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Leatherface - Die neue Dimension des Grauens

Originaltitel: Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III

Herstellungsland:USA (1990)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Leatherface
Leatherface - Non aprite quella porta III
Leatherface: Texas Chainsaw Massacre 3
Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III
TCM 3
Texas Chainsaw Massacre 3
The Texas Chainsaw Massacre III
Night Killer
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,05 (67 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Michelle und ihr Ex-Freund Ryan sind mit dem Auto unterwegs zur Ostküste und fahren dabei durch Texas. Nachts kommen sie an einer Straße vorbei wo die Polizei gerade Beweisstücke und Leichenteile aufsammelt. Unterwegs passieren noch so einige merkwürdige Dinge, so treffen sie an einer Tankstelle einen verrückten Tankwart und werden in der Nacht von einem Truck attackiert, der sie von der Straße abdrängen will. Plötzlich platzt ihnen ein Reifen und sie werden noch von Leatherface mit der Kettensäge angefallen... ()

eine kritik von dicker hund:

Vier Jahre nach der großartigen Fortsetzung zum "Blutgericht in Texas" übernahm die Regie für Teil 3 der durch "Stepfather 2" bereits Sequel-erprobte Jeff Burr. Er orientierte sich inhaltlich mehr am Erstling und tauschte den Cast fast vollständig aus.

Als Protagonisten werden zu Beginn Michelle (Kate Hodge in einer frühen Rolle) und ihr Ex-Freund Ryan (Wiliam Butler alias Michael aus dem siebten "Freitag"-Slasher) vorgestellt. Sie streiten sich im Auto mit spitzer Zunge über halbwegs "erwachsene" Themen, was ein gewisses Minimum an Identifikation ermöglicht. Leider zieht sich der Auftakt ziemlich in die Länge, unterbrochen nur von einigen unbeholfenen Erschreckerlis. Wirklichen drive bringt jedenfalls eingangs nicht einmal "Aragorn"-Mime Viggo Mortensen als Tex ins Spiel. Da ist Benny (Ken Foree, besser bekannt als Peter in "Zombie - Dawn of the Dead") schon hilfreicher, wenn er den einen oder anderen Oneliner zum Besten geben darf (Humor 2/10). Erfreulicherweise ist bei vielen Figuren offen, ob sie nun vertrauenswürdig oder verkappte Mitglieder der Kannibalenfamilie sind. Für die Spannung ist das ein unverzichtbares Element, weshalb in diesem Review bewusst nur auf einen Teil der Rollen eingegangen wird. Der Bodycount schließlich startet erst nach der Hälfte der Spielzeit. Bis dahin tröstet sich der Zuschauer mit brauchbarer Schauspielkunst bei wenig Drehbuch-Substanz. 

Lohnt sich das Warten? Jein. Zwar tritt die titelgebende Ikone dann irgendwann auf, Schnitt und Kamera verbuddeln ihre Kettensäge aber im Verborgenen, wenn es ans Eingemachte geht. Das Mordwerkzeug wird vor dem entsetzten Blick des Opfers erhoben, senkt sich und ... cut. Genau das, was die Freunde solcher Streifen sehen wollen(?!). Derartige Stellen gibt es leider mehrmals zu beklagen; immerhin wird man von dem verbleibenden Gekröse dann einigermaßen überrascht (Gewalt 6/10). Rundum gelungen ist dagegen die Darstellung der Hinterwäldler, durch die etwas Stimmung in die Terrorbude gelangt. Die Familie bekommt neue Mitglieder spendiert, was für frischen Wind sorgt. Hierbei wissen die Verwandten mit einem "schön" abseitigen und fiesen Umgang untereinander und besonders gegenüber Fremden zu gefallen. Erneut gibt es Schlachterutensilien zu bestaunen, die für die obligatorische Portion Menschenverachtung sorgen. Eine Handvoll makaberer Ideen kommen noch durch die Methoden der Fesselung und der Abfallentsorgung hinzu, so dass die Schockdosis knapp im wirksamen Bereich liegt (Horror 6/10). Hierbei unterstützt das Set durch einen sumpfigen, finsteren und mit Fallen gespickten Wald.

Kontraproduktiv wirken sich dagegen Schnitzer wie die Auferstehung einiger Figuren aus. Dergleichen nimmt einer Geschichte schnell den Ernst - und der für Mittelmaß bekannte Regisseur hat nicht das Zeug, solche Hürden noch zu nehmen. Für US-Produktionen typisch läuft auch die Einspielung von sexuellen Inhalten nach dem Leitmotiv "gewollt und nicht gekonnt": Eine einzige für den Zuschauer fast unsichtbare Spannerei wäre gerne sleazig, was daran scheitert, dass in ihrem Verlauf nur über einige ausgeschnittene Pornobilder als Wandschmuck etwas rosa ins Bild gerät (Sex 2/10). Einmal mehr ist hier zu konstatieren: "Das hätte man besser ganz gelassen."

Auslassungen finden sich dafür an anderer Stelle, wo sie nicht hingehören. So wäre interessant gewesen, von Überlebenden früherer Fangaktionen der Familie etwas mehr zu erfahren. Stattdessen werden derartige Plotfragmente angerissen und dann doch nicht konsequent in die Geschichte eingebunden. Angesichts des behäbigen Erzählstils hätte es an Zeit hierfür eigentlich nicht gemangelt: schade. So müssen die Schauspieler häufig kitten, was an Atmosphäre zwar nicht fehlt, aber doch ganz schön wackelt. Kate Hodge rettet als starke Frau den cineastischen Tag, wenn sie zu lernen beginnt, sich auf rauhe Art durchzusetzen und zu kämpfen - ob erfolgreich oder nicht, wird natürlich nicht verraten. Ihre Mimik und jene Ken Forees reißen das Ruder an einigen Stellen zumindest noch einmal herum, so dass die Schauspieler die drohende Kollision mit dem dramaturgischen Eisberg der unfreiwilligen Komik abwenden.

Mit dieser tatkräftigen Unterstützung nimmt "Leatherface - The Texas Chainsaw Massacre III" mühsam die Hürde zum Prädikat "okay" (6/10 Punkten), was für Jeff Burr vielleicht schon ein Erfolg sein mag, angesichts der Qualitäten der Vorgänger indes recht enttäuschend ist. Diesem Review wurde die Unrated-Neuauflage zu Grunde gelegt, die sich immer noch wie geschnitten anfühlt. Sie ist ungeprüft und bisher nicht indiziert. 

6/10
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Kommentare

24.10.2016 08:57 Uhr - Horace Pinker
1x
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Auch mit deinem dritten Chainsaw Review ist dir wieder ein informatives, interessantes und unterhaltsames Werk gelungen dicker Hund! Leatherface ist der einzige Teil der Reihe den ich bisher noch nicht gesichtet habe und auch wenn ich dank deiner Kritik die Erwartungen etwas senken werde denke ich das der schon allein wegen Ken Foree und Viggo Mortensen einen Blick wert sein dürfte (ganz abgesehen von diesem verdammten Komplettismus ;) .

24.10.2016 12:58 Uhr - Fratze
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Du hast absolut recht, und die Unrated fühlt sich nicht nur geschnitten an, sie ist es! Kürzungshistorie wurde u.a. schön beschrieben von deinem Vorrezensenten übrigens, wusste ich vorher auch nicht. Interessant ist da v.a., dass der Regisseur mit den Kürzungen sehr unzufrieden war und daher nur bedingt etwas für die missratenen Passagen des Films kann.

Ansonsten bin ich deiner Meinung, bei dem wäre mehr drin gewesen. Review wie gewohnt top!

24.10.2016 15:06 Uhr - cecil b
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Da stimme ich euch allen volkommen zu!

Schade, dass man die Langfassung nur als Bootleg erhalten kann, was man natürlich vermeiden sollte! Die Unrated ist allerdings schon um Welten besser, als das Stück, was vorher vermarktet wurde. Da fehlten ganze Szenen. Ich mag den Film ehrlich gesagt, weil er so stumpf und dreckig ist, dass er mir wieder Spaß macht. Wenn ich mich recht erinnern kann, haben die teilweise übrigens echtes Blut verwendet, auch wenn es dann bestimmt von Tieren stammt.

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