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Ricochet - Der Aufprall

(Originaltitel: Ricochet)
Herstellungsland:USA (1991)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,34 (36 Stimmen) Details
inhalt:
Der junge Cop Styles zieht erhebliche Medien-Aufmerksamkeit auf sich, als er den psychopathischen Killer Blake dingfest macht, was seiner Karriere sehr dienlich ist. Sieben Jahre später gelingt Blake die Flucht aus der Vollzugsanstalt - Zeit, seine perfiden Rachepläne umzusetzen, bei der nicht nur Styles' Ehre, sondern sein ganzes Leben systematisch und öffentlich zerstört wird...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von ivan_danko:

Denzel Washington ist zweifellos einer der gegenwärtig besten Schauspieler in Hollywood. Nicht nur der (vergleichsweise) hohe Output an Top-Blockbustern, sondern auch die Rollenwahl spiegelt große Wandlungsfähigkeit und Überzeugungskraft wider. Ob als düsterer und melancholischer Rächer ("The Equalizer"), korrupter Fiesling ("Training Day"), besorgter Vater ("John Q.") oder versoffener Pilot ("Flight"), man nimmt seine Charaktere bedingungslos ernst und kauft ihm die jeweilige Rolle einfach ab.

Diesmal hab ich allerdings eines seiner Frühwerke gewählt, das nicht nur aufgrund seiner Zensurgeschichte (bis heute) noch äußerst interessant ist, sondern auch sonst einiges zu bieten hat:

 

RICOCHET - DER AUFPRALL (1991)

 

"Nick Styles ist ein junger, aufstrebender Polizist, der sich bei seinen Verhaftungen (zur Ablenkung) schon mal bis auf die Unterhosen auszieht. Bei dieser äußerst medienwirksamen Festnahme schafft er allerdings mit Earl Talbot Blake einen Feind, der skrupelloser, intelligenter und kreativer nicht sein könnte. Als diesem auch noch die Flucht aus dem Gefängnis gelingt, beginnt für Styles eine knallharte Tour de Force, um sich selbst und seine Famile schützen zu können."

 

Man erkennt es schon an der kurzen Inhaltsangabe, hier ist Action angesagt! Und diese ist durchaus brutal, aber darüberhinaus auch interessant in Szene gesetzt. "Highlander"- und "Silent Trigger"-Regisseur Russell Mulcahy ist ein Ästhet mit ganz eigener Bildsprache, ohne Zweifel kann man diese auch hier deutlich bemerken. Durch streckenweise einzigartige Kamerafahrten und ansprechende Bilder im Hochglanz-Videoclip-Stil hebt sich "Ricochet" doch deutlich vom Genre-Einheitsbrei ab, obwohl Story und Idee wenig Neues bieten. Die klassische "Gangster will sich an Cop rächen" Geschichte hat man zwar schon vielfach gesehen, trotzdem bleibt man hier durch kreative Schauplätze und ausgefeilte Charaktere mit Spannung bei der Sache.

Nicht zuletzt liegt der visuelle Kick dieser Produktion durchaus auch an Kamerachef Peter Levy, der bei Spitzenfilmen wie "Predator 2", "Blown Away" oder "Operation Broken Arrow" schon vorher und auch danach beweisen konnte, dass er sein Handwerk vorwiegend im Actionsektor mehr als nur versteht.

Neben Hauptdarsteller Denzel Washington, der zwei Jahre nach "Glory" auch hier wieder eine tadellose Leistung abliefert, ist es vor allem Erzbösewicht John Lithgow ("Cliffhanger") zu verdanken, daß auch die Nebendarsteller in stetiger Erinnerung bleiben. Seine Darbietung als Earl Talbot Blake ist allerdings dermaßen dominant, daß sogar Washington kräftig zu tun hat, um nicht gegen ihn zu verblassen. Es gibt wohl kaum einen Schauspieler, der einen Fiesling derart intensiv und hassenswert darstellen kann wie John Lithgow, ein Charakterdarsteller mit starker Theaterverbundenheit, was sich durchaus auch auf seine Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit in actionlastigen Filmen auswirkt. Auch Rapper Ice-T ("Law & Order SVU") ist in einer größeren Rolle als gutmütiger Gangster zu sehen, der dem Hauptakteur gegen Ende hin doch gewichtig auf die Beine hilft.

Für den Actionfan wird hier wirklich einiges geboten. Schießereien, Explosionen, aufgespießte Gliedmaßen, Knastkämpfe, ein rasanter Ausbruch und vor allem ein spektakuläres Finale lassen das Herz aufgehen. Auch der Härtegrad ist nicht zu verachten, weshalb eine FSK-Freigabe "ab 18 Jahren" die logische Konsequenz war. Leider landete der Film bereits 1993 auf dem Index und musste dort bis zu seiner Begnadigung im Jahre 2009 verweilen. Auch heutzutage ist die ungeschnittene Fassung durchaus noch eine seltene Angelegenheit, denn trotz Listenstreichung wurde bis heute die deutsche Fassung noch nicht Uncut (und in ansprechender Qualität) auf den Markt gebracht, die erschienene DVD ist zwar auch nicht für Jugendliche, aber leider ebenso leicht gekürzt. Wer also auf legalem Weg in den Genuß der längsten Variante kommen will, muss also auf die alte VHS oder eine fremdsprachige Fassung zurückgreifen.

Als Fazit bleibt zu sagen, daß hier durchaus professionell und ideenreich ans Werk gegangen wurde. "Ricochet" ist einer der Filme, die sich immer wieder mal in meiner Playlist wiederfinden, und kaum Kritikpunkte bietet. Gut aufgelegte Darsteller, klasse Regie und Kamera und ein für mich doch überraschend hoher Bodycount mit etlichen blutigen Details macht den Actionfilm bis heute noch zum klaren Tipp für jeden Filmabend in der richtigen Runde.

8/10
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Kommentare

29.08.2016 19:29 Uhr - oziboxer
1x
eiwandfrei kritik zu einem topfilm,ich gehöre auch zu denen die den öftersmal anschauen,und schade das man den nicht neu prüft,der wäre sicher uncut mit keine jugendfreigabe möglich.

30.08.2016 08:37 Uhr - JasonXtreme
2x
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Jap, der Film rockt, und auch die Rezi find ich ordentlich! Paar mehr Hintergrundinfos wären nett gewesen, aber es beschreibt den Film absolut treffend. Lithgow als Bösewicht ist eine Bank, nur in Dexter fand ich ihn noch besser

30.08.2016 09:40 Uhr - NoCutsPlease
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Mensch Ivan, alte Ösi-Pelzmütze!
Dafür, dass du so selten was schreibst, hast du ein erstaunliches Talent dafür dir Titel herauszusuchen, die ich auch auf dem Schirm hatte, hihi.
Aber das macht nix, du hast den Film wirklich gut getroffen!

30.08.2016 10:04 Uhr - Ivan_Danko
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Hey Leute!

Danke für die positiven Feedbacks. Mit 4 Kids zuhause hat man leider nur sehr wenig Zeit, bin aber fleißig beim Mitlesen!

Werd mich aber bemühen, zukünftig öfters meinen Senf dazuzugeben.

30.08.2016 10:55 Uhr - JasonXtreme
1x
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Deswegen mach ich das auf der Arbeit^^

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