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tschaka17
Level 6
XP 546
Eintrag: 16.04.2017

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John Wick & John Wick: Kapitel 2
Gentleman's Edition - Ultimate Fan Collection

22 Bullets

(Immortel, L')
Herstellungsland:Frankreich (2010)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:22 Kugeln - Die Rache des Profis

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,23 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Charly Matteï (Jean Reno) hat seine gesetzlose Vergangenheit als Mafia-Pate hinter sich gelassen. Er war der Beste seines Fachs, dennoch hat er seinen Dienst vor drei Jahren quittiert, um endlich ein ruhiges und beschauliches Leben mit seiner Frau und seinen zwei Kindern führen zu können. Doch seine alte „Familie“ lässt ihn nicht einfach gehen und sein früheres Leben holt ihn ein. An einem kalten Wintermorgen wird Matteï von acht maskierten Männern am helllichten Tag von 22 Kugeln durchsiebt und dem Tod überlassen. Erstaunlicherweise überlebt Matteï den Anschlag seiner damaligen Bandenchefs und erhebt sich nun mit aller Macht gegen die, die ihn töten wollten.
eine kritik von tschaka17:

Vergossenes Blut trocknet nie.

Am 1. Februar 1977 wurde der bekannte französische Kriminelle Jacques Imbert Opfer eines Attentats: Ein Killerkommando durchsiebte ihn mit 22 Kugeln. Doch Imbert überlebte und wurde zu einer Legende. Der Originaltitel dieses Films L'immortel (Der Unsterbliche) passt daher noch etwas besser als die gängige Beziehung zu den 22 Geschossen. Das Werk lehnt sich insgesamt auch eher lose an die tatsächlichen Ereignisse an.

Story: Ein Vater und ein Sohn fahren in ihrem Auto durch die französische Provinz. Gut gelaunt singen sie die gerade laufende Opernarie mit. In Marseille will der Vater dann nur noch schnell das Fahrzeug parken, der Sohnemann steigt schon einmal aus um einem Gaukler zuzuschauen. Er wartet und wartet, aber der Vater kommt nicht. Attentäter haben ihn in der Tiefgarage mit 22 Kugeln niedergestreckt. Doch der Mann stirbt nicht: Es ist Charly Mattei, der Unsterbliche.

Mattei ist ein großer Name im kriminellen Milieu. Er hat unzählige Tote auf dem Gewissen. Die Polizei ist alarmiert und alte Freunde von Mattei sichern ihm ihre Hilfe zu. Mittlerweile ist dieser aber im Ruhestand und selbst der Anschlag verleitet ihn nicht dazu ein Blutbad zu veranstalten. Doch als dann ein loyaler Weggefährte brutal hingerichtet wird besinnt sich der Killer auf seine Fähigkeiten. Er schwört Rache! Nicht für sich, sondern für seinen Freund. Und dann steht er mit einer Pistole und einer Granate inmitten seiner Feinde.

Ich werde euch alle erschießen, alle. Einen nach dem anderen. Aber nicht sofort. Ich will, dass ihr Zeit habt darüber nachzudenken, was ihr getan habt.

Cast: Hauptprotagonist und gealterter Killer Charly Mattei ist Jean Reno. Meiner Meinung nach ein Schauspieler mit unglaublich viel Charisma. Und hier passt die Rollenbesetzung perfekt. Mattei liebt seine Familie und versucht alles um diese zu beschützen. Ihm sind seine Fehler bewusst und auch, dass er ein schlechter Mensch ist. Diese Mischung macht ihn enorm bedrohlich. Tötet er keine Frauen, Kinder und Polizisten, so hat er jedoch kein Problem damit den Abschaum ins Jenseits zu befördern. Viele seiner Aussagen ließen sich als Zitat einrahmen und an der Wand aufhängen. Doch neben der tollen Charakterzeichnung wirkt Reno auch in den Actionszenen realistisch und auch sein Überleben des Anschlags ist plausibel.

Sein Gegenspieler ist Kad Merad. Ihn verbindet ein persönliches Schicksal mit Mattei und sein Motiv für den Anschlag ist nachvollziehbar. Bösewicht mit Background, Daumen hoch! Merad ist eher im Bereich der Komödien (Willkommen bei den Sch´tis) zu Hause, überzeugt aber in seiner Rolle des Tony Zacchia. Der Antagonist muss nicht immer nur böse sein, sondern handelt hier aus wirtschaftlichem Interesse und wirkt dabei sehr berechnend. Trotzdem schreckt er nicht vor brutalter Gewalt zurück. Hat mir sehr gefallen!

Jean-Pierre Darroussin wird den meisten eher unbekannt sein, mir geht es da nicht anders. Er ist ein guter Freund von Mattei und ist letzterem bei der Aufklärung des Anschlags und dem Schutz dessen Familie behilflich. Besonders bei mehrfachen Sichtungen kann man die feinen Details seiner Figur erkennen und entdeckt immer wieder neue Inhalte.

Auf Seiten des Gesetztes hätten wir Marina Fois als ermittelnde Polizistin. Ihr Mann starb im Dienst und deswegen hadert Marie Goldman mit ihrem Beruf. Trotzdem ist sie tough, besitzt aber auch Herz. Geht in Ordnung.

Technische Aspekte: Alle Effekte sind handgemachter Natur, Stunts sehen echt aus und bei Gewalt sieht man die Blutpackete schön suppen. So muss das sein!

Leider nicht so doll ist die Kameraarbeit. Schöne Landschaftsaufnahmen, tolle Bilder, gefühlvolle Personenaufnahmen - eigentlich gibt es da nichts zu meckern. Die Actionszenen jedoch sind extrem wackelig gefilmt und mit einem sehr unschönen Schnitt-Staccato unterlegt, so dass eine Übersicht der Lage nicht möglich ist. Trauriges Highlight ist die Verfolgungsjagd, die absolut keinem Epileptiker zu empfehlen ist! Die Beteiligung von Luc Besson spürt man hier leider und dies ist ärgerlich, da der Film bei seiner sonst freizügigen Gewalt auch nichts durch Schnitte kaschiert.

Die Musik wiederum ist fein abgestimmt und ergänzt das Werk wirklich gut.

Fazit: Der Film lebt von seiner interessanten Geschichte und seinen guten Schauspielern. Auch die Settings und Locations sind schön, die Musik passt und der Gewaltgrad ist angemessen hoch. Besonders die feinen Dialoge sind lobend zu erwähnen.

Abzüge gibt es aber für wenige vorhersehbare Wendungen - es gibt aber auch Überraschungen - und die etwas lasche Nebengeschichte. Größtes Manko ist die hektische Action. Ruhige und kurze Gewaltausbrüche gibt es zwar auch, aber die großen Kracher sind mir dann doch zu chaotisch geraten.

22 Bullets ist auf jeden Fall ein sehr sehenswerter Action-Thriller, den ich eigentlich einmal im Jahr sichte. Klare Empfehlung, hier wird niemand groß anecken und die Laufzeit von 117 Minuten schaut sich längenfrei weg. Es muss nicht immer der große Wurf sein, solide Arbeit erfreut mich als Filmfan auch.

Starke 7,5/10

Ich werde dich umbringen, von Angesicht zu Angesicht, eine Frage des Respekts. Du sollst wissen wer dich tötet und du sollst auch wissen, warum du stirbst.

8/10
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Kommentare

16.04.2017 18:41 Uhr - naSum
User-Level von naSum 10
Erfahrungspunkte von naSum 1.486
Qualität am Sonntag - Danke sehr!




PS: Habe amüsiert grinsen müssen bei:
Er hat unzählige Tote auf dem Gewissen.

Klingt ein wenig wie ein runder Kreis ;)

16.04.2017 21:14 Uhr - tschaka17
User-Level von tschaka17 6
Erfahrungspunkte von tschaka17 546
16.04.2017 18:41 Uhr schrieb naSum
Qualität am Sonntag - Danke sehr!




PS: Habe amüsiert grinsen müssen bei:
Er hat unzählige Tote auf dem Gewissen.

Klingt ein wenig wie ein runder Kreis ;)


Wollte letztens schon die Rezi schreiben, habs dann verschoben und die Tage den Film vorher noch gesehen.

Runder Kreis passt: Der Film macht wirklich richtig Bock, das Gewackel in den wenigen Actionszenen kann man locker verschmerzen. Und Reno seh ich persönlich immer super gerne!

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