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Blutiger Valentinstag

Originaltitel: My Bloody Valentine

Herstellungsland:USA (1981)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,59 (80 Stimmen) Details
inhalt:
Vor zwanzig Jahren starben bei einem Unglück neun Minenarbeiter. Am Valentinstag! Verursacht wurde die Katastrophe durch Aufseher, die ihren Posten verließen, um am jährlichen Valentinstag-Tanz teilzunehmen. Der einzige Überlebende, Harry Warden, musste nach diesem traumatischen Erlebnis in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen werden. Am Jahrestag der Katastrophe kehrte er zurück, um blutige Rache zu nehmen. Das liegt jetzt neunzehn Jahre zurück. Die Erinnerung daran ist verblasst. Das Liebespaar T.J. (Paul Kelman) und Sarah (Lori Hallier) sowie deren Freund Axel (Neil Affleck) gehören zu der Gruppe von Bewohnern, die voller Elan eine Valentinstag-Party organisieren. Doch dann taucht eine seltsame Schachtel auf. Gefüllt mit Süßigkeiten, einer ominösen Nachricht und einem blutigen Herzen. Noch bevor die Nacht zu Ende ist, schlägt das Grauen erneut zu und zu und zu und...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dotd:

Die späten 70er und die 80er Jahre waren die Blütezeit des Horrorgenres. Es bildeten sich viele Subgenres die für Innovation und Abwechslung sorgten. Die Art von Film in der es heute geht ist der Slasher, der von Klassikern wie Alfred Hitchcocks „Psycho (1960)“ und Mario Bavas „A Bay of Blood (1971)“ stark geprägt wurde. Nicht zu vergessen sind Bob Clarks „Black Christmas (1974)“ und Dario Argentos „Profondo Rosso (1975)“ die einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Genres hatten. Mit dem Erfolg von „Halloween (1978)“ und „Friday the 13th (1980)“ begann eine Welle von Slasherfilmen“ die bis in die späten 80er anhielt. Darunter befanden sich einige Perlen die aufgrund der Menge von Filmen die rauskamen untergegangen sind. George Mihalkas  „My Bloody Valentine“ aus dem Jahr 1981 ist einer der Klassiker die man gesehen haben sollte.

Die Story ist vom Muster her simpel strukturiert und passt auf einen Fetzen Papier wie man es von so einem Film auch erwartet. Feiertage sind ein genretypisches Motiv gewesen das den Handlungsverlauf ein Stück interessanter machte. Hier geht es um eine Tragödie die sich vor 20 Jahren in einer Kleinstadt am Valentinstag ereignete. Während der Vorbereitungen des Festes kommt es wie schon vor 20 Jahren zu beunruhigenden Ereignissen die die Bürger in Angst und Schrecken versetzten. Mehr will ich diesbezüglich nicht zum Ablauf sagen um Spoiler zu vermeiden. Wer mehr als einen Slasher gesehen hat weiß, dass die Geschichte nicht der wichtigste Aspekt ist und hauptsächlich dazu dient, die Motivationsgründe für den Killer zu erklären und die Handlung voranzutreiben bis es zum nächsten Mordszenario geht.

Die Schauspieler sind bis auf einige Ausnahmen unbekannt, schaffen es aber eine überzeugende Performance abzuliefern. Erwähnenswert sind Don Francks der auch in dem David Cronenberg Klassiker „Fast Company (1979)“ dabei gewesen ist. Auch Helene Udy sollte nicht vergessen werden, da Sie bei einem weiteren Klassiker des gleichnamigen Regisseurs „Dead Zone (1983)“ mitwirkte. Im Großen und Ganzen gibt es hier nichts zu meckern. Ein Motiv welches im Giallo eingesetzt wird findet hier Verwendung. Neben der Subjektivierung der Opfer spielt auch das traumatische Kindheitserlebnis was der Grund für die blutigen Taten ist. Die Spannung die im Verlauf des Geschehens geboten wird durch das ausbalancierte Timing zwischen der Handlung, der Schockmomente und den wichtigen Teilen der Story sehr gut entfaltet und bleibt auf einem gleichbleibend hohem Level. Es gibt 1 oder 2 Stellen die man hätte kürzer fassen sollen um diesen Punkt aufzurunden. Da es sich um eine Kleinigkeit handelt, ist das nicht weiter gravierend.

Eines der Höhepunkte sind die Locations die man hier geboten bekommt. Die Kleinstadt und nicht zu vergessen die Mine in der gedreht wurde ist perfekt ausgewählt und weiß durch ins Auge stechende Details zu gefallen. Die Umgebung in der der man reingeworfen wird ist optimal um eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen und die Gefahr durch den wahnsinnig gewordenen Minenarbeiter überzeugend rüberzubringen. Auf der einen Seite hat man die für das Fest dekorierte Stadt die die Bedeutung des Feiertages unterstreicht. Für die Komposition ist Paul Zaza, der unter anderem für die musikalische Untermalung von „Prom Night (1980)“ verantwortlich ist. Die Grundstimmung die durch die Schauplätze und der Charakterzeichnung entsteht ist zum Teil ernsthaft und zum anderen Teil schwarzhumorig konnotiert. Durch die gute Balance beider Komponente geht nichts davon verloren und bleibt von der ersten bis zur letzten Minute bestehen.

Die eingesetzten Farbpaletten kommen gut zur Geltung und der rotstrich der Festlichkeiten unterstreich die damit assoziierten Eigenschaften wie Liebe und Gefahr zugleich. Die dunklen konnotierten Gänge der Mine repräsentieren die Abgründe der menschlichen Seele und sind somit das innengekehrte Gegenstück. Die gelungene Kameraführung trägt einen großen Teil dazu bei, dass diese Komponente angemessen auf Celluloid gebannt ist. Die Schockmomente werden durch die Einstellungen intensiv eingefangen und geben dem Rezipienten das Gefühl nirgendwo sicher zu sein.

Der wohl wichtigste Aspekt eines Slashers ist der Part des Creative Killings um das potenzielle Schlachtvieh möglichst spektakulär ins Jenseits zu schicken. Diese sind in der unzensierten Version grandios inszeniert und treffen in jedem Moment ins Schwarze. In der Zeit in der der Film rauskam war die MPAA um einiges sensibler wenn es um das R – rating und die im Rahmen vertretbare Gewaltdarstellung angeht. Wie zu erwarten musste so gut wie jede Szene die On – Screen Gewalt enthielt entfernt werden um dem kommerziell tödlichen X – rating zu entkommen. Glücklicherweise wurden die als verloren gegangenen UNRATED Szenen entdeckt und wieder in dem Film eingefügt. In den USA erschien diese Fassung als Special Edition auf DVD und Blu-ray. In Europa blieb es leider bei der stark zensierten Kinofassung.

Fazit: „My Bloody Valentine“ gehört neben „The Burning (1981)“, „The Prowler (1981)“ und „Friday The 13th Part 4: The Final Chapter (1984)“ um nur einige Paradespiele zu nennen zu den besten ihrer Art. Die Story ist simpel und effektiv umgesetzt und passt sich dem Grundgerüst nahtlos an. Die Zeichnung der Charaktere befindet sich im überdurchschnittlichen Rahmen und reicht aus um den Ursprung des grausamen Spitzhakenkillers zu erklären. Die Morde eines der wichtigsten Komponente sind innovativ und stets deftig serviert. Zumindest wenn man sich die UNRATED Version ansieht. Im Großen und Ganzen gibt es nicht viel zu kritisieren. Ein kleines bisschen weniger Leerlauf hätte dieses gelungene Werk noch runder gemacht. Aufgrund des extrem unterhaltsamen Gesamtbildes handelt es sich um Meckern auf hohem Niveau und fällt der finalen Wertung kaum ins Gewicht. Ich vergebe 8/10 Punkte.

*Der Begriff Performativ ist den Büchern von Prof. Dr. Marcus Stiglegger entnommen.

8/10
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Kommentare

26.06.2017 19:48 Uhr - Intofilms
3x
Wenn ich auf die Frage nach meinen Lieblingsslashern nur einen einzigen Titel nennen dürfte, dann wäre es dieser. Die grausigen Morde, das beklemmende Grubensetting, das fast schon obligatorische Prinzip der zehn kleinen Negerlein, die Spannung, die schockierende Enthüllung der Identität des Killers, die einfache, aber höchst effektive Story usw. - all dies ist hier so stimmig und gekonnt zu einem düsteren, brutalen Thriller zusammengefügt, dass man als Genrefan gar nicht anders kann, als diesen Film zu lieben. Das Remake hat mir übrigens wider Erwarten auch sehr gut gefallen. Das Original ist und bleibt aber unübertroffen und bekommt von mir sogar (aufgerundet) noch einen Punkt mehr, was logischerweise nichts an der Tatsache ändert, dass deine Rezi absolut hervorragend ist. Vielen Dank, DOTD! :))

26.06.2017 20:38 Uhr - dicker Hund
2x
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Ich hatte den als belanglos in Erinnerung, was allerdings an der damals konsumierten R-Rated liegen könnte, die ausweislich des Schnittberichts nun wirklich gravierende Abweichungen verzeichnet. Das Review macht jedenfalls Lust auf einen Rewatch, auch wenn ich "The Prowler" jetzt nicht gerade als Empfehlung weitergeben würde (bekam 5/10 von mir).

26.06.2017 22:01 Uhr - TheRealAsh
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hervorragende Kritik, chapeau! Was mir besonders gefällt sind deine Ausführungen zu den Farbpaletten und zur Kameraführung, da mir das immer schwerfällt. Inspiriert mich sehr und nötigt mich geradezu zum Rewatch.

26.06.2017 22:04 Uhr - NoCutsPlease
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Unabhängig vom jeweils besprochenen Film ist DOTD als Autor immer eine Empfehlung. :)

27.06.2017 06:55 Uhr - DOTD
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@all
Danke für das positive Feedback und die lobenden Worte!

@dicker Hund
Vielleicht wird die UNRATED Version beim Rewatch einen besseren Eindruck hinterlassen als die stark zensierte Kinofassung. The Prowler finde ich aufgrund der harten FX von Savini und dem Tempo ebenfalls gut.

27.06.2017 10:19 Uhr - JasonXtreme
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Hach, ich werde wohl nie müde zu betonen, dass ich den Film liebe - die 8 halte ich gern und locker - gute Review, wie gewohnt von Dir :-)

Ich hab den als Jugendlicher in der 18er auf Pro 7 mitgeschnitten, und sicher unzählige Male gesehen. Aufgrund der Gerüchte in der ofdb damals lange lange gehofft die Unrated irgendwann sehen zu können, und das wurde ja Gott sei Dank wahr! Das wertet den guten Film nochmals enorm auf, da die Kills echt launig umgesetzt wurden.

Die Darsteller finde ich durchweg ziemlich gut, für so einen Streifen, und zu lang finde ich den auch an keiner Stelle. Das mag aber auch an dem gelungenen Setting liegen - neben der Mine eben auch die Gebäude oben auf dem Minengelände ect.... zudem fängt MY BLOODY VALENTINE auch die damalige Zeit noch gut mit ein, in meinen Augen. Da war das Minengeschäft noch ein florierender Geschäftszweig.

Der Song am Ende erzählt übrigens nochmal die komplette Story des Films im Text, immer wieder eine sehr nette Sache :)

27.06.2017 12:14 Uhr - Horace Pinker
3x
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Schön mal wieder was von dir zu lesen DOTD. Das Review ist toll geschrieben und geht ausgeglichen auf alle wichtigen Punkte ein. Bloody My Bloody Valentine kenne ich bisher nur vom hören bzw. der Doku Going to Pieces, die Unrated Fassung klingt aber nach einem Must See für einen Slasherfan und wird sobald sich die Gelegenheit ergibt gesichtet.

27.06.2017 18:41 Uhr - Intofilms
1x
27.06.2017 06:55 Uhr schrieb DOTD
The Prowler finde ich aufgrund der harten FX von Savini und dem Tempo ebenfalls gut.

Absolut!
"The Prowler" finde ich auch großartig. Zählt locker zu meinen Top Ten-Slashern. Nicht nur wegen Tom Savinis genialen Effekten. Nein, insgesamt ist das ein absolut grundsolider, schwer kultverdächtiger Slasher mit all den genretyischen Mängeln und Schwächen, die gleichzeitig doch die große Stärke dieser frivolen Sippschaft sind, oder?!!!! :)))))))
Für mich genauso gut und liebenswert wie zum Beispiel "The Burning" und die besten "Fridays" - jawohl! ☺️

27.06.2017 19:34 Uhr - Dissection78
3x
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Da hast Du tatsächlich einige schöne Paradeslasher aufgezählt. "The Burning", "The Prowler" und "My Bloody Valentine" gehören genauso zu meinen Lieblingen in jener Sparte. Jack Sholders "Alone in the Dark" aus dem Jahr '82 möchte ich noch dazuzählen.

Die deftigen Effekte der Unrated-Version runden "My Bloody Valentine" schön ab. Dennoch fand ich schon die R-Rated-Fassung aufgrund des stimmungsvollen Settings recht gelungen. Ich meine mich allerdings erinnern zu können, dass die Auflösung der Identität des Killers etwas unlogisch ausfiel (wenn auch nicht so unlogisch wie im recht guten Remake). Müsste mir den jedoch nochmal anschauen.

27.06.2017 19:41 Uhr - Punisher77
2x
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Schön detailliertes, interessantes Review. Was die Bewertung angeht, bin ich auf Deiner Seite. Dass es zu diesem Film eine Unrated-Version gibt, ist ein echtes Geschenk für Fans, da in der R-Rated-Fassung im Grunde alle Schauwerte für Slasherfans fehlen. Schade, dass sowas bei "Freitag, Der 13." nicht möglich ist.

27.06.2017 21:46 Uhr - DOTD
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@JasonXtreme
Freut mich dass der Text gut bei dir ankommt und danke für das Lob!

@Horace Pinker
Hatte in letzter Zeit viele Filme zu schauen und von daher nicht den Kopf um eine Review zu schreiben. Vor allen Dingen war es aber die eigene Zeit die dafür nicht gereicht hat. Danke für dein Lob! Wenn du Glück hast bekommst du die Special Edition noch zu einem günstigen Preis. Soll angeblich schon längere Zeit OOP sein. Die US – Blu-ray ist übrigens AVC codiert.

@Intofilms
Deinem Kommentar kann ich nichts mehr hinzufügen. Hast diesbezüglich alles in deinem Absatz erwähnt.

@Dissection78
Danke fürs lesen meiner verfassten Review! Alone in the Dark von 1982 kenne ich persönlich noch nicht. Danke für den Tipp. Werde mir den Film bei Gelegenheit auf jeden Fall ansehen.

@Punisher77
Danke für dein positives Feedback. Ich bezweifle das so was bei den Freitag Filmen jemals gemacht wird. Die Labels haben sich schon so daran gewöhnt die R-rated Fassungen immer wieder zu veröffentlichen dass die sich gar nicht die Mühe machen würden eine UNRATED anzufertigen. Die Filme verkaufen sich nach wie vor ziemlich gut in der Kinofassung. Anhand der ganzen Mediabooks zu Teil 2 bis 8 wenn ich mich nicht täusche sieht deutlich, dass die Teile ihre Abnehmer finden.

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