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dicker Hund
Level 14
XP 3.430
Eintrag: 13.05.2017

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Wolf Creek

Herstellungsland:Australien (2005)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,28 (87 Stimmen) Details
inhalt:
Kristy, Ben und Liz - drei junge Leute an der sonnigen Westküste Australiens. Mit vollen Rucksäcken, viel Enthusiasmus und einem halbwegs fahrtüchtigen Ford Kombi starten sie in den Urlaub ihres Lebens: drei Wochen Outback-Tour im Wolf Creek Nationalpark. Der beginnt mit Sommerhitze, Abenteuer und Romantik, bis eines abends das Auto nicht mehr anspringt. Die drei richten sich schon für eine dunkle Nacht ein, als Mick auftaucht. Der schrulllige Mann bietet an, sie mit seinem Truck abzuschleppen und am nächsten Tag ihr Auto zu reparieren. Doch bei Sonnenaufgang wird klar, dass Mick sie nicht gehen lassen will. Niemals wieder...
eine kritik von dicker hund:

Das Franchise "Wolf Creek", aus dem bisher ein Sequel und eine Serie erwuchs, war Greg McLeans großer Wurf. Es handelt sich um eine australische Variante von Tobe Hoopers "Blutgericht in Texas", nicht mehr und nicht weniger.

So uninteressant das erst einmal klingen mag, so abgedroschen beliebig geht der Film dann auch los. Wie in unzähligen Teenie-Slashern und Torture-Porn-Flicks schon bis zur Bewusslosigkeit gesehen, saufen hier zwei junge Frauen und ein junger Mann, machen Party und muten den müden Ohren des Vielkonsumenten "Naa... Stehst Du auf ihn?"-Dialoge zu. Doch schon nach wenigen Minuten gefällt ein halbnacktes Bad in dem von der aufgehenden Sonne verlegen beschienenen Meer weniger mit dem winzigen Hauch Erotik (Sex 2/10), als vielmehr mit der prachtvollen Landschaft. Und das dort implizite Versprechen wird in der Folge eingelöst, bedient sich die Setgestaltung bei Umgebung und Beleuchtung doch gekonnt an dem, was Mutter Natur an stimmungsbringenden Ingredienzien für eine gelungene Kulisse zu bieten hat. Da besticht die Landstraße durch das australische Outback als eine etwas andere Route 66, und die kreisende Kamerafahrt um den Meteoritenkrater tut ihr übrigens für die Zwischenbilanz: Man hat es hier - zumindest optisch - mit veredelter Genrekost zu tun.

Langsam stellt sich schließlich noch heraus, dass die Charaktere nicht ganz so grobschlächtig sind, wie eingangs zu befürchten stand. Ben (Nathan Phillips), Kristy (Kestie Morassi) und Liz (Cassandra Magreth) sind zwar flirtende junge Leute, wirken aber allein durch ihr nicht ganz so aalglattes Erscheinungsbild weniger stromlinienförmig als die vergleichbaren Figuren aus den mannigfaltigen US-Produktionen dieser Art. Mit markantem Ausdruck und differenziertem Spiel gelingt es den Darstellern, dank einiger pointierter Dialoge den leicht naiven Rucksacktouristen ihren selbstbewussten und doch verletzlichen Odem einzuhauchen. Eigentlicher Star des Ganzen ist aber John Jarratt als Mick Taylor, der mit seiner Gegensätze betonenden und latent aggressiven Rhetorik an Captain Spaulding aus Rob Zombies zwei Jahre zuvor entstandenen "Haus der 1.000 Leichen" erinnert. Diese Art von Wortwitz wirkt zwar eher bedrohlich als amüsant (Humor 2/10), weiß durch ihre Steigerung hin zu zynisch-sadistischen Kommentaren aber umso mehr zu gefallen.

Aufgrund dieser inszenatorischen Finessen kann man "Wolf Creek" nachsehen, dass er sich fast eine ganze Stunde Zeit nimmt, bis er den Terror entfesselt. Dessen Einschläge werden in grafischer Hinsicht nicht einmal in hohen Gängen gefahren (Gewalt 4/10), was den meisten Vertretern dieser Zunft den Todesstoß versetzen würde. Bei den Auftritten des Mannes mit dem Hut verfehlt die Jagd auf unschuldige Opfer ihre Wirkung aber trotzdem nicht. Das Spiel mit dem Dreck und der Dunkelheit hat hieran ebenso viel Anteil wie der Umstand, dass mit der ausgiebigen Aufbauarbeit doch noch Sympathieträger entstanden sind, mit denen sich mitfiebern lässt. Der Score verstärkt die schockierenden Szenen (Horror 6/10) mit tiefem Läuten und grellem Kreischen und erfüllt damit seine Schuldigkeit.

Gegen Ende verliert die Regie leider den roten Faden aus den Augen, so dass die Erzählung einen arg tollpatschigen Nachgeschmack hinterlässt. Zahlreiche Klischees halten die Begeisterung zusätzlich in Grenzen: Musste die Berufung auf eine vermeintlich wahre Begebenheit wirklich sein? Hätte man nicht auf diese hoffnungslos ausgelutschten Szenen verzichten können, die mit den Hindernissen zu tun haben, die entstehen, wenn man im Angesicht der Gefahr auf ein Auto angewiesen ist? Das Schöne an dieser kleinen Filmperle (7/10 Punkten) ist indes, dass sie trotz solcher Ärgernisse einen ganz eigenständigen Glanz hat. Wenn die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht wird in der Känguru-reichen Steppe, entsteht ein etwas anderer Hinterwäldler-Charme im Sinne einer ungleichen Konfrontation von Reisefreunden und einem Einsiedler, dessen markig-verschmitzte Boshaftigkeit Lust auf mehr macht. Die R-Rated hat es mit Erwachsenenfreigabe ungeschnitten durch die FSK geschafft, die Unrated unterscheidet sich mal wieder kaum.

7/10
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Kommentare

13.05.2017 09:31 Uhr - NoCutsPlease
3x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.110
Tolle Arbeit wieder, der ich rundum - bis zur letzten Halsfalte - zustimmen kann. :)
Australiens Naturkulisse rockt grundsätzlich immer und deshalb haben Filme von dort stets einen optischen Bonus bei mir.

13.05.2017 10:28 Uhr - Intofilms
4x
(Gestern Abend habe ich noch einen kleinen Kommentar zu HPs "Rogue"-Rezi gepostet, der hier natürlich genauso gut passen würde.) Wie ihr beide, du und NCP, richtig betont, ist die einzigartige australische Naturkulisse eine ganz große Stärke von "Wolf Creek". Auf den ersten Blick wirkt alles friedvoll und unschuldig. Doch dann tritt allmählich die unheimliche Seite, ein anfänglich nur unterschwelliges Grausen immer stärker in den Vordergrund. Der ideale Kontext für diese Art von Filmen. Ich finde sogar, der heimliche Star dieses Franchise ist tatsächlich die Natur selbst, die weiten, menschenleeren Flächen des australischen Hinterlands, die bisweilen wie eine irreale, fremdartige Mondlandschaft anmuten. Da können doch nur schlimme Dinge passieren!

Die neue Serie fängt die stille Dämonie dieser faszinierenden Landschaft übrigens ebenfalls grandios ein und läuft gegen Ende zu absoluter Höchstform auf. Kann ich also nur empfehlen.

"Wolf Creek" ist für mich eine solide 8, "Wolf Creek 2" eine starke 8, die Serie wiederum eine solide 8. Insgesamt also ein ganz tolles Franchise. Hoffentlich sorgen McLean und Jarratt möglichst bald für Nachschub!

Hervorragende Rezi, ein echter Mops! ;)

13.05.2017 11:18 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 21
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 9.125
Da hat der dicke Hund wohl Urlaub in Down Under gemacht und von dort ein exzellentes Review nach Good Old Germany zurück gebracht :) Bei deiner Bewertung kann ich dir auch rundum zustimmen, ist der Film dank der langen Einführung und den recht zurückhaltenden Killszenen nicht der ganz große Wurf kann er sich dennoch durch die tolle Naturkulisse und John Jarrats bestechende, beängstigende und dabei dennoch recht charismatische Darstellung des Killers positiv vom Genredurchschnitt abgrenzen.

13.05.2017 18:03 Uhr - Rayd
1x
User-Level von Rayd 5
Erfahrungspunkte von Rayd 333
Da bekommt ich glatt Lust, mir den Streifen heut Abend Mal anzuschauen (liegt ja nicht auch schon seid 2 Jahren knapp hier Rum:/) Schöne Rezi, lässt sich wie nicht anders von dir gewohnt super lesen. Kommt Teil 2 auch noch?

13.05.2017 19:48 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.430
Besten Dank an alle!

Mit der Fortsetzung werde ich mich im Laufe der nächsten Woche befassen, wenn auch nur mit wenig Mehrwert für die Community, zumal schon sehr viele Kritiken zu "Wolf Creek 2" vorhanden sind. Ich rechtfertige das mal damit, dass ich hier im Hinblick auf die Anzahl von mir besprochener Horrorproduktionen eben weit aushole und zur Vergleichbarkeit dann eben auch viel-rezensierte Titel dazugehören. Oder ich sage mir einfach: "Wenn der User Rayd das so möchte, kann es ja nicht verkehrt sein." ;.)

14.05.2017 13:50 Uhr - Rayd
1x
User-Level von Rayd 5
Erfahrungspunkte von Rayd 333
13.05.2017 19:48 Uhr schrieb dicker Hund
Besten Dank an alle!

Mit der Fortsetzung werde ich mich im Laufe der nächsten Woche befassen, wenn auch nur mit wenig Mehrwert für die Community, zumal schon sehr viele Kritiken zu "Wolf Creek 2" vorhanden sind. Ich rechtfertige das mal damit, dass ich hier im Hinblick auf die Anzahl von mir besprochener Horrorproduktionen eben weit aushole und zur Vergleichbarkeit dann eben auch viel-rezensierte Titel dazugehören. Oder ich sage mir einfach: "Wenn der User Rayd das so möchte, kann es ja nicht verkehrt sein." ;.)
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Da kann ich ja erstmal nur vielen Dank sagen ;) Aber ich werfe Mal in den Raum, dass ich sicher nicht der einzige bin, der sich darüber freuen würde. Außerdem ist bei einem Film, der oftmals rezensiert wurde auch die Gefahr der Quantität, anstelle der Qualität gegeben, wo wir bei deinen Rezensionen stets auf Seiten der Qualität sind. :)

15.05.2017 14:49 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.283
Du hast ein ganz tolles Talent die Filme wiederzugeben und schmackhaft zu mache, bei gleichzeitiger Realitätswertung.

Auch hier muss ich zugeben, dass ich den schon lange besorgen will und es nie übers Herz gebracht habe, da ich immer denke, hm, lohnt er oder nicht?

Am Wochenende ist bei uns Filmbörse und da werd ich mal schauen, ob ich den herkrieg. Wie gesagt, Waxwork hab ich mittlerweile gesehen und fand, dass du ihn echt treffen beschrieben hast.

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