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DriesVanHegen
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Eintrag: 01.03.2017

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A Serbian Film

(Srpski film)
Herstellungsland:Serbien (2009)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Drama, Erotik/Sex
Alternativtitel:A Serbian Film

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (152 Stimmen) Details
inhalt:
Milos ist eigentlich glücklich mit Frau und Sohn, doch plötzlich holt seine Vergangenheit als Pornostar ihn wieder ein. Er steckt in Geldnöten und nimmt den Auftrag als Akteur für einen vermeintlich künstlerischen Pornofilm an. Schon bald nach Drehbeginn wird es immer skurriler, der Regisseur scheint skrupellos und wahnsinnig zu sein. Selbst sein Bruder bei der Polizei, kann Milos nicht helfen aus dem Projekt aus zusteigen.
Seine schlimmsten Alpträume beginnen Realität zu werden und er verfängt sich in einem zerstörerischen Sumpf aus Sex und Gewalt.
eine kritik von driesvanhegen:

Facebook bietet den ein oder anderen Service an, den es sich zu nutzen lohnt: Gruppenchats für unmittelbare Kommunikation, Werbeplattform für Künstler und ähnliche Dinge. Das Internet per se bietet leider jedem Schreihals eine Plattform seine Meinung ungefragt vor aller Öffentlichkeit kund zu tun. Kommen diese beiden Faktoren zusammen, ergibt sich schnell eine explosive Mischung.

Ich schätze mich glücklich, dass ich zum Filmliebhaber wurde, als man seinem Hobby noch im geschlossenem Kreis exklusiver Foren frönen konnte, die User in überschaubarer Zahl waren und man sich deshalb sehr gut persönlich kennenlernen konnte. Im vergangenen Jahr habe ich mich, mehr aus Langeweile und spöttischem Interesse, einer riesigen (fast 30.000 Mitglieder) Gruppe über Horrorfilme angeschlossen - und was man dort mitlesen kann, bringt uns zurück zur eingangs erwähnten explosiven Mischung. Es ist erstaunlich, wie viel Hass in manchen Menschen aufbrodelt, wenn Filme ihre persönliche Grenze übersteigen. 

Und welcher Film wurde vor einigen Jahren schon vor seiner Veröffentlichung zu einem Mythos, einem Grenzgänger; einem Grenzübergänger; erklärt? Mir fällt neben THE HUMAN CENTIPEDE II nur A SERBIAN FILM ein. Um welchen der beiden Kandidaten es mir heute geht, ist dem Leser natürlich schon aufgrund des Titels klar, unter welchem diese Review veröffentlicht wird. 

Nun, das was man in besagter Facebook-Gruppe zum Film zu lesen vorgesetzt bekommt, beginnt bei harmloseren Dingen wie "Billiger Drecksfilm!" und findet sich über "Gehört verboten!" beängstigend schnell bei "Alle Fans sind Pädophile!" ein. Die beiden letzteren Argumente bedürfen meiner Meinung nach keiner weiteren Auseinandersetzung und disqualifizieren sich von selbst, aber was ist dran an der "Billiger/schlechter Film"-Behauptung?

Kurz und knapp: rein gar nichts. Wer behauptet SRPSKI FILM sei billig heruntergekurbelter Schund, hat den Film nicht oder mit geschlossenen Augen gesehen. Der Film mag kostengünstig produziert wurden sein, seine Optik spricht jedoch eine gänzlich andere Sprache. Die Sets der Filmproduktion im Film sind düster und atmosphärisch gestaltet und ebenso beleuchtet - man denke an den Schachbrettraum. Noch dazu hat A SERBIAN FILM nicht den Hauch einer billigen Optik. Ganz im Gegenteil könnte man ihm eher schon vorwerfen, überstilisiert zu sein. Zusätzlich sind Kamerarbeit und vor allem das Sounddesign über alle Zweifel erhaben. Der düstere Elektroscore passt wie die sprichwörtliche Faust auf's Auge und ist als Träger der bedrohlichen Atmosphäre absolut unverzichtbar.

Was nicht abzustreiten ist: der Film präsentiert einige harte Szenen und Effekte. Dennoch ist er kein selbstzweckhafter Amateursplatter, der sich an eben jenen Effekten suhlt. Ganz im Gegenteil. SRPSKI FILM lässt sich glücklicherweise Zeit. Er nimmt seine Figuren und deren Handlungen ernst, stellt sie vor, lässt sie sich entfalten und bringt sie so dem Zuschauer nahe. Figurenbindung ist das Zauberwort. Kurzer abstrakter Bogen zu meiner letzten Rezension von AUDITION. Das Finale von Miikes Meisterwerk bläst einen nur aus diesem einen Grund so um und genau das schafft SRPSKI FILM auch. Nicht in solch einem wahnwitzigen Bilderrausch, aber er schockt eben weil wir die Figuren nahbar finden und mit ihnen fühlen - und schlussendlich leiden. Genau diese Tatsache stellt den Film über die das Argument nur die Exploitation-Schiene zu bedienen. Der Zuschauer bekommt Identifikationsfiguren und keine austauschbaren seelenlosen Opferlämmer.

Die Handlung selbst erscheint zunächst nicht sonderlich aufregend, erhält aber das Spannungsmoment, dass der Zuschauer genauso wenig vom Fortgang der Produktion im Film weiß, wie Milos. Es geht immer nur tiefer hinein in Abgründe und Abarten, denen der - ich nenne es tatsächlich so - Schlussgag die bittere Krone aufsetzt. Seitenhiebe auf weltpolitisches Geschehen oder aber wenigstens auf die Umstände in Serbien lassen sich finden. Leider bin ich in Sachen Serbien/Jugoslawien zu unbefleckt, um mir ein umfassendes Urteil zu erlauben, aber es wird keineswegs das Bild eines Landes gezeichnet, welches Begehrlichkeiten weckt. Außerdem soll wohl die Figur des des Vukmir an den ehemaligen Präsidenten Milošević angelehnt wurden sein. Hoffentlich schaffe ich es eines Tages noch mich aktiv unter Beachtung dieser Gesichtspunkte mit dem Film auseinanderzusetzen...

Was bleibt also? Ein düsterer, brutaler und auch abstoßender Psychothriller, ein tabubrechendes Meisterwerk, das (leider) bei Vielen Objektivität vermissen lässt und zur Hexenjagd aufruft. Anstelle blind zu toben, wäre eine Auseinandersetzung mit dem Film an erster Stelle wünschenswert. 

Handwerklich versiert inszeniert, stark besetzt und mit Nachhalle beendet.

 

Noch ein kurzer Disclaimer: versucht den Film nach Möglichkeit im Originalton zu schauen. Ich habe ihn erstmals auf serbisch mit englischen Untertiteln gesehen, was eine absolut packende Erfahrung war. Bei der zweiten Sichtung dann anfangs in der deutschen Synchronisation, welche ich aber schnell wieder gewechselt habe. Wenn ein Punkt das Prädikat billig verdient, dann die deutsche Synchronisation - ein definitiver Atmosphärekiller!

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Kommentare

01.03.2017 12:52 Uhr - Intofilms
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Wieder so ein gutes Ding von dir, Dries! :))

Ich kenne den Film auch nur als OmU und auch mich hat "A Serbian Film" einigermaßen begeistert. Ich war sogar fast ein wenig erstaunt, hatte ich doch mit einer noch viel größeren Abscheulichkeit von Film gerechnet. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Natürlich ist das ein sehr extremer (Genre-)Film, der trotz vorhandenen künstlerischen Anspruchs vor allem auch dies will: Provozieren, schockieren, polarisieren! Aber da ich im Vorfeld mit so vielen 'Warnhinweisen' konfrontiert wurde, sodass ich schon fast Schiss vor einer Sichtung bekam, hatte ich mit noch viel fürchterlicheren Dingen gerechnet. Ich muss also sagen: Aus meiner Sicht waren das doch überwiegend Übertreibungen. Andererseits ist der Film, so wie er ist, extrem genug und hätte definitiv nicht härter sein müssen!

Deinen Ausführungen kann ich in allen Punkten nur zustimmen. Vor allem: Mitnichten ist das ein billiger Film! Und unterstreichen möchte ich auch, was du bereits über den Score gesagt hast: Der ist wirklich perfekt stimmig und konnte mich auf Anhieb total flashen! :))

Ich kann allerdings schon verstehen, dass serbische Autoritäten im Dreieck gesprungen sind. Die forsche Titelwahl "A Serbian Film" will signalisieren, dass dieser Film auf exemplarisch-allgemeingültige Weise 'lediglich' die aktuellen serbischen Zustände abbilden möchte. Hätte der Film zum Beispiel den Titel "Milos" bekommen, wäre das Provokationspotenzial deutlich geringer gewesen. Andererseits handelt es sich hierbei um Kunst und die darf bekanntlich (fast) alles. Ja, nach unserem westlichen Verständnis ist es doch geradezu eine der vornehmsten Pflichten von Kunst, kontrovers zu sein und unbequeme Debatten anzustoßen. Vielleicht wollte der Film einfach nur ausloten, wieviel Spielraum dieses "(fast)" eröffnet. Was darf Kunst, wie weit darf sie gehen? Das sind essenzielle Fragen unserer Zivilgesellschaft, die heutzutage wieder ganz besonders brisant diskutiert werden.

01.03.2017 13:01 Uhr - JasonXtreme
3x
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Gut geschrieben, keine Frage. Was mich jedoch stört ist, dass Du Dich nicht mit diesen angeblichen Bezügen zu den Hintergründen auseinandersetzt, gerade deswegen weil Du jene anprangerst, die gegen den Serben aufbegehren.

Ich bin auch einer derjenigen, wobei mir aber egal ist ob den jemand mag, oder ich gar soweit gehen würde Fans zu beleidigen. Ich finde nur der Film geht in einigen Punkten bewusst etwas zu weit, was nicht nötig gewesen wäre für die Aussage. Dass A SERBAI FILM ein Statement gegen den Jugoslawienkrieg (nenne ich jetzt mal so) sein soll, dafür habe ich keine Anhaltspunkte gesehen. Kriegsgreuel gab und gibt es in jedem Krieg unsägliche, da könnte ich jeden Horrorfilm als ein solches Statement hernehmen.

Aber ich will keine Diskussion lostreten - das ist nur ein Punkt, der mich bei diesem Machwerk nunmal am meisten stört. Wenn man den Streifen ganz frei heraus als simplen Film mit eben jenen assligen Aspekten beschreibnen würde, wäre mein Konfliktpotential diesbezüglich nicht einmal so hoch. ;) man scheint aber mehr draus machen zu wollen, als schlussendlich dabei herumkommt oder beabsichtigt war. Das zeigt doch allein die Tatsache, dass der Regisseur die Fortsetzung "noch härter und brutaler" drehen wollte, als es dieser hier schon war...

01.03.2017 13:26 Uhr - tschaka17
2x
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Starke Rezi, aber für die explosive Mischung brauchst du nur mal ein paar Kommentare hier auf SB.com lesen^^ Manche Menschen wollen halt nicht argumentativ ihre Meinung kundtuen, sondern einfach nur schreien.

Bin kein Fan des Geners und hab mir den Film bisher gespart und dabei wirds auch bleiben. Nur weil viele es cool finden den zu sichten und darüber zu prahlen wie krass der doch sei muss ich dies nicht auch tuen.

Gerne mehr von den Rezis, liest sich sehr flüssig und auch das Intro mit FB gefällt mir sehr gut, wenn auch leider vollkommen wahr. Und der mangelnde Background stört mich nicht, da viele Zuschauer diesen ebenfalls nicht kennen werden! Da werd ich mit Jason nicht mehr auf einen Nenner kommen ;)

01.03.2017 13:33 Uhr - DriesVanHegen
2x
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@JasonXtreme:
Wie gesagt, ich bin was den Jugoslawienkrieg angeht bzw. das geschädigte Land im Nachhinein schlichtweg zu ungebildet.
Allerdings habe ich ja auch nicht behauptete, dass er ein Statement explizit den Krieg sein möchte, sondern nur dass er mit Seitenhieben, und das müsste man wohl ergänzen, gegen die Gesellschaft gespickt ist. Es wird sogar recht häufig sinngemäß davon gesprochen, dass das Land kaputt sei, man in Serbien nichts erreichen könne, kein Vertrauen und keine Freundschaft existieren würden. Selbst der Film im Film wird nur in Serbien gedreht, aber ist überhaupt nicht für den dortigen Markt vorgesehen.
Als der Film aktuell war habe ich (ich dächte sogar hier im Forum) eine recht interessante Interpretation gelesen, in der jemand einen Bekannten/Verwandten in Serbien hatte der für sich recht viele Parallelen zu gesellschaftlichen Geschehen ziehen konnte. Das ist zum einen nur eine vage Erinnerung meinerseits, aber vor allem immer noch Interpretationssache.

Diskutieren kann man immer, vor allem wenn es auf sachlicher Eben dem Meinungsaustausch dient. Hier ist's nur leider etwas unübersichtlich ;)
Ich möchte auch niemand bekehren, den Film zu mögen.
Sondern eigentlich nur klarstellen: handwerklich in meinen Augen top, berührt mich und hat damit das Ziel eines Spielfilmes in meinen Augen erreicht ;)

01.03.2017 13:35 Uhr - bueschel61
2x
Ich ahne,welche Gruppe du meinst.Bin da selber als Admin tätig.
Ich kann auch nur immer wieder mit dem Kopf schütteln,was nur bei der bloßen
Erwähnung des Serben abgeht.Soviel Gift & Galle,wie da verspritzt wird,sieht man wirklich selten,von persönlichen Beleidigungen will ich erst gar nicht
anfangen.Kaum einer ist da in der Lage,den Film objektiv zu berurteilen,geschweige denn Realität & Fiktion auseinanderhalten zu können.
Leute,die sonst gegen jegliche Art von Zensur sind,kommen plötzlich mit Sachen um die Ecke wie : Dieser Schmutz gehört verboten.
Ich find auch die Tatsache lustig,das die,die den Serben am liebsten verbieten würden auch die sind,die bei Victor Salva (Jeepers Creepers) sagen :Film ist Film & Privat ist Privat.Ist ja auch schon so lange her !! Da fällt mir nichts mehr zu ein.
Der Film selber war für mich wie ein Tritt in die Eier.Hab nach dem Film bestimmt ne halbe Std da gesessen & um das grad gesehene zu verarbeiten.
Bisher ist es auch bei einer Sichtung geblieben.
Gut geschriebene Kritik,der ich auch Inhaltlich nur zustimmen kann.

PS : Bist du nicht zufällig der,dessen Text (Horrorgruppen-Der tägliche Wahnsinn) ich vor kurzen bei uns in der Gruppe kopiert hab ? Dein Satz,das man seinem Hobby noch in geschlossenen Kreisen exvlusiver Foren frönen konnte,erinnert mich irgendwie daran. :-)



01.03.2017 13:45 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Nein, der bin ich nicht, aber gelesen habe ich ihn auch ;)

01.03.2017 13:49 Uhr - Intofilms
Anmerken bzw. präzisieren sollte ich auf jeden Fall:
Auch wenn ich geschrieben habe, dass der Film mich "einigermaßen begeistert" hat, war das freilich eine Art von Begeisterung, die mich mitnichten 'gutgelaunt' oder so zurückgelassen hätte. Im Gegenteil! "A Serbian Film" ist einer der deprimierendsten, abgrundtief traurigsten (und insofern verstörendsten) Filme, die ich bis jetzt gesehen habe. Darin liegt vielleicht sogar das größte Schockpotenzial. Begeistert oder besser: beeindruckt hat mich also vielmehr die gewaltige Kraft, mit der dieser Film dieses unangenehme Gefühl erzeugt.

Es gibt übrigens einen thematisch ähnlichen Film "Leben und Tod einer Pornobande", den ich ebenfalls sehr extrem und äußerst unangenehm, aber eben auch sehr gelungen finde. Überraschenderweise bekam dieser sogar eine ungeschnittene FSK-Freigabe ab 18, obwohl die "Pornobande" in meinen Augen gar nicht so viel 'harmloser' ist als "A Serbian Film".

01.03.2017 13:58 Uhr - DriesVanHegen
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Den habe ich seinerseits (nachdem ich ihn schon zu Haus stehen hatte) noch einmal im Kino gucken können.
Stimmt, beide Filme haben ein ähnliches Thema, wobei LEBEN & TOD EINER PORNOBANDE durch den dokumentarischen Anstrich in meinen Augen sogar deutlich verstörender rüberkommt. Quasi fällt es dort schwerer den "Sicherheitsabstand" zu wahren.

01.03.2017 14:22 Uhr - NoCutsPlease
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Zum Background: Kommt immer drauf an! Bei einem reinen Unterhaltungsstreifen ist dieser fast schon unwichtig, möchte man jedoch auf polit-historischer Ebene stichhaltig argumentieren, kommt man ohne den Background nicht weit.
Klar, er muss nicht IM Review ausgewalzt werden, aber ein Autor sollte wissen worüber er schreibt, sonst kommt im schlimmsten Fall Unsinn bei raus (allgemein und nicht auf diese Kritik bezogen).
Der Umstand, dass viele Leute den Background nicht kennen, spricht übrigens eher FÜR die Ansprache der Hintergründe. Unwissenheit schürt Vorurteile und Fehldeutungen, Information schafft Klarheit. Was hingegen eh jeder weiß, das kann man getrost weglassen.

So oder so aber Anerkennung an Dries, auch für seine Ehrlichkeit.

01.03.2017 14:44 Uhr - JasonXtreme
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@ Dries
Ich wollte damit nicht explizit sagen, dass DU diesen Vergleich gebracht hast ;) bei Dir war es in der Tat nur der Hintergrund Serbiens als Land/Kultur... ganz klar. Schmälert Deine Schreibe ja aber ohnehin nicht ;) :D

01.03.2017 20:13 Uhr - cecil b
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Ich kann nur bedingt 'mitreden', da ich den Film noch nicht gesehen habe, aber die Review finde auch ich gut.

Gift & Galle: Ich denke dass vielen die Ka­te­go­ri­sie­rung ein Gefühl von Sicherheit gibt, und dass das überschwängliche Bedürfniss danach darauf hindeutet, wie unsicher Menschen mit Schubladendenken sind. Diese Menschen spucken oft gerne Gift und Galle, die sich wohl eigentlich an etwas richten sollen, was mit ihnen selbst zu tun hat. Ein vollkommen destruktives Verhalten, das keinen Wert mehr auf konkrete Argumente legt, sondern auf Gift und Galle, ist doch immer ein Eigentor. 'Musiknazis' habe ich besonders gern. ;)

Hier sieht es für mich zum Glück nach einer konstruktiven Diskussion aus, die ja auch emotional sein kann. Für mich 'schreit' hier keiner. :)

01.03.2017 22:49 Uhr - naSum
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Das ist mein erstes Review, welches ich von dir lese Dries und es gefällt mir sehr gut. Es weiß vor allem durch einen qualitativen Schreibstil zu überzeugen, lässt aber meiner Meinung nach deine Interpretation oder Deutung des Films vermissen, da du ja bereits die Hintergründe ansprichst.

Begeistert hat mich hier, speziell für die Identifikation mit Milos, die immer wieder eingesetzte POV Perspektive, die ich sonst so hasse.

02.03.2017 21:23 Uhr - DriesVanHegen
3x
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Danke noch einmal an alle lobenden Kommentatoren - so ist es doch gleich noch motivierender seine Gedanken zu Filmen niederzuschreiben ;)

03.03.2017 13:26 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
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Immer her damit! :)

06.03.2017 08:28 Uhr - Siegberts
1x
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Erfahrungspunkte von Siegberts 26
Sehr gute Review, ich selbst halte Serbian Film für ein Meisterwerk und hab ihn sogar einen Punkt höher bewertet als Du.

Bezüglich dämlicher und unqualifizierter Kommentare in deutschen Horrorgruppen und auch hier on mass auf dieser Plattform kann ich Dir nur den Tip geben: Scheiss einfach drauf. Am besten austreten aus diesen Mainstreamgruppen. Ich schäme mich sehr oft für die deutsche Horrorcom. Kein Wunder dass uns (auch in dieser Sache) jeder auslacht und mit dem Kopf schüttelt. Offensichtlich ist es kein Problem, Serbian Film in allen anderen Ländern sachlich zu diskutieren, was auch verständlich ist, denn obwohl er natürlich schwere Kost ist, ist er trotzdem kein Sicko oder derbe Splatterunterhaltung.
Ein systemkritisches Drama, der auch dazu aufrufen sollte, sich eben mit diesem Thema (Politiker ficken Kinder, Manipulation des Bürgers, Korruption, alles keine rein serbischen Themen, kann man genauso auf Deutschland beziehen) auseinanderzusetzen.
Was ich allerdings positiv an den ganzen Spacki-Kommentaren finde, die sich über den Film aufregen, ist folgendes:
Sie sind alle als kleine Wixe* entlarvt, welche VORHER genau wussten, worauf sie sich bei dem Film einlassen, und es sich trotzdem ansehen, weil sie halt abartige Szenen sehen wollen, aber es nicht zugeben. Ähnlich wie sie bei JEDEM Ittenbach-Film ihren üblichen "boa wie krank, ihr seit alle krank"-Müll absondern. Im Übrigen sind sämtliche Wertungen auserhalb von 6/10-10/10 Blödsinn, da der Film allein handwerklich und schauspielerisch schon überzeugen kann.
Aber sei´s drum, wie immer kann man auch an diesem Beispiel sehen, dass 90 Prozent aller Menschen komplette Vollidioten sind. Aber hauptsache zu jedem Scheiss seinen Senf dazugeben. Ich selbst geh auch nicht auf Bereiche, die mich nicht interessieren oder die mich ankotzen. Wär das gleiche, als würde ich in Disney oder Michael Bay-Gruppen gehen und überall hinrotzen, wie Scheisse und krank ich dass doch alles finde....Widerlich und peinlich.
Danke für die coole Review Dries
Mfg Knorrhahn Siegberts

06.03.2017 14:29 Uhr - cecil b
2x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.161
@Siegberts Ich stimme dir bei der Pseudo-Moral und so zu. Besonders deine Aussage über die, die auf Seiten gehen, die sich mit Dingen beschäftigen, die sie selbst nicht mögen, und sich dann darüber auskotzen.

Aber die Welt ist groß, und wir sind im WorldWideWeb. Neben der Biologie, ist das Einzige, was alle Menschen gemeinsam haben, dass sie alle unterschiedlich sind. ;)

Andere als Vollidioten zu beschimpfen, und dann noch zu sagen, dass 90 % aller Menschen Vollidioten sind, davon halte ich rein gar nichts. Ich greife dich nicht an, wieso auch? :) Aber ich behaupte mal ganz dreist, dass du nicht 90 % aller Menschen kennst. Und überhaupt, auf der einen Seite schreibst du "Scheiss einfach drauf.", auf der anderen Seite regst du dich auf, ein Widerspruch, oder nicht? Der Inhalt deines Textes könnte bestens ohne WixIdioten-Kram auskommen, und er würde dann bestimmt bestens bei Empfängern ankommen.

Ich freue mich über deine Beteiligung auf dieser Seite, aber ich sehe keinen Grund dafür, dass du dich so aufregst wie andere, die du verurteilst. ;)

Versteh mich nicht falsch, ich möchte dich nicht 'belehren', oder dir den Mund 'verbieten', aber auch an dieser Stelle geht es um FILME. Und ALLE Filme haben hier ihren Platz. Gift und Galle ist in jeder Form keine Bereicherung, wie du doch weißt. Ich sehe vieles ähnlich wie du, aber hey, ruhig Blut. ;)

Bin gespannt auf weitere Reviews von dir!


07.03.2017 13:45 Uhr - Siegberts
User-Level von Siegberts 1
Erfahrungspunkte von Siegberts 26
@Dries: Es gab durchaus Zeiten, wo ich mich richtig aufgeregt habe über die Deutsche Horror-Com, aber seit einiger Zeit empfehle ich "einfach drauf zu scheissen", da es sowieso nichts bringt.

Doch, ich bleibe bei den 90 Prozent, bezogen darauf, dass 90 Prozent der Menschheit religiös sind und dafür habe ich kein Verständnis, schon gar nicht, da (fast) jeder heutzutage Internetzugang hat. Aber ist auch wurst, dass führt alles viel zu weit, und ist sicher kein Thema an dieser Stelle.

Das mit den verhohlenen Wixern habe ich bewusst so formuliert, da mir bewusst war, dass viele, die den Text gelesen haben und lesen werden, sich angesprochen fühlen und sich hoffentlich schämen.

Ist halt so ne Sache mit dem World Wide Web...Und von Leuten, die permanent sich mit Dingen beschäftigen, die sie ja eigentlich nicht mögen, gibt es sehr viele, beispielsweise hier der liebe NoCutsPlease - Ein Vollversager mit seinem Youtubekanal, der als Troll andere belästigt und auf dieser Plattform einen auf kleines Lämmchen macht, weil er wenigstens hier ein wenig Aufmerksamkeit bekommt. Damit will ich eigentlich sagen, Du kannst nie wissen, welche Leute aus welchen Gründen irgendetwas absondern. Auch weist Du nie, welche Person da dahinter steckt. Daher kann ich jedem den Tip geben, darüber zu stehen und solche Dinge einfach zu ignorieren. Zum Glück stösst man ja dann auch wieder auf Menschen, mit denen man prima diskutieren kann.

Vielen Dank, ja ein paar werde ich sicher noch schreiben! LG Knorrhahn

07.03.2017 21:08 Uhr - cecil b
5x
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User-Level von cecil b 17
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Es ist dir offensichtlich wichtig, deine benannte Meinung zu äußern, aber du schreibst, dass dies kein Thema dieser Seite ist. Warum schreibst du das dann hierhin?

Ich hatte zuerst etwas zu deinen anderen Aussagen geschrieben, aber das halte ich doch für unnötig, da dies hier nichts zu suchen hat.

"Das mit den verhohlenen Wixern habe ich bewusst so formuliert, da mir bewusst war, dass viele, die den Text gelesen haben und lesen werden, sich angesprochen fühlen und sich hoffentlich schämen. "

Zum provozieren kannst du dir andere Seiten aussuchen. Es geht hier um Filme, schon vergessen? Beleidigungen sind hier nicht erwünscht. Bist du in der Lage, dich über Filme auszutauschen, ohne andere zu beleidigen? Ein großes Interesse an Filmen sollte dies doch ermöglichen.

NoCutsPlease: Ich kenne ihn hier, darum geht es.

Ich weiß selber darüber Bescheid, dass man nie weiß, wer hier was schreibt. Ich mach das hier schon seit ein paar Jahren.

Da das alles NICHTS mehr mit diesem Review zu tun hat (sorry dries), können wir an dieser Stelle einen Punkt setzen. Wenn du Fragen bezüglich des Review-Bereichs oder der Community hast, kannst du die notfalls per PM stellen, Siegberts. Ansonsten scheinen wir ja geklärt zu haben, dass dies eine Seite für Filmfans ist, die du als solcher gerne bereichern kannst. Das sollte doch echt nicht das Problem sein. Beleidigungen sind ein no go. Punkt.


11.03.2017 13:26 Uhr - NoCutsPlease
5x
DB-Helfer
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Was geht denn hier ab?!
Gerade zwischendurch mal wieder auf dieses Review geklickt und dann sehe ich solche Vorwürfe?! Ich habe NICHT EINMAL einen YouTube-Kanal! Wer soll ich denn bitte auf YouTube sein? DAS würde mich mal interessieren...

Und ich habe nie einen Kommentar unter Siegberts Beiträgen abgegeben oder zuvor einen seiner Kommentare gegenkommentiert. Was hat der jetzt bitte für ein Problem mit mir?
Aber wenn jemand schon mit Dingen wie "BRD GmbH" argumentiert (siehe News zu "Tanz der Teufel"), ist jegliche konstruktive Kommunikation ohnehin schon verloren.

11.03.2017 14:01 Uhr - callahan
1x
Top Review Dries, danke.
Deine Kritik zum Film beschreibt treffend die Machart und die Absicht die der Film vermitteln möchte.
Vielleicht wäre es zum besseren Verständnis in der Tat sinnvoll gewesen, etwas über die Hintergründe des Konflikts bekannt zu geben.
Wobei ich mich aber auch frage, was hat der Jugoslawienkrieg mit dem Film zu tun ??
Der Titel des Films sagt nichts über die serbische Bevölkerung oder deren Weltanschauung aus!
Genauso passend wäre auch ein Titel a la: "A German Film"....

Ich gehöre auch zu der Gruppe von "Wahnsinnigen", die sich "A Serbian Film" angetan haben.
Dieser Film polarisiert ganz einfach. Egal von welcher Seite man das betrachtet.
Eine ganz eklatante "Diskussion" findet sich z.Zt. auf YT, da ist der Film ungeschnitten auf deutsch zu sehen.

Ich sehe das so: Wenn ich mir einen Film anschauen möchte, dann hole ich mir im Voreld Informationen zu diesem Film ein.
Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass ich im Groben weiß um was es im Film geht und dann entscheiden kann, ob ich ihn anschauen möchte oder nicht.
Diese Herrschaften, die sich dann über diesen Film, jetzt speziell "A Serbian Film" absolut beleidigend auslassen, haben entweder nicht verstanden um was es im Film geht, haben den Film nicht gesehen und meinen ihre ungefragte Meinung abzugeben, oder aber, diese Herrschaften spielen sich als die Moralapostel der Gesellschaft auf und maßen sich an, über Verbot und Erlaubnis zu urteilen.

Ich habe mein Statement zu diesem Film und auch zu der Verhaltensweise dieser "Filmkritiker" im Schnittbericht zu "A Serbian Film" abgegeben und erspare mir hier, weiter darauf einzugehen.

Alles in Allem empfinde ich den Film als einen gelungenen Blick in den menschlichen Abgrund perversester Phantasien, wobei das Erschreckende daran ist, dass es absolut realistisch dargestellt wird und zeigt, welch rückständige Kreatur der Mensch im Grunde auf Erden ist!
Kein Tier käme auf den Gedanken, seinen Artgenossen diese Auswüchse der Gewalt anzutun!

11.03.2017 17:13 Uhr - JasonXtreme
3x
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@ Siegbert
Hey hat die BRD GmbH heute Feiertag, oder dürfen die Reichsbürger seit neustem offenherzig hier Leute beleidigen? Übrigens hat NCP keinen youtube Kanal, das nur mal nebenbei. Aber wenn man keine Ahnung hat, fantasiert man sicv die Welt halt zusammen, gelle? Die Frage ist doch immer WER hier kein reales Leben hat und vorm Rechner den dicken Maxen markiert...

13.03.2017 20:45 Uhr - cecil b
2x
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Hi Leute. Ich kann natürlich verstehen, wenn die Gemüter erhitzt sind, nicht nur aufgrund dieses Films. Aber ich bitte euch, an dieser Stelle nur noch Kommentare zu schreiben, die sich auf den Film, bzw. die Review beziehen. :)

Dass man manche Aussagen nicht unkommentiert stehen lassen möchte kann ich natürlich verstehen. Ansonsten ist es doch bisher gelungen, einen Punkt zu setzen, und sich weiterhin erfreulich konstruktiv über den Film und die Review zu äußern. Sich über das mögliche Privatleben anderer User zu äußern ist NIE zu empfehlen. Egal ob ominöse you tube Channel oder Politik. ;)

Bleiben wir doch einfach am Ball: Die Leidenschaft zum Film. :)

16.03.2017 13:56 Uhr - Stoi
Achtung, in meinem Text habe ich etwas gespoilert.

Auf Grund dieser Kritik habe ich mir den Film gestern mal angeschaut, hatte ihn eh schon lange ungesehen rumliegen.
Nun, ein Meisterwerk ist er sicherlich nicht.
Handwerklich sicherlich ok aber die darstellerischen Leitung sind Durchschnitt oder darunter. Milos agiert fast nur mit einem Gesichtsausdruck - Wut und Sex mal ausgeklammert, und das auch nicht immer überzeugend, der "künstlerische Regisseur" (die Filmfigur) was ein overactender Idiot, dem ich seine künstlerischen Ambitionen keinen Moment abgenommen habe. Seine Kumpel waren stoisch glotzende Schaufensterpuppen, lediglich Milos Frau hat mich überzeugt, eine junge Ehefrau zu spielen, die kein Problem damit hat, dass ihr Ehemann Pornostar ist.
Die spezielles "Babyszene" war völlig überflüssig und das Ende in der Lagehalle mit den abgedeckten Körpern auf dem Bett sowas von vorhersehbar.
Ein paar Szenen hatten bizarre Faszination, die z.B. in dem dunklen Raum mit dem Schachbrettboden oder manche Flashbacks oder Träume.
Es mag sein, dass der Film im OT etwas besser funktioniert - ich hatte nur die Synchro, die wirklich etwas lieblos wirkte, aber das ändert nichts am ausdruckslosen Acting des Hauptdarstellers.
Ich kann nicht beurteilen, ob die Serben alle so krank drauf sind, dass man ihnen so einen Film widmen muss, aber ansonsten war das ein vielleicht etwas unkonventionelleres Beispiel zum Thema Horrorfilm mit Snuff-Thematik aber, wie gesagt, kein Meisterwerk aber auch kein Schund. 5/10
Und der Score hat auch gut gepasst, keine Frage.

Im Bereich "verstörender Horrorfilm" fand ich z.B. die Inszenierung, das Konzept, die schauspielerischen Leitungen und auch die Effekte im französischen MARTYRS sehr viel eindrucksvoller und nachhaltiger.


17.03.2017 05:23 Uhr - cecil b
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Erfahrungspunkte von cecil b 5.161
"Ich kann nicht beurteilen, ob die Serben alle so krank drauf sind, dass man ihnen so einen Film widmen muss,...".

Ich meine mit Sicherheit sagen zu können, dass das Volk dieses Landes nicht so "krank" ist. ;) Es steht ja nicht für die komplette Politik und Co. Serbiens.

20.03.2017 23:25 Uhr - der neue1067
Eventuell enthält mein Kommentar Spoiler!!!

Erstmal einen schönen guten Abend zusammen,

Da der Film ja hier sehr kontrovers diskutiert wird und ich auch vorher schon
einige male auf dem Film aufmerksam wurde habe ich mich, nach langem ringen mit mir selbst, entschieden den Film anzusehen. Ausschlaggebend war aber auch ein Hinweis in den Kommentaren das der Film uncut mit Deutscher Syncro bei You Tube verfügbar wäre.

Ich muss ehrlich sagen das ich mit einem extrem unguten Gefühl den Film gestartet habe, ich hatte wirklich Angst das mir der Film dermaßen zusetzt das ich Nächtelange Alpträume haben werde und das nicht weil ich zu empfindlich bin. Nein, ich hatte befürchtet das ich das schlimmste sehen werde was mir jemals unter die Augen gekommen ist.
War es dann auch so gewesen, definitiv nein.
Vielleicht hat es daran gelegen das ich im Vorfeld soviel darüber gelesen habe und von der Handlung eigentlich schon alles wusste was mich sonst vielleicht noch hätte überraschen können.

Trotzdem ist der Film einerseits ein ziemlich krankes Stück irgendwas, was andererseits Handwerklich okay ist. Ich hatte hier mehrfach gelesen das der Film technisch auf einem sehr hohen Niveau sein soll. Kameraführung, Schnitt, Ausleuchtung und auch etc. Auch das kann ich nicht wirklich nachvollziehen, der Film ist natürlich weit über den Status eines Amateurfilms und meinetwegen auch eine andere Liga als ein B-Movie aber doch weit entfernt von einer gehobenen Klasse, und das in allen Belangen. Darsteller, Regie, Score, FX und der Rest der technischen Seite ist Mittelmaß und es fehlt dem Film komplett an Atmosphäre. Und genau dass, das fehlen der Atmosphäre, war wohl ausschlaggebend das der Film mich nicht sonderlich berührt hat.
Ich hatte sehr schnell das Gefühl das alles sehr karikiert dargestellt ist und dass das auch so gewollt ist. Einige male fühlte ich mich an "Natural Born Killers" erinnert, der mir auch nicht besonders gefiel. Ich vergleiche hier die beiden Filme auf keinen Fall, sie sind jeder für sich gesehen in meinen Augen nur sehr abstrakt. Bei dem Film den wir hier besprechen war die Szene am Ende mit dem Penis in der Augenhöhle eigentlich eine Bestätigung meines Gefühls das ich eine extrem Bösartige Karikatur auf die Perversion der menschlichen Natur gesehen habe.
Aber ich war den ganzen Film über sehr unberührt von dem gezeigten, es hat mich irgendwie nicht gepackt und es entstand kein Kopfkino. Das liegt auch mit Sicherheit nicht daran das ich in meinem Leben eventuell schon zuviel "kranke scheiße" gesehen habe. Ich werde, so Gott will, dieses Jahr 50 und hab viel schlimmes gesehen und auch einiges selbst erlebt. Das hat mich aber weder abgestumpft noch Unempfänglich für Grausamkeiten gemacht, vielleicht lebe ich aber dadurch ein klein wenig mehr in der, oftmals unvorstellbar grausamen, Realität.

Das mag sich jetzt vielleicht alles sehr dramatisch anhören aber das war kaum meine Absicht. Es gibt Filme die mich bedeutend mehr gefi*** haben und die waren FSK 16. Da gibt es zum einen "a american crime" mit Ellen Page, als ich den Film gesehen habe war ich Unmittelbar nach dem Film kaum ansprechbar. Ich war damals dermaßen betroffen das ich den Film bis heute kein zweites mal angesehen habe.
Vielleicht hatte es damit zutun das die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht und ein realer Hintergrund mir doch mehr vor Augen fuhrt wie extrem Kaputt unsere Welt doch sein kann und leider manchmal auch ist. Ein anderer Film der mir schwer zu schaffen machte heißt "tore tanzt". Auch der Film hat einen realen Hintergrund und als ich ihn vor ein paar Jahren im TV gesehen habe war ich extrem schockiert, da war die Schockwirkung aber für mich mehr das die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, zumindest in der Verfilmung.
Ich habe damals im Internet solange gesucht bis ich die wahre Geschichte gefunden habe und wusste das die Täter bestraft wurden. Auch wenn die Bestrafung Letzten Endes viel zu Milde war wurde zumindest versucht dem Opfer gerecht zu werden.

Da es ja in "a serbian film" um Pädophilie geht, der definitiv schlimmsten Art sexueller Erkrankung, stellt der Film natürlich eine Sonderstellung dar. Und genau da trifft der Film natürlich in die Magengrube des Zuschauers. Er tritt auf die Füße, in den Arsch und hoffentlich auch voll in die Eier aber trotzdem war ich sehr unberührt von der ganzen Darstellung.
Es gab in den letzten Jahren zwei Fernsehfilme mit Senta Berger in der ARD die genau das Thema Pädophilie thematisierten und beide Filme waren für mich unangenehmer/härter/schlimmer wie das was mir der "a serbian film" aufzeigen wollte denn in den TV-Produktionen war reichlich platz für Kopfkino der richtig schlimmen Art.
Vielleicht liegt es auch daran das manch einer mit 50 weiß dass das wahre Leben manchmal schlimmer sein kann wie das was der schlimmste Film uns zeigen will.

PS: Die Filme mit Senta Berger heißen :

Operation Zucker 2012
Operation Zucker. Jagdgesellschaft 2016


Die eben genannten Filme und auch die weiter oben genannten Filme haben bei mir für bedeutend mehr Unwohlsein/Übelkeit/Stress gesorgt wie "a serbian film". Der Film ist bestimmt Grenzwertig und jenseits von Geschmack und auch von Gut und Böse, aber ich war seltsam unberührt von dem was ich da gesehen habe.


So, das ist meine Meinung zu dem Film und wenn jemand meine Ansicht auch absolut nicht teilen mag, bitte ich doch trotzdem von Beleidigungen und persönlichen Anfeindungen abzusehen.

Das war jetzt mein erster Kommentar und ich denke mal das ich alle Spielregeln eingehalten habe.

nen schönen Abend noch.

21.03.2017 01:52 Uhr - der neue1067
sorry, ich habe komplett meine meinung hier wiedergegeben ohne auch nur im ansatz auf die rezi. einzugehen. sowas sollte ich vielleicht machen wenn ich mal eine eigene rezension eintragen werde.

Zu der vorliegenden Rezension möchte ich sagen das ich das mit dem "Tabu brechenden Meisterwerk" nicht so sehe. Der Tabu Bruch ist natürlich gegeben weil sowas bisher nicht so "schmutzig gezeigt" wurde. Da brauchte niemand mehr sein Kopf anwerfen und sich das was nicht gezeigt wurde denken und ausmalen, denn es wurde ja gezeigt bzw angedeutet.

Es stößt mir wirklich sauer auf wenn man im Zusammenhang mit dem Film von einem Meisterwerk spricht, egal ob Tabu brechend oder einfach nur Grenzüberschreitend.

Tabu brechende Meisterwerke sind für mich zB "Salo-Die 120 Tage von Sodom" von Pasolini oder auch (für damalige Zeiten) Caligula von Tinto Brass.
Selbst "Dawn of the Dead" von Romero bezeichne ich eher als Meisterwerk was seinerzeit Tabu´s gebrochen hat. Aber gerade beim letztgenannten ist meine Meinung wohl sehr Subjektiv da der Film zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählt.
Da "Tanz der Teufel" nach lange überfälliger entschlagnahme eine Wiederaufführung in vielen Kino´s erlebt hat hoffe ich inständig das es bei DotD ähnlich laufen wird, wobei ich die Chance äußerst gering sehe das der Meilenstein des Horror/Splatter Kino´s in nächster Zukunft vom Index gestrichen wird.

Das Reviev gefällt und ist gut geschrieben auch wenn ich die Meinung des Autors nicht unbedingt für mich annehmen kann aber dafür wurde sie ja auch nicht geschrieben. Besonders gefällt mir der zweite Absatz, obwohl es sich nicht konkret auf dem Film bezieht weiß ich doch sehr gut wie es war als man sich als Horrorfilm Fan nur mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnten ausgetauscht hat.
Ich war von 1986 an Mitglied im Horrorfilmclub "Evil Ed". Der Club selbst war in Düsseldorf und ich selbst lebe in Braunschweig. Die brachten mehrmals im Jahr ein Club-Magazin raus und ich glaube monatlich einen Flyer. Es wurden Versteigerungen gemacht, es gab Rätsel mit kleinen Preisen die man gewinnen konnte und man konnte sich untereinander austauschen Info´s, Filmen, Poster, Aushangfotos, Soundtracks und noch soviel mehr. Man hat Sachen getauscht mit Leuten aus Holland und Österreich.
Ihr könnt euch kaum vorstellen was das für eine schöne Zeit war, zumindest sehr viele von euch können das kaum nachvollziehen wie "besonders" es doch war Horrorfilme zu sammeln die ungeschnitten sind auch wenn man nur den Orginalton dazu hatte.

Ich nutze jetzt mal die Möglichkeit Herrn Dia W. aus Düsseldorf zu grüßen, er war damals Gründer des Horrorfilmclub EVIL ED.
Der Film Evil Ed kam natürlich viel später raus, das Evil Ed bezog sich damals auf "Fright Night - Die Rabenschwarze Nacht".

Sorry, ich bin schon wieder total vom Thema abgekommen aber es gibt soviel was ich eigentlich aufschreiben bzw erzählen möchte. Meine Eltern zB hatten ab Anfang der 70er Jahre eine Kfz-Werkstatt mit Kleiner Tankstelle betrieben und in den ganz frühen 80ern nebenbei eine (nicht Lizenzierte/Illegale) Videothek nebenbei betrieben. Das war die Zeit wo Super 8 gerade vom Video-System abgelöst wurde und es noch 5 !!! (in Worten Fünf (Breites grinsen)) verschiedene Video-Systeme gab.

Das war Rückblickend eine der schönsten Zeiten in meinem Leben. Commodore 64, Neue Deutsche Welle, der erste Sex und Video en mass. Und gefühlt waren sogar die Jahreszeiten schöner, im Winter lag lange Schnee und im Sommer war es meistens angenehm warm ohne extreme Hitzewellen oder heftige Temperaturstürze.
Es mag sein das ich die Vergangenheit etwas verklärt sehe denn leider lief es dann später doch nicht mehr so schön wie alles mal begonnen hatte.
Scheidung-Drogensumpf-Schwere Krebserkrankung-Frührentner-Grundsicherung.

Einige von den etwas älteren die sich hier auf der Seite manchmal schlau machen kennen aber vielleicht auch noch die Anfänge des Video-Booms und haben ähnlich schöne Erinnerungen an diese Zeit.
Vielleicht werde ich im Forum, in einer passenden Rubrik, das alles mal ausführlicher schreiben denn da gibt es eigentlich noch soviel spannendes zu erzählen. Zumindest finde ich vieles davon sehr spannend auch wenn ich da natürlich alles andere als Objektiv bin. Aber wenn die Polizei vor der Tür steht mit einem Durchsuchungsbefehl weil es Anzeigen gab das meine Mutter eine Videothek in der Wohnung Betreibt mit einem Großen Kundenstamm dann waren das in meiner Jugend schon ziemlich aufregende Sachen.
Ich denke an dieser Stelle reicht das mit dem was ich geschrieben habe und hier wohl nicht hingehört.
Vielleicht eröffne ich im Forum mal die ganze Geschichte meiner Video Leidenschaft. Wie es dazu kam und was daraus geworden ist. Aber ehrlich gesagt wird das wohl niemanden wirklich interessieren und darum hoffe ich mal das ich euch hiermit nicht schon zu sehr auf´n Sack gegangen bin.

Tschööö und bis demnächst mal wieder

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