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Slick die Ratte
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XP 0
Eintrag: 11.06.2017

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A War

(Originaltitel: Krigen)
Herstellungsland:Dänemark (2015)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Krieg

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Kommandant Claus Pedersen (Pilou Asbæk) und seine dänische Einheit sind fern der Heimat in der afghanischen Provinz stationiert. Als die Kompanie ins Kreuzfeuer der Taliban gerät, fordert Pedersen Luftverstärkung an, um das Leben seiner Männer zu retten. Doch zurück in der Heimat muss sich der dreifache Familienvater vor Gericht verantworten, weil bei dem Einsatz unschuldige Zivilisten getötet wurden. Ein zermürbender Prozess beginnt, der ihn auch immer mehr in ein moralisches Dilemma bringt.
eine kritik von slick die ratte:

Der dänische Kompaniechef Claus Pedersen ist mit seiner Truppe in Afghanistan stationiert. Sein Ziel: Stärke und Präsenz gegenüber der Taliban zu zeigen und das Vertrauen der örtlichen Zivilisten zu gewinnen. Die Lage scheint bis auf einen Verlust in einem Minenfeld ruhig. Erst nachdem Pedersen einer Familie aus einem kleinen einheimischen Dorf, das nahe des eigenen Stützpunktes liegt, zu Hilfe kommen will, entpuppt sich die friedliche Lage als trügerisch und zwingt den noch jungen Anführer zu einer schwerwiegenden Entscheidung.

Zeitgleich hat Pedersens Frau Maria in Abwesenheit des Vaters Schwierigkeiten damit, ihre drei gemeinsamen Kinder zu behüten. Während der Jüngste schlichtweg mehr Aufsicht bedarf, ist vor allem das mittlere Kind Julius verschlossen und neigt zudem zu Gewalt bei anderen Kindergartenkindern.

Tobias Lindholms "A War" ist eine stark dokumentarisch anmutende Darstellung vom militärischen Alltag in einem Krisen- bzw. Kriegsgebiet einerseits und familiären Alltag einer temporär Alleinerziehenden. Von einem Krieg kann im klassischen Sinne im Aufgabenbereich der kleinen dänischen Kompanie nicht wirklich gesprochen werden. Es ist vielmehr eine Besetzung und Guerillakampf gegen die Terrororganisation der Taliban, die an eine Art beschützende Bevormundung der afghanischen Zivilbevölkerung gekoppelt ist. Dennoch zeigt Lindholm auch in diesem - verglichen mit anderen Kriegsfilmen - harmlosen Streifen punktuell die hässlichen Seiten des Krieges in ungeschönter Offenheit.

"A War" wirkt in der Darstellung der unterschiedlichen Lebenswelten lange Zeit trist, banal, bekannt - zwar glaubhaft aber dennoch reserviert und mit der Zeit schlichtweg langweilig. Denn erst recht spät zeigt sich, wohin dieser Plot eigentlich steuert und dass die sehr behutsame Exposition den Nährboden für eine dann stattfindende Diskussion um Verantwortung und Schuld in Ausnahmesituationen bieten soll. Verantwortung trägt Pedersen zum einen für seine Familie und seine Frau, die die Last der Kinderversorgung zunehmend niederdrückt. Zum anderen ist er als Kompaniechef sowohl verantwortlich für den Schutz und das Überleben seiner ihm anvertrauten Soldaten als auch für das Vermeiden oder zumindest Minimieren ziviler Opfer in Gefechtssituationen.

Lindholm spitzt seinen Film damit sukzessiv zu, ohne aber auch hier seine gleichmäßige Tonlage zu verlassen und in plakative und emotional aufreibende Höhepunkte zu verfallen. Es wird offensichtlich, dass Pedersen damals ein schweres Dilemma mit sich auszutragen hatte, zu dem er sich jetzt wiederum in einer bestimmten Weise verhalten muss. Lindholm entlässt den Zuschauer durch seine ruhige Inszenierung nie durch eine emotionale Seitentür, mit der er der schweren Thematik und ihrer komplizierten Beurteilung durch Glorifizierung oder anderweitige Verklärung leichtfertig entgehen könnte.

Die Schuld ist da, aber ist sie zu rechtfertigen? Wenn ja, wie? Und wenn nein, wie ist sie verantwortungsvoll zu tragen? Erst spät wird "A War" zu einem wirklich gehaltvollen Film, der allerdings in fast allen Bereichen mehr Mut zur Konfrontation und ausgedehnteren Verhandlung dieser tief menschlichen moralischen Fragen hätte zeigen können.

6/10

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Kommentare

11.06.2017 13:23 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.090
Hochinteressantes und kontroverses Thema!
Der Film klingt in seiner Umsetzung nach skandinavisch-kühler Zurückhaltung. Sicher eine gute Alternative zum emotionalen Overkill aus Hollywood.

11.06.2017 17:00 Uhr - Slick die Ratte
2x
11.06.2017 13:23 Uhr schrieb NoCutsPlease
Hochinteressantes und kontroverses Thema!
Der Film klingt in seiner Umsetzung nach skandinavisch-kühler Zurückhaltung. Sicher eine gute Alternative zum emotionalen Overkill aus Hollywood.


Da hast du vollkommen recht! Genau so ist er! Er opfert seine Figuren und seinen tiefgründigen Konflikt zu keiner Zeit für so ein überdrehtes Schmierentheater a la Hollywood, sondern handelt alles bis zum Schluss mit dieser Zurückhaltung aus, die du perfekt formuliert hast. Dennoch hätte ich mir entweder etwas mehr Emotionen gewünscht (es geht ja auch um die Existenz einer Familie) oder eine etwas intensivere und feurigere Diskussion über das Thema Schuld und Verantwortung. Die erste Hälfte ist doch etwas zäh und könnte den einen oder anderen ganz abschrecken.

14.06.2017 06:02 Uhr - naSum
1x
User-Level von naSum 12
Erfahrungspunkte von naSum 2.085
Die Zurückhaltung und ruhige Inszenierung reizen mich hier schon sehr, einen Blick zu riskieren. Neben dem verbreiteten medialen Lob, dem du durch dein Review eine kleine Bremse verpasst, schraube ich die Erwartungen jedoch etwas zurück.

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