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Wrong Turn

Herstellungsland:USA, Deutschland (2003)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Détour Mortel
Povorot ne tuda
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,78 (78 Stimmen) Details
inhalt:
Für eine Gruppe junger Leute wird ein Ausflug in den Wäldern von West Virginia zum Horrortrip: Nach einer Autopanne machen sich Medizinstudent Chris und seine Schicksalsgenossen auf die Suche nach Hilfe. Ein falscher Weg führt sie zu einem bizarren Holzfällercamp. Was die jungen Leute dort entdecken, übertrifft ihre schlimmsten Alpträume. Sie geraten in die Hände von drei blutrünstigen Kreaturen, die ihre Opfer gnadenlos jagen. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
eine kritik von dicker hund:

Falsch abzubiegen ist meistens kein Grund zur Freude, in Horrorfilmen allerdings besonders unvorteilhaft. Das müssen Chris (geschäftig-ernst: Desmond Harrington alias Jack aus "The Neon Demon") und Jessie (selbstbewusst mit einprägsamem Gesicht: Eliza Dushku, nicht nur für "Sex and Breakfast" interessant) am eigenen Leibe erfahren. Schuld daran ist Rob Schmidt, der sich dank der Folge "Right to die" zumindest serienmäßig als "Master of Horror" bezeichnen lässt. Seine Neuinterpretation von Wes Cravens "The Hills have Eyes", der erst drei Jahre später sein Remake von Alexandre Aja spendiert erhielt, mauserte sich zu einem Franchise mit inzwischen fünf Fortsetzungen.

Nach der ersten halben Stunde fühlt sich "Wrong Turn" indes erst einmal an wie seelenlos-uninspirierte Backwood-Ware von der Stange. Junge Leute verlaufen sich im Wald und geraten in eine Hütte. Sie sind der Fortpflanzungsrituale nicht abgeneigt, lassen deren Inszenierung aber nach einem faden Ansatz zum Oralverkehr im Keim ersticken (Sex 2/10). Sie halten sich vor ihren Freunden verborgen, um dann plötzlich wie ein Springteufel hinter ihnen aufzutauchen. Das ist ja so lustig! Fast so, als würde man "Deliverance" ausdrücklich zitieren, was dann leider auch auf stumpfeste "Kennt Ihr den?"-Weise geschieht (Humor 2/10). Bei dieser Form verbaler Andeutung bleibt es gleichsam bezüglich der bösen, schlimmen Drogen. Wer den schwachbrüstigen Auftakt übersteht, traut dem Film kaum noch etwas zu.

Umso positiver überraschen dann die ziemlich markigen Schocksequenzen (Horror 6/10) aus dem Hause "pietätloser Umgang mit Leichen" und dessen unmitelbarer Nachbarschaft. Genreüblich fiese Perspektiven ziehen hier die optische Schlinge routiniert zu. Durch solche gelungene Technik erhält später noch eine Prise Action mit annehmbaren Stunts ihre visuelle Verfeinerung. Ein starker Kontrast entsteht auch durch die aalglatten Fassaden der Figuren, deren Mimen zeitweise wie Models posieren, wozu die Mager-Staturen der weiblichen Körper gut passen. Mit den Masken der Hinterwäldler haben sie nicht viel zu tun. Diese sind anscheinend von inzestuösen, aber definitiv nicht von handwerklich unbegabten Eltern. Ihre Behausung erinnert wenig innovativ an das "Blutgericht in Texas", gefällt nichtsdestoweniger mit ihren Schauer-Exponaten und der fetten, braun-schwarzen Schmiere.

Den Durchbruch zu einer kleinen Filmperle (7/10 Punkten) schafft das verirrte Spektakel schließlich durch das grüne, dichte Blattwerk mit seinen kletterbaren Schauplätzen, die viel interessanter gestaltet sind als der furchtbar belanglose Prolog es befürchten lässt: Lichtstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die undurchsichtigen Baumkronen, und Kamerafahrten über die Waldoberfläche lassen die Präsentation der Umgebung fast so hell wie jene in "Turistas" glänzen. Der Rest ist im Grunde gekonnter Standard: Sei es der Score mit seiner Mischung aus lässigem Rock und unterschwelligen Streichinstrumenten, sei es das Kunstblut, von dem nur so viel fließt wie nötig, um im Subgenre überhaupt wahrgenommen zu werden. Gorehounds werden an einigen Stellen vielleicht müde lächeln, mehr nicht (Gewalt 5/10). Die FSK-Freigabe ab 16 erscheint da angemessen.

7/10
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Kommentare

01.06.2017 21:23 Uhr - NoCutsPlease
4x
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User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.132
Lumpi ist mal wieder stilsicher in seinem blutigen Habitat unterwegs und markiert gekonnt das waldige Terrain.

Für mich ist dieser Teil der professionellste Streifen der Reihe und deshalb spendiere ich ihm 8/10 inzestuöse Hässlons. :)

01.06.2017 21:44 Uhr - Intofilms
4x
Nachdem ich ja zuletzt gerne mal allgemeine Lobesworte verteilt habe, bekommt jetzt endlich auch Wuffi sein - ähm - Fett weg:
Dein unermüdlicher Schreibfleiß (beängstigend!) und deine stets aufs Neue zündende Kreativität (inspirierend!) sind einfach eine unschlagbare Kombination. Was hast du mir schon für schöne Momente beschert - und bestimmt nicht nur mir!
THANK YOU! :)))))

Rezi ist sehr kompakt, aber gehaltvoll. Wunderbar! :)

P.S.:
- FSK 16 für "Wrong Turn" hat mich doch etwas überrascht. Für mich ein klarer 18er, weil ich den schon ziemlich derb finde.

- Ich habe alle Teile hier stehen und würde mich sehr freuen, wenn dies der Auftakt zu einer sechsteiligen Reviewreihe von dir ist. Aber lass dich von dieser unverschämten Äußerung bloß nicht unter Druck setzen! Andererseits bist du selbst schuld: Du schreibst einfach zu gut! :)

02.06.2017 06:45 Uhr - dicker Hund
3x
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Danke Ihr beiden!

Zu den Fortsetzungen etwas zu schreiben, wäre besonders kreativ, da mir diese bisher nicht vertraut sind...

02.06.2017 07:50 Uhr - Intofilms
3x
Verstehe.
Dieser kreativen Herausforderung bist selbst du nicht gewachsen... :)

02.06.2017 09:17 Uhr - DriesVanHegen
3x
User-Level von DriesVanHegen 5
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Bei der Wertung bin ich ganz bei dir. Ich kann weder nachvollziehen, weshalb der erste Part so gehyped wird, noch fand ich seine FSK 16 sonderlich überraschend.

Falls du dir vornimmst die späteren Teile folgen zu lassen: ich wünsche viel Vergnügen! Denn es wird schlechter und schlechter. Allein der Abfall in punkto Optik beim direkten Nachfolger ist ein Graus, von den Masken der Inzestkiller oder anderen Filmvergnügen verbreitenden Qualitäten brauchen wir da gar nicht erst anfangen. Einziger Lichtblick ist da wirklich der Gore, der, während alle anderen Qualitäten kontinuierlich sinken, kontinuierlich in die Höhe schnellt. Vor allem Teil 3 und 4 hauen ordentlich was raus, den 5. habe ich noch nicht geschafft zu schauen. Ach ja, in Sachen Sex darfst du wahrscheinlich mehr Punkte draufschlagen, zumindest springen einem förmlich ab der ersten Sekunde glorious boobs in's Gesicht.

Da es die vollständigen Versionen dieser Werke bei uns ja nur als Bootleg gibt, empfehle ich zur Collection aus UK, die zumindest Teil 1-6 im OT an Bord hat. Bekommt man förmlich zwischen 15-20€ hinterher geschmissen.

02.06.2017 09:33 Uhr - TheRealAsh
3x
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Super, Hundefreund, am schönsten finde ich: "Den Durchbruch zu einer kleinen Filmperle..." Damit triffst du es auf den Punkt. Wäre bei der gleichen Wertung und habe mich bisher auch geweigert die Fortsetzungen anzusehen. Aber wenn Into die daheim hat und nach dem alljährlichen Halloween- und Freitag-Marathon einlegt, lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen;-p

02.06.2017 09:54 Uhr - Intofilms
1x
Die nachfolgenden Teile schwächeln tatsächlich etwas, um es mal diplomatisch zu formulieren. Aber es wird immerhin ordentlich gesplattert! Und ganz zu Ende konnte ich bis jetzt auch jeden Teil schauen! :) Ich wundere mich aber schon, dass diesem Franchise eine so zähe Langlebigkeit beschert ist. Als Fan der Reihe würde ich mich also nicht unbedingt bezeichnen. Für Hundchens bissige Lästereien wären die Sequels aber sicherlich optimal geeignet... :))

Die Teile 1 bis 5 konnte ich mal preisgünstig als Boxset über AmazonUK erstehen (ich glaube für unter 10GBP), den sechsten habe ich mir dann im letzten Jahr als deutsche Blu zugelegt. Der ist übrigens qualimäßig wieder etwas besser und verfolgt auch einen anderen Ansatz. Kann mir gut vorstellen, dass da noch weitere Fortsetzungen folgen. Ob ich dann aber auch noch mitziehe, bleibt abzuwarten. Bin ja zum Glück kein Hardcore-Komplettist. Außerdem wird die freie Zeit, die zum Schauen verbleibt, sowieso immer knapper...

Ach ja, "Wrong Turn" bekommt von mir auch eine 7/10.

02.06.2017 11:18 Uhr - JasonXtreme
3x
DB-Co-Admin
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Tadellose Arbeit zu einem witzigen Vertreter des Backwoodgenres. Damals im Kino war ich über die 16er Freigabe ziemlich erstaunt, heute natürlich nicht mehr so arg ;)

02.06.2017 13:11 Uhr - DriesVanHegen
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€:
Ich meinte bei der Collection natürlich 1-5.

04.06.2017 04:56 Uhr - CHOLLO
2x
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Super Besprechung zu einem wie ich finde, gelungenem Film!
Wie du schon treffend erwähnst, ist die unheimliche "Dichte " der Wald-passagen ausschlaggebend für seine Wirkung..die mich fast schon parallelen zu dem Predator Setting ziehen lassen;)


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