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Unfriend

Originaltitel: Friend Request

Herstellungsland:Deutschland (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,70 (10 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die beliebte Studentin Laura genießt das College-Leben, das sie gern auch mit ihren über 800 Freunden auf Facebook teilt. Aber als sie eines Tages die mysteriöse Freundschaftsanfrage der Außenseiterin Marina annimmt, gerät sie in den Bann eines schrecklichen Fluchs: Lauras engste Freunde sterben auf grausame Weise. Ihr selbst bleiben nur wenige Tage Zeit, um das Rätsel des geheimnisvollen Mädchens und ihres Facebookprofils zu lösen und den tödlichen Bann zu brechen. (Warner Bros. Deutschland)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von aquifel:

Ich geb es zu, was das moderne Horrorkino angeht bin ich nicht immer auf der Höhe. Vor allem, da mir der "klassische Stil" und ältere Filme aus den 60ern, 70ern und 80ern oft stärker zusagen. Aber auch im heutigen Horrorgenre gibt es immer wieder sehenswerte Filme, die keine 08/15 Geister- und Found-Footage-Schablonen sind.

Besonders interessant wird es, wenn Dinge aufgegriffen werden, die es halt heutzutage erst gibt. Gerade Social Media ist hier fast schon stäflich vernachlässigt. Ein Beispiel ist "Unknown User" (2014), bei dem alles über Skype aufgezeichnet ist. Kein Knaller, aber meiner Ansicht nach doch eine positive Überraschung.

"Unfriend" (2016) nimmt sich dem Thema Facebook an. Laura (Alycia Debnam-Carey) ist ein beliebtes Mädel an ihrer Uni. Und sie teilt, ebenso wie ihre Freunde, alles mögliche via Facebook. Eines Tages schickt ihr ihre Kommilitonin Marina (Liesl Ahlers) eine Freundesanfrage. Soweit nichts weltbewegendes, doch hat die Aussenseiterin Marina keine anderen Freunde und entpuppt sich schnell als eine Art Stalkerin. Als Laura ihr die Freundschaft kündigt, begeht sie Selbstmord. Und dann beginnt das Grauen: Nach und Nach sterben Lauras Freunde, ihr Account postet immer wieder Videos von den Toden und langsam aber sicher distanzieren sich alle Leute von ihr. Was geht hier vor? Und was hat Marina damit zu tun?

Das klingt so erstmal etwas dümmlich und wenig ideenreich. Ein populäres Mädel verärgert eine Außenseiterin und die nimmt Rache. Kennen wir zu Genüge. Aber die Prämisse hat etwas. Denn Laura soll "Einsamkeit" kennen lernen, das Gefühl, als Freak und Abschaum betrachtet zu werden. Die Rache, die Marina (und dass das mit ihr zu tun hat ist jedem Filmfan schnell klar) übt, ergibt im Kontext wirklich Sinn. Es geht nicht darum, dass alle um sie herum sterben, da sie etwas falsch gemacht haben, es geht darum, dass Laura alles verliert, was sie ausgemacht hat, was dafür gesorgt hat, dass Marina "nicht gut genug" als Freundin war. Sie verliert ihre Vertrauten und wird ein sozialer Paria, durch das, was alle denken, was sie tut. Facebook spielt hier eine entscheidende Rolle.

Und hier liegt auch das Interessante an dem Film. Sicher wird es nicht tiefgründig aufgearbeitet, aber man kann erkennen, das an unserer "Internetabhängigkeit", dem ständig verfügbar sein, des Teilens unseres Lebens online, für jeden sichtbar, irgendwas schief läuft. Fotos von einer Party mit Freunden teilen? Früher wurden Abzüge gemacht und dann weitergegeben. Heute wird es per Smartphone schnell bei Facebook hochgeladen. So ein Szenario wie in diesem Film wäre früher so gar nicht möglich gewesen. Und so wird Laura das, was sie auch so populär darstehen lässt, ihr Verhängnis. Gefällt mir^^

Dass das Ganze dann eher in Richtung Okkultismus geht, stört dabei kaum. Die Suche nach Marinas Vergangenheit und dem Weg sie zu stoppen ist durchaus spannend inszeniert. Die Gruselszenen sind ebenfalls ganz gut gemacht, auch wenn teilweise schon die Jump Scares im Vordergrund stehen. Allgemein ist das alles soweit ordentlich, doch, im Gegensatz zur Prämisse, schon sehr schematisch für einen modernen Horrorfilm. Wobei: Hier gefällt der Okkultismus-Einschlag und das alles fällt weniger bananig aus als die Exorzismus-Schiene, in die einige Filme dann abdriften.

Ansonsten muss man sagen, dass die Dialoge bei Zeiten etwas holprig wirken. Die Polizisten wirken eher inkompetent wie sonstetwas und die Studenten schweifen auch manchmal etwas in die Richtung "Drehbuch/Hollywood"-Studenten ab. Das ist aber dem Drehbuch geschuldet und nicht den Darstellern. Die machen ihre Sache soweit ganz gut. Wirklich bekannt ist keines der Gesichter, am ehesten noch Connor Paolo, der Gossip Girl Eric van der Woodsen gespielt hat oder William Moseley der in den Narnia Filmen Peter gespielt hat.

Schlußendlich hat Unfriend eine interessante Prämisse, ist durchaus spannend und hat solide Gruselszenen. Für mehr als ein "ganz ordentlich" reicht es trotzdem nicht ganz. Dafür ist der Film dann doch zu formelhaft und macht etwas zu wenig aus seinem Potential. Ansehen kann man ihn sich und er ist ohne Frage interessanter und besser als viele andere Streifen.

7/10
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Kommentare

22.08.2016 18:49 Uhr - cecil b
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Ein deutlicher Eindruck vom Film, wie immer bei dir!

Ich bin diesem Film gegenüber skeptisch, und du schreibst auch warum dies so ist, aber trotzdem nehme ich dir ab, dass ich diesem Film eine Chance geben kann!

24.08.2016 12:12 Uhr - Aquifel
User-Level von Aquifel 5
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Vielen Dank ;) Und sicher wird der nicht jedermanns Sache sein und er kommt an die großen Klassiker nicht heran, aber er ist definitiv interessanter als so manch andere moderne Horrorfilme. War übrigens überrascht, als ich gesehen habe, dass das ein deutscher Film ist xD Merkt man wirklich nicht.

25.08.2016 09:48 Uhr - cecil b
Moderator
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Ja, man sollte ohne Vorurteile an Filme herangehen, und einen Klassiker erwarte ich nicht so schnell. ;) Aber Filme sagen mir meist zu, wenn man sie interessant nennen kann, selbst wenn man versuchen muss mit ihnen warm zu werden. Dass dieses Werk aus deutschen Landen kommt macht es für mich schon wieder interessant, da ich mir dadurch einen nicht zu urtypisch amerikanischen Stil verspreche.

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