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Into the Sun - Im Netz der Yakuza

(Originaltitel: Into the Sun)
Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,28 (23 Stimmen) Details
inhalt:
Als der Gouverneur von Tokyo ermordet wird, soll der ehemalige CIA-Agent Travis Hunter die verantwortlichen Terroristen zur Strecke bringen. Schnell findet er heraus, dass der Mord an dem Gouverneur Teil eines undurchdringlichen Netzes aus Korruption und Gewalt ist, denn Hunter hat den Plan eines ehrgeizigen Yakuza-Bosses aufgedeckt, der gemeinsam mit der chinesischen Mafia ein mächtiges Drogenkartell aufbauen will. Die Zeit wird immer knapper, während die Yakuza über Leichen geht, um ihren Plan durchzuziehen. Hunter muss das Komplott vereiteln - und dabei möglichst die eigene Haut retten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                  INTO THE SUN

Into The Sun (2005) war der Auftakt zu einem äußerst produktiven Jahr für Steven Seagal. Nach Into The Sun drehte Seagal mit Submerged, Today You Die und The Foreigner – Black Dawn noch drei weitere Filme und fungierte beim Actionstreifen Dragon Squad als Produzent. Dass sich Seagal in puncto Arbeitswut noch enorm steigern sollte (Im Jahr 2016 sollte er es auf sieben Auftritte vor der Kamera bringen…), konnte damals noch niemand ahnen. Und auch wenn Into The Sun kein Highlight im umfangreichen Schaffen des Actionstars ist, so ist er doch so manch aktuellem Seagal-Werk vorzuziehen.

Das Into The Sun zugrundeliegende Drehbuch stammte ursprünglich von Trevor Miller. Sein Skript wies jedoch allzu deutliche Ähnlichkeiten mit Sidney Pollacks Film Yakuza (1975) auf, so dass sein Buch von Joe Halpin und Steven Seagal umgeschrieben wurde, um nicht in den Verdacht zu geraten, ohne Genehmigung ein Remake des Pollack-Films zu drehen. Regie führte Mink, alias Christopher Morrison, ein Comicautor, der hier sein Regiedebut gab. Neben Seagal traten hier Darsteller wie Matthew Davis (Tigerland, 2000), Takao Osawa (Midnight Eagle, 2007) und William Atherton (Stirb Langsam 1 & 2, 1988 & 1990) vor die Kamera. Für ein paar Sekunden ist auch Chiaki Kuriyama zu sehen, die in Quentin Tarantinos Kill Bill Vol. 1 (2003) die Rolle der Gogo spielte. Gedreht wurde Into The Sun in Japan, wo er auch im Kino lief.

Als der Gouverneur von Tokio getötet wird, schaltet die C.I.A. ihren ehemaligen Topagenten Travis Hunter (Steven Seagal) ein, um den Mord aufzuklären. Hunter, der sein Geld eigentlich mit dem Verkauf hochwertiger Schwerter verdient, macht sich – unterstützt von dem Rookie Sean Mac (Matthew Davis) – an die Ermittlungsarbeit und findet heraus, dass es einen Konflikt innerhalb der Yakuza gibt. Der junge, aufstrebende Kuroda (Takao Osawa) will mit seiner Gang und der chinesischen Mafia ein neues Drogenkartell aufbauen, was die traditionellen Yakuza nicht auf sich sitzen lassen können …

Das DVD-Cover zeigt Seagal mit einem Maschinengewehr (mit Granatwerfer) auf dem Rücken und im Hintergrund eine gewaltige Explosion. Die Fotos auf dem Backcover zeigen den Hauptdarsteller zweimal mit einem Schwert. Die Verpackung verspricht jedenfalls reichlich Action und da Kill Bill Vol.1 ultrabrutale Schwertkämpfe salonfähig gemacht hat, ist die Hoffnung, dass Seagal in Into The Sun ähnlich rigoros zu Werke geht wie Uma Thurman in Tarantinos Film, nicht ganz unbegründet. Aber wie heißt es doch so schön: Beurteile niemals ein Buch (bzw. einen Film) anhand seines Covers. Die durch die Verpackung geschürten Erwartungen werden nicht erfüllt, in der ersten Stunde des 93minütigen Films geschieht nach dem bleihaltigen Auftakt so gut wie nichts. Stattdessen darf man Steven Seagal hauptsächlich dabei zusehen, wie er seine Kontaktleute abklappert und Informationen sammelt. Das ist in etwa so spannend wie das Ausfüllen der Steuererklärung. Während dieser ersten Stunde werden dem Zuschauer zwei Dinge bewusst. Erstens: Es war ein Fehler, Seagal während der ersten Stunde hauptsächlich in Schauspielszenen einzusetzen, da er darstellerisch einfach zu wenig zu bieten hat und die 1,2 Kämpfe, in die er während dieser Zeit verwickelt wird, vorbei sind, ehe sie richtig begonnen haben. Zweitens: Die Handlung ist ebenfalls nicht dazu geschaffen, den Zuschauer anderthalb Stunden lang zu fesseln, im Gegenteil. Außerdem ergibt sie zum Teil überhaupt keinen Sinn – warum hat man z.B. ein Attentat auf ein Staatsoberhaupt in den Film eingebaut, wenn dieses für den eigentlichen Plot überhaupt keine Rolle spielt?

Trotzdem bleibt (für mich) nach der ersten Sichtung des Films seit seinem Erscheinen im Jahr 2005 festzuhalten, dass Into The Sun immer noch kein Streifen ist, den man gesehen haben muss; er ist aber immerhin besser als vieles, was der Ex-Alarmstufe: Rot-Star seiner Fangemeinde in den Jahren zwischen Sichtung 1 und Sichtung 2 zugemutet hat. Der Film hat, trotz einiger deutlicher Längen, auch eine Reihe von positiven Aspekten vorzuweisen.

Sicher, die Actionszenen in der ersten Stunde sind nicht zahlreich, aber wenn Seagal in Aktion tritt, dann richtig. Der Kampf auf dem Markt ist zwar viel zu kurz, präsentiert Seagal aber in einer Form, in der man ihn heute gern wieder sehen würde. Wenn Seagal seinen Gegnern die Gräten bricht, tut es einem beim Zugucken selbst richtig weh. In der letzten halben Stunde, in der Hunter/Seagal auf Rachetour geht, nimmt Into The Sun dann doch noch Fahrt auf und bietet einen (für Direct-to-Video-Verhältnisse) ordentlichen Showdown mit Blut und Schwertern, so dass man (fast) versöhnt ist mit der vorangegangenen Stunde. Außerdem hat man das Gefühl, dass Steven Seagal in den Actionszenen engagierter agiert als in vielen Nachfolgeprodukten. Auch wenn sein Gesicht in manchen Sequenzen nicht zu sehen ist, hat man – im Gegensatz zu The Foreigner – Black Dawn, um nur ein Beispiel zu nennen – das Gefühl, dass Seagal den Großteil der Actionszenen wirklich selbst bestritten hat. Oder man hat ihn einfach nur geschickter gedoubelt. Wie dem auch sei: In Into The Sun muss man sich nicht über deutlich schlankere Seagal-Doubles mit anderen Frisuren ärgern.

Außerdem weist Into The Sun einige Nebendarsteller auf, die ihre Sache durchaus gut machen, allen voran Takao Osawa als junger, arroganter und skrupelloser Yakuza-Aufsteiger, der nichts mit den alten Traditionen im Sinn hat. Und auch Matthew Davis als Seagals jüngerer Sidekick und William Atherton als Hunters Vorgesetzter füllen ihre Rollen ordentlich aus.

Zu guter Letzt verfügt der in Japan gedrehte Film über eine Reihe interessanter, exotischer Schauplätze wie z.B. wunderschöne Gärten, belebte Märkte und futuristisch anmutende Straßenzüge und Spielhallen. Damit hebt sich Into The Sun optisch wohltuend von den vielen nachfolgenden, hauptsächlich in Osteuropa fließbandartig heruntergekurbelten Nachfolgewerken des Aikidomeisters ab.

Into The Sun ist bei weitem kein überragender Film und wer hier auf einen neuen Nico (1988), Zum Töten Freigegeben (1990) oder Deadly Revenge – Das Brooklynmassaker (1991) hofft, wird bitter enttäuscht werden. Trotzdem ist Seagals 2005er-Japanausflug ein solider Direct-to-Video-Actionfilm, der im Vergleich zu nachfolgenden Zumutungen wie The Foreigner – Black Dawn (2005) oder Kill Switch (2008) gar nicht mal so übel ist.

5-6/10

6/10
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Kommentare

05.07.2017 06:22 Uhr - Pratt
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Gelungenes Review, wie immer!!!! Ich muss sagen, dass der mir ziemlich gut gefallen hat und ich fand den auch oder trotz fehlender Actionszenen sehr gut, was daran liegen mag, dass der Film nicht in Osteuropa spielt sondern in Japan und auch über ein gutes Budget verfügte, ist allerdings schon einige Jahre her. Übrigens einige der Songs im Film wurden von Seagal gesungen und das wie ich finde sehr gut und ohne zusätzliches "Dubbing" ;-)

05.07.2017 08:11 Uhr - dicker Hund
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Noch so ein B-Actioner unter meinem Radar, dessen Besprechung aber Freude bereitet. Definitiv unterhaltsamer als die Steuererklärung;-)

05.07.2017 08:51 Uhr - TheRealAsh
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Ja, die Hundesteuer ist definitiv nicht spaßig, dein Review aber wieder mal serienmäßig topp. Wie gesagt, den hab ich auch ausgelassen und das werde ich wohl auch weiterhin tun. Belly wird aber demnächst gesichtet

05.07.2017 11:39 Uhr - JasonXtreme
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Jap, der war absolut noch ansehbar aus Seagals Vita - wie immer super Rezi!

05.07.2017 11:45 Uhr - Knochentrocken
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Der Film war natürlich kein burner so wie Seagals Filme bis AR: 2, aber dennoch besser als so manche Krücke die danach kam.

06.07.2017 06:44 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure lobenden Worte :-)!

Im Vergleich zu vielen aktuelleren Seagal-Filmen ist "Into The Sun" gar nich übel, wobei man allerdings auch hier erwartungsgemäß den Ball flach halten sollte, denn an die vom Weltraumgott genannte Phase kommt er nicht heran. Es ist echt schade, dass Seagal und seine Mitarbeiter kein Geld oder keine Lust haben, mal wieder `ne exotischere Location aufzusuchen und was anderes zu machen als den üblich gewordenen Einheitsbrei!

@TheRealAsh:
Dann bin ich mal gespannt, wie dir "Belly" gefällt.

@Pratt:
Danke für die Zusatzinfo :-)!

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