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Masters of Horror - Sounds Like

Herstellungsland:USA (2005)
Genre:Horror
Alternativtitel:Masters of Horror
Sounds Like
Masters of Horror-Sounds Like
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,17 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Larry leitet und beaufsichtigt schon seit langer Zeit die Arbeit von Hotline Service Mitarbeitern. Er hört die Gespräche der Arbeiter schon seit Jahren ab, und achtet darauf dass die Gespräche auch korrekt verlaufen. Aber seitdem Larry mittels seines einzigartig guten Gehörs den tödlichen Herzfehler seines Sohnes gehört hat, verlieren Larry und seine Frau den Verstand. Und Larries Gehör spielt zunehmen so verrückt, dass bald selbst der Flügelschlag einer Fliege und das kauen seiner Frau zu einem nicht auszuhaltenden Horrortrip wird. ()

eine kritik von horace pinker:

Da ich jetzt endlich dazu gekommen bin die letzte von mir noch nicht gesichtete Masters of Horror Folge zu sichten folgt hier das versprochene Finale meiner Reviewreihe.

Sounds Like ist die 4. Folge der der 2. Masters of Horror Staffel. Für die Umsetzung zeichnete sich diesmal Regisseur Brad Anderson (Stonehearst Asylum, Session 9) verantwortlich. Die Geschichte dreht sich um den Call Center Mitarbeiter Larry Pearce, der sich durch sein überdurchschnittlich ausgeprägtes Gehör auszeichnet. Nach dem Tod seines Sohnes verschlimmert sich dieses allerdings und seine überstrapazierte Wahrnehmung droht ihn in den Wahnsinn zu treiben.

Die grundlegende Geschichte ist wirklich kreativ und ungewöhnlich ausgefallen und weiß über die gesamte Laufzeit zu unterhalten. Die dramatische Zuspitzung der Situation ist recht gut dargestellt worden, so wird zunächst der Protagonist eingeführt und sein Problem vorgestellt, woraufhin sich die Situation allmählich verschlimmert. Spannung ist auch durch die Tatsache gegeben, dass eine Eskalation schon sehr schnell angedeutet wird und der Zuschauer sich nie sicher sein kann wann die Hauptfigur endgültig ausrastet.  Aufgelockert wird das Ganze durch Rückblenden zu Larrys Vergangenheit mit seinem Sohn, die seine Trauer und emotionale Aufgewühltheit erklären und der ansonsten von Anfang an etwas exzentrisch erscheinenden Figur etwas Mitleid und Sympathie von Seiten der Zuschauer zu verschaffen. Bevor einige Leser dank diverser extrem blutiger MOH Episoden auch hier einen Horrorschocker erwarten sei gesagt, dass Sounds Like eher eine Mischung aus psychologischen Thriller und Drama ist, welches beinahe vollständig auf die Darstellung physischer Brutalitäten verzichtet. Die wenigen Gewalttaten finden nahezu komplett im Off statt wobei dann lediglich die Resultate präsentiert werden. Wie bei den meisten anderen Folgen übernahm auch hier die KNB-EFX Group die Anfertigung der Effekte und liefert abermals ordentliche Arbeit, wobei lediglich eine Madenübersäte Leiche und abgeschnittene Ohren zartbesaitete Zuschauer ekeln könnten während alle anderen nur müde abwinken werden.

Ausgeglichen wird die fehlende Härte durch ein großartiges Sounddesign, welches dem Zuschauer Larrys qualvoll überspitzte Wahrnehmung perfekt vermittelt. So gelingt es ganz alltägliche Geräusche enervierend und mit fortschreitender Laufzeit beinahe unerträglich erscheinen zu lassen, so wirkt das Umblättern von Seiten wie Peitschenhiebe und ein Augenzwinkern wie eine laut zugeschlagene Tür. Zusätzlich wird auch deutlich, dass der Zuschauer in Larrys Perspektive versetzt wird und so teils seine Wahrnehmung teilt, wenn etwa der Ton gedämpft wird wenn der Protagonist Kopfhörer oder Ohrstöpsel verwendet oder plötzlich der Fokus von einem Dialog auf scheinbar unwesentliche Hintergrundgeräusche verschoben wird, welche diesen vollständig übertönen. Unterstützt wird die Geräuschkulisse von einer gelungenen musikalischen Untermalung. In den auf die quälenden Laute  fokussierten Szenen dominieren disharmonisch klingende Streichinstrumente, welche Larrys psychisches Leiden und seinen Schmerz ausdrücken. Einen guten Ausgleich bildet die recht melancholisch und traurig klingende Pianomusik während den emotionalen Szenen und Rückblenden. Ebenfalls ausgezeichnet ist die visuelle Inszenierung, die optimal mit den auditiven Aspekten harmoniert. Besonders erwähnenswert ist die regelmäßige Verwendung von extremen Close-Ups, welche sich auf die jeweiligen Geräuschquellen fokussieren. Um mal ein Beispiele zu nennen zoomt die Kamera während einer Unterhaltung auf den Mund des Gesprächspartners, was als Ausdruck der hohen Wichtigkeit des Gehörs für Larry angesehen werden kann.

 

Schauspielerisch liefert Hauptdarsteller Chris Bauer (Face/Off, 8MM)eine klare One-Man Show ab. So schafft er es sowohl als trauernder Vater zu überzeugen als auch den allmählichen Abstieg in den Wahnsinn und das überentwickelte Hörvermögen seines Charakters absolut überzeugend zu verkörpern. Erwähnenswert ist noch Laura Margolis (The Stangers) als Larrys Ehefrau Brenda, die durch die Verkörperung ihrer Figur als hoffnungsvolle, optimistische und lebensfreudige Frau einen passenden Gegenpol zum verzweifelten Protagonisten liefert. Alle anderen Figuren spielen für die Geschichte keine große Rolle, werden aber dennoch zufriedenstellend verkörpert.

Unerklärlicherweise erhielt Sounds Like trotz der mangelnden graphischen Härte eine kj Freigabe und wurde so in der ungekürzten Fassung von Splendid auf DVD veröffentlicht.

Alle die einen Horrorfilm nur genießen können, wenn dieser Temporeich ausfällt und viele Gore-Effekte beinhaltet, werden wahrscheinlich nicht viel Freude an Sounds Like haben, diejenigen die eine Vorliebe für psychologische Thriller oder mitreißende Dramen habe können durchaus mal einen Blick riskieren. Ich würde Sounds Like definitiv nicht zu den MOH Highlights zählen, wurde dank der absolut ungewöhnlichen Geschichte, der gut durchdachten und ansprechenden Inszenierung, sowie dem fähigen Hauptdarsteller dennoch gut unterhalten. Dafür vergebe ich 7/10 hellhörige Call Center Mitarbeiter.  

7/10
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Kommentare

18.10.2016 17:49 Uhr - dicker Hund
2x
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Echt gutes Review;-)

Die Folge klingt gar nicht mal so schlecht. Ich frage mich nur, warum man für blödes Off-Szenen-Gehampel die KNB-Gruppe braucht...

18.10.2016 18:07 Uhr - Horace Pinker
2x
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18.10.2016 17:49 Uhr schrieb dicker Hund
Echt gutes Review;-)

Die Folge klingt gar nicht mal so schlecht. Ich frage mich nur, warum man für blödes Off-Szenen-Gehampel die KNB-Gruppe braucht...

Vielen Dank dicker Hund, wenn man auf expliziten Gore verzichten kann ist dieser MOH Beitrag durchaus unterhaltsam. Was die Effektexperten von KNB angeht, fand ich auch das es eine ziemliche Verschwendung ist das sie hier nur ein paar Verletzungen und eine Leiche designen dürften, aber nun ja kann man halt nichts machen, durften dafür ja in anderen Episoden mehr ran ;)

18.10.2016 22:28 Uhr - Intofilms
1x
Und WIE die in anderen Folgen 'mehr randurften': "P E L T S", da geht was...!! Das ist das reinste Splatter-FX-Manifest! :D

"Sounds Like" kenne ich noch nicht, klingt aber dank deines erstklassigen Reviews doch irgendwie vielversprechend. V.a. das mit dem 'großartigen Sounddesign' klingt wirklich verlockend - 'klingen' im wahrsten Sinne des Wortes... :D


18.10.2016 23:21 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Also H.P., das ist schon eine echt starke Leistung solch eine umfangreiche Reihe durchzurezensieren! Und auch diese Kritik ist dir wieder amperereich gelungen!
Da ich psychologische Thriller/Horrorfilme sehr mag, ist das zudem ein hochinteressanter Tipp für mich.

19.10.2016 00:01 Uhr - Horace Pinker
1x
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Danke euch beiden für Lob und Feedback.
Intofilms: Stimme dir was Pelts angeht zu, neben Carpenters Cigarette Burns für mich der Höhepunkt der Reihe. Hier läuft Argento noch mal zur Höchstform auf und wie von dir erwähnt sind die Effekte von KNB großartig gelungen. Was Sounds Like angeht, falls du den irgendwo halbwegs preiswert bekommst, kannst du ihn dir durchaus mal ansehen.
NoCuts: Vielen Dank, dass du dir meine MOH Kritiken durchgelesen und oftmals mit ermutigenden Kommentaren versehen hast :) Ich könnte mir gut vorstellen, dass dir Sounds Like gefallen würde, da die Folge eine recht spannende Charakterstudie mit erstklassiger Optik sowie tontechnischer und musikalischer Untermalung ist.
P.S. Hast du inzwischen schon die ein oder andere MOH Folge gesichtet?

19.10.2016 09:55 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Bislang noch nicht, da ich bereits eine fast dreistellige Zahl an ungesehenen Filmen bei mir auf Halde liegen habe.
Vergessen ist aber nix und die Folgen, die mich interessieren, werden auch noch den Weg zu mir finden - wenn auch eher später als früher.

19.10.2016 09:55 Uhr - NoCutsPlease
3x
DB-Helfer
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Sounds like... a double post. :-(

19.10.2016 10:31 Uhr - cecil b
2x
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Eine weitere Review-Meisterleistung, der ich vollkommen zustimme! Dieser ungewöhnliche Horror zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig das Grauen dargestellt werden kann! Meine alte Kurzreview brauche ich nach diesem Review gar nicht mehr editieren. ;)

19.10.2016 19:57 Uhr - Horace Pinker
User-Level von Horace Pinker 22
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19.10.2016 10:31 Uhr schrieb cecil b
Eine weitere Review-Meisterleistung, der ich vollkommen zustimme! Dieser ungewöhnliche Horror zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig das Grauen dargestellt werden kann! Meine alte Kurzreview brauche ich nach diesem Review gar nicht mehr editieren. ;)

Vielen Dank für das Lob Cecil. Deine MOH Reviews fand ich übrigens auch äußerst unterhaltsam und informativ, auch wenn sie noch nicht deinem heutigen Standard entsprechen.

19.10.2016 22:33 Uhr - cecil b
1x
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19.10.2016 19:57 Uhr schrieb Horace Pinker
19.10.2016 10:31 Uhr schrieb cecil b
Eine weitere Review-Meisterleistung, der ich vollkommen zustimme! Dieser ungewöhnliche Horror zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig das Grauen dargestellt werden kann! Meine alte Kurzreview brauche ich nach diesem Review gar nicht mehr editieren. ;)

Vielen Dank für das Lob Cecil. Deine MOH Reviews fand ich übrigens auch äußerst unterhaltsam und informativ, auch wenn sie noch nicht deinem heutigen Standard entsprechen.


Danke! :) Die stammen ja nicht alle aus meinem ersten Jahr als Autor, mit einigen bin ich wohl zufrieden. ;) (The Screwfly Solution, Deer Hunter, Peltz, The Black Cat, Fair Haired Child....)

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