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Ghost in the Shell

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Comicverfilmung, Drama,
Science-Fiction, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,11 (26 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Basierend auf dem international anerkannten Sci-Fi Hit, "GHOST IN THE SHELL" erzählt die Geschichte von Major, einem einzigartigen halb Mensch halb Cyborg Hybrid, der die Elite Einheit Section 9 anführt. Ihr Ziel ist es die gefährlichsten Kriminellen und Extremisten zu stoppen. Jetzt allerdings muss sich Section 9 einem Feind stellen, der sich das Ziel gesetzt hat, die fortschrittliche Cyber Technologie von Hanka Robotics auszulöschen. (Paramount Pictures Deutschland)

eine kritik von tschaka17:

Sie haben mich erschaffen, aber Sie können mich nicht kontrollieren!

Ghost in the Shell hat mich persönlich ziemlich überrascht. Der Film funktioniert auf ganz andere Art und Weise wie ich erwartet hatte. Das Original aus dem Jahr 1995 sowie seine Fortsetzung oder die angelehnte Serie sind mir fremd, genauso wie die eigentliche Materie. Meine Erwartungen nach dem Trailer beschränkten sich also auf Action in Sci-Fi-Optik mit für mich eher wenig relevanter Handlung.

Story

Major ist Agentin der Spezialeinheit Sektor 9. Doch im Gegensatz zu ihrem Partner ist sie kein Mensch. Nach einem angeblichen Unfall wurde ihr Bewusstsein in einen künstlichen und optimierten Körper eingepflanzt. Ghost in the Shell. Doch immer wieder gibt es Fehlfunktionen und Erinnerungsfetzen, welche ihr einen Einblick in ihr altes Leben geben. Als ein neuer mächtiger Cyberterrorist auftaucht liegt es an Major ihn zu stoppen. Aus dem anfänglichen Kampf gegen einen Kriminellen wird aber schnell die Suche nach sich selbst und dem eigenen Schicksal sowie der eigenen Vergangenheit. Und natürlich werden manche Verbündeten dabei zu Feinden.

Cast

Gerne tätige ich Aussagen wie: "Generell spielt der gesamte Cast solide." Gemittelt würde ich durchaus auch Recht behalten, aber während die Hauptprotagonisten sehr stark sind und der Gegner wirklich in Ordnung ist die gesamte Randbesetzung erstaunlich schlecht.

Viel diskutiert wurde die Besetzung von Scarlett Johansson als Major. Warum eine Weiße in einem östlichen Film als Leader? - Die üblichen Befürchtungen halt. Johansson trägt den Film. Ohne Probleme! Ihre Figur ist interessant, tiefsinnig und physisch präsent. Dabei schafft die in diesem Film attraktive Schwarzhaarige  es sowohl die perfekt ausgebildete Kämpferin zu mimen als auch das Wesen auf der Suche nach sich selbst. Vor allem ihre gespielte Distanz zwischen ihrer Seele und dem fremden modifizierten Körper wirkt sehr authentisch. Diese teilweise philosophisch anmutenden Sequenzen packen durch ihre Performance einfach den Zuschauer.

Ebenfalls sehr gefallen hat mir ihr Partner Batou (Pilou Asbæk). Seine Figur ist nicht der stumpfe Mitlauf-Helfer, sondern eigenständig und mit klaren Motiven versehen. Tatsächlich hätte ich gerne noch mehr von ihm gesehen! Körperlich ist der Däne ein ganz schönes Brett und verliert dabei in dem wie erwähnt philosophischen Kontext nie seine Menschlichkeit. Stark!

Der abgespacte Cyberterrorist Kuze wird von Michael Pitt dargestellt. Zu Beginn wirkt er enorm exzentrisch, doch im Laufe des Films und mit mehr Background zu seinem Charakter erdet sich dies. Und dann entwickelt sich ein Bösewicht mit Charisma, der die Frage nach Gut & Böse neu aufwirft.

Welchen Nutzen Takeshi Kitano als Leiter des Squads hat konnte ich nicht erkennen? Er ist halt der alte Mann, der (vermutlich) einfach japanisch quatscht und als Boss Kontrolle und Weitsicht hat. Vielleicht können Fans mehr mit seiner Rolle anfangen oder mir fehlt da nötiges Wissen.

Schlecht war der fiese Chef des Roboter-Unternehmens. Wie der gesamte Verein dieser Bastler. Uncharismatisch, platt und unglaublich vorhersehbar. Sowohl das Script als auch die Leistungen sind hier wenig gelungen. Schade.

Technische Aspekte

Der Trailer ließ es erahnen: Ghost in the Shell wird ein technisches Meisterwerk. Die Effekte sind bis ins letzte Detail fein animiert. Bestes CGI! Hier kommt allerdings mein Kritikpunkt: Besonders die Darstellung der Stadt mit ihren Unmengen an Werbung wirkt einfach überladen. Fans werden sich über die riesige Vielfalt an Details freuen, mir war es dann doch irgendwann zu viel des Guten. Auch wenn der Look überzeugt.

PG-13. Gefiel mir nach Ankündigung garnicht. Doch die ruhige Kamera mit schöner Slow-Motion und überraschende Härte hat meine Meinung geändert. Die Freigabe ist kein Problem.

Ansonsten ist halt ein üppiges Sci-Fi-Bild zu sehen, dazu passende Outfits und generell viel kreativer Output. Hier konnte sich jeder austoben. Mit Erfolg!

Der Soundtrack sitzt, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Erwartet asiatisch-gespacte Mucke.

Stärken & Schwächen

Wie erwähnt hat mich der Film anders überzeugt als erwartet. Zuerst das Negative: Die Action ist ok. Es gibt stylische Shootouts und ein paar Nahkämpfe. Insgesamt aber deutlich zu wenig und vor allem absolut nichts Neues, trotz des frischen Looks. Da hatte ich wesentlich mehr erwartet und mir wurde auch mehr versprochen.

Wiederum hat mir die Story mit ihrem philosophischen Einschlag sehr gefallen. Durch eine tolle Scarlett Johansson und die clever verpackte Suche nach sich selbst hat mich dieser Part mitgerissen. Und zum Nachdenken gebracht. Darauf war ich dann nicht eingestellt und deswegen positiv überrascht.

Doch dieser Aspekt wird arg getrübt durch eine Szene im Film. Keine Spoiler! Aber der Anstoß für Major und somit der Moment ihres Ausbruchs aus dem System würde so in Wirklichkeit nicht funktionieren. Der Stein muss ins Rollen kommen, aber ich als Zuschauer steige ich in dem Moment aufgrund seiner Unglaubwürdigkeit aus. Zwar schafft es Johansson nachträglich noch den Betrachter einigermaßen ins Boot zu holen, aber hier knackst der Film gewaltig. Die nicht nachvollziehare Dummheit des Antagonisten in besagter Situation und dessen schlechte Performance zerstören viel! "Lass uns trennen" im Horrorfilm-Niveau. *Kopfschüttel*

Auch das Ende hat leider seine Tücken, denn so ein richtiger Abschluss wird dem Zuschauer nicht geboten. Irgendwann ist plötzlich das Finale, dann ist es auch schon wieder vorbei und schon rollen die Credits. Unzufriedenstellend.

Fazit

Nach dem Trailer war ich unschlüssig. Sichtung im Kino oder lieber auf die Heim-VÖ warten? Die veröffentlichten ersten 5 Minuten haben mich dann klar zu Option 2 tendieren lassen. Wahrscheinlich die richtige Wahl.

Ghost in the Shell ist ein Auf und Ab. Eine interessante Geschichte mit philosophischem Grundgedanken packt den Zuschauer, einzelne Szenen schlagen ihm dann wieder ins Gesicht. Die Hauptprotagonisten und allen voran Scarlett Johansson sind sehr stark, das Drumherum an Schauspielern ist schwach und der traurige Tiefpunkt ist der extrem schlechte Halbbösewicht, dessen Dummheit nur von seiner monotonen Art getoppt wird. Optisch ist der Film eine Wucht, mir persönlich aber etwas zu überladen. Ton und Kamera sind in Ordnung.

Erstaunlicherweise versagt oder zumindestens bremst der Film bei der Action und packt bei den tiefsinnigen Inhalten. Verkehrte Welt!

Bereue ich die Sichtung? Nein! Werde ich Ghost in the Shell noch öfter sehen? Definitiv! Die philosophische Komponente hat mich unerwartet überzeugt und mir richtig Spaß gemacht. Die Laufzeit von 107 Minuten ist ok, sollte aber auf keinen Fall länger sein.

Macht euch selbst ein Bild. Den einen wird der Film zufriedenstellen, den anderen herb enttäuschen. Ich bin da selbst sehr gespalten.

7/10

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