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Frei.Wild
Level 5
XP 448
Eintrag: 29.11.2016

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Dracula - Hammer Edition



The Stuff - Ein tödlicher Leckerbissen

Jahr 2022... die überleben wollen

(Soylent Green)
Herstellungsland:USA (1973)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Science-Fiction, Thriller,
Mystery
Alternativtitel:Soylent Green - Jahr 2022... die überleben wollen

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,75 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Im Jahr 2022 ist die Stadt New York mit 40 Millionen Menschen hoffnungslos überbevölkert. Es mangelt an elementaren Ressourcen wie Wasser, Nahrungsmittel und Wohnraum. Lediglich einige Politiker und reiche Bürger können sich sauberes Wasser und natürliche Lebensmittel leisten und leben in relativem Luxus. Zu wohlhabenden Wohnungen gehören in der Regel Konkubinen, die dem Mieter als Sklavinnen unterstellt sind. Inmitten dieses Chaos führen der Polizist Robert Thorn und sein älterer Kollege Sol Roth ein trostloses Dasein. Der Polizeibeamte Thorn wird angewiesen, den Mord an einem wohlhabenden, einflussreichen Mann namens William R. Simonson zu untersuchen. Thorn entdeckt schnell, dass dieser in seinem Haus nicht einen Einbrecher überrascht hat, sondern Opfer eines gezielten Mordanschlags wurde. Sol bringt in Erfahrung, dass Simonson für Soylent arbeitete. Dieses Unternehmen, der Name ist eine Kombination aus Soy (Soja) und Lent(il) (Linse), kontrolliert die Lebensmittelversorgung der halben Welt und vertreibt die künstlich hergestellten Nahrungsmittel Soylent Red und Soylent Yellow. Das neueste Produkt ist das weitaus schmack- und nahrhaftere Soylent Green, angeblich ein Konzentrat aus Plankton, welches reißenden Absatz findet. Allerdings kommt es oft zu Lieferungsengpässen, sodass es am Soylent-Green-Tag, dem Dienstag, wiederholt zu Ausschreitungen der hungrigen Massen kommt, gegen die die Polizei mit Hilfe von die Protestierenden aufgreifenden Schaufelbaggern einschreitet. Von Simonsons Konkubine Shirl, mit der Thorn eine Affäre beginnt, führen die Ermittlungen zu einem Priester, bei dem Simonson kurz vor seinem Tod gebeichtet hat. Dieser erscheint jedoch selbst katatonisch und macht nur Andeutungen über eine „grausame Wahrheit“. Kurz darauf wird der Priester ermordet aufgefunden. Auf Befehl des Gouverneurs wird Thorn informell angewiesen, die Ermittlungen einzustellen, doch Thorn weigert sich, dafür die Verantwortung zu übernehmen, und setzt die Nachforschungen fort. Was er seinen Ermittlungen zu Folge herausfindet, ist leider alles andere als dass, was der hungrigen Überbevölkerung weis gemacht wird...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von frei.wild:

"Soylent Grün ist Menschenfleisch…!"

Nachdem Skynet am 29. August 1997 keine Nuklearwaffen auf die Menschheit herabregnen ließ, wir uns nicht seit 2015 auf Hoverboards durch die Straßen bewegen und nun, an der Schwelle zum Jahr 2017, noch weit und breit kein Fernsehformat auf Sendung ist, in dem verurteilte Straftäter sich gegen sadistische Gladiatoren ihre Freiheit erkämpfen können, hoffen wir einfach mal auf das…

"...Jahr 2022 … Die überleben wollen" oder eben "Soylent Green" (1973)

 

In einer völlig überbevölkerten Welt befinden wir uns mitten in New York: die Menschheit lebt lethargisch in den Tag, das Klima ist feindselig und die Nahrungsmittel kommen aus der Retorte. Nur die Wenigsten können sich in Luxusdomizile, abgeschottet vom Elend auf den Straßen, einkaufen und in guten Jahren ist für sie und ihre Frauen - die als Inventar zugebucht werden, auch mal ein naturgewachsener Apfel drin.

Einer dieser Privilegierten, William Simonson (Joseph Cotten - "Citizen Kane", "Tora! Tora! Tora!"), wird in seiner Wohnung erschlagen und Detective Robert Thorn (Oscar-Preisträger Charlton Heston - "Ben Hur", "Planet der Affen", "Der Omega-Mann") wird auf den Fall angesetzt…

Der Film selbst basiert lose auf dem Werk "New York 1999" ("Make Room! Make Room!)" des Schriftstellers Harry Harrison, dessen Bekanntheit bei uns wohl eher auf die Texte der "Flash Gordon"-Comics und eben jene Filmvorlage beschränkt blieb. Nachdem dem Film jedoch am Ende seine kannibalistische Note hinzugefügt wurde, distanzierte sich Harrison recht schnell davon.

Im Gegensatz zum Buch, wo es eher um das zerklüftete Arm-/Reichgefälle geht, läuft im Film alles auf einen perversen Skandal hinaus, in dem Menschenleben – die in der Zeit ohnehin wenig wert sind – leichtfertig genommen werden um der Nahrungsknappheit der Bevölkerung entgegen zu wirken.

Teilweise stark überzeichnet setzt uns Regisseur Richard Fleischer ("20.000 Meilen unter dem Meer", "Wen die Meute hetzt", "Red Sonja") trotz eher geringem Budgets eine unglaublich düstere und gnadenlose Dystopie vor, in der, in größtenteils ruhigen Bildern, ein recht komplexer Kriminalfall bearbeitet wird, welcher erst im letzten Viertel das allumfassende Komplott nach und nach offenbart.

Unterlegt wird das Ganze dezent mit klassischen Motiven bspw. von Tschaikowski und Beethoven, was für mich persönlich jetzt nicht wirklich zur Atmosphäre beigetragen hat - außer in den letzten Momenten von Thorn's Freund Solomon (Edward G. Robinson - "Der Seewolf", "Die zehn Gebote", "Cincinnati Kid") – ist jetzt aber auch keinesfalls unpassend gewählt.

Was jedoch leider etwas am Gesamtbild rüttelt (…und das ist wohl den mangelnden finanziellen Mitteln geschuldet…), ist dass die Anzahl und Auswahl der Locations doch arg begrenzt und karg wirkt. Viel mehr als drei Appartements, eine Kreuzung und ein Fabriklaufband gibt es nicht zu bestaunen und teilweise plätschert der Film nur so vor sich hin. Eine "Rasante futuristische Story…", wie uns das Blu Ray Cover-Zitat weismachen will, finden wir nicht!

 

Am Ende bleibt ein wichtiger Beitrag zum 70er Jahre-Kino mit einer ausweglosen Grundstimmung und zwei, drei erinnerungswürdigen Szenen. Der Film bietet interessante Gedanken zur drohenden Überbevölkerung durch den Menschen, Euthanasie und dem Moralverlust in einer lebensfeindlichen Zukunft. Leider läuft das Ganze - gefühlt - mit angezogener Handbremse und ohne wirkliche Abwechslung.

Auch das Ende (…auf das ich jetzt nicht näher eingehen werde…) war meines Erachtens sehr unbefriedigend. Künstlerisch und weiterführend interpretierbar, aber absolut unbefriedigend!

7/10
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Kommentare

29.11.2016 18:44 Uhr - dicker Hund
1x
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Hochinteressante Titelauswahl und angenehm kompakt gehaltene Besprechung. Der Abschluss klingt ungewöhnlich negativ für die doch recht hohe Punktzahl. Das schränkt den Lesespaß aber nicht ein:-)

29.11.2016 18:51 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Tolle Auswahl zu einem echten Klassiker!
Bei mir kommt der auf eine saubere 8,5-9/10, denn ich sehe den eher als pessimistisches und dystopisches Zivilisationsdrama mit Thrillerelementen und weniger vom Blickwinkel eines Science-Fiction-Abenteuers (das man vielleicht erwarten könnte).

Spoilergefahr:
Ich muss leider auch meckern: Du möchtest einerseits laut Text NICHT auf den Schluss eingehen, verrätst aber (gewollt?) zwischendrin und gleich zweimal(!) eine wesentliche Komponente der Auflösung.

29.11.2016 18:54 Uhr - Frei.Wild
1x
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Kompakt, fürwahr! Aber meines Erachtens nach bietet der Film nicht genug, als dass ich ihn in besonders ausschweifender Form analysieren müsste. Wie gesagt: Gute Ansätze, dystopische Grundstimmung und Charlton Heston.
Aber irgendetwas fehlt...
Und 7 von 10 ist bei mir noch keine recht hohe Punktzahl. Wird durch die erinnerungswürdigen Szenen vom Durchschnitt abgehoben, hat aber noch viel Luft nach oben.

Vielen Dank jedenfalls für das prompte Feedback! ;)

29.11.2016 19:01 Uhr - Frei.Wild
1x
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29.11.2016 18:51 Uhr schrieb NoCutsPlease
Tolle Auswahl zu einem echten Klassiker!
Bei mir kommt der auf eine saubere 8,5-9/10, denn ich sehe den eher als pessimistisches und dystopisches Zivilisationsdrama mit Thrillerelementen und weniger vom Blickwinkel eines Science-Fiction-Abenteuers (das man vielleicht erwarten könnte).

Spoilergefahr:
Ich muss leider auch meckern: Du möchtest einerseits laut Text NICHT auf den Schluss eingehen, verrätst aber (gewollt?) zwischendrin und gleich zweimal(!) eine wesentliche Komponente der Auflösung.


Das Ende, auf das ich nicht eingehen möchte...

SPOILER!
...ist das, indem wir weder wissen, was mit unserem Helden passiert, noch wie sich der aufgedeckte Skandal in der Bevölkerung ausbreitet und wie es mit den Verantwortlichen weitergeht.
SPOILER ENDE!

Darauf bin ich im Text eigentlich nicht eingegangen.

Und Du hast absolut Recht: es ist tatsächlich soviel mehr Thriller als SciFi - und das sogar recht komplex. Für mich leider aber zu wenig, um die anderen vernachlässigten Elemente aufzuwiegen.

29.11.2016 19:08 Uhr - NoCutsPlease
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Ja, DAS verrätst du auch nicht, da hast du schon recht.
Du plauderst dennoch eine Sache aus, die der unbedarfte Zuschauer nach Möglichkeit nicht vorher wissen bzw. selber herausfinden sollte und nach erneutem Lesen zähle ich das Ganze sogar dreimal. ;-)

PS: Ich meine es bloß gut mit denen, die den Film noch nicht kennen sollten.

29.11.2016 19:13 Uhr - Frei.Wild
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Hast ja Recht, ich setz' mal den Warnhinweis... ;)

P.S.: Das ist eigentlich so ein Film, von dem ich mir irgendwann mal eine ausführliche NoCutsPlease-Review erhoffe - Du würdest bestimmt noch einige (vorwiegend) positive Aspekte finden, die mich versöhnlicher stimmen. Ist doch eigentlich genau Dein Metier, oder? ^^

29.11.2016 20:22 Uhr - Pratt
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Interessantes Review zu einem Film den ich selber mit 8 oder 9 bewerten würde, eine düstere Zukunftsvision mit grandiosem Duo Charlton Heston und Edward G. Robinson.

01.12.2016 13:46 Uhr - Stoi
29.11.2016 18:54 Uhr schrieb Frei.Wild
Wie gesagt: Gute Ansätze, dystopische Grundstimmung und Charlton Heston.

Letzteres ist für mich eher eine Negativpunkt.
Heston war ein völlig überschätzter Langweiler, der sich in den 60er und 70er Jahren ausschliesslich selber gespielt hat. Schauspielerisch hatte er nicht viel mehr drauf, als Steven Seagal.
Der einzige sehenswerte Film mit ihm ist "Touch Of Evil" von 1958 - aber auch eher wegen dem Drehbuch, der Inszenierung und der Hauptrolle von Orson Welles.

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