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Punisher77
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Eintrag: 15.09.2017

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Barett - Das Gesetz der Rache

(Joshua Tree)
Herstellungsland:USA (1993)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi
Alternativtitel:Army of One
Au dessus de la loi
Barret - Das Gesetz der Rache
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Joshua Tree - Das Gesetz der Rache
Vild Flugt

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,18 (43 Stimmen) Details
inhalt:
Der als Rennfahrer erfolglose Barett verdient sich seinen Lebensunterhalt mit dem Transport gestohlener Luxusschlitten. Während einer dieser Transporte wird er von der Polizei aufgehalten. Es kommt zu einer brutalen Schießerei, bei dem Baretts Partner und ein Cop auf mysteriöse Weise erschossen werden. Barett wird festgenommen, kann aber während der Überführung ins Gefängnis fliehen.
Er "beschafft" sich einen Wagen und nimmt die Fahrerin Rita zur Geisel. Es kommt zu einer gnadenlosen Verfolgungsjagd durch die Mojave Wüste. Der abgebrühte Cop Severance setzt alles daran, Barett dingfest zu machen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                            JOSHUA TREE

Mit Universal Soldier (1992) war Dolph Lundgren an der Seite von Jean-Claude Van Damme ein Auftritt in einem internationalen Kinohit, dem ersten seit Rocky IV – Der Kampf Des Jahrhunderts (1985), gelungen. Eigentlich hätte dieser Film seiner Karriere einen ähnlichen Schub verpassen müssen wie seinem belgischen Kollegen, doch sein nächster Film Joshua Tree, dessen Titel später in den USA in Army Of One geändert werden musste, um eine Verwechslung mit dem gleichnamigen Album (!) von U2 (!!) zu vermeiden, kam in vielen Ländern gar nicht erst ins Kino. In Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Argentinien erschien er exklusiv auf Video, während er in den USA und Schweden seine Premiere im Fernsehen erleben musste. Eine derartige Behandlung hat Joshua Tree, der in Deutschland den deutlich markigeren Titel Barett – Das Gesetz Der Rache erhielt, nicht verdient, handelt es sich hierbei um einen der besten und oft unterschätzten Filme in der Karriere des schwedischen Actionstars.

Zugegeben, die Vorzeichen zu Joshua Tree sahen nicht besonders gut aus. Ein Budget von geschätzten neun Millionen Dollar und eine Drehzeit von 38 Tagen lassen nicht unbedingt auf einen großartigen Film schließen. Dieser Eindruck relativiert sich allerdings, wenn man weiß, wer auf dem Regiestuhl Platz nahm: Vic Armstrong. Armstrong gab hier zwar sein Regiedebut, war aber anno 1993 längst ein alter Hase im Filmbusiness. Er war Stuntman, bzw. Stuntkoordinator in mehreren James Bond-Filmen (z.B. Im Geheimdienst Ihrer Majestät, 1968) und übte diese Funktion auch in Filmen wie Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug (1989), Universal Soldier (1992) oder Thor (2011) aus. Außerdem fungierte er als Second Unit-Regisseur bei Filmen wie Henry V (1989), Gangs Of New York (2002) und Mechanic: Resurrection (2016). Armstrong weiß also, wie man Action inszeniert. Auch die Besetzung enthielt interessante Namen. Neben Lundgren und der äußerst reizvollen Kristian Alfonso, die vorher in TV-Serien wie Zeit Der Sehnsucht (Seit 1983) und Falcon Crest (44 Folgen von 1988 bis 1990) aufgetreten war, standen für Joshua Tree noch Geoffrey Lewis, bekannt aus Clint Eastwood-Filmen wie Die Letzten Beißen Die Hunde (1974) und Der Mann Aus San Fernando (1978), und Beau Starr (Halloween V – Die Rache Des Michael Myers, 1989) vor der Kamera. Der größte Clou war dem Joshua Tree-Team mit der Besetzung von George Segal gelungen: Segal war Golden Globe-Gewinner, wurde für seine Leistung in Wer Hat Angst Vor Virgina Woolf (1966) für den Oscar als „Bester Nebendarsteller“ nominiert und war in Klassikern wie Sie Fürchten Weder Tod Noch Teufel (1966) und Die Brücken Von Remagen (1969) zu sehen. 2017 erhielt Segal seinen Stern auf dem Hollywood Walk Of Fame.

In Joshua Tree spielt Dolph Lundgren den ehemaligen Rennfahrer Wellman Santee (Nur in der deutschen Fassung heißt Lundgren Barret…), der sich seit dem Ende seiner Karriere mit seinem Kumpel Eddie (Ken Foree – Dawn Of The Dead, 1978) als Schmuggler für gestohlene Autos verdingt. Eines Tages werden die beiden von einem Highwaycop angehalten. Es kommt zu einer Schießerei, bei der Eddie und der Cop getötet werden. Man schiebt Santee den Mord in die Schuhe und verurteilt ihn zu mindestens zwanzig Jahren Knast. Als er bei einer vermeintlichen Pinkelpause ausgeschaltet werden soll, flieht Santee und nimmt unterwegs die attraktive Rita (Kristian Alfonso) als Geisel. Was Santee nicht weiß – er hat eine Polizistin gekidnappt …

Als ich Joshua Tree im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal sah, war ich – gelinde gesagt – ziemlich enttäuscht. Der Film war gar nicht so actionhaltig wie The Punisher (1989) oder Dark Angel (1990) und langweilte mich damals mit viel zu viel Handlung. Dass der Film – trotz einer Freigabe ab 18 Jahren – geschnitten war, erfuhr ich erst später. Hätte mir beim Blick aufs Backcover aber auffallen müssen, da dort das Foto einer Szene abgebildet war, die im Film nicht zu sehen war. Mittlerweile – über zwanzig Jahre später und nach mehreren Sichtungen der ungekürzten Fassung – gehört Joshua Tree für mich zu Lundgrens Highlights.

Auch wenn The Punisher (1989), Dark Angel (1990) und Universal Soldier (1992) quantitativ gesehen mehr Actionszenen enthalten, ist Joshua Tree ein hervorragender Actionfilm, der seine Schauwerte gut über die gesamte Laufzeit von 102 Minuten verteilt. Sicherlich gibt es in dem Film ein alles überragendes Highlight: Die Schießerei in dem Lagerhaus. Hier hat Regisseur Armstrong – deutlich beeinflusst von Hongkong-Regisseur John Woo (The Killer, 1989) – alle Register seines Könnens gezogen. Obwohl sich seit 1993 im Actionfilm einiges getan hat, braucht diese Sequenz, die von ultrapräzise inszenierten, äußerst blutigen Schießereien bis hin zu knüppelharten Zweikämpfen alles aufwendet, was den qualitätsbewussten Actionfan zufriedenstellt, auch aus heutiger Sicht keinen Vergleich zu scheuen – vor allem, wenn man weiß, dass hier kein CGI zum Einsatz kam, bzw. kommen konnte und jedes Auto, das hier beschädigt, bzw. abgefackelt wurde, auch echt war.

Trotzdem wäre es falsch, Joshua Tree auf diese Szene zu reduzieren. Wenn Santee wild um sich schießen muss, um einigen übereifrigen Cops zu entkommen, ist das ebenfalls spektakulär. Und auch der Showdown, zu dem ein wahnwitziges Autorennen gehört, ist wahrlich nicht von schlechten Eltern. Wie gesagt – andere Lundgren-Filme mögen mehr Actionszenen und mehr Tote zeigen, aber Joshua Tree bietet ebenfalls hervorragende Actionszenen, die halt nur etwas anders, bzw. wirkungsvoller dosiert werden.

Außerdem kann Joshua Tree auch schauspielerisch punkten. Sicherlich ist Dolph Lundgren kein Robert De Niro oder Leonardo Di Caprio, aber Joshua Tree zeigt Lundgren als einen wesentlich vielseitigeren und teilweise auch richtig guten Darsteller. So überzeugt Lundgren nicht nur in den Kampf – und Actionszenen, sondern auch in den tiefer gehenden Sequenzen mit Eddies Sohn (Jagt mir immer wieder einen Schauer über den Rücken) oder seinem (Film-)Vater.

Aber auch der Rest der Besetzung lohnt das Ansehen von Joshua Tree. Kristian Alfonso ist in Joshua Tree natürlich eine äußerst attraktive, junge Frau, hat aber noch andere Qualitäten. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern zeigt sich auch äußerst selbstbewusst, z.B. wenn sie Santee in den Arsch tritt. Alfonso hätte durchaus das Zeug zur Actionheldin gehabt.Geoffrey Lewis erweist sich in Joshua Tree einmal mehr als solider Nebendarsteller, der die Rolle des besonnenen Sheriffs bestens ausfüllt.

Alle Darsteller des Films werden jedoch von George Segal mühelos an die Wand gespielt. Segal, der bis 2014 immer noch gut im Geschäft war, gibt eine brillante Vorstellung als großkotziger, arroganter Lieutenant Severence, die den Zuschauer auch heute noch dazu bringt, Segal/Severance leidenschaftlich zu hassen. Segal gehört definitiv zu den besten Schauspielern, mit denen Dolph Lundgren je vor der Kamera stand.

Was Joshua Tree ebenfalls sehenswert macht, sind die vielen Anspielungen auf Filmklassiker, die Vic Armstrong und Drebuchautor Steven Pressfield in den Film eingebaut haben und die mal mehr, mal weniger offensichtlich sind. So ist der Shoot-Out in der Lagerhalle deutlich an John Woo angelehnt, während Anspielungen auf Sam Peckinpahs Getaway (1972) etwas schwieriger zu erkennen sind. Die ganzen Anspielungen zu erkennen, ist eine Herausforderung, die den Film auch sehenswert macht.

Trotz allem ist Joshua Tree nicht ohne Schwächen. Mit über 100 Minuten ist der Film für das, was er erzählt, dann doch etwas zu lang geraten und einiges wirkt dann doch zu übertrieben – so schießt Lundgren in einer Szene in eine Schrotpatrone ab und sofort explodiert ein ganzer Melonenstand.

Aber das sind im Grunde nur Kleinigkeiten. Letztendlich ist Joshua Tree ein weit überdurchschnittlicher, kompetent inszenierter Actionfilm, der im Jahr 1993 durchaus eine Chance im weltweiten Kino gehabt hätte.

8-9/10

9/10
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Kommentare

15.09.2017 08:30 Uhr - Weltraumgott
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Ein echt fetter Actionkracher! Seitdem er Uncut bei uns ist, wird der immer wieder gerne geschaut. So muss ein Actionfilm auch aussehen!

Danke für die Review. ;)

15.09.2017 08:41 Uhr - dicker Hund
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Noch so ein Ex-Indexianer, der eine Nachholung wert sein könnte - spätestens nach dieser engagierten Empfehlung hier.

15.09.2017 09:10 Uhr - JasonXtreme
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Die falsche deutsche Synchronstimme von Dolph regt mich zwar auch nach dem zigsten Sehen noch auf^^ aber wie immer weiß Herr Punisher genau wovon er redet, ne 8 lass ich da gerne springen!

15.09.2017 09:29 Uhr - Intofilms
3x
Dir ist erneut eine glänzende Vorstellung gelungen, in der du so leidenschaftlich wie kenntnisreich die Lundgren-Werbetrommel rührst. Zurecht, wie ich finde. Denn ich habe den Streifen ebenfalls als sehr gefällig in Erinnerung (8 Punkte meinerseits). Danke vor allem für die ganzen Zusatzinfos! Vieles von dem, was du hier so fleißig zusammengetragen hast, war mir völlig unbekannt. Und dabei ist es doch so wissenswert! ☺️

15.09.2017 15:50 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure netten Kommentare :-).

@Jason:
Ja, die Synchronstimme finde ich auch etwas unpassend...ich glaube, die hatte er auch in "Red Scorpion". Die Synchronstimme, die Lundgren in den "Expendables"-Filmen hat, finde ich dagegen noch ok. Es geht aber nichts über Lehmann!

15.09.2017 16:13 Uhr - TheRealAsh
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Auch hier muss ich neben Segal und Jean Claude zugeben, dass ich den Lungrenerich in dieser Zeit aus den Augen verloren habe. Dein tolles Review macht ihn mir aber schon sehr schmackhaft. Irgendwie ist der deutsche Titel auch doof, oder? "Joshua Tree" hört sich meines Erachtens einfach gleich besser an.

15.09.2017 17:00 Uhr - Punisher77
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Danke Ash!

Ja, das finde ich auch. Der deutsche Titel klingt irgendwie zu 08/15. Und auch der Promospruch "Ein Mann wie Dynamit" ist jetzt nicht sooo innovativ. Aber was soll´s...ein guter Film bleibt ein guter Film.

15.09.2017 20:40 Uhr - Pratt
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Sehr lesenswertes Review, zu einem von Dolph's besten Filmen, kann man immer wieder schauen!! Wieder mal klasse Review von dir!!!! Auf welcher Fasuung beruht dein Review!!!


P.S. Der Originaltitel bezieht sich übrigens auf die Josua-Palmlilie(Joshua Tree's) die mehrmals im Film zu sehen sind.

15.09.2017 21:16 Uhr - Punisher77
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Danke sehr, Pratt!

Mein Review beruht auf der 102minütigen Blu Ray von "Nameless" mit "Ab 18"-Freigabe.

16.09.2017 08:59 Uhr - NoCutsPlease
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Saubere Arbeit, Puni! :)
"Barett" ist zwar nicht unbedingt mein Lieblings-Lundgren (Hm, habe ich überhaupt einen?), aber bei einer 8/10 bin ich auch dabei.

16.09.2017 14:23 Uhr - leichenwurm
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Hallo Punisher. Sehr gut zu lesendes Review. Ich Pendel bei dem immer so zwischen ner 6 und ner 7. Die von dir lobend erwähnte Lagerhallen-Schiesserei ist natürlich der Hammer und vielleicht sogar die beste Actionszene, in der der alte Schwede je zu sehen war. Allerdings (und hier gehen unsere Meinungen etwas auseinander) empfinde ich die restlichen Actionszenen als nicht annähernd so gut. Diese Schiesserei hätte definitiv ans Ende des Films gehört... es wäre ein perfekter Showdown gewesen. Das etwas angehängt wirkende Doppelfinale kann da mMn einfach nicht mehr viel reissen. Abgesehen davon stimme ich dir aber zu sehr grossen Teilen zu.

18.09.2017 12:18 Uhr - Punisher77
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Auch an Euch vielen Dank!

@Leichenwurm:
Ja, wenn eine Actionszene im Stil der Lagerhausschießerei der Showdown gewesen wäre, wäre das in der Tat die Kirsche auf der Torte gewesen und ich hätte nicht zwischen 8 und 9 geschwankt.

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