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Terminator 2: Tag der Abrechnung

(Originaltitel: Terminator 2: Judgment Day)
Herstellungsland:USA (1991)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Drama,
Science-Fiction, Thriller
Alternativtitel:T2
T2: Terminator 2 - Judgment Day
Terminator 2
Terminator 2: Tag der Abrechnung - Judgment Day
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,59 (254 Stimmen) Details
inhalt:
Zehn Jahre nach der Terrorherrschaft des ersten Terminators kehrt ein neuer Killer-Cyborg auf die Erde zurück. Der Auftrag des T-1000 lautet: John Connor muss sterben. Der zwölfjährige John ist der einzige, der eines fernen Tages die Menschheit vor der Übernahme der Weltherrschaft durch die Maschinen retten könnte. Doch die Rebellen aus der Zukunft sind wachsam. Zum Schutz für John entsenden sie einen umprogrammierten Terminator der alten Generation, den T-800, auf die Erde …
eine kritik von dicker hund:

Sieben Jahre zogen ins Land, bis James Cameron höchst selbst seinem "Terminator" ein erstes Sequel spendierte. Das Budget war beinahe 15 mal so hoch wie das des Originals. Arnold Schwarzenegger war wieder mit von der Partie, diesmal als "guter" Terminator. Er wird in der Zeit zurückgeschickt, um den auf gleicher Reise befindlichen "bösen" Terminator (Robert Patrick) davon abzuhalten, den aus dem ersten Teil nur namentlich bekannten Widerstandskämpfer in spe John Connor (Edward Furlong) zu töten.

Hierbei hat der Beschützer ein Problem, weil sein Modell aus einem veralteten Festmetallskelett mit einem Überzug menschlichen Gewebes besteht. Das des feindlichen Cyborgs beruht aber auf überlegenem Flüssigmetall, das sich beliebig verfestigen, auflösen und wieder zusammensetzen lässt. So hat der T 1000 einen Vorteil gegenüber dem T 800. Die Unterstützung von Sarah (immer noch Linda Hamilton) ist dem Leibwächter da willkommen. Leider muss er diese aber erst einmal haben, denn Sarah hockt in einer geschlossenen Psychiatrie. Die Überreste des Terminators aus Teil 1 wurden nämlich von der hinterhältigen Waffenindustrie für geheime Experimente asserviert und deren Existenz anschließend verleugnet. Daher halten die Ärzte John Connors Mutter mit ihren Schilderungen einer Zukunft voller Killermaschinen mangels Beweisen für psychotisch. Dieses Verschwörungselement beinhaltet eine gute Portion Horror (6/10), wobei die wahrlich albtraumhaften Eingebungen Sarahs vom bevorstehenden nuklearen Flammeninferno und die bedrückenden Bilder aus der Irrenanstalt in dieselbe Richtung gehen. Aus manchen Elementen kann man zudem etwas antimilitaristischen Subtext herauslesen, der sich z. B. in einer Szene zeigt, in welcher Kinder in befremdlicher Weise mit Waffen spielen. Der geradezu absurd wirkende Schluss lässt sich ebenfalls so deuten, soll hier aber natürlich nicht gespoilt werden.

Was bis dorthin geschieht, bietet so einiges für's Auge: Die Action steigert sich hier in Superlative. Gerade die Idee, zwei Terminatoren gegeneinander antreten zu lassen, bringt spürbar zusätzlichen Schwung in die Scharmützel. Geniale Stunts wechseln sich mit ausgefallenen Routen ab, auf denen mit extravaganten Vehikeln und martialischer Waffentechnik äußerst spektakuläre Verfolgungsjagden vonstatten gehen. Das Flüssigmetall des Jäger-Terminators führt regelmäßig zu ausgezeichneten Liquid-Effekten, die selbst heute noch zu beeindrucken wissen - und sporadisch zu aufspießenden Kunstbluteinsätzen führen (Gewalt 5/10). Robert Patrick zeigt sich in seiner Spielfreude dabei der Action-Ikone Arnold Schwarzenegger fast ebenbürtig. Letzterer dreht im perfekten Leder-Outfit zum nunmehr durch satten Rock ergänzten Score und mit erweiterten Onelinern so richtig auf. Selbst als vermeintlich guter Terminator ist er nicht selten ganz schön brutal unterwegs, wobei John Connor sich schwer mit dessen Erziehung tut. Ja, richtig gehört, Schwarzenegger muss den Befehlen des Zwölfjährigen Folge leisten, was eine gute Dosis Ironie in das Sequel bringt (Humor 4/10). Die Späße sind hier noch dezent dosiert und nicht so übertrieben wie im jüngsten "Terminator: Genisys".

Dennoch liegt hier der einzige Kritikpunkt des Films: Der damals 14jährige Edward Furlong ("American History X", "Siegburg") gibt sicherlich sein Bestes, aber die Rolle des pubertierenden John kann auch er nicht so recht retten. Dieser geht einfach zu cool und verspielt mit dem Wahnsinn um, der ihn umgibt. Bei einer vaterlosen Vita und mit einer Mutter in der Psychiatrie von einem Killer-Roboter aus der Zukunft verfolgt zu werden, macht einen jungen Menschen wohl kaum so selbstbewusst und schlagfertig, wie John hier gezeichnet ist. Zu allem Überfluss kann er dann auch noch einen Hochsicherheits-Safe knacken- autsch! Das erinnert an die nervigen Figuren aus den Teilen 2 und 4 der Reihe "Return of the Living Dead", richtet hier aber glücklicherweise dank Furlongs Leistung nicht so viel Schaden an. Außerdem wurde diesmal keine schmalzige Balzerei (Sex 1/10) mehr in den Film implementiert, so dass der unerwünschte Weichspüleffekt im Ergebnis nicht viel höher ist als im Erstling.

"Terminator 2" ist als ziemlich düsterer Sci-Fi-Actionfilm mit einigen schockierenden Szenen einfach hervorragend geglückt (9/10 Punkten). Seine Technik übertrifft den Vorgänger dabei um Längen, wobei sich die sonstigen Stärken und Schwächen im direkten Vergleich ungefähr die Waage halten. Für das Review wurde die Kinofassung genutzt, wobei der Extended Cut minimal mehr Schauwerte zu bieten hat und daher vom Autor bevorzugt wird, ohne dass sich dies auf Einzelwertungen oder Gesamtvotum auswirken würde. Zu haben sind alle Fassungen inzwischen mit eingeschränkter Jugendfreigabe der FSK.

9/10
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Kommentare

28.09.2016 07:46 Uhr - Frei.Wild
4x
User-Level von Frei.Wild 6
Erfahrungspunkte von Frei.Wild 466
Ach, Mensch... bzw. Hund!

Ich lese dein Reviews zu gerne.
Ich sehe und erkenne deine Kritikpunkte.

Aber ich werde niemals weniger als 10 Punkte für Terminator 1 & 2 akzeptieren! ;)


Nee, ernsthaft: wäre dir ein verweichlichter und noch mehr rumplärrender John Connor lieber? Der quietscht doch so schon den halben Film (außer halt mal in der Szene wo er das Sicherheitssystem knackt) nur rum.

28.09.2016 08:07 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.110
Und ein weiterer goldener Hundeknochen für die Reviewsparte!
Auch für mich wird der Film stets eine 10/10 bleiben, denn solche prägenden Meilensteine begeistern mich immer wieder. Andererseits kann ich deine ambitionierten Kritikpunkte durchaus nachvollziehen.

28.09.2016 08:15 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 21
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 9.284
Es ist dir mit deiner Besprechung von T2 gelungen das Niveau und die Unterhaltsamkeit deiner Vorgängerkritik beizubehalten. Bei der Punktzahl würde ich mitgehen, für 10 Punkte fehlt mir einfach etwas von der Kompromisslosigkeit und Düsternis des genialen Vorgängers, die hier durch teilweise unpassenden Humor ersetzt wurde. Natürlich ist T2 dank der bahnbrechenden Effekte, den fähigen Darstellern und der mitreissenden Geschichte dennoch ein klarer Klassiker .

29.09.2016 09:00 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
Gut gebellt! Ich vergebe hier sogar "nur" 8 Punkte. Superlative damals hin oder her, ich hatte mir von Teil 2 seinerzeit mehr von Teil 1 erhofft. Ebenso düster und kompromisslos. Klar ist der hier auch noch ziemlich ernst und hat auch ein paar härtere Szenen zu bieten - aber Teil 1 favorisiere ich da ganz klar

29.09.2016 09:39 Uhr - cecil b
2x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von cecil b 6.079
Top Review!

Ich finde dass auch Klassiker kritisch beäugt werden können. Ich habe letztens einen alten Star Wars Film ausgschaltet, um meine Kindheitserinnerung nicht weiter zu zerstören. Die unfreiwillige Komik hatte ich damals noch nicht gesehen.

Ich stimme dir zu, was den jungen John angeht, die Dramaturgie ist was für die Kids, und den antimilitaristischen Subtext sehe ich auch bei Aliens.

01.10.2016 09:22 Uhr - NICOTERO
1x
User-Level von NICOTERO 1
Erfahrungspunkte von NICOTERO 15
10/10!!! Ansonsten eine -wie immer- sehr tolle Kritik zu einem Meilenstein der Filmgeschichte.

14.10.2016 21:22 Uhr - naSum
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Hiermit gehe ich konform, denn gerade ein Gleichgewicht in den Kampfszenen machte diesen Film seinem Vorgänger überlegen, sowie die von dir erwähnten Verschwörungen die immer wieder auftauchen.
Deine Bezüge zu den anderen Terminator-Teilen lassen gute Vergleiche zu und runden das Verständnis für deine Bewertungen ab.

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