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Auf brennendem Eis

Originaltitel: On deadly ground

Herstellungsland:USA (1994)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Abenteuer, Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,22 (88 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Alaska: Eine Ölquelle der Aegis Oil steht in Flammen. Um den Brand unter Kontrolle zu bringen, wird der Spezialist für Feuerbekämpfung Forrest Taft (Steven Seagal) eingeflogen. Als Taft von dem wirklichen Grund des Feuers und den heimtückischen Plänen seines Chefs Jennings (Michael Caine) erfährt, sagt er den skrupellosen Öl-Bossen den Kampf an. Eine Schlacht auf Leben und Tod beginnt... (Warner Bros.)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                            AUF BRENNENDEM EIS

Mit Alarmstufe: Rot (1992) hatte Steven Seagal den Gipfel seiner Karriere erklommen und Warner Brothers einen gewaltigen Kinohit geliefert. Die beste Zeit also, um das Studio um die Verwirklichung eines Traums zu bitten. Steven Seagal wollte selbst einen Film drehen und zwar nicht nur einen weiteren „normalen“ Actionfilm, sondern einen mit einer umweltpolitischen Botschaft.

Warner Brothers gönnten Seagal ein Budget von 50 Millionen Dollar für sein Regiedebut. Dieses Budget gestattete dem Neuregisseur nicht nur Dreharbeiten an beeindruckenden Schauplätzen, sondern auch eine bemerkenswerte Besetzung. Der größte Coup war die Besetzung von Charakterdarsteller Michael Caine, der hier Seagals Filmfeind spielte. Die weibliche Hauptrolle ging an Joan Chen (Der Letzte Kaiser, 1987). Auch unter den Nebendarstellern befinden sich einige interessante Namen. John C. McGinley kennt man aus mehreren Oliver Stone – Filmen (z. B. Platoon, 1986 und Wall Street, 1987), Billy Bob Thornton war nicht nur mit Angelina Jolie verheiratet, sondern trat auch in Filmen wie Dead Man (1995), Armageddon (1998) und Tatsächlich…Liebe (2003) auf und R. Lee Ermey war der brutale Schleifer Gunnery Sergeant Hartman in Stanley Kubricks Full Metal Jacket (1987).

Da dem umweltfreundlichen Actionstar Naturschutz sehr wichtig war, plante er eine ausführliche Rede zu umweltpolitischen Themen im Film. Das Studio befürchtete jedoch, dass Seagal damit das Publikum vergraulen könnte. Man einigte sich auf einen Kompromiss. Steven Seagal konnte seine Umweltschutzrede am Ende des Films unterbringen.

Seagals Regiedebut Auf Brennendem Eis spielt in Alaska, wo die Aegis Oil Company, geführt von Michael Jennings (Michael Caine), katastrophale Umweltschäden verursacht. Forrest Taft (Steven Seagal) arbeitet als Feuerbekämpfungsspezialist für die Firma, misstraut seinem Boss aber immer mehr und stellt bald eigene Nachforschungen an. Als Taft Jennings zu nah kommt, will dieser ihn ausschalten. Taft überlebt den Mordanschlag, schließt sich den Inuit an, die ihn auflesen und wieder aufpäppeln und sagt Jennings den Kampf an…

Abgesehen von seiner ökologischen Komponente ist Auf Brennendem Eis ein typischer Steven Seagal – Kinofilm, der unterm Strich überdurchschnittliche Actionfilmunterhaltung bietet, aber eine große Schwäche hat: den Mittelteil. Nachdem Seagal von den Inuit gerettet wurde, durchlebt er eine ziemlich peinliche Vision, nach der er sich dem Kampf gegen die Aegis Oil Company verschreibt. Dieses Erweckungserlebnis zieht sich viel zu lange hin und nimmt dem Film einiges von seinem Tempo, denn das erste und das letzte Drittel des Films sind überaus gelungen und zeichnen Seagal – besonders in der Inszenierung der Actionszenen – als versierten Regisseur aus. So gibt es zu Beginn des Films eine heftige Kneipenschlägerei, die Seagal genügend Gelegenheit bietet zu zeigen, was er drauf hat - viele seiner aktuellen Direct-to-DVD-Filme hätten extrem an Qualität gewinnen können, wenn sie solche Fights enthalten hätten. Und auch abgesehen davon zeigt Seagal, dass er die Inszenierung von Actionszenen durchaus beherrscht - neben Martial-Arts-Sequenzen enthält Auf Brennendem Eis reichlich Schießereien, Explosionen und weitere Kampfszenen.

Dabei sorgte Seagal natürlich auch dafür, sich selbst bestens in Szene zu setzen. Das zeigt bereits sein erster Auftritt im Film - die Kamera fährt ganz lässig von unten nach oben und damit jeder merkt, wer der Chef im Ring ist, darf Seagal auch (ganz Eastwood-like) einen Zigarillo rauchen, während er seiner Feuerlöscharbeit nachgeht.

Der heimliche Gewinner des Films ist Michael Caine, der eine brillante Performance als skrupelloser, schmieriger Ölmagnat gibt und den Rest der Besetzung in jeder seiner Szenen an die Wand spielt. Caine, der trotz seines Oscar-Gewinns nie einen Hehl daraus machte, Filme auch des Geldes wegen zu drehen (So erkärte er seine Teilnahme an Der Weiße Hai IV), macht hier das Beste aus seinem Part und stiehlt damit allen anderen die Show. Caines Figur Jennings gehört definitiv zu den besten Schurken, mit denen es Seagal jemals zu tun bekommen hat. Ansonsten ist noch Joan Chen erwähnenswert, die als Seagals Gefährtin bleibenden Eindruck hinterlässt, während der Rest des Ensembles solide bis zweckmäßig agiert.

Abgesehen vom Mittelteil und der zum Schluss vorgetragenen umweltpolitischen Rede - die nicht ganz so glaubwürdig wirkt, nachdem man halb Alaska in die Luft gesprengt hat - ist Auf Brennendem Eis ein (knapp) überdurchschnittlicher Actionfilm und ein solides Regiedebut. Die schlechten Kritiken zum Film und das magere Einspielergebnis von 38 Millionen Dollar kann man als erste Anzeichen dafür sehen, dass es bereits hier berab ging mit Steven...

7/10
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Kommentare

11.11.2016 23:25 Uhr - Horace Pinker
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Tolle Review mit einigen interessanten Hintergrundinfos, einer guten Beschreibung der verschiedenen Facetten und einem nachvollziehbaren Fazit. Tolle Arbeit Punisher! Wertungstechnisch bin ich mit dir einer Meinung On deadly Ground (imho weit passender als der deutsche Titel) ist einer der besseren und unterhaltsameren Seagal Filme, mit tollen und angenehm harten Actionszenen, einer hochkarätigen Besetzung und einem Hauch Tiefgang (auch wenn sich der Mittelteil wie von dir erwähnt etwas zu sehr in die Länge zieht). Würde der Mann mit einem Gesichtsausdruck doch heute noch solche Filme drehen!

12.11.2016 02:08 Uhr - oziboxer
2x
informatives review vor allem über michael caine.mit kritk und punktevergabe simmer einer meinung.und sehr schade das nicht mehr viel gutes vom aikido meister kommt ,trozdem gebe ich jeden film von ihm eine chance und leihe sie mir zuerst aus.top review

13.11.2016 08:25 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Euer nettes Feedback!

Ich wünschte auch, Seagal könnte noch einmal an die Qualität von "Auf Brennendem Eis" anknüpfen. Und obwohl die meisten seiner neuen Filme nicht das Gelbe vom Ei sind, schaue ich mir (fast) jeden neuen Titel an. Wie bei Lundgren und van Damme auch.

13.11.2016 14:58 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr gute und zutreffende Kritik, Punisher!
Einer der, ähnlich wie "Hard to Kill", im gehobenen Durchschnitt angesiedelten Seagals, der nicht an seine Kracher der Marke "Alarmstufe: Rot", "Nico", "Deadly Revenge" und "Zum Töten freigegeben" heranreicht - selbstverständlich aber deutlich besser als die Flicks der letzten Jahre ist.

15.11.2016 08:50 Uhr - JasonXtreme
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"Was braucht es noch alles um einen Mann von Grund auf zu ändern!" :D

Nichts, denn die Rezis vom ollen Punisher sind es jedes Mal wert gelesen zu werden! Auch wenn ich McGinley hier als Fiesewicht doch noch erwähnenswerter fand als Du :D also erwähnt wurde er ja, später aber halt zur zwechmässigkeit deklariert^^

15.11.2016 09:51 Uhr - Punisher77
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Danke, NoCutsPlease & Jason!

@NoCutsPlease:
Stimmt, an "Alarnmstufe: Rot" oder "Zum Töten Freigegeben" kommt "Auf Brennendem Eis" wirklich nicht ran. Letzteren habe ich vor kurzem mal wieder gesehen...der Streifen kann es immer noch!

@Jason:
Auch wenn unsere Meinungen in diesem Punkt ein klein wenig auseinandergehen, freut es mich, dass Dir das Review trotzdem gefällt :-).

31.01.2021 15:24 Uhr - die_PaPPe
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Die ÖKO-Rede am Ende stört mich nicht, wenn man sieht was heute so auf der Welt abgeht.
Finde den mittleren Teil als "Seagal auf seinen spirituellen Trip unterwegs ist " viel schlimmer.
Trotz der schwäche in der Mitte, ist es einer von Seagals besseren Action Filmen mit einem harten Bodycount.


Tolles Review "Punisher" was du mit ÖL geschrieben hast 😜

Schönen Sonntag dir noch 🙃


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