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Three Kings - Es ist schön König zu sein

Originaltitel: Three Kings

Herstellungsland:USA (1999)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Drama, Komödie, Krieg
Alternativtitel:Spoils of War
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,27 (11 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Durch Zufall finden bei einer Durchsuchung eines irakischen Soldaten die vier US-Soldaten Archie Gates, Troy Barlow, Chief Elgin und Conrad Vig während des zweiten Golfkrieges eine Karte, die zu einem riesigen Schatz mitten in einem irakischen Dorf führen soll. Von dem Wunsch getrieben, nicht mit leeren Händen in die USA zurückzukehren, entfernen sie sich heimlich aus dem Lager und machen sich auf den Weg zu besagtem Dorf. Dort finden sie nach einiger Zeit den Schatz, bei dem es sich um das Gold von Saddam Hussein handelt, welches dieser aus Kuwait gestohlen hatte. Die anwesenden irakischen Soldaten helfen beim Verladen des Diebesgutes, damit die US-Soldaten möglichst schnell das Dorf verlassen, denn ihre primäre Aufgabe sieht das irakische Militär nicht in der Verteidigung der Besitztümer Saddam Husseins, sondern in der Vermeidung eines Volksaufstandes. Beim Aufbruch kommt es zu einem kurzen Feuergefecht, bei dem ein irakischer Soldat eine gefangene irakische Zivilistin erschießt. Die US-Soldaten fliehen gemeinsam mit den befreiten irakischen Gefangenen, werden auf der Flucht jedoch mit CS-Gasgranaten beschossen, wodurch sie auf Landminen fahren und mit ihren Fluchtfahrzeugen verunglücken. Barlow wird gefangen genommen und in der örtlichen Festung verhört, die übrigen Flüchtlinge können mit Hilfe einheimischer Widerstandskämpfer mit dem gestohlenen Gold entkommen. Gemeinsam mit diesen Rebellen und einigen Flüchtlingen täuschen Gates, Elgin und Vig einen Besuch Saddam Husseins an der Festung der Iraker vor... ()

eine kritik von tschaka17:

"Schießen wir auch auf Menschen?"

Nach einem kurzem und eher ergebnislosem Austausch mit einem Kameraden wird dem Mann auf dem Hügel dann einfach in den Kopf geschossen. Geil, Barlow hat einen erledigt! Blöd nur, dass das Opfer eine weiße Fahne der Marke Eigenbau neben sich liegen hat. Aber was solls, kann ja mal passieren.

Genauso skurril wie die Eröffnungsszene ist der gesamte Film. Three Kings ist eine Kriegssatire der besonderen Art. In einen realen Bezug gesetzt, wird eine fiktive Geschichte erzählt. Der Irakkrieg ist zu Ende und die amerikanischen Kämpfer feiern. Bei der Durchsuchung eines Irakers findet Barlow (Mark Wahlberg) etwas in dessen Hintern. Prompt wird ein einfacher Soldat heranzitiert, schließlich will sich der Chef nicht die Hände schmutzig machen. Da man nur einen Handschuh findet, muss der Soldat also im wahrsten Sinne des Wortes in die Scheiße packen. Hervor zaubert er eine Karte, die zu einem Goldschatz von Saddam Hussein führen soll. Davon bekommt der gerissene Archie Gates (George Clooney) Wind und macht sich mit Barlow und dessen Kameraden Chief Elgin (Ice Cube) und Conrad Vig (Spike Jonze) auf den Weg, den Schatz zu heben. Natürlich auf eigene Faust, sonst reißen sich ja die Vorgesetzten alles unter den Nagel!

Wenn vier Soldaten fröhlich und ohne Backup durch ein Kriegsgebiet fahren, um Gold zu klauen, ist das eine leicht absurde Situation. Wenn dann auch noch die Soldaten auf der Ladefläche des Jeeps Footballs in die Luft werfen, um diese abzuschießen, da man vom eigentlichen Krieg nichts zu sehen bekam, steigert dies die Skurrilität. Geht da noch mehr? Natürlich! Der leicht psychisch labile Soldat pappt einfach Sprengstoff an einen Football und veranstaltet ein kleines Feuerwerk. Das ist nun aber auch dem Chef zu viel. An einer Kuh soll als Training im Folgenden ein taktischer Zugriff geübt werden. Das Rindviech macht "muh", einen Schritt und schon regnet es Kuhteile auf unsere Soldaten und der Kopf mitsamt Hörnern landet auf der Motohaube des Jeeps. Ein Glück, dass nicht einer unserer Protagonisten auf die Mine getreten ist!

Der Cast ist exzellent gewählt. George Clooney als cleverer Anführer der Truppe, der vor seiner Pensionierung noch das große Geld oder eher Gold machen möchte, ist ein Mann, der immer einen Plan hat. Ob dieser jedoch auch funktionert, ist eine andere Sache. Sein Charakter ist sympathisch und irgendwie mag man seine Art von Robin Hood, mit dem kleinen Unterschied, dass Archie Gates alles in seine Tasche kippen wird. Mark Wahlberg spielt den im Krieg kaum zum Einsatz gekommenen Soldaten. Barlow agiert in manchen Situationen moralisch fragwürdig, ist im Inneren aber ein guter Mensch, der für seine Familie sorgen möchte. Der Zuschauer kann sich in seine Position sehr gut hineinversetzen, somit ist gerade er ein wichtiger Ankerpunkt. Ice Cube ist gewohnt cool. Chief Elgin ist ein etwas grimmiger Mann, welcher jedoch auch einen starken Bezug zur Mitmenschlichkeit hat. Gerade diese Seite des Charakters überzeugt bei der Darstellung sehr. Der Letzte unserer Truppe ist Conrad Vig. Jedes Team hat einen leicht verrückten Kerl dabei, wunderbar performt von Spike Jonze. Ein bisschen durchgeknallt, aber mit Herz ausgestattet ist seine Person einfach gehalten, doch gerade dies gefällt besonders.

Auch die Story in Three Kings ist interessant. Vom Grundszenario eher einfach, entwickelt sie sich aufgrund verschiedener Wendungen zu einem komplexen Konstrukt. Handelt es vorerst um die simple eigene Bereicherung, geht es im späteren Verlauf um Themen wie Mitmenschlichkeit und Moralität. Die Vermischung vom realen Irakkrieg mit der fiktiven Geschichte ist auf jeden Fall gelunden. Zwar ist der Film teilweise vorhersehbar, in anderen Momenten aber wieder für eine Überraschung gut. Die 110 Minuten ziehen sich zu keinem Zeitpunkt.

Besonders zu erwähnen sind zum einen die Kameraarbeit und die musikalische Untermalung. Der Film ist in einem leichtem Blaustich gehalten, relativ körnig und teilweise runtergeframt. Eine sehr individuelle und einzigartige Art von Kunst. Dies sorgt für einen rauen und kalten Look, der perfekt zum Werk passt. Teilweise ist gerade die Nüchternheit mancher Einstellungen ein stilistisches Mittel, welches die Situation noch stärker wirken lässt. Auch die Musik sorgt für manch skurrile Momente. So werden Gute-Laune-Hits in den unpassendsten Situationen gespielt, eine Kombination die gerade den Aspekt der Satire betont.

Gerade und trotz dessen, dass es sich bei Three Kings um einen satirischen Film handelt, der viel Witz hat, ist und bleibt das Werk ein Film über Krieg. Wenn graphisch gezeigt wird, was passiert, wenn man sich eine Kugel fängt, bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Wenn unschuldige Bürger des Iraks vollkommen eiskalt vor den Augen ihrer Kinder erschossen werden und der Schütze böse lacht, macht das wütend! Es gibt intensive Folterszenen mit Strom und Öl, die hart anzuschauen sind. Die Effekte sind allesamt handegemacht und sehen extrem realistisch aus.

Auch wenn es sich um ein Unterhaltungsprodukt handelt, übt das Werk auch starke Kritik am Handeln der USA als auch der irakischen Kämpfer. Das amerikanische Soldaten einfachen Bürgern nicht helfen dürfen, wenn sie von ihrer eigenen Armee getötet werden, während selbig wegsieht wie unsere Amerikaner Gold stehlen ist eine merkwürdige und ratlose machende Situation. Generell wird in Three Kings der Umgang von Menschen mit Menschen stark bemängelt und zu mehr Mitmenschlichkeit aufgerufen. So wandeln sich die Protagonisten von eigensinnigen Gierhälsen zu moralisch richtig und mit Herz handelnden Männern!

So gibt es im Film etliche Situationen, in denen man gleichzeitig lachen und weinen kann. Wenn ein Trupp knapp einem Gasangriff entkommt ist das packend und eigentlich nicht lustig, jedoch kann man sich über die Retter wie sie aus ihren Höhlen kommen mit ihren merkwürdigen Gasmasken kaputtlachen. Taucht dann auch noch Saddam Hussein irgendwann persönlich auf... Aber seht selbst!

Three Kings ist eine kurzweilige und unterhaltsame Kriegssatire, die mit einem perfekt besetztem Cast aufwartet, dem man jede Handlung abnimmt. Zwar ist die Story fiktiv, die Einbettung in den realen Irakkrieg ist jedoch gelungen und die angesprochenen Themen dringen zum Zuschauer durch. Mit viel Witz und skurrilen Situationen, aber auch extrem traurigen und intensiven Momenten nimmt das Werk den Zuschauer auf eine Reise mit, die mir persönlich noch lange im Gedächtnis geblieben ist! Grandios musikalisch untermalt und in einem einmaligen optischen Bild ist der Film nur zu empfehlen, auch wenn er schon ein paar Jährchen seit 1999 auf dem Buckel hat.

8,5/10

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