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Alarmstufe: Rot

(Originaltitel: Under Siege)
Herstellungsland:USA, Frankreich (1992)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Alarmstufe Rot
Dreadnought
Liberator
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,73 (143 Stimmen) Details
inhalt:
Auf einer Feier des Nuklearkreuzers Missouri entpuppen sich die Gäste als Terroristen. Brutal nehmen sie das Schiff unter Kontrolle, um in den Besitz der Atomraketen zu gelangen. Doch keiner hatte mit dem Elitekämpfer Casey Ryback gerechnet. Ein mörderischer Kampf auf hoher See beginnt...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                        ALARMSTUFE: ROT

Bis 1991 hatte Steven Seagal in vier Actionfilmen die Hauptrolle gespielt und jeder Film war in den USA erfolgreicher als sein Vorgänger. Dort hatten seine Filme über 151 Millionen Dollar eingespielt – bei Produktionskosten von 7,5 – 14 Millionen Dollar pro Film. Mit seinem nächsten Film Alarmstufe: Rot wollten Warner Brothers Steven Seagal endgültig zum Actionsuperstar á la Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone und Bruce Willis aufbauen.

Regie führte Andrew Davis, der schon Seagals Kinofilmdebut Nico (1988) gedreht hatte und genau wusste, wie man Seagal richtig in Szene setzt. Das Drehbuch stammt von J. F. Lawton, der den Megahit Pretty Woman (1990) geschrieben hatte.  Als Seagals Gegenspieler castete man Tommy Lee Jones, der in Filmen wie  Die Killer – Brigade (1989) und Airbourne – Flügel Aus Stahl (1990) Actionerfahrung gesammelt hatte. Im Jahr 1993 erhielt er für seine Rolle in Auf Der Flucht (1993) den Oscar in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“. Tommy Lee Jones´ Handlanger in Alarmstufe: Rot wurde Gary Busey, der in einer Reihe von Actionfilmen wie Lethal Weapon – Zwei Stahlharte Profis (1987) und Predator 2 (1990) hauptsächlich den Schurken gegeben hatte.Die weibliche Hauptrolle ging an Erika Eleniak, die durch die TV – Serie Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu (1989 – 1992) zu kurzzeitigem Ruhm gekommen war.Gedreht wurde auf dem ehemaligen Kriegsschiff USS Alabama, das an der US – amerikanischen Golfküste vor der Stadt Mobile (Alabama) liegt.

Die USS Missouri, eines der mächtigsten Schlachtschiffe der USA, soll zur Demontage nach Pearl Harbor gebracht werden. Auf einer Geburtstagsfeier zu Ehren des Kapitäns wird das Schiff von Terroristen – angeführt von William Strannix (Tommy Lee Jones) – gekapert. Die Terroristen haben es auf die an Bord befindlichen Atomraketen abgesehen, die an den Meistbietenden verkauft werden sollen. Das Schiff wird unter Kontrolle gebracht, die Mannschaft interniert … alles scheint nach Plan zu laufen. Nur mit einem haben Strannix und seine rechte Hand Commander Krill (Gary Busey) nicht gerechnet: Mit Casey Ryback (Steven Seagal), dem Schiffskoch. Ryback ist nämlich kein ordinärer Smutje, sondern auch ehemaliges Mitglied einer Spezialeinheit, Kampfsport – und Sprengstoffexperte etc. pp. Da sich Ryback als einziger an Bord der USS Missouri frei bewegen kann, nimmt er den Kampf gegen die Terroristen auf eigene Faust auf …

Alarmstufe: Rot bedient sich ungeniert bei dem Bruce Willis – Actionklassiker Stirb Langsam (1988), aber abgesehen davon ist an Seagals fünftem Film im Grunde nichts auszusetzen. Der Film ist mittlerweile selbst ein Genreklassiker, der auch heute noch bestens unterhält und alles hat, was Seagals aktuelle Filme so schmerzlich vermissen lassen. Außerdem vermag der Film auch (Action)Filmfans zu begeistern, für die Seagals Filme sonst eher ein Brechmittel waren.

Dass Alarmstufe: Rot ein so guter Film geworden ist, liegt besonders an Andrew Davis, der schon mit Chuck Norris Cusack, Der Schweigsame (1985) gedreht hat, der für mich (neben McQuade - Der Wolf aus dem Jahr 1983) Norris´ bester Film ist. Wie bei Norris handfelt es sich auch bei Seagal um einen Darsteller mit (vorsichtig ausgedrückt) starken schauspielerischen Defiziten, aber Davis hat Seagals Stärken und Schwächen treffend erkannt und ihn dementsprechend in Szene gesetzt. So überzeugt Seagal nicht nur in den Kampfszenen (Das war bis Anfang der 2000er Jahre nie das Problem), sondern auch in den "Schauspielszenen", die er etwas selbstironischer angeht als in der Vergangenheit und sich damit bestens dem Ton des Films anpasst. Zudem ist sein "Ich bin nur der Koch"-Spruch fast schon so kultig wie Schwarzeneggers "I´ll be back" oder Clint Eastwoods "Make my Day". Denn Alarmstufe: Rot nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, was sich z.B. Gary Buseys Travestieshow oder Tommy Lee Jones´ fantastischer Performance zeigt, die zwar dann und wann etwas an der Grenze zum Overacting kratzt, aber trotzdem (oder gerade deshalb?) enorm viel Spaß macht. Jones spielt wirklich das komplette restliche Ensemble an die Wand und brilliert in jeder Szene. Das kann man von Erika Eleniaks hölzerner und bisweilen nerviger Performance allerdings wirklich nicht behaupten, da sie den Film doch etwas nach unten zieht.

Aber Alarmstufe: Rot überzeugt nicht nur durch seine Darsteller und den tendenziell eher humorigen Ton, sondern auch durch Spannung, die trotz manch lockerem Spruch nicht auf der Strecke bleibt, und natürlich durch die Actionszenen, die Davis mit sicherer Hand inszeniert hast. So wird der unübersichtliche Schauplatz bestens für wohlchoreographierte Kampfszenen, viele Schießereien und so manche Explosion genutzt. Und obwohl man mit Seagals fünftem Spielfilm den Mainstreammarkt knackte und dazu immerhin 35 Millionen Dollar in den Film investierte, sind die Action - bzw. Kampfszenen nicht unbedingt harmlos. Zwar nicht so brachial wie in Zum Töten Freigegeben (1990) oder Deadly Revenge (1991), aber ein paar deftige Gewaltspitzen gibt es dennoch.

Alarmstufe: Rot ist Popcorn-Action im besten Sinne des Wortes; zwar kein 10/10-Kandidat (Das verhindern allein schon die Teilnahme von Madame Eleniak und die wenig originelle Story), aber trotzdem ein äußerst unterhaltsamer Actionstreifen, der Seagal für kurze Zeit in den Olymp der Actionhelden erhob - weltweit spielte der Film über 156 Millionen Dollar ein. So verwundert es nicht, dass 1995 ein Sequel folgte.

9/10
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Kommentare

08.04.2017 07:08 Uhr - dicker Hund
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Wirklich ansprechendes Review zu einem Film, den ich als fürchterlich eitle One-Man-Show in Erinnerung habe. Das kommt vielleicht davon, dass ich den zu ernst genommen habe. Oder liegt es doch an Seagal?

08.04.2017 09:37 Uhr - NoCutsPlease
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Eine überaus tolle und zutreffende Kritik mit dem Punisher-Qualitätssiegel!

In der Tat handelt es sich hier um eines der besten "Stirb langsam"-Duplikate und damals hat One-Size-Mime Stevie immerhin noch mit enorm agilem Körpereinsatz überzeugt.

08.04.2017 11:36 Uhr - Horace Pinker
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Großartige und schön ausformulierte Kritik, gut gemacht Punisher. Ich würde Alarmstufe Rot eher mit 7-8 Punkten bewerten, allerdings zählt der Film Dank den coolen Actionszenen und einem grandios aufspielenden Tommy Lee Jones definitiv zu Seagals besten Filmen (und spielt einige Logen über seiner heutigen Direct to DVD Grütze).

08.04.2017 14:32 Uhr - Punisher77
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Danke für eure netten Rückmeldungen!
ALARMSTUFE: ROT ist definitiv einer der besten Seagal-Filme, an den keiner seiner DTV-Streifen herankommt.

@Dicker Hund:
Meiner Meinung nach ist eher der zweite Teil eine eitle Selbstbeweihräucherungsshow, wenn man so will. Angeblich hat man sogar die Sets etwas kleiner gebaut, um Seagal imposanter erscheinen zu lassen.

08.04.2017 18:05 Uhr - leichenwurm
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Ich fand den ersten "Alarmstufe Rot" auch wesentlich besser als den 2ten. Der 2te hatte ein kaum zu ignorierendes B-Flair mit leichtem Hang zum Trash. Der erste war/ist aber immernoch ein lupenreiner Kracher. Ich würd den auch bei 9 Punkten sehen, da abseits der allgemeinen vorherrschenden unkreativität wirklich alles in Butter ist. Klasse Review Punisher ; -) !

09.04.2017 00:24 Uhr - Clemens
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Ich schließe mich vorbehaltlos der Meinung des Shape an.
Grünes Licht für dein Review, Bestrafer!

09.04.2017 05:57 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Leute!

10.04.2017 08:44 Uhr - JasonXtreme
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Saubere Arbeit! Seagals 1,95 sind schon imposant, ob man da noch Sets kleiner bauen muss^^ aber nette Anekdote, hatte ich noch nicht gehört - in Bezug auf Teil 2. Ich mag den hier auch, aber gegen ZUM TÖTEN FREIGEGEBEN hat er für mich immer noch das Nachsehen :-)

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