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Wolf Creek - Die Serie

(Originaltitel: Wolf Creek)
Herstellungsland:Australien (2016)
Genre:Horror, Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,56 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Bisher war der Urlaub für die amerikanische Familie Thorogood im australischen Outback ein einziges Erlebnis. Doch die Reise erlebt einen dramatischen Wendepunkt, als sie auf den ebenso zynischen wie eigenbrötlerischen Mick Taylor (John Jarratt) trifft, der sich schon bald als psychopathischer Touristenmörder erweist. Eiskalt metzelt er Familie Thorogood nieder. Einzig die 19-jährige Tochter Eve (Lucy Frey) überlebt das Massaker. Schwer traumatisiert schwört sie dem Mörder ihrer Familie Rache und beginnt nach ihm zu suchen. Als Mick Taylor bemerkt, dass Eve ihn jagt, beginnt ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel …
eine kritik von nasum:

So, dann widmen wir uns mal was aktuellem. Daher sei angemerkt, dass ich keine ausschlaggebenden Spoiler verwenden werde.

Juhu, dachte ich, Wolf Creek geht nach dem erstklassigen Film in die Verlängerung. Und nach einem Zweitfilm folgte dann die Serienankündigung. Endlich kann Greg McLean seinem genialen Charakter des Mick Taylor (herausragend gespielt von John Jarrat) Tiefgang verleihen, ihm eine umfassendere Story widmen und sich dafür mehr Zeit lassen, als die üblichen 90-110 Minuten Film-Werke es könnten. Voller Erwartungen stürzte ich mich in die Serie, die mich nach einer gelungenen Eröffnungsszene der ersten Episode (ca 15 Minuten), die den Filmen alle Ehre macht, leider dann im weiteren Verlauf mit Klischees bediente, sowie einer schauspielerischen Leistung, die den Filmen leider weit hinterher steht....

Nunja, zumindest das Finale konnte mich in der letzten Episode dann wieder überzeugen, in dem Mick Taylor zu alter Stärke seiner Schauspielleistung zurückkehrt.

 

Aber worum geht’s denn?

Die Serie hat doch sicher eine klasse Story zu bieten. Richtig ;) Eine Familie wird von Mick Taylor niedergemetzelt und die einzig überlebende Tochter will dann über den Rest der Staffel Rache nehmen. Und das wars dann leider auch schon.

 

Naja, widmen wir uns der Charakterentwicklung:

Mick Taylor:
Er entwickelt sich leider gar nicht. Nach der guten Eröffnungsszene ist er lediglich immer wieder in kurzen Szenen vertreten in denen er mehr oder weniger wahllos Leute auf der Straße niedermetzelt. Die Szenen wirken dabei eher wie Lückenfüller zu einer Story, die auch nicht vorhanden ist. Leider fehlt ihm auch der gewitzte Charme, den er in den Filmen so genial verkörpert. Die Serie degradiert ihn leider vom sadistischen, wortgewandten und vor Wortwitz triefenden Outback Killer in einen austauschbaren Serienkiller, der einfach alles plattmacht.
Lediglich im Finale der Serie kann er zu alter Stärke des ersten Filmes zurückkehren, zeigen was er kann und das untermauert Greg McLean auch mit etlichen Anspielungen auf den Film. Klasse Finale!
Zumindest sind die Effekte relativ gut gemacht, wechseln zwischen Onscreen und Offscreen, stehen den Filmen in ihrer drastischen Darstellung jedoch hinterher.

Eve, unsere Heldin:
Komisch. Ihre Familie wird getötet und sie trauert keinen einzigen Moment in dem Film. Irgendwie lässt sie das kalt und sie geht sofort auf die Suche nach Mick. Dabei entwickelt sie sich in Minuten von der Großstadttussi zur Survival-Expertin. Ihr Charakter ist dabei leider in höchstem Maße unglaubwürdig, was einer Personifizierung sehr sperrig im Wege steht.

Polizist, der Eve hilft:
Er lässt sich von unserer Heldin enorm schnell um den Finger wickeln und hilft ihr auf ihrer Suche. Klischeemäßig wird dabei eine Romanze zwischen den beiden angedeutet, was natürlich Auswirkungen auf seine Ehe hat...

 

Das führt uns zur Story:

Die ist leider, wie sicher schon gemerkt, sehr von Klischees behaftet, sowie Zufällen, die dem Survival-Lernprozess von Eve sehr zuspielen. Der rote Faden bleibt dabei, mangels ausgefeilter Story sehr dünn und es tritt eine Berechenbarkeit auf, die man der Serie sehr stark zu lasten legen muss.

 

Kamera / Bilder:

Wie auch aus den Filmen gewohnt, wird der Zuschauer in ein landschaftliches Panorama entführt, das mit seinen Bildern die Endlosigkeit des Australischen Outback einfängt und das gelingt ihm relativ gut. Dabei wird viel mit natürlichem Licht gearbeitet. Die Sonne erhellt die Bilder, bestrahlt Charaktere im Profil, überlichtet Einstellungen in ein cooles Schwarz-Kontrast oder blendet Bildelemente in helle Weißtöne über, was jeweils alles sehr cool anzuschauen ist und immer wieder epische Momente einstreut, die auch der Natur und dem landschaftlichen Setting angemessen sind.

 

Zum Aufbau der Episoden / Serie:

Die Einteilung der Handlung lässt einen roten Faden meist vermissen, wie in der knappen Story oben deutlich geworden sein sollte. Demnach sind die einzelnen Episoden relativ ähnlich, da Eve jeweils durchs Land fährt, um Mick zu suchen. Gemischt wird das mit Einstellungen von Mick, der jemanden abmurkst. Erwartungen an die Serie, wie tiefere Einblicke in Charaktere, speziell in den von Mick Taylor, werden leider nicht sehr gut bedient. Auch eine komplexere Story, die man in einer Serie auffalten könnte, bleibt zu vermissen, wie die Touristen auf den Straßen des Outback... Somit habe ich mich jeweils von einer Mick Taylor Szene zur nächsten geschmachtet, damit wenigstens das Gore-Auge bedient wurde.

 

 

Und als Schmankerl zum Schluss noch ein Ratespiel:

In einer Episode wird gaaaaaaaaaaaanz tief in die Ideenkiste gegriffen, wie Mick Taylor zu dem wurde, wer er heute ist. Ich möchte niemanden Spoilern, daher lasse ich das einfach mal mit einem gaaaaaaaaaanz enttäuschten Gesicht offen und sage nur, dass sich in faulster Weise an der Klischeekiste bedient wurde.

Falls jemand dazu Ideen hat, kann er diese gerne in den Kommentaren ablassen oder einfach an Greg McLean schicken... ;)

 

Leider nur 4/10 Punkten.

4/10
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Kommentare

26.06.2016 14:39 Uhr - dicker Hund
1x
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Oh je, bereits die Spielfilme halte ich für dezent überschätzt. Nach dieser amüsant geschriebenen Warnung werde ich von dieser Serie wohl so weit weghoppeln, wie mich meine Stummelbeine tragen. Also ca. 200 Meter, aber das reicht dann ja auch hoffentlich...

26.06.2016 14:44 Uhr - naSum
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Da wirst du wahrscheinlich ein weiterer Roadkill, wie die unzähligen Känguruhs in Australien ;)

Ideen für die Hintergrund-Klischees von Mick Taylor?

26.06.2016 17:12 Uhr - cecil b
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Schöne Review! :)

26.06.2016 21:54 Uhr - DOTD
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gut verfasste und interessant geschriebene Kritik. Die Serie kenne ich selber noch gar nicht. Nach dem Lesen deiner Review scheint das nicht gerade eine allzu empfehlenswerte Serie zu sein.

26.06.2016 22:16 Uhr - naSum
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DOTD, danke fürs Lob. Anstatt der Serie kann ich dir eher die beiden Filme von Wolf Creek ans Herz legen.

07.10.2016 22:54 Uhr - CheesyAK47
3x
Also ich muss dir da wiedersprechen!
Mir gefällt die Serie sehr gut, komplett im Stil des Films!
Achtung Spoiler!!!!!!!
Du sagst Eve trauert nicht??? Komisch, gleich zum Ende der ersten Folge begräbt sie doch ihre Familie und verabschiedet sich! Auch in den folgenden Folgen sieht man das sie trauert....weiter sehe ich nicht das sie sich quasi null komma nix zur Amazone verwandelt...das geht doch hier step by step (von Bösewicht zu Bösewicht)...das ist eine Horror/Slasherfilmserie..was erwartest du da???
Der Polizist ermittelt nach seinen Möglichkeiten, ich finde eher zu langsam und eben nicht "um den Finger gewickelt"
Spoiler Ende

Ich könnte meine Meinung weiter ausführen aber das soll ja keine Review werden :)
Leute, lasst euch von der 4 nicht abhalten! I like it! Würde ne 7 geben

16.10.2016 12:14 Uhr - naSum
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Ja Trauer wird hier und da mal ganz fix angedeutet, aber abkaufen kann man ihr das leider nicht... Ich zumindest nicht, da es so rasch abgehandelt wurde und sie sofort so tough ist.

Den Stil des Filmes, den du erwähnst erkenne ich lediglich in der ersten Episode, sonst lässt er sich leider vermissen.

Aber das ist nur meine Meinung, gut das du eine andere hast und die Serie magst. Evtl magst du ja eine Gegenposition zu meiner als Review verfassen, würde mich interessieren!

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