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dicker Hund
Level 13
XP 2.963
Eintrag: 03.11.2016

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The Texas Chainsaw Massacre - The Beginning

(Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)
Herstellungsland:USA (2006)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,61 (209 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Baby erblickt das Licht der Welt. Doch das Licht ist finster, die Welt so schmutzig wie grausam und überlässt das Kind seinem Schicksal. Die schräge Hewitt-Familie nimmt den Sprössling auf und erzieht ihn im Sinne ihrer ganz eigenen Familientradition. Erlebe wie alles begann, wie Sheriff Hewitt zum Freund und Helfer wurde und wo Leatherface den souveränen Umgang mit der Kettensäge gelernt hat.
eine kritik von dicker hund:

Schlappe drei Jahre nach dem 2003er Remake kam Jonathan Liebermans Prequel zu ebendiesem heraus. In der Zwischenzeit hatte sich mit "Saw" (2004) und "Hostel" (2005) ein Folterfilmsubgenre etabliert, das die derbe Zeigefreude in den Mainstream zurückgebracht hatte. So konnte sich Lieberman einiges trauen - und machte von dieser Möglichkeit ausgiebigen Gebrauch.

Gleich zum rohen Auftakt bleibt kein Raum für Zweifel daran, dass hier mit Gas gekocht wird. Debile Einstellungen eines Schlachthofes, die an "Slaughterhouse" von 1987 erinnern, bereiten die Basis für eine höllisch abartige Geburtssequenz. Aus dieser scheint der Titelzusatz "The Beginning" herzurühren, denn dem kleinen Leatherface wird in artgerechtem Obersleaze das Leben geschenkt - inklusive Taufspruch:

"Das ist das hässlichste Ding, das ich je gesehen habe!"

Sicherlich wirken die Sets noch immer ein wenig gekünstelt auf dreckig getrimmt - das Unterfangen gelingt hier aber tatsächlich ein Stück konsequenter als in Nispels Werk. Wenn der Film möchte, kann er die Schmiere daumendick auftragen. Der Plot spinnt derweil präzise die Fäden zum Bezugsfilm. Gerade der besetzungsidentisch aufgegriffene Sheriff Hoyt bekommt eine kleine, aber feine Vorgeschichte spendiert und weiß mit seinen abseitigen Äußerungen noch genauso gut zu gefallen. Zwar wird man auch hier nicht von der typischen Gruppe aus zwei Twen-Paaren verschont. Doch haben Chrissie (Jordana Brewster), Dean (Taylor Handley), Bailey (Diora Baird) und Eric (Matt Bomer) wieder ein gewisses Maß an Charakterisierung erhalten. Die unterschiedlichen Sichtweisen der jungen Männer auf die Einberufungsbescheide der Armee und die Einstellungen ihrer Partnerinnen hierzu geben ausreichend Informationen, um ein Bild der Figuren zu erhalten und ein wenig Sympathie zu vermitteln. Das gebotene solide Schauspiel genügt dabei vollkommen. Kurz eingespielter Sex (2/10) findet sich derweil ausgebremst wieder wie eh und je - allerdings gibt es diesmal immerhin eine plausible Erklärung dafür.

Spätestens mit Hoyts Auftritt wird die Atmosphäre dann bitterböse, unterstützt durch den grollenden Score. Die Kamera streunt um das Geschehen wie ein hungriger Wolf, während erbarmungslose Bilder von Folterungen und Fesselungen der zu wehrlosen Opfern degradierten Identifikationsfiguren für reichlich Horror (7/10) sorgen. Die Kannibalensippe lässt sich Zeit, spielt mit ihrer Beute und lässt sie zappeln, bevor sie sie erlegt. Und Leatherface? Der dreht richtig auf! Hier kann er so vorgehen, wie es ihm 42 Jahre lang vorenthalten wurde: Kein Gekicher (Humor 1/10), kein Tuntendress, keine Action-Model-Tante als Nemesis und vor allem kein jämmerlicher Offscreen kann ihn stoppen. Die Ikone steht endlich im Vordergrund wie einst Jason Voorhees in den fortgesetzten Freitagen, während ihre Auftritte sich zu einer Ode an das Franchise mausern. Mag das ganze Gesplatter (Gewalt 8/10) teilweise fast schon übertrieben und gelegentlich selbstzweckhaft erscheinen, war die Zeit für seinen Ausbruch einfach überfällig:

"Irgendwann kommt die Zeit, wo ein Junge zum Mann wird!"

Wie wahr, wie wahr, Hoyt. Währenddessen sorgt eine Rockergruppe für eine Prise Abwechslung. Dabei erscheint kaum kalkulierbar, wer das Geschehen wohl überleben mag; und Freund und Feind sind einmal mehr nicht so leicht zu identifizieren. Nicht zuletzt liefern die weiblichen Backwoods mit ihrer betont "normalen" Haushaltsführung den krankhaft-dissozialen Rahmen, den so ein Bastard von einem Film einfach braucht.

Fazit: Es geht doch! Diese große Filmperle (8/10 Punkten) zeigt, dass es auch in der modernen cineastischen Landschaft möglich ist, einen würdigen Vertreter mit dem Label "TCM" zu etablieren. Sie ist das beste Argument dafür, dem Remake eine Chance zu geben. Geadelt wird "Texas Chainsaw Massacre - The Beginning" durch die flippenden Behörden, die eine geschnittene Version - nicht einmal die hier zu Grunde gelegte Unrated-Fassung - gleich auf der bösen Liste B indiziert haben. Also aufgepasst, liebe Bluthunde, denn nur Importe (und Bootlegs ohne vollständige Synchronisation) sind uncut.

8/10
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Kommentare

03.11.2016 14:09 Uhr - Horace Pinker
3x
User-Level von Horace Pinker 20
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 8.824
Abermals hast du es geschafft deine hohe Qualität beizubehalten und auch wertungstechnisch stimme ich dir wieder zu, TCM: The Beginning rockt definitiv und ist nach Teil 2 mein Favorit der Reihe. Durch sympathische Protagonisten, derbe Effekte, bedrohliche Antagonisten und die logische Anbindung an den Vorgängerfilm wird genau das geliefert was diesem fehlte.
P.S. Ich bin ja schon gespannt wie du TCM 3D bewerten wirst, ich finde den ein wenig unterschätzt und dank einiger fieser Szenen und einem recht bedrohlichen Leatherface recht ordentlich (würde 7 Punkte vergeben).

03.11.2016 14:53 Uhr - Andman1984
3x
User-Level von Andman1984 6
Erfahrungspunkte von Andman1984 568
Hier bin ich bewertungstechnisch bei dir! :) Meiner Meinung nach der beste Chainsaw unter den neuen Verfilmungen. Hier wird nicht gekleckert.
@Horace: Nur "TC3D". Das Massacre fehlt da. Sorry für die Klugscheißerei, wollte dir eigentlich nur beipflichten, dass auch ich diesen Film für unterschätzt halte. Geht zwar bisschen andere Wege, aber grundsätzlich hat er mich gut unterhalten.

03.11.2016 15:53 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
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Jawollja! Der Teil rockt wirklich ziemlich, saubere Rezi!

03.11.2016 17:03 Uhr - Intofilms
2x
"TC 3D" gefällt mir auch richtig gut. Der aktuelle "Wrong Turn"-Film geht ja einen ähnlichen Weg und "Last Resort" ist eigentlich auch gar nicht so schlecht.

"TCM: The Beginning" ist für mich reiner, absolut unversöhnlicher Nihilismus, hier ist einfach alles nur abgefuckt, die Stimmung könnte deprimierender nicht sein. Hier gibt es absolut nichts zu beschönigen, es ist die hässlichste aller möglichen Welten.
Deswegen - ich geb's ja zu - schaue ich den auch gar nicht so gerne an, obwohl der auch von mir hervorragende 8 Punkte bekommt. Das wirklich Krasse an dem Film ist für mich also weniger die exzessive Gewalt als vielmehr die schier unerträgliche Tristesse, die dieser extrem fiese Horrorfilm evoziert (und die freilich ihrerseits durch den konstant hohen Gewaltpegel noch weiter verstärkt wird).
Viele Horrorflicks haben für mich ja trotz (oder gerade wegen?) ihrer derb-brutalen Einlagen sehr häufig einen gewissen 'feel good'-Faktor, d.h. in ganz vielen Fällen macht das fiktive Gemetzel einfach nur richtig Spaß, man kann sich voll und ganz dem besonderen wohligen Schauer hingeben. In diesem Fall ist das aber nicht so!
Zumal Leatherface in meinen Augen als unschuldig-hilfloses Opfer seines Milieus erscheint, d.h. er musste sozusagen zwangsläufig zu diesem monströsen Killer werden, er hatte ja gar keine andere Chance. Und deshalb tut er mir fast schon ein wenig leid. Und das ist dann nur umso deprimierender. Nichts mit 'feel good'...

Deine Rezi ist wie immer in jeder Hinsicht einfach nur spitze, dicker Hund!
Cool auch, dass du die in meinen Augen perfekte Anbindung an den Vorgänger so wohlwollend betonst (v.a. in deinem Fazit)! :-)

03.11.2016 18:09 Uhr - oziboxer
1x
da wo Massacre steht sollte auch ein Massacre geben,und in diesm Film gibt es ein Massacre und nicht wie in anderen Filmen wo nur Massacre steht und die Film Fans getäuscht werden.Klasse Review dicker Hund zu einem Klasse Film.Von mir sogar 10 von 10

03.11.2016 18:21 Uhr - Fratze
2x
DB-Helfer
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Wäre vllt. noch eine klare Erwähnung wert gewesen, dass die auf Liste B indizierte dt. Unrated auch nicht uncut ist... aber du weist ja quasi indirekt darauf hin. Ansonsten superbe Kritik zu einer wahren Drecksau von Film, und das meine ich absolut positiv. Das Teil ist echt ein abgrundtief häßliches Monster geworden, das alle vorangegangenen Filme des Franchise in den Schatten stellt. Bewertung passt, danke für dein Review.

Und jetzt bin ich ebenfalls gespannt auf dein kommendes Rev zum auch m.M.n. völlig unterbewerteten TC3D ^^


... mindestens genauso gespannt wie auf den kommenden "Leatherface".

04.11.2016 12:02 Uhr - Jerry Dandridge
Hab den noch nicht gesehen. Funktioniert der auch als Prequel zum Origina?

04.11.2016 12:10 Uhr - Horace Pinker
User-Level von Horace Pinker 20
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 8.824
04.11.2016 12:02 Uhr schrieb Jerry Dandridge
Hab den noch nicht gesehen. Funktioniert der auch als Prequel zum Origina?

Nein mit dem Original ist er alleine schon wegen den geänderten Familiennamen der Antagonisten (Hewitt statt Sawyer) nicht kompatibel und auch ansonsten gibt es bis auf Leatherface keine wirklichen Verbindungen. Ansehen kannst du dir den trotzdem mal, da der abgesehen von den recht brutalen Goreszenen mit einer ausweglosen Terroratmosphäre und guten Schauspielern punkten kann. Einziger Nachteil ist, dass das Ende, da es sich um ein Prequel handelt, relativ offensichtlich ist. Übrigens ist die deutsche JK-Version zum einmal ausleihen trotz der 2 Schnitte (in meinen Augen) noch geeignet.

04.11.2016 13:51 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Toll gebellt, was auch sonst?!
Das ist wahrlich kein Streifen für verweichlichte Handtaschen-Fifis mit Schleifchen im Haar, sondern beinharte Kost für echte Bluthunde.
9/10 Kettensägen meinerseits.

04.11.2016 20:03 Uhr - DOTD
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von DOTD 1.360
Sehr gut ausgearbeitete Kritik zu einem Film wo das Wort "Massaker" zum Programm gehört. Fand das Remake von 2003 bei weitem nicht schlecht dafür aber zu glatt poliert. Das Prequel von 2006 hat neben dem Gore auch den dreckigen Flair wieder hervorgehoben. Einer der Filme die neben "The Hills Have Eyes von 2006 nochmal die Grenzen im Mainstream Bereich nochmal deutlich erweitert haben. Bin mit der Wertung von 8/10 ebenfalls dabei. Die auf Liste B indizierte Version mit JK Freigabe basiert lediglich auf einer gekürzten R-rated Fassung.

04.11.2016 21:28 Uhr - dicker Hund
4x
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.963
Freut mich sehr, liebe Kollegen, dass mein Review zu diesem hier schon öfter besprochenen Film auf so viel nette Resonanz stößt.

Der Kritik liegt die ungeschnittene Unrated zu Grunde und nicht die indizierte Mogelpackung. Die missverständliche Formulierung diesbezüglich habe ich editiert.

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