber alles nochmal revue passieren lassen und hab dann für mich einige negative Eindrücke relativiert. Man muss ja auch im Hinterkopf behalten was das für ne Art von Film ist. Und für diese Sparte macht er seine Sache sehr gut. ;)

19.06.2016 22:54 Uhr - Andman1984
User-Level von Andman1984 6
Erfahrungspunkte von Andman1984 568
Krass. Gerade gelesen das Anton Yelchin heute bei einem Unfall ums Leben kam. Mit 27. :( Scheiße. Dann war das wohl einer seiner letzten Filme. Schade..war ein vielversprechender Schauspieler. RIP

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)