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Angriff des Säbelzahntigers

(Originaltitel: Attack of the Sabretooth)
Herstellungsland:USA (2005)
Genre:Abenteuer, Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 2,00 (1 Stimme) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von das-marten:

Ein Tittenmagazin als Grund für den Ausbruch eines schlecht animierten Säbelzahntigers?…würde klappen, wenn ein Fachmann auf dem Regiestuhl platz genommen hätte, wie zum Beispiel ich. George Miller (Nein! Nicht der Typ, der für Mad Max verantwortlich ist) schiebt da lieber ein paar zurückgebliebene Teenies in die Presche, die mal schnell ein Sicherheitssystem in einem Vergnügungspark lahm legen und dabei die einzige Attraktion, ein paar Säbelzahntiger, befreien. 

Zurück zum Film. Erstes Opfer ist ein etwas korpulenter schwarzer Sicherheitsmann (der das oben besagte Tittenmagazin liest), der sich unglaublich dämlich verhält und dann folglich weggeknuspert wird, nur leider fiel den Drehbuchautoren nichts Besseres ein, als im weiteren Verlauf zwei weitere Darsteller in haargenau der gleichen Situation aus dem Film zu befördern. Man merkt schnell, dass die Tiger ihre Opfer mit einer Wärmebildsichtkamera aussuchen, wie einst der mächtige Predator im Jahre 1987, nur da sah das alles noch professionell aus.

Jedenfalls brechen gleich mehrere Säbelzahntiger aus, wer kennt die kleinen possierlichen Hauskatzen nicht. Bei einem Budget von umgerechnet 1.000 €, musste für 900 € bereits Alk gekauft werden, damit die Darsteller & Crew nicht schon vorher die Flucht ergreifen, also blieben noch 90 € für die Nutten und der Rest für den IT-Azubi über, der gleich mehrere Abbilder der Nr. 68 süß-sauer auf den Bildschirm zauberte. Die Tierchen wirken in jeder Einstellung wie ein Fremdkörper, aber spätestens bei den Flugeinlagen der Säbelzahntiger wünscht man sich einen Rohrstock und einen dazu gehörenden (blankrasierten) Informatiker-Hintern herbei. Genauso dämlich und langweilig gestaltet sich das Ableben der Opfer, wird dem Ersten noch ein Arm herausgerissen (in der nächsten Einstellung sieht man aber, wie er seinen Arm unter seinem Shirt versteckt…), so beschränkt man sich im weiteren Verlauf (bis auf eine kurze Ausweidungsszene, die aber auch nicht grad realistisch aussieht) nur noch auf spielzeughafte CGI-Enthauptungen, auch hier wäre ich wieder für die Kombination Rohrstock + nackter Hintern.

Nachdem sich unser Kätzchen (eines von vielen) die ersten paar Appetithäppchen geholt hat, erfolgt die Unterteilung zwischen Gut und Böse bei den allseits beliebten Aasfressern. Auf der Fiesemöpseite steht ein Typ mit Fleischmütze und Goldkettchen, der einen Jurassic-Park für arme eröffnen will. Auf der anderen Seite steht Rotlöckchen mit ihrem farblosen Ranger-Schnösel, wobei beide gleich zu Beginn eine Pseudo-witzige Sexszene (bei der man natürlich nix sieht) abliefern. Die typische „wir müssen den Park evakuieren“ und „nein, nein, nein, da geht mir zuviel Geld flöten“ -Nummer zwischen Rotköpfchen und dem bösen Glatzenkasper darf natürlich auch nicht fehlen, um die Unterteilung auch wirklich jedem Vollidioten begreiflich zu machen. Glatzenkasper wird dann noch ständig von einem noch fieseren Unhold gemobbt, der drauf und dran ist den Urzeit-Park auffliegen zu lassen, dann aber zu blöd ist mit seiner Alten die Insel zu verlassen (anstatt den kurzen Weg zum Strand woher beide gekommen sind, geht es in die Wälder um dort als Katzenfutter zu enden – janz großes Kino!). Den Vogel schießt dann die überflüssige Gruppe junger Teenies ab. Für eine Schnitzeljagd einer Studentenverbindung gehen diese fünf Triefnasen auf die Insel und müssen(!) dort das Sicherheitssystem lahm legen, wodurch das ganze Viehzeug entkommt. Unter den Jugendlichen befinden sich dann auch die zu erwartenden Personen, das Multikulti-Liebespärchen (Quotenasiat und –neger sind darin bereits enthalten), der Doofie-Sportler, die von allen verkannte Gruftie-Bitch, die klischeebedingt immer mies gelaunt sein muss und Blondie mit Vakuumbirne.

Die Erwartungen, dass die Heldin (die gegen Ende ziemlich abtaucht) und ihr Ranger (der den kompletten Film über abtaucht) überleben und unser menschlicher Fiesling einen qualvollen und tricktechnisch minderwertigen Tod erleidet, werden vollends erfüllt. Die zurückgebliebenen Teenie-Bratzen dürfen dann auch noch zu 60% überleben, wobei die nervigste Trude leider auch unter den Überlebenden ist. Im Grunde schafft es kein Akteur hier nur ansatzweise Sympathien zu erwecken, was aber auch daran liegt, dass sich keine Identifikationsfigur herausbildet. Es wird zwischen den Jugendlichen, den Wächtern/Rangern, den Besitzern und einigen Opfer-Cameos (von denen zumindest einige sympathisch wirken) hin- und hergeschalten, sodass es irgendwann egal ist wer überlebt, man aber insgeheim hofft, dass alle drauf gehen.

Bereits im Jahr 2002 gab es mit Sabertooth (der in seinem Namen auch „Angriff des Säbelzahntigers“ stehen hat, die Verwechslungsgefahr ist also sehr hoch) einen ähnlich Säbelzahntiger-Schnellschuss. Immerhin hatte dieser mit John Rhys-Ifans und Vanessa Angel zwei halbwegs bekannte Namen und Gesichter und wurde bereits mit sieben Ausstrahlungen auf RTL 2 geadelt, wohingegen hiesiger bisher nur einmal auf Tele 5 lief. 



Fazit

Angriff des Säbelzahntigers gehört in die cineastische Schnellschussecke, da letztendlich nicht einmal unfreiwilliger Humor vorhanden ist, der das ganze zumindest erträglicher hätte machen können. Man kann nicht so pervers sein, dass man dies hier noch als Trash bezeichnet, also Finger weg!

2/10
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Kommentare

28.08.2016 17:13 Uhr - dicker Hund
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Von meiner Fiesemöpseite gibt es Applaus für diese wunderbar ätzende Kritik!

28.08.2016 17:13 Uhr - dicker Hund
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Sogar doppelt gemoppelt - war wohl mal wieder Zeit, dass das passiert...

28.08.2016 21:30 Uhr - Harley Q.
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Mein Beileid! Aber wenigstens hat das zu dieser sehr guten Review geführt:-)

29.08.2016 11:05 Uhr - gok
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Grandios die hohe Kunst einen schlechten Film so zu Reviewn. Ich musste echt ein paar mal Lachen weil echt witzig geschrieben.
Wenn ich dich noch auf einen kleinen Schreibfehler hinweisen darf:
(bis auf eine kurze AuswEINDUngsszene, die aber auch nicht grad realistisch aussieht)

29.08.2016 18:20 Uhr - das-marten
DB-Helfer
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Danke gok, aber mit einem Glas Wein in der Hand schreibt es sich halt flockiger...

29.08.2016 18:51 Uhr - gok
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Ja dann muss ich aber glaube ich auch mit dem Wein trinken anfangen!!

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