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Cognition - An Erica Reed Thriller

Originaltitel: Cognition

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:USK 12
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (1 Stimme) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von s.k.:

„Cognition – An Erica Reed Thriller“ gehört zu jener Sorte Adventures die vornehmlich erwachsene Spieler als ihre Haupt-Zielgruppe sucht, denn es ist ein ausgesprochen harter FBI-Krimi mit reichlich blutigen Details, grausamen Szenen und brutalen Schocks. Eben ein echter Thriller, wie es der Spiel-Titel unmissverständlich klarstellt. Wie das Spiel trotz dieser genannten Argumente zu seinem USK12-Siegel kam ist mir ein echtes Rätsel, persönlich würde ich es erst ab 16 freigeben. Mindestens!
Der Plot rund um die mit einer übernatürlichen Gabe „verfluchten“ Hauptfigur erinnert nicht von ungefähr an ähnlich gelagerte TV-Serien wie beispielsweise „Medium“, und dem sehr reifen Story-Telling merkt man den glücklichen Umstand dass Adventure-Design-Ikone Jane Jensen hierdran mitgewirkt hat jederzeit an. Eben dieser unverkennbaren Handschrift der „Gabriel Knight“-Erfinderin ist es auch zu verdanken dass sich „Cognition“ über den Durchschnitt retten und mich als Adventure-Suchtie überzeugen konnte, tröstet seine vorhandene inhaltliche Stärke doch über diverse Defizite technischer sowie spielmechanischer Art hinweg.

Die junge FBI-Agentin Erica Reed jagt den gefürchteten Cain-Killer. Einen Serien-Mörder der es gezielt auf Geschwister-Paare abgesehen hat, diese in eigens gebaute, tödliche Fallen steckt und der Bundespolizei Hinweise über ihren Verbleib zukommen lässt. Ein perverses Spiel, bei dem bisher niemand rechtzeitig gerettet werden konnte, und für Erica entwickelt sich die Ergreifung des Killers zu einer persönlichen Angelegenheit, wo doch ihr eigener Bruder zu den besagten Opfern gehört und der Täter ihr um Haaresbreite entkommen konnte.
Nach seiner knappen Flucht wird es lange Zeit ruhig um den Cain-Killer, und gerade als Erica befürchtet dass dieser Fall mangels neuer Erkenntnisse zu den Akten gelegt werden könnte ereignet sich ein seltsamer Suizid-Fall der wenig Sinn ergibt. Dank ihrer kognitiven Fähigkeiten sieht Erica jedoch mehr als ihre Kollegen mit dem bloßen Auge, und nach und nach steht für sie fest dass der Cain-Killer wieder zurück ist und das Morden von Neuem beginnt…

Mehr möchte ich über die Handlung nicht ausplaudern, denn nach einem etwas holprigen Start der ersten von insgesamt 4 Episoden gibt sich „Cognition“ einen kräftigen Ruck und zeigt ungeahnte Spannungsqualitäten die man wirklich nur völlig ungespoilert aufnehmen und so am besten genießen kann. Mit seiner interessanten Hauptfigur, ihrer kognitiven „Flashbacks“ und einer Vielzahl unerwarteter Wendungen (aufgrund gekonnt falsch gelegter Fährten) überrascht dieser „Erica Reed Thriller“ ein aufs andere Mal und schafft so die Spannungskurve durchweg hoch oben zu halten. Auch trägt die kompromisslose Härte die sich durchs ganze Spiel zieht einen gewissen Teil dazu bei - an expliziten Gewalt und Verstümmelungsszenen mangelt es hier nicht -, diese wird jedoch nicht selbstzweckhaft wie ausufernd zur Schau gestellt sondern bekräftigt vielmehr den außerordentlich düsteren Thriller-Touch dieses Adventures. Fühlt sich hin und wieder wie ein grimmig-dreckiger, sehr böser „David Fincher“-Streifen an, auch wenn es – leider- nicht immer so aussehen mag oder kann, denn:
Das größte Problem an „Cognition“ ist seine Technik. Die teilanimierten, handgezeichneten Story-Zwischensequenzen wissen in Stil und Bildsprache absolut zu gefallen, nur die eigentliche Spielgrafik hält da nicht mit. Die Locations sehen zwar nicht richtig schlecht aus, wirken zumeist aber viel zu statisch, zu schlicht und (für meinen Geschmack) oft zu bunt; einem „Thriller“-Adventure stehen meiner Meinung nach kalte bzw. entsättigte Farben viel besser. Ebenso fügen sich die 3D-Cel-Shading-Charaktere nicht immer in die 2D-Hintergründe gut ein, und ihre Ausdrucksfähigkeit ist selbst für ein nunmehr 3-4 Jahre altes Spiel wie dieses einfach unzeitgemäß. Dazu gesellen sich noch ein Paar unschöne, wenn auch seltene Bugs, so wie Erica beispielsweise sichtbare Hindernisse einfach durchläuft oder auf einen zugewiesenen Zielpunkt nicht korrekt zugeht, sondern regelrecht „hinschwebt“. Immerhin, die Bewegungen der meisten Charaktere machen einen natürlichen Eindruck.
Wesentlich besser steht es dafür mit der akustischen Untermalung. Die ausschließlich englische Sprachausgabe passt, und wenn man 1-2 nervige Nebencharaktere ausklammert - deren Stimmgeber ein wenig über die Stränge schlagen - darf man bei den restlichen Rollensprechern wieder ein gehobeneres Niveau unterschreiben. Die musikalische Untermalung stimmt ebenfalls - zumindest über weite Strecken, weil anfangs ließ der Prolog der ersten Episode Schlimmstes befürchten. Das hintergründige Gedudel der ersten Spielminuten fing mit dem angedachten Klima des Panik-Gefühls schneller an zu nerven statt zu packen, zu langweilig und wiederholend klang es in meinen Spielerohren, doch mit dem Einsetzen des Intros – im Übrigen wunderschön düster gestaltet – und des sonstigen Spielverlaufs gelingt es dem Soundtrack die übergreifende Krimi-Stimmung recht gut zu unterstützen. Gleiches lässt sich auch über die allgemeine Soundkulisse sagen.

Die Rätsel-Qualität nebst –Quantität dürfte jedem Adventure-Interessierten zusagen, denn “Cognition“ setzt hierbei auf einen üppigen, abwechslungsreichen Mix aus klassischen Kombinationsrätsels, kriminalistische Analyse / Recherche, Multiple-Choice-Unterhaltungen und im Besonderen das häufige Aufgreifen Ericas einzigartiger Begabung. Durch Berührung von Objekten und Personen „blickt“ sie quasi in die Zeit zurück und kann so Ereignisse in der Vergangenheit vor ihrem geistigen Auge Revue passieren lassen. Diese Fähigkeit erweitert sich mit jeder weiteren Spiel-Episode um einen neuen kognitiven Aspekt, u.a. muss sie verschwommene Erinnerungen von Zeugen durch Verbinden bestimmter Sachverhalte aufhellen oder den richtigen Zusammenhang von Gegenständen und Beweismitteln bzw. Menschen erkennen um daraus einen neuen „unsichtbaren“ Hinweis zu ziehen. Diese kognitiven Gedankenspiele bilden den anspruchsvollsten Part aller Rätsel und sind mitunter gar recht schwierig, doch im Falle eines Nicht-Weiterkommens steht immer eine kleine Ingame-Rätsel-Hilfe bereit die sich in kurzen SMS-Konversationen mit Vertrauten Ericas versteckt.
Obwohl es sich bei „Cognition“ um ein recht dialoglastiges Adventure handelt bleibt die Rätseldichte von Anfang bis Ende angenehm hoch, und auch bei seinem Spielumfang von mindestens 15 Stunden kommt kein Genre-Fan zu kurz. Allerdings verdient die leicht umständliche Bedienung berechtigte Kritik. Inventar-Rätsel geraten gelegentlich etwas fummelig, fürs Verwenden oder Untersuchen von Gegenständen gibt es unnötigerweise separate Register-Buttons, und das Aufrufen der besonderen Gabe unserer Heldin verlangt einige Klicks zuviel. Eine solch verkomplizierte Steuerung dürfte es heutzutage eigentlich nicht mehr geben, wo doch schon Genre-Klassiker wie „Baphomet‘s Fluch“ vor geraumer Zeit einfachere, effektivere und vor allem zügigere Methoden vorgestellt haben.

Fazit:
„Cognition“ hätte eigentlich das Zeug für eine Spitzenposition im Adventure-Gebiet, doch es verbaut sich selbst den Weg dorthin. Der Inhalt ist spitze und die Rätsel fordern die kleinen Zahnrädchen im Hirn-Getriebe gut und lange, dem gegenüber stehen jedoch eine mittelmäßige Präsentation und unnötige Bedienungsmängel. Unter der Berücksichtigung dass „Cognition“ ein via Crowdfunding finanziertes Projekt mit geringem Budget ist bin ich dennoch gewillt ein Auge zuzudrücken, denn kleiner Schönheitsfehler zum Trotz hat es einen unstreitbar spannenden Plot und eine ansprechende Titelfigur. Wer Adventures vom Schlage „Gabriel Knight“ o.ä. liebt und genannte Kritikpunkte wenig abschreckend empfindet, der dürfte auch am „Erica Reed Thriller“ Gefallen und Spielfreude finden.

7/10
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Kommentare

24.06.2016 11:23 Uhr - JasonXtreme
DB-Co-Admin
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.545
Klingt nach nem durchaus coolen Game!

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