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Punisher77
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Eintrag: 19.04.2017

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Killing Salazar

(Cartels)
Herstellungsland:USA, Rumänien (2016)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,67 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Tief verschanzt in einem Luxushotel, wird ein wichtiger Drogenboss von Elite-Soldaten des DEA in Gewahrsam gehalten und bewacht, bevor man ihn zu seinem Prozess in die USA überstellen kann. Doch der zuversichtliche Frieden hält nicht lange an, denn etliche Kartell-Schwerger starten einen finalen Rettungsschlag, um ihr Oberhaupt zu befreien. Ein erbitterlicher Kampf beginnt.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                           KILLING SALAZAR

Killing Salazar gehört zu den sage und schreibe sieben (!) Filmen, die Steven Seagals Filmographie laut IMDB.com im Jahr 2016 aufweist und die teilweise noch auf eine deutsche Veröffentlichung warten. Bei diesem mörderischen Output wagt man kaum nach der Qualität dieser Streifen zu fragen, zumal viele Filme der „Direct-to-Video“- Karriere des stämmigen Actionstars ohnehin von fragwürdiger Qualität sind. Wie würde der in Deutschland nach The Asian Connection, Code Of Honor – Rache Ist Sein Gesetz und Sniper: Special Ops erschienene Killing Salazar abschneiden? Würde Seagal wieder nur eine größere Neben – bzw. Gastrolle in einem billig heruntergekurbelten Fließbandprodukt mit grottigen CGI-Effekten und allzu offensichtlichen Doubles spielen, in dem das Gros der Kampfszenen ohnehin von einem jüngeren und fitteren Darsteller übernommen wird? Oder sollte am Ende doch ein zumindest solide unterhaltender B-Actionfilm wie Mercenary: Absolution (2015) oder der bereits erwähnte Code Of Honor dabei herauskommen?

Die Regie des in Rumänien und den USA gedrehten Streifens, dessen Budget sieben Millionen Dollar betragen haben soll, übernahm Seagal-Spezi Keoni Waxman, auf dessen Konto einige von Steven Seagals besseren DtV-Streifen wie The Keeper (2009) und Mercenary: Absolution (2015) gehen; Waxman arbeitete auch am Drehbuch mit. Neben Seagal gehören u.a. Luke Goss (Death Race 2 & 3, 2010 & 2012), Georges St-Pierre (Kickboxer: Vengeance, 2016), Florin Piersic Jr. (Tatort – Klingelingeling, 2016) und Martine Argent, die hier ihr Filmdebut gibt, zum Cast.

DEA-Agent John Harrison (Steven Seagal) ermittelt seit Jahren gegen den Drogenboss Salazar (Florin Piersic Jr.). Eines Tages stürmt er dessen Anwesen mit einem Spezialkommando und erschießt Salazar. Allerdings war dieser Angriff  aber nur ein Täuschungsmanöver – da sich Salazar als Kronzeuge zur Verfügung stellen will, hat man seinen Tod vorgetäuscht. Jetzt gilt es einen Tag unter Bewachung in einem Hotel zu überstehen, ehe Salazar in die USA geflogen werden kann. Obwohl niemand vom Überleben des Gangsters wissen kann, steht bald maskierter und schwerbewaffneter Besuch vor der Tür, der den Verräter endgültig töten will …

Der Auftakt von Killing Salazar ist nicht gerade vielversprechend, obwohl der Sturm einer Spezialeinheit auf die Villa eines Drogenbosses genügend Gelegenheit für explosive Action bietet. Nun, Explosionen gibt es auch, aber der gesamte Angriff ist teilweise konfus geschnitten, Seagals einziger Aikido-Move in dieser Szene wirkt, als habe er sich mal wieder „vertreten“ lassen (Seagals Gesicht ist in dieser Sequenz nicht zu sehen), und der ganze Zauber ist vorbei, bevor er überhaupt richtig losgegangen ist. Man macht sich als Zuschauer innerlich auf das Schlimmste gefasst. Doch (oh Wunder!): Killing Salazar wird nach dem eher mäßigen Auftakt deutlich besser!

Sobald die Handlung das Geschehen im Hotel zeigt, wird die Action besser, spektakulärer und härter. Zwar muss man hierbei „Direct-to-Video“-Maßstäbe ansetzen, aber nichtsdestotrotz sieht die von Keoni Waxman ordentlich inszenierte Action deutlich besser aus als zu Beginn des Films. So gibt es in schöner Regelmäßigkeit z.T. blutige Schießereien und knallharte Kampfszenen zu sehen, denen man – und auch das ist mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr – als Zuschauer gut folgen kann. Außerdem weist Killing Salazar einige deftige Gewaltspitzen (abgeschossene Hand!) auf, die die Freigabe ab 18 Jahren durchaus rechtfertigen. Und obwohl man hin und wieder auf CGI zurückgriff, fließt in Killing Salazar auch reichlich Kunstblut, was deutlich besser aussieht als das grottige Computerblut in Code Of Honor. „DtV“-Actionfans kommen hier jedenfalls auf ihre Kosten!

Aber auch darüber hinaus hat Killing Salazar einiges zu bieten, was anderen Seagal-Filmen der jüngeren Vergangenheit fehlt. Es mag angesichts eines Films mit dem (mittlerweile auch) russischen Staatsbürger etwas befremdlich klingen, aber sogar die Handlung des Films ist minimal interessanter geraten. Zwar ist die Erzählweise des Films überdeutlich an den Thriller-Klassiker Die Üblichen Verdächtigen (1995) angelehnt, aber immerhin bietet Killing Salazar damit einige interessante Plottwists. Waxman gewinnt so – als Co-Autor des Films – zwar keinen Originalitätspreis, aber trotzdem hat man sich bei Killing Salazar zumindest erfolgreich bemüht, den Film vom Seagal-Einheitsbrei abzusetzen. Das hat man bei dem bereits erwähnten Code Of Honor auch versucht, aber da hat die ach so große Wende in der Handlung – im Gegensatz zu Killing Salazar – nur für unnötige Verwirrung gesorgt.

Obwohl Steven Seagal in den Credits an erster Stelle genannt wird, prominent auf dem DVD-Cover abgebildet ist und den Streifen auch mitproduziert hat, spielt er hier keineswegs die Hauptrolle. Die fällt eher Luke Goss zu, der das Image der B-Film-Variante von Jason Statham (The Transporter, 2002) wahrscheinlich nie los wird, sich aber immer mehr zum gern gesehenen „Direct-to-Video“ mausert, dem zwar (wahrscheinlich) nie der Durchbruch auf Hollywood-Blockbuster-Ebene gelingen wird, seine Sache aber zweifellos gut macht. In den Kampfszenen erledigt er das, wozu Steven Seagal nicht mehr in der Lage zu sein scheint und einen gewissen rauen Charme kann man dem ehemaligen Popmusiker auch nicht absprechen. Ebenfalls wacker schlägt sich Piersic Jr., der mit Salazar – im Rahmen seiner schauspielerischen Möglichkeiten – einen Gangsterboss mimt, der zwar böse und arrogant ist, aber auch menschlichere Seiten zeigen kann. Und Seagal? Er ist zwar den ganzen Film über präsent, hat aber weniger Screentime als Goss und verbringt viel Zeit sitzend in einem Verhörraum. Trotzdem darf er auch ein paar markige Sprüche ablassen und zu Beginn und zum Finale des Films in die Action eingreifen. In der auftaktgebenden Actionsequenz wirkt er – auch aufgrund seiner Ausrüstung – äußerst unbeweglich, was einige Zuschauer sicherlich herablassend kommentieren werden. Im Showdown wirkt Seagal dagegen überzeugender, was auch für den Kampf gegen Georges St-Pierre gilt. Seagal scheint hier tatsächlich die meiste Arbeit selbst erledigt zu haben, da es hier nicht auf komplizierte Moves, sondern eher auf Schlagkraft ankommt.

Machen wir uns nichts vor – auch Killing Salazar ist keine Rückkehr zur goldenen Seagal-Zeit von 1988-1995. Aber gemessen an seinen „Direct-to-Video“-Standards ist der von Keoni Waxman inszenierte Film ein ordentliches, solides B-Actionmovie, das man sich (trotz offensichtlicher Schwächen) mehr als einmal ansehen kann. Und das ist für einen Film seiner Kategorie schon ein Riesenlob!

7/10
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Kommentare

19.04.2017 07:29 Uhr - leichenwurm
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Hi Punisher. Na das hört sich ja tatsächlich ganz brauchbar an. Es ist mitunter echt schwierig bei den ganzen DTV-Kloppern mit Seagal akzeptable Exemplare heraus zu fischen. Deshalb ist das hier ein sehr aufschlussreiches Review... vor allem die ersten beiden Absätze geben ja noch mal Hinweise auf eher gelungene und eher weniger gelungene Filme mit dem Aikido-Moppel. Danke dafür. "Killing salazar" wird auf jeden Fall im Auge behalten... ;-) !

19.04.2017 08:46 Uhr - JasonXtreme
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Ich finde es einfach nur noch schade, dass Seagal nicht mehr wirklich viel selbst Hand anlegt. Von den Fähigkeiten her wäre er, auch mit seinem Übergewicht, durchaus dazu in der Lage - denn wenn ich nen Seagal Film schaue, will ich auch Seagal sehen! Der hier klingt zwar nett, und ich mag Piersic Jr. und Luke Goss, aber ich vermute mal der würde mich nur marginal unterhalten. Trotz allem herzlichsten Dank für die gelungene Ausführung :)

19.04.2017 21:34 Uhr - Punisher77
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Danke für Eure netten Kommentare :-).

@Jason:
das gleiche Problem habe ich auch - wenn ich einen Seagal-Film sehen will, dann sollte er auch wirklich die Hauptrolle spielen. Deshalb achte ich in Rezensionen und Vorabberichten schon darauf, wie viel Screentime er hat. Filme wie der demnächst erscheinende "The Perfect Weapon", in denen er nur ein paar Minuten lang zu sehen sein soll, lasse ich dann gleich links liegen.

19.04.2017 22:51 Uhr - NoCutsPlease
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Bei jedem neuen Seagal rechne ich mittlerweile mit einem Rohrkrepierer, deswegen bin ich umso erstaunter, dass dieser Film wohl mal deutlich besser zu sein scheint.
Beim Punisher rechne ich hingegen nie mit Rohrkrepierern - warum auch?!
Sehr feine Arbeit, genauso wie die Kritik zum neuen Dolphinator. :)

20.04.2017 21:39 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für das Lob, NoCutsPlease!
Ja, "Killing Salazar" ist tatsächlich deutlich besser als das, was Seagal sonst so abliefert...imVerhältnis gesehen...

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