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A Perfect Child of Satan

Herstellungsland:Kanada (2012)
Genre:Horror, Kurzfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,14 (7 Stimmen) Details
eine kritik von kokoloko:

A perfect child of satan

 

Ich war noch sie so froh, einen Kauf nicht getätigt zu haben.
Denn meine "Vorgeschichte" zum bisherigen Verhältnis von mir und Lucifer Valentine(s Werken) ist kurz und schnell erzählt: Alle extremen, kranken Filme reizen mich einfach, perverse, verstörende, ultrabrutale Machwerke die ich mir NIE ansehen würde - die mich eben darum umso mehr interessieren was ausführliche Kritiken, Reviews, Beschreibungen oder dann und wann auch allenfalls Screenshots angeht.
Das war bei Herrn Valentines Werken natürlich nicht anders und soweit ich das überlicken kann sind diese manischen, alptraumhaften Fetischpornos auch durchaus gut gemacht für das, was sie sind und haben ja ihre Fanbase, nur könnte ich mir keinen davon auch nur ansatzweise ansehen, ohne meine Psyche, nicht dauerhaft zu verstören, gar - neudeutscher Jugendslang 101 - zu ficken. Demnach ist die Faszination also nach ausreichender Informationsbeschaffung irgendwann wieder abgeklungen und oh my fucking god dann haut er als Teil 4 doch tatsächlich etwas mit "christmas" raus und ich ahne schlimmes, ja tatsächlich, Vomit Gore 4 spielt an Weihnachten oder zumindest mit verfremdeter Weihnachtssymbolik und -cartoons, weshalb er als ultrakranker Horrorfilm mit dem Thema also unbedingt in meinen Thread reinmuss EIGENTLICH und ich überlege gar, mir das Teil zu kaufen - und ZUM GLÜCk ist mir der Preis von über 20€ zu hoch, denn jetzt, nachdem ich "A perfect child of satan" gesehen habe, weiß ich, dass ich einen solchen Valentine-Trip mit Spielfilmlänge in der Tat kaum überleben würde. Einfach viel. zu. krank.

Womit wir dann *schon* beim heutigen Film wären: "A perfect child of satan" hat mich als einziger Film des Mannes immer auch "ernsthaft" interessiert, weil es sich um einen gut 20-minütigen Kurzfilm handelt, der eben a) deutlich kürzer ist als die anderen Werke un b) zwar immer noch recht krank, drastisch, verstörend sein soll, nur eben trotzdem noch DEUTLICH harmloser und "normaler" als die anderen Filme, was mich, als Fan experimenteller Kurzfilme, dann doch sehr motiviert hat, das Teil zu suchen - bisher nur als Bonusdisc auf einem der überteuerten anderen Releases erhältlich, war ich dann also froh den Film auf vimeo (in guter Quali, gar offiziell?) zu finden und hab direkt die Tür abgeschlossen, das Zimmer abgedunkelt, das Headset aufgesetzt, Telefon gemutet und here we go:

Die Story ist dabei reichlich simpel und allgemein ist der Film extrem straight-forward: Die Fetisch-Prostituierte (komischer Ausdruck, aber ihr wisst was ich mein...) hat Online in einem alternativen Dating-Forum den Mann ihrer Träume kennen gelernt und ist hin und weg, freut sich irre verliebt endlich jemanden gefunden zu haben der nicht nur an ihrem Körper, sondern an ihr selber als Mensch und ihrem Charakter interessiert ist und das baldige Treffen mit diesem perfekten, ominösen, attraktivem Traummann, der wie geschaffen scheint für sie ersehnend, dokumentiert sie in zahlreichen Vlogs mit handgehaltener Kamera ihren Alltag und ihre schiere Vorfreude, bis zum Tag des Treffens...

Was dann passiert kann man sich nach dem Trailer, oder allgemein von der Beschreibung her, bereits denken, es gibt keinen großen Twist und keine wirkliche Überraschung, doch das Build-Up und gerade das Sounddesign sind es, die den Film so verdammt effektiv und düster machen: Als ohnehin sehr am Sounddesign sowie dessen Wirkung interessierter Filmfan (habe ich ja auch in meinem eigenen Kurzfilm was mit rumexperimentiert) würd ich das hier gar als Paradebeispiel gelten lassen, denn obwohl die gute Chelsea Chainsaw (auch im echten Leben zumindet Nacktmodel scheinbar) nur repetitiv ihre psychische Abhängigkeit des Unbekannten Chatfreundes ausdrückt und dabei unscharfe, verwackelte Vlogs schafft, hat man trotzdem stets das Gefühl dass etwas grauenhaftes oder düsteres passieren wird, das der Film nonstop auf eine Wand zurast und das Treffen alles andere als einvernehmlich ablaufend wird... ganz ohne Foreshadowing, Jump-Scares oder optische Spielereien, einzig durch das Sounddesign mit zerrütteten Störgeräuschen, Schleifgeräuschen, Dröhnen, Brummen, kaputten Sounds, das ist schon sehr beachtlich gemacht und baut eine enorme Spannung und Atmosphäre auf. Wenn das Treffen dann endlich wirklich zustande kommt, ist das Schauspiel unerwartet differenziert, zurückhaltend und ruhig, bevor auf einmal die Hölle über einen hereinbricht und heilige Scheiße, es braucht manchmal keine Gedärme, keine Hirnschale, keine ausgiebigen Folterszenen um einfach unmittelbar, greifbar und real zu wirken, denn verdammt verstörend ist dieser letzte, ewig wirkende Akt dann trotzdem, erneut durch fesselndes Sounddesign, geschundene, abgemischte und abgebrochene Schreie, wilde Schnittmontagen, immer wieder wird eine nahezu kindliche Teufelsmaske reingeschnitten und setzt sich im Frontallappen als düstere Gegenwart fest, heftig getrickst ist das Ganze auch noch und das Ende extrem nüchtern und nihilistisch. Ein packender, intensiver und nachhaltender Trip, ganz ohne Kot, Kotze oder wirklich viel Gore.
Punktetechnisch schwer einzuordnen, mit etwas Distanz würde ich aber wohl 8,5/10 geben - man hätte noch mehr rausholen können, aber auch so hat der Film schon verdammt gut geklappt. Und dieses vestörende Atmomassaker halte ich nie, nie, mit noch krasserem Gore und Kotzerei und so weiter, auch nur annährend 80 Minuten lang aus. Puuh...
Eine große Empfehlung für Freunde experimentellen Underground-Horrors, oder auch nur effektivem Sounddesigns - die Bewertung ist hier natürlich aus wirkungstechnischer Perspektive zu sehen, von einem Unterhaltungsfaktor oder großartiger technischer Raffinesse abseits der genannten Elemente kann kaum eine Rede sein. Weniger ist manchmal einfach mehr.

9/10
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Kommentare

05.10.2016 11:27 Uhr - Andman1984
1x
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Erfahrungspunkte von Andman1984 568
Gut geschrieben und recht umfangreich, obwohl der Streifen nur 20 Minuten dauert.
Konnte mit der Vomit-Gore Trilogy herzlich wenig anfangen, auch wenn ich versucht habe mich drauf einzulassen. Für mich sind das nur Fetisch-Pornos in denen der Regisseur seine Neigungen zur Schau stellt und nicht für den "Durchschnittsbürger" geeignet.
Hab allerdings mal nen Blick auf den von dir besprochenen Titel geworfen. Und der schlägt tatsächlich in eine andere Kerbe und ist dabei wesentlich zurückhaltender. Es handelt sich hierbei wirklich um ein dreckiges, fieses kleines Filmchen, der seine Wirkung nicht verfehlt und auch etwas näher an der Realität ist.
Für mich keine 9 Punkte wert, aber kann man sich schon mal geben.

06.10.2016 09:02 Uhr - cecil b
2x
Moderator
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Ein guter Eindruck vom Film, und eine teils kreativ verspielte, unterhaltsame Sprache. :)

Aber solche Sätze sind für mich unnötig verworren, und ich glaube nicht nur für mich :

" Demnach ist die Faszination also nach ausreichender Informationsbeschaffung irgendwann wieder abgeklungen und oh my fucking god dann haut er als Teil 4 doch tatsächlich etwas mit "christmas" raus und ich ahne schlimmes, ja tatsächlich, Vomit Gore 4 spielt an Weihnachten oder zumindest mit verfremdeter Weihnachtssymbolik und -cartoons, weshalb er als ultrakranker Horrorfilm mit dem Thema also unbedingt in meinen Thread reinmuss EIGENTLICH und ich überlege gar, mir das Teil zu kaufen - und ZUM GLÜCk ist mir der Preis von über 20€ zu hoch, denn jetzt, nachdem ich "A perfect child of satan" gesehen habe, weiß ich, dass ich einen solchen Valentine-Trip mit Spielfilmlänge in der Tat kaum überleben würde."

Da verläuft sich die Kreativität dann doch. ;)

08.10.2016 22:31 Uhr - DerPatevonAltHürth
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Da hast du es doch tatsächlich geschafft mich so neugierig zu machen, dass ich den Film auch sehen wollte:
Mit dem nötigen Respekt ging ich an meinen ersten (und wahrscheinlich letzten) Lucifer Valentine Film und muss sagen, dass er weder so krass, noch so schlecht wie erwartet war. Über die Story werde ich nichts sagen, da der Film nur 21 Minuten dauert und ich nicht unnötig Spoilern möchte. Die Inszenierung mit teilweise sehr unangenehmen Sounds und der wackeligen (aber authentischen) Kamera und die im späteren Verlauf des Films eingeblendeten Chatverläufe, gefielen mir sehr. Chelsa Chainsaw (die sonst aus einem anderen Genre zu Hause ist) spielt ihren Charakter überzeugend und ist auch die einzige Darstellerin die man wirklich sieht. Lucifer Valentine schafft es eine angespannte Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen, leider ist die Auflösung sehr plump. Hier hätte ich mir wirklich eine Überraschung oder zumindest etwas kreativ gestörtes gewünscht, das gab es aber nicht. Abgesehen davon habe ich auch nicht besonders viel Spaß daran Frauen (oder Menschen allgemein) dabei zuzuschauen wie sie Opfer sexueller Gewalt werden weshalb ich letztenendes sagen muss, dass mir "A Perfect Child of Satan" nicht besonders gut gefallen hat.
Ein paar interessante Ansätze und ein spannender Anfang aber ein sehr plumpes, billiges Ende und überraschend wenig Gewalt (wenn man weiß was der junge Herr sonst so verbricht).

08.10.2016 22:31 Uhr - DerPatevonAltHürth
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Da hast du es doch tatsächlich geschafft mich so neugierig zu machen, dass ich den Film auch sehen wollte:
Mit dem nötigen Respekt ging ich an meinen ersten (und wahrscheinlich letzten) Lucifer Valentine Film und muss sagen, dass er weder so krass, noch so schlecht wie erwartet war. Über die Story werde ich nichts sagen, da der Film nur 21 Minuten dauert und ich nicht unnötig Spoilern möchte. Die Inszenierung mit teilweise sehr unangenehmen Sounds und der wackeligen (aber authentischen) Kamera und die im späteren Verlauf des Films eingeblendeten Chatverläufe, gefielen mir sehr. Chelsa Chainsaw (die sonst aus einem anderen Genre zu Hause ist) spielt ihren Charakter überzeugend und ist auch die einzige Darstellerin die man wirklich sieht. Lucifer Valentine schafft es eine angespannte Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen, leider ist die Auflösung sehr plump. Hier hätte ich mir wirklich eine Überraschung oder zumindest etwas kreativ gestörtes gewünscht, das gab es aber nicht. Abgesehen davon habe ich auch nicht besonders viel Spaß daran Frauen (oder Menschen allgemein) dabei zuzuschauen wie sie Opfer sexueller Gewalt werden weshalb ich letztenendes sagen muss, dass mir "A Perfect Child of Satan" nicht besonders gut gefallen hat.
Ein paar interessante Ansätze und ein spannender Anfang aber ein sehr plumpes, billiges Ende und überraschend wenig Gewalt (wenn man weiß was der junge Herr sonst so verbricht).

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Da hast du es doch tatsächlich geschafft mich so neugierig zu machen, dass ich den Film auch sehen wollte:
Mit dem nötigen Respekt ging ich an meinen ersten (und wahrscheinlich letzten) Lucifer Valentine Film und muss sagen, dass er weder so krass, noch so schlecht wie erwartet war. Über die Story werde ich nichts sagen, da der Film nur 21 Minuten dauert und ich nicht unnötig Spoilern möchte. Die Inszenierung mit teilweise sehr unangenehmen Sounds und der wackeligen (aber authentischen) Kamera und die im späteren Verlauf des Films eingeblendeten Chatverläufe, gefielen mir sehr. Chelsa Chainsaw (die sonst aus einem anderen Genre zu Hause ist) spielt ihren Charakter überzeugend und ist auch die einzige Darstellerin die man wirklich sieht. Lucifer Valentine schafft es eine angespannte Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen, leider ist die Auflösung sehr plump. Hier hätte ich mir wirklich eine Überraschung oder zumindest etwas kreativ gestörtes gewünscht, das gab es aber nicht. Abgesehen davon habe ich auch nicht besonders viel Spaß daran Frauen (oder Menschen allgemein) dabei zuzuschauen wie sie Opfer sexueller Gewalt werden weshalb ich letztenendes sagen muss, dass mir "A Perfect Child of Satan" nicht besonders gut gefallen hat.
Ein paar interessante Ansätze und ein spannender Anfang aber ein sehr plumpes, billiges Ende und überraschend wenig Gewalt (wenn man weiß was der junge Herr sonst so verbricht).

08.10.2016 22:31 Uhr - DerPatevonAltHürth
3x
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Oh das war nicht beabsichtigt^^ Einmal reicht eigentlich.

17.07.2020 10:43 Uhr - Jichi
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Das klingt nicht schlecht. Nach Szenen aus ReGoregitated Sacrifice habe ich erst mal genug von Herr Valentine gehabt. Aber wenn der Film ohne die Kotze auskommt, dann ist das definitiv was Gutes. Wäre ja mal an einem ordentlichen Splatterfilm mit Handlung (das müsste man Herr Valentine dann erklären was das ist) interessiert. Da könnte richtig was draus werden.

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