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Der Commander

Originaltitel: Triangolo della paura, Il

Herstellungsland:Deutschland, Italien (1988)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krieg
Alternativtitel:Commander, The
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,25 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Commander Jack Colby ist Spezialist für schwierige Einsätze. Deshalb erhält er von Mazzarini, einem Ex-Söldner, den Auftrag, in Bangkok eine Söldnertruppe zusammenzustellen, um im Goldenen Dreieck, dem Hauptumschlagplatz im internationalen Drogengeschäft, das größte Rohopium-Lager der Welt zu vernichten. Währenddessen trifft sich in Berlin der Stab der internationalen Drogenabwehr. Carlos, der Vorsitzende des Komitees, schleust den Agenten Wild Bill Hickock in Colbys Söldnertruppe ein, um in den Besitz eines kompromittierenden Mikrofilms zu gelangen. Dieser Film enthält Aufnahmen von Carlson, die ihn als Angehörigen der Drogenmafia enttarnen würden. Colby, der diese ganzen Hintergründe nicht kennt, ist es inzwischen gelungen, die Rohopium-Vorräte zu vernichten. Doch als er mit den überlebenden Söldnern von einem Hubschrauber Mazzarinis aufgenommen und ausser Landes gebracht werden soll, erlebt er eine böse Überraschung... (NSM)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                               DER COMMANDER

Mit Geheimcode Wildgänse (1984) und Kommando Leopard (1985) hatte der italienische B-Movie-Spezialist Antonio Margheriti (Jäger Der Apokalypse, 1980) im Auftrag von Produzent Erwin C. Dietrich zwei ganz passable Söldner-Actionstreifen gedreht, in denen der Engländer Lewis Collins, bekannt aus der TV-Serie Die Profis (1977-1981), die Hauptrolle spielte. Und auch wenn die beiden Streifen schon damals nicht mit den deutlich höher budgetierten Streifen der Herren Schwarzenegger (Phantom Kommando, 1985) und Stallone (Rambo II – Der Auftrag, 1985) mithalten konnten und auf ihren Kino/Videothekenplakaten mehr versprachen als sie hielten, boten/bieten sie passable Unterhaltung für B-Movie-Fans. Warum man allerdings 1988, zu einer Zeit als die klassischen Ein-Mann-Armeen der Achtziger langsam aber sicher von menschlicheren Protagonisten, wie sie Bruce Willis (Stirb Langsam, 1988) und Mel Gibson (Lethal Weapon – Zwei Stahlharte Profis, 1987) spielten, noch einen dritten Film dieser Art hinterherschieben musste, wissen wohl nur die Beteiligten.

Wie üblich setzte man abgesehen von Regisseur Margheriti und Hauptdarsteller Collins erneut auf deutsche Schauspieler, die eigentlich eher für ihre Arbeit als Synchronsprecher bekannt sind. Während Manfred Lehmann, Frank Glaubrecht und Thomas Danneberg bereits in früheren Margheriti-Filmen aufgetreten waren, gab Christian Brückner, der deutsche Synchronsprecher von Robert De Niro, hier sein Söldnerfilm-Debut. Kuriosum am Rande: Da Danneberg auch Lewis Collins synchronisierte, musste er ihm erneut seine Stimme leihen, während dessen Dialoge von einem anderen Sprecher übernommen wurden. Ansonsten waren mit Donald Pleasance (Halloween – Die Nacht Des Grauens, 1978), Lee Van Cleef (Zwei Glorreiche Halunken, 1966) und Brett Halsey (Heute Ich...Morgen Du!, 1968) drei Darsteller mit an Bord, die etwas internationales Star-Flair versprühen sollten, aber sein wir mal ehrlich – ihre besten Zeiten hatten die Drei anno 1988 längst hinter sich. Ein echtes Star-Vehikel sieht anders aus.

Der Ex-Söldner Mazzarini (Lee Van Cleef) beauftragt seinen Ex-Kollegen Major Jack Colby (Lewis Collins) mit der Vernichtung eines Drogenlagers im „Goldenen Dreieck“. Colby stellt daraufhin eine Söldnertruppe zusammen, mit der er den Auftrag erledigen will. Was der Major nicht weiß: In seiner Truppe befindet sich ein Agent, der sich Wild Bill Hickock nennt und eigene Ziele verfolgt. Hickock soll während der Mission eine „Floppy Disc“ sicherstellen, auf der Daten enthalten sind, die vermeintliche Drogenfahnder als Mitglieder der Drogenmafia enttarnen könnten …

Der Commander ist nicht nur der letzte, sondern auch der schwächste der Dietrich /Margheriti/Collins-Söldneractioner. Der Streifen macht nur leider allzu deutlich, dass sich diese Art von Film einfach überholt hatte und man einfach – in einer Zeit, in der John McClane von explodierenden Hochhäusern sprang oder Arnold Schwarzenegger als Ivan Danko mit einem Bus Parkuhren und Denkmäler platt walzte – nicht darauf hoffen konnte, mit Darstellern aus der zweiten und dritten Reihe, deutlich erkennbaren Miniaturen und aus früheren Margheriti-Filmen übernommenen Helikopter-Sequenzen auch nur einen Blumentopf zu gewinnen. OK, die Vorgänger Geheimcode Wildgänse und Kommando Leopard wiesen einige dieser Defizite zwar ebenfalls auf, aber noch nicht in so potenzierter Form; außerdem wussten die beiden Vorgänger, diese Defizite mit Mitteln wieder auszugleichen, über die Der Commander in der Form nicht verfügt.

Waren diese beiden Filme noch recht ansehnlich und unterhaltsam, wirkt Der Commander etwas spannungsarm, obwohl man sich bemüht hat, den Zuschauer mit dem Plot um eine ach so geheimnisvolle „Floppy Disc“ in Atem zu halten...ein Unterfangen, dass eher semigut gelingt. Stattdessen wirkt Der Commander streckenweise ziemlich lustlos, was sich vor allem in den Leistungen der Darsteller niederschlägt. Van Cleef und Pleasance, deren Screentime nicht besonders ausladend ist, scheinen ihr schauspielerisches Engagement ihrem damaligen Status in Hollywood angepasst zu haben. Soll heißen: Beide reißen sich nicht gerade ein Bein aus. Lee Van Cleef spult eine bestenfalls routinierte Schurkenrolle ab, während sich Pleasence in einigen Szenen regelrecht lächerlich machen muss. Lewis Collins – von dem Kollegen wie Manfred Lehmann behaupteten, er habe ordentlich zugenommen, weshalb er ein Korsett getragen haben soll, um halbwegs fit zu wirken – wirkt in der Rolle des hartgesottenen Anführers zwar immer noch halbwegs glaubwürdig, aber auch er – das Aushängeschild der Margheriti-Söldnerfilme – hat in den beiden Vorläufern deutlich engagierter gewirkt. Und was die versammelte Synchronsprecher-Elite angeht: Ohne den Herren, die als Synchronsprecher Großartiges geleistet haben und (von Danneberg abgesehen) immer noch leisten, zu nahe zu treten...gemessen an dem, was sie schauspielerisch in Der Commander leisten, sind sie in ihrem Hauptgewerbe besser aufgehoben. Mir Ruhm bekleckert sich hier definitiv niemand.

Über mäßige schauspielerische Leistungen könnte man bei einem Film wie Der Commander hinwegsehen, wenn dafür das Kerngeschäft solcher Filme stimmt. Und auch, wenn bereits Geheimcode Wildgänse und Kommando Leopard bereits preiswert inszenierte Filme waren, so boten sie dennoch dank eines soliden Tempos, zahlreicher Actionszenen und markiger Dialoge dennoch Kurzweil für B-Actionfilm-Anhänger. Doch auch hier hapert es – es gibt zwar durchaus ordentlich Geballer und eine Menge Explosionen, bei denen, wie bereits erwähnt, mal wieder die eine oder andere Miniatur in die Luft fliegt, aber irgendwie hat man das Gefühl, das alles schon mal besser gesehen zu haben. Dabei ist z.B. die Actionszene, in der Lewis Collins´ Figur eingeführt wird, ziemlich gut und auch der Showdown wurde ordentlich in Szene gesetzt. Der vielzitierte Funke mag aber irgendwie nicht überspringen.

Bleibt unterm Strich ein Film, der auf gar keinen Fall begeistert. So richtig übel und quälend langweilig ist Der Commander allerdings auch nicht. Er ist einfach pures Mittelmaß mit Tendenz nach unten und auf dem Gebiet italienisch geprägter Söldner/Kriegs/Actionfilme gibt es deutlich bessere Beiträge als diesen. Auch wenn Lewis Collins seinen Bekanntheitsgrad – neben Die Profis – sicherlich auch den drei Actionstreifen aus der Erwin C. Dietrich-Schmiede zu verdanken hat, hat er sich im Nachhinein mit ihnen vielleicht doch keinen Gefallen getan, denn zum Durchbruch im Kino verhalfen sie ihm, der mal in der engeren Auswahl für Roger Moores James Bond 007-Nachfolge war, nicht.

4-5/10

 

4/10
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Kommentare

14.04.2021 07:05 Uhr - dicker Hund
1x
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"Der Commander war stets bemüht."

Klangvoll formulierte Skepsis zu einem mir wahrscheinlich auch in Zukunft unbekannten Actioner. Die Anekdote mit dem synchronisierten Synchronsprecher ließ mich schmunzeln.
:-)

14.04.2021 08:54 Uhr - TheMovieStar
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14.04.2021 07:05 Uhr schrieb dicker Hund
"Der Commander war stets bemüht."



Wenn so ein Satz in deinem Arbeitszeugnis steht, kannste gleich vors Arbeitsgericht ziehen, dass heißt nämlich auf gut deutsch, dass du nichts gebracht hast, was wohl auch auf den Film zuzutreffen scheint, an dem das Cover wohl das Beste ist.

Anders sieht es da mit deinen Reviews aus Punisher. Wenn die Betreiber von Schnittberichte dir ein Zeugnis ausstellen müssten würde drinnen stehen: Der Autor Punisher77 erledigt seine Aufgaben als Kritiker stets zu unser vollsten Zufriedenheit. Er besticht durch seine außerordentliche Gabe, informative Hintergrundfakten mit seinen hervorragenden Analysefähigkeiten und seiner zu jeder Zeit klaren und verständlichen Ausdrucksweise zu einer homogenen und immer lesenswerten Einheit zu verknüpfen.

14.04.2021 12:01 Uhr - shharry2
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Ich habe hier die "Ultimative Söldner Collection", in der neben "Die Wildgänse kommen" auch die 3 B-Movies um Lewis Collins enthalten sind. Ich kann mich bei "Der Commander" an kaum ein Detail erinnern, aber ich meine auch, dass dies der schlechteste der drei Streifen ist. Am besten dürfte tatsächlich "Geheimcode Wildgänse" sein, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt.

Donald Pleasence finde ich, hat, egal wie müllig der Film auch sonst war, in dem er mitspielte, diesen doch alleine durch sein Mitwirken ein klein wenig aufgewertet. ;-)
Und der Gute hat, vor allem in den 80ern, in so manchem Käse mitgespielt (aber natürlich auch sehr guten Filmen).

Review finde ich gelungen, ich glaube, ich müßte die Box mal wieder auskramen und die Filme ansehen, um mir ein besseres Bild machen zu können.

14.04.2021 14:40 Uhr - Punisher77
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@Alle:
Vielen Dank für Eure netten Worte!

@Dicker Hund:
Wenn Dir dieser Film unbekannt bleibt, ist das nicht schlimm - "Geheimcode Wildgänse" lohnt sich da schon eher.

@TheMovieStar:
Vielen, vielen Dank für das "Zeugnis" :-).

@shharry2:
Die Box habe ich auch und ich finde "Geheimcode Wildgänse" auch am besten.

14.04.2021 15:49 Uhr - Tom Cody
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Schickes Review zu einem Film, den man auch getrost als "Gurke" bezeichnen kann.

Ich glaube, in die "engere" Auswahl als Bondkandidat kam Collins nie. Broccoli mochte Collins von Anfang an nicht. Auch Collins sagte mal, er wäre den Produzenten als Bond "zu aggressiv" gewesen (*facepalm*). Dabei wäre Collins, der sogar das SAS-Training erfolgreich absolviert hatte, mMn ein großartiger 007 geworden.

"Der Commander" war dann auch das Ende seiner Kinokarriere, die doch mit "Das Kommando" so vielversprechend angefangen hatte.
Es gab sogar mal ein Gerücht, Collins als Chef des CI5 in einer möglichen "Die Profis"-Neuauflage zu besetzen. Das hätte ich tatsächlich abgefeiert...ganz im Gegensatz zu dieser völlig vermurksten "CI5: The New Professionals"-Serie.

14.04.2021 17:05 Uhr - Dissection78
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An und für sich mag ich die Italo-Actioner vom Margharääätäää (Copyright: Q. Tarantino / E. Roth). Die sind für ihr relativ geringes Budget kompetent gemacht und doch wohnt ihnen was erfrischend Unperfektes inne. Aber "Der Commander" ist definitiv nicht nur das schwächste Werk der 'Söldner-Trilogie', sondern generell einer der schwächsten Streifen Margheritis. Ich würde sogar beinahe so weit gehen, zu behaupten, er taucht in schundige Bruno-Mattei-Untiefen hinab (wie gesagt, beinahe) - siehe dessen "Der Kampfgigant" (1987, mit Miles O'Keeffe, Donald Pleasence und Bo Svenson).

Apropos: Mir fällt da noch "Die Rückkehr der Wildgänse" aus dem Jahr 1986 ein. Irgendwie gehörte der für mich immer dazu, obwohl er von Larry Ludman (d. i. Fabrizio De Angelis, "Thunder", "Karate Warrior") inszeniert wurde und ohne Lewis Collins auskommt. Dafür spielen u. a. Manfred Lehmann, Donald Pleasence, Gordon Mitchell, Christopher Connelly, John Steiner sowie John-Wayne-Sohn Ethan Wayne mit, und Erwin C. Dietrich fungierte erneut als Produzent. Die ganze Chose reiht sich qualitativ bei "Geheimcode: Wildgänse" und "Kommando Leopard" (oder knapp dahinter) ein... jedenfalls in meiner Erinnerung, da ich ihn zuletzt im letzten Jahrtausend sah.

Lewis Collins machte noch in "Jack the Ripper – Das Ungeheuer von London" als Assistent von Inspector Michael Caine eine gute Figur. Danach verlief sich seine Karriere leider. Als Bond hätte ich ihn auch gerne gesehen :)

14.04.2021 23:24 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure ausführlichen Kommentare.

@Tom:
Ich denke auch, dass Collins als Bond sicher sehr interessant gewesen wäre. Zur "Die Profis"-Serie kann ich leider nichts sagen, da ich sie nie gesehen habe.
"Engere" Auswahl war vielleicht etwas übertrieben; habe mal gelesen, dass er zzumindest mal Kandidat für die Moore-Nachfolge war.

@Dissection:
An und für sich mag ich die Margheriti-Actionfilme auch und auch in anderen Genres konnte der Maestro durchaus bei mir punkten - "Satan Der Rache", "Seven Deaths In The Cat´s Eye" und "Asphalt-Kannibalen" haben mir gut gefallen.

"Die Rückkehr Der Wildgänse" jkenne ich auch. Hab ich als ganz passabel in Erinnerung.

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