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tschaka17
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Eintrag: 16.06.2017

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Swiss Army Man

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Drama, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,63 (8 Stimmen) Details
inhalt:
Er hat weder einen „Freitag“ zur Ablenkung noch einen Volleyball zur Ansprache. Deshalb hat der auf einer einsamen Insel gestrandete Hank (Paul Dano) bereits mit seinem Leben abgeschlossen und sich den alles beendenden Strick geknüpft, als ihn ein merkwürdiges „Strandgut“ ablenkt und unverhofft zu seinem Lebensretter wird: Die aufgeblähte Leiche von Manny (Daniel Radcliffe) entpuppt sich als veritabler, (un-)toter Alleskönner, mit dem sich trefflich Boot fahren, jagen und sogar kommunizieren lässt. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...
eine kritik von tschaka17:

Manny, dein Penis zeigt uns den Weg nach Hause.

Dass dieser Film skurril wird konnte sich jeder nach dem Trailer denken. Während einige nach der Sichtung tosenden Applaus spendeten, verließen andere schon nach wenigen Minuten die Vorstellung. So war es zumindestens auf dem Sundance Film Festival.

In den Augen des flüchtenden Publikums ist dieses Werk eine Beleidigung. Es gibt Fäkalhumor, eine wirre Geschichte mit einer Leiche als Protagonist und generell ist der Film ein Affront. Kontrovers halt. Will er aber auch sein!

Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe: Swiss Army Man hat auch für mich einige abstoßende Szenen und um auf diese Filmidee zu kommen werden vielleicht ein paar nicht ganz legale Substanzen im Spiel gewesen sein. Das Werk ist in meinen Augen eine Reise durch die menschliche Psyche, ihre Wünsche und Ängste. Der Film macht auf jeden Fall nachdenklich. Und er bleibt im Kopf!

Story

Hank sitzt nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel fest. Alle seine Fluchtversuche sind gescheitert. So will Mann nicht leben und schon hängt er jammernd am Galgen. Doch während des Strangulierungsprozesses sieht er eine Person im Wasser treiben. Glücklicherweise reißt der Strick und die Lichter von Hank bleiben an. Schwups rein ins Meer, um enttäuscht festzustellen, dass die Person eine Leiche ist. Aber besser ein toter Mensch als Gesellschaft als kein Mensch als Gesellschaft. Und da die Leiche auch bald anfängt zu reden ist Hank nun nicht mehr allein. Mit seinem Manny getauften Freund startet die Reise über die Insel und eventuell doch zur möglichen Flucht. Praktisch, dass Manny ein lebendes totes Schweizer Taschenmesser ist.

Sieht man alles im Trailer! Richtig. Mehr über den Inhalt oder gar das Ende zu verraten wäre aber eine Sünde. Eben diese - zugegebenermaßen extrem merkwürdige - Reise hält den Film in Schwung. Und gerade das Ende wird dem sitzhaften Publikum wieder einmal die Wahl zwischen "Was ein Müll" und "Faszinierend" lassen.

Cast

Wenig Zweifel aufwerfen wird der Cast. Der besteht nämlich größtenteils aus zwei Leuten, die beide genial spielen.

Starten wir mit den Lebenden. Oder hier eher dem Lebendem. Paul Dano als Hank. Wie er dem unwissendem und eigentlich totem Manny das Leben erklärt und dabei die simpelsten Sachen irgendwie immer anders laufen als geplant ist herrlich. Und da stets die Option besteht, dass Hank nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und Dinge nur in seinem Kopf passieren muss man als Zuschauer stets aufpassen. Dano spielt diese labile, halb suizidgefährdete und trotzdem lebensfrohe Person einfach klasse. Schon die Eröffnungsszene bringt er ohne einen Ton eindrucksvoll rüber. Ideal besetzt!

Ebenfalls perfekt gebucht wurde hier ein toter Daniel Radcliffe als Manny. Durchaus eine schwere Rolle. Warum? Sich wie ein nasser Sack relativ ohne Gefühlsregung - außer in den niederen Regionen - durch die Gegend tragen zu lassen ist nicht gerade einfach. Seine äußerst trockene Art zu sprechen und der stets gleiche teilnahmslose Gesichtsausdruck sind fein ausgearbeitet. Und die naive und neugierige Art ist interessant. Durch Manny lernt der Zuschauer, während er gleichzeitig auch irgendwie Lehrer ist. Klingt komisch, ist aber so!

Humor & Sinn

Punkt 1 lässt sich leicht abarbeiten. Es gibt viel Fäkal- und Sexualhumor, derbe Witze und bewusst flache Gags. Wer sowas nicht leiden kann sollte den Film meiden.

Der Sinn indes ist eigentlich unmöglich zu bestimmen. Am Anfang habe ich erläutert, wie ich den Film verstehe. Tatsächlich handelt es sich hier um ein Werk, bei welchem jeder eine eigene Meinung oder Erklärung haben kann, die vollkommen richtig ist. Am ehesten lässt sich wohl der Sinn von Menschlichkeit als grober Rahmen abstecken.

Doch neben Humor- und Sinnfragen ist auch eine riesige Bandbreite von Emotionen vorzufinden. So wechselt innerhalb einer Szene Verzweiflung mit Hoffnung und Angst. Die Suche nach Frieden, Freundschaft und Lebenswillen ist genauso präsent wie Liebe, Wut und Traurigkeit. Mich hat es im Film ziemlich durchgeruckelt. Emotional gesehen. Emotional eher wenig gefestigte Leute könnten daher eventuell überfordert werden.

Technische Aspekte

Wenig streitbar wird wohl das Setting sein. Strand, Wald und generell die Natur sind wunderbare Kulissen. Und durch nur zwei Schauspieler kommt diese auch zur Geltung. So simpel wie nur möglich und mit wenigen sichtbaren Eingriffen menschlichen Handels sieht man hier Mutter Erde von ihren schönen Seiten.

Effekte gibt es dabei eigentlich kaum. Vielleicht mal ein Feuer, welches selbstredend handgemacht ist. Vom Protagonisten natürlich.

Die musikalische Unterlegung ist dann wieder ein Knackpunkt. Für den einen passend, für den anderen absolut unpassend. Ich fand den Soundtrack gut, die teilweise gewünschte Dissonaz zwischen Bild und Ton hat für mich gut funktioniert.

Um hier vielleicht auf die Freigabe einzugehen. Das FSK 12 passt. Der Film ist nicht brutal, beinhaltet aber viel vulgäre Sprache und teilweise auch sexuelle Handlungen. Die Grundthematik ist für Kinder nicht geeignet, wenn schon Erwachsene den Sinn nicht wirklich erklären können, wie soll dann ein Kind ihn verstehen. Ab 12 sollten Kinder aber differenzieren können.

Fazit

Mir hat Swiss Army Man gefallen. So einen Film gab es noch nie und wird es wahrscheinlich auch nie wieder geben. Für mich war es eine leicht melancholische Reise durch die Natur mit zwei tollen Darstellern und vielen Aspekten zum Nachdenken. Für andere wird es Müll sein.

Handwerklich ist der Film gut gemacht. Da führt kein Weg dran vorbei. Empfehle ich ihn also?

Diese Review dient eher der Ermutigung von Unsicheren sich selbst ein Bild zu machen. Swiss Army Man ist so komisch, dass ich absolut nicht sagen kann wem er gefallen wird oder nicht. Doch eine Sichtung bis zum Ende rate ich dann doch an. Das gebieten unausgesprochene Filmregeln.

Dementsprechend sind die Punkte hier eher nebensächlich. Ich habe versucht das Werk ordentlich in meine Liste einzusortieren. Damit lande ich dann bei...

7/10

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Kommentare

17.06.2017 00:31 Uhr - Weltraumgott
User-Level von Weltraumgott 4
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Der Film war schon ganz witzig mit einer interessanten Message. Vorallem war die Idee echt mal was neues und außergewöhnliches. Leider hatte der Film ein blödes Ende.
mMn hätte er bei der Nachtbaumszene mit dem Bären (hoffe du weisst welche ich meine ;-) ) enden sollen. Alles danach war zu dumm und auch wie zusammengeklatscht/fuselt. So unüberlegt. Daher, und weil ich ihn nur einmal gesehen habe und nicht vorhabe ihn nochmal zu sehen, gibts 6/10 Punkte. Für die schauspielerische Leistungen (gebt Paul Dano endlich den Oscar, den er schon für Prisoners und There Will Be Blood verdient hat) der Message, der tollen Atmosphäre und für die saugeniale Idee.
Doch leider Abstriche, wegen dem Ende und weil zu viele Szenen über Sexualfragen dabei waren, was schnell nervig wurde.

Ps: Der Soundtrack bekommt klare 10/10 Punkte! Habe ich danach gleich auf Itunes geholt. Vorallem der Jurassic Park Remix war grandios und Gönsehauterregend.

Super Kritik! ;-)

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