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Murder-Set-Pieces

Herstellungsland:USA (2004)
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Alternativtitel:Murder Set Pieces
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,18 (27 Stimmen) Details
inhalt:
Murder set pieces erzählt die Geschichte eines deutschstämmigen Fotogarfen in Las Vegas, der durch seine dunkle Vergangenheit gequält wird und nur ein Ventil für seine Probleme findet: Mord.
Gezielt tötet er junge Prostituierte in der Spielerstadt und verrennt sich durch seine Taten immer mehr in der Ausübung brutaler Gewalt.
eine kritik von dissection78:
Ein Modefotograf führt ein Doppelleben und vergewaltigt und ermordet Frauen...

"Murder-Set-Pieces" aus dem Jahr 2004 wurde von Regisseur Nick Palumbo für 2 Millionen Dollar in Las Vegas gedreht. Der Film erinnert an eine moderne Variante solcher Früh-80er-Filme wie "Maniac", "Don't Go in the House", "Don't Answer the Phone" oder "Nightmares in a Damaged Brain".
Er strahlt eine nihilistische Misanthropie aus, ist aber im Gegensatz zu jenen Werken auf Hochglanz poliert was Kameraarbeit, Bildgestaltung und Ästhetik angeht. Die Make-Up-Effekte sind von "August Underground"-Macher Fred Vogel.

Der Killer ist ein gutaussehender Typ mit Nazi-Tick, der innerlich kalt und leer ist, keine Gefühle für seine Mitmenschen empfindet. Er masturbiert zu NS-Propagandafilmen, vergewaltigt, foltert und ermordet sowohl Huren als auch Kinder.

Im Film hat der Hauptcharakter übrigens keinen Namen. Er wird gespielt von dem Deutschen Sven Garrett, der als Sven Gadzimski geboren wurde, und der hauptsächlich in amerikanischen Kurzfilmen und Seifenopern zu sehen war. Garrett spielt hölzern, grob und unsympathisch. Ob bewusst oder unbewusst (ich tendiere zu Letzterem)... es passt jedenfalls zur Figur.
In Nebenrollen zu sehen sind: "Candyman" Tony Todd, "Leatherface" Gunnar Hansen, Edwin Neal, Hansens Filmbruder im Original-TCM von '74, und Cerina Vincent ("Cabin Fever")

Glaubt man den Gerüchten, provozierte MSP während der Dreharbeiten mehrere Polizeieinsätze. Danach weigerten sich drei Filmentwicklungslabore am Enstehungsprozess des Machwerkes teilzuhaben. Provokation ist sowieso die Hauptintention des Streifens - so hat man jedenfalls das Gefühl. Neben den brutalen Rape- und Mordszenen, neben Sex, Gewalt und Misogynie werden Ausschnitte aus NS-Filmen und Aufnahmen der 9/11-Anschläge in MSP hineingeschnitten. Dies alles soll vermutlich hauptsächlich der Schockwirkung dienen.

Doch die gewollte Wirkung tritt nicht ein, denn genauso kalt wie der Mörder ist auch MSP. Oder präziser ausgedrückt: MICH lässt er kalt. Man sieht zuviel, und wenn zuviel innerhalb eines Filmes angeschnitten und gezeigt wird, stumpft man auch innerhalb jenes Filmes ab. So erging es jedenfalls mir. Subtil ist was anderes.
Es fehlt mir - rein vom filmischen Gesichtspunkt aus gesehen - das Emotionale. Der Film nimmt mich als Zuschauer nicht wirklich mit, er nimmt nicht gefangen, denn der größte Teil der Figuren ist unsympathisch und/oder berührt einen nicht sonderlich. Der einzige sympathische Charakter ist die junge Jade (gespielt von Jade Risser).
Dazu kommt noch, dass der Streifen mit der Zeit wirklich langweilig wird, und somit wirkt "Murder-Set-Pieces" auf mich persönlich NICHT wirklich heftig, sondern einfach nur stumpf. Sollte dies entgegen meiner Vermutung Palumbos Absicht gewesen sein, so ist sein Werk ein voller Erfolg.

In Deutschland lief MSP auf dem "Weekend of Fear"-Festival. Eine deutsche Veröffentlichung ist mir nicht bekannt. Vermutlich haben die Labels einfach zuviel Angst, den Film hierzulande zu veröffentlichen, denn ein Verstoß gegen §131 StGb ist schon aus weiter Ferne zu erkennen.
Doch auch im UK hat "Murder-Set-Pieces" es schwer, denn ihm wurde vom BBFC die Freigabe verweigert, wodurch dem Film jegliche Vertriebsmöglichkeiten in Großbritannien genommen wurden. Der Prädident der Organisation, David Cooke, meinte, auch eine geschnitte Version sei keine Lösung, da auch die restlichen Einstellungen im Film für die expliziten Szenen vorbereitend seien und sich am Kontext durch die Schnitte nichts ändern würde. Daher die komplette Freigabeverweigerung.

Der Unterschied zwischen der amerikanischen R-Rated Fassung (83 Minuten) und dem Unrated Director's Cut (90 Minuten) beträgt über 7 Minuten, und eine Originalfassung, die nie auf den Markt gebracht wurde, soll ca. 105 Minuten gedauert haben.
4/10
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