SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Ganz böses Zombiespiel aus AT · Hol dir das böse Game ohne Zollprobleme · ab 34,99 € bei gameware Dying Light 2 uncut PS4 · Der Nachfolger des Zombie-Krachers. Mehr Blut! · ab 59,99 € bei gameware

Day Of The Tentacle Remastered

Herstellungsland:USA (2016)
Alternativtitel:Maniac Mansion 2
DOTT
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,60 (5 Stimmen) Details
eine kritik von s.k.:

Ein Haus voller Verrückter, Zeitreisen und ein machthungriger Purpur-Tentakel. Unter Zockern meiner Generation klingelt‘s bei Erwähnung genannter Stichpunkte sofort, und wem schon bei der Titel-Abkürzung DOTT augenblicklich der Groschen fällt, der bekommt 100 Gummipunkte extra. *g* Natürlich ist von „Day of the Tentacle“ die Rede, einem DER großen Adventure-Meilensteine überhaupt – und zugleich eines der populärsten Genre-Meisterwerke der ehemaligen Kultschmiede Lucas Arts. Ein Must-Have-Titel den man als PCler in den 1990er Jahren einfach haben musste. Jaahaaaa, lang ist’s her…
Und nun, 23 Jahre später, darf auch die neue Generation in den Genuss dieses Klassikers kommen. Tim Schafer, dem geistigen Vater von DOTT, sei Dank. Nach „Grim Fandango“ hat das unter seiner Leitung geführte Entwickler-Studio Double Fine Adventures auch hier Hand angelegt und den ergrauten VGA-Hit fürs Full-HD-Zeitalter wieder fit gemacht. Das Resultat, welches sich nunmehr „DOTT – Remastered“ nennt, kann sich ohne Frage sehen lassen.

Für all jene die die DOTT-Story noch nicht kennen sollten – falls das überhaupt möglich ist-, hier eine kurze Zusammenfassung:
Das geknackte Dreier-Gespann Bernard, Laverne und Hoagie eilt zum Edison-Haus um den durch Dr. Freds eigene Giftbrühe mutierten Purpur-Tentakel aufzuhalten, der mit seinen nachgewachsenen Stummelärmchen Welteroberungsambitionen an den Tag legt. Doch weil das Kind längst in den Brunnen gefallen ist muss die Katastrophe verhindert werden bevor sie passiert. Also gestern. Klar, kriegen wir hin. Denn wie es der Zufall will hat Dr. Fred drei zu Zeitmaschinen umfunktionierte Dixie-Klos im Keller stehen – für nen DeLorian fehlte wohl das Geld *lach* -, ergo schickt er bebrillten Tollpatsch, wirre Medizin-Studentin und korpulenten Rocker auf Zeitreise um die Menschheit vor Purpur zu bewahren. Doch leider geht alles (wie zu erwarten) schief. Hoagie landet 200 Jahre in der Vergangenheit, Laverne selbe Zeit in der Zukunft, während Bernard weiterhin in der Gegenwart festsitzt. Obgleich zeitlich voneinander getrennt müssen alle Drei alles daran setzen den verursachten Schlamassel wieder zu korrigieren…

Zur Beruhigung aller Alt-Fans:
„DOTT- Remastered“ ist kein (!) Komplett-Remake geworden. Die Handlungsabfolge, die Rätsel(ketten), die Dialoge, nahezu alles was das Ur-Spiel eben so kultig macht ist unangetastet geblieben, das Einzige was Schafer und sein Team an Verbesserungen durchgeführt haben ist rein kosmetischer Natur zuzuordnen. Der unvergleichliche, comicartige, aber aus heutiger Sicht auch arg grobpixelige Zeichenstil erstrahlt nun messerscharf 1:1 nachgezeichnet und im bildschirmfüllenden 16:9-Format, während das alte SCUMM-Interface mitsamt Verb-Leiste einem modernen Popup-Menü weicht. Wer sich zu den Puristen zählt und nicht auf SCUMM verzichten möchte darf dies glücklicherweise weiterhin nutzen, muss aber dann auch mit einem klassischen 4:3-Bild leben. Gleiches gilt für die Original-Grafik zu der man – wie bei den „Monkey Island“-Neuauflagen – per Tastendruck schnell hin und her switchen kann. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Neuerungen. Die Animationsstufen der Charaktere sind weiterhin beschränkt, weshalb die Bewegungen von Bernard und Co. altmodisch, sprich leicht abgehakt aussehen, während die knallbunten Hintergründe in der Regel recht starr bleiben. Dafür erfolgt das horizontale Scrolling - anders als früher - nunmehr butterweich.
Richtige Anpassungen lassen sich eher auf der tonalen Ebene herausfiltern. Die neu abgemischte Musik klingt etwas frischer bzw. minimal satter und einzelne Geräuscheffekte wurden ausgetauscht, was aber letztendlich nix an der eher spärlichen Soundkulisse großartig ändert. Neben der alten, leicht dumpfen Deutsch-Sprachausgabe steht nun auch die englische Tonspur zur Verfügung, welche klar vorzuziehen ist. Zwar nicht ganz auf dem Niveau der Original-Fassung von „Sam & Max“ und Co., aber insgesamt doch passender als die deutschen Sprecher. Multilinguale Texte und eine Entwickler-Kommentar-Funktion gibt’s noch dazu, und das „Spiel im Spiel“ – gemeint ist natürlich der DOTT-Vorgänger „Maniac Mansion“ – ist ebenfalls noch enthalten.

Fazit:
Obwohl es nicht zu meinen persönlichen Lucas Arts-Favoriten zählt möchte ich „DOTT – Remastered“ nicht missen. Auch nach über 20 Jahren mag ich den schrulligen Humor und die besondere Rätselgüte des Originals, die mit äußerst schrägen, aber doch streng logischen Einfällen daherkommt. Dank an Schafer und Co. dafür dass sie diese nicht wegzudenkende Genre-Perle für die nächsten (mindestens) 20 Jahre liebevoll restauriert und für nachfolgende Generationen gerettet haben.

8/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Punch
S.K.
9/10
die neuesten reviews
Mörderischer
Kaiser Soze
8/10
Hostel
dicker Hund
6/10
Krieg
ifoundfootage
Hostel
dicker Hund
8/10
Schrottmagnet
sonyericssohn
7/10

Kommentare

14.04.2017 15:53 Uhr - Pratt
DB-Helfer
User-Level von Pratt 23
Erfahrungspunkte von Pratt 11.834
Fand das Original schon super, mit teilweise absurden Ideen & Dialogen, typisch LucasArts und habe mir daher diese aufgemotzte Variante für Steam geholt, ein zeitloser Gameklassiker!!
Mein LA-Favorit ist Outlaws!!

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)