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Punch Club

Herstellungsland:Russland (2016)
Standard-Freigabe:ungeprüft
Alternativtitel:Punch Club 1
VHS Story (Arbeitstitel)
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
eine kritik von s.k.:
Auch wenn es die Wenigstens unter uns offen zugeben würden: Wir lieben amerikanische Heldengeschichten. Ist es nicht so? Und ich meine jetzt nicht die aktuelle Schwemme an Marvel-/DC-Comicverfilmungen oder patriotisches Gedönse a la COD. Nein, mir geht es mehr um das typische Underdog-Märchen, in welcher sich der kleine Mann allen Hindernissen widersetzt und seinen Weg von ganz unten nach oben boxt. Und wenn wir schon das explizite – haha! – Schlagwort Boxen in den Raum stellen, wer muss da nicht sofort an Silvester Stallones „Rocky“ denken? *schwärm*… Man kann ja über jeden anderen Drama-Kitsch mit Hollywoodschem Wasserzeichen frotzeln wie man lustig ist, aber der Italian Stallion ist und bleibt ein prägendes Ausnahmestück der Filmgeschichte. Ihr fragt euch jetzt bestimmt: „Wie kommt der Vogel hier ausgerechnet auf „Rocky“? Nun, es braucht nur wenige Spielminuten um zu erahnen von welchem Zelluloid-Klassiker sich die Lazy Bear-Entwickler – unter anderem! - ihre Inspiration für „Punch Club“ (= PC) geholt haben. PC verbindet Wirtschafts-, Charakter- und Zeit-Management mit einer charmanten B-Movie-Story, herrlich altmodischen Präsentation und beinah ausufernden Popkultur-Zitaten. Ein Spiel welches von gewissen Ablauf-Wiederholungen gezeichnet ist – und es trotzdem versteht unseren spielerischen/sportlichen Ehrgeiz zu packen. Wir stecken in der Haut eines jungen ambitionierten Boxers welcher sich schlicht „Hero“ nennt. Verfolgen das Ziel uns einen Namen zu machen, aus der Amateur-Szene herauszukommen, uns bis in die Profi-Liga hochzukämpfen. Und - wie es das Intro bereits andeutet - nebenbei auch den Tod unseren Vaters zu rächen welcher viele Jahre zurück liegt. Warum und weshalb der Herr Papa eines gewaltsamen Todes sterben musste, das ergibt sich im Laufe unserer Karriere dank stetiger Unterfütterung mit kleinen Story-Häppchen. Die Geschichte hat von allem etwas. Die typische „Niemals aufgeben“-Botschaft, ein Hauch Liebesschnulze, die altbekannte Rächer-Dramaturgie, „echte Männerfreundschaft“, etwas Superhelden-Pathos und noch so einiges, jedoch alles mit einem ordentlichen und unmissverständlichen Schuss Ironie versehen. Nicht nur deswegen ist PC humorvoller als man es anfangs vermutet, wegen seines Feuerwerks an Querverweisen und Verulkungen bekannter Film-, TV- und Videospiel-Phänomene von den späten 1970ern bis hin zu den 1990ern kann es gar nicht anders. Es gibt kaum eine storygetriebene Szene die nicht irgendwie von irgendwas abgeleitet wurde. „Rocky“ selbstredend; dass der befreundete Trainer/Manager Mick heisst und auch Heros Freundin seltsam-vertraut scheint (Adriaaaaaaan!!!) kann ja schlecht Zufall sein. Aber es gibt noch unzählige weitere Anspielungen, wie z.B. auf die „Teenage Mutant Ninja Turtles“, „Fight Club“, „Der Pate“, „Robocop“ oder „Streetfighter“, dazu die in Heros Trainingsraum an die Wand gespickten Kino-Poster von „Bloodsport“, „City Cobra“, nochmal „Rocky“ und… Ach, man entdeckt dort so vieles, ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, aber vertraut mir, die Liste an Zitaten ist lang. Verdammt lang. ^^ Zum Gameplay: Zum Hochzüchten unseres Alter Ego muss man ein straffes Trainingsprogramm einhalten, ansonsten dümpelt man weiter in der Amateur-Klasse vor sich hin. Zu steigern sind drei Haupt-Attribute: Kraft, Geschick und Ausdauer. Den Anfang macht man mit Liegestützen weil man dafür keine Geräte braucht, doch schon frühzeitig kommt man um den Gang ins Fitnessstudio nicht herum, weil man sich nur dort gezielter und effektiver stählen kann. Widerum ist der Eintritt darin nicht kostenlos, also muss irgendwie Geld her, was wir widerum mit Baustellen-Arbeiten oder Pizza-Auslieferungen verdienen. Ein gut gefülltes Portmonae ist ohnehin ratsam, denn Training/Arbeit macht auch hungrig. Neben unserer sportlichen/finanziellen Planung/Kontrolle sollte außerdem das allgemeine Befinden des Protagonisten nie aus dem Auge gelassen werden, weil vier feste Charakter-Statusbalken permanent in Bewegung sind: Gesundheit, Sättigkeit, Motivation und Energie. Angeschlagene Gesundheit die aus Kämpfen resultiert regeneriert sich mit Nahrung oder Ruhe- bzw. Schlafphasen, gleiches gilt für Energie (die sich alternativ auch mit Energie-Drinks wieder hochpushen lässt), während die Motivation durch vorübergehende Krankheiten oder Verletzungen leiden kann und sich erst wieder bei vollständiger Genesung wieder erholt . Alles hängt miteinander zusammen, und so liegt es in unserer Hand die verfügbaren 24 Stunden je Spiel-Tag sinnvoll zu nutzen. Ist alles andere als einfach, weil Kraft, Geschick und Ausdauer mit jedem angebrochenen Tag einen kleinen Leistungsverlust verzeichnen und dieser Rückgang durch neues Training zurückgewonnen werden muss, und egal wo wir die aktuellen Prioritäten setzen, die Uhr tickt ständig mit. Fühlt man sich fit genug können die ersten Kämpfe gewagt werden. Gewonnene Fights bringen nicht nur Geld, sondern auch Erfahrungspunkte die man in gesonderte Fähigkeiten eines Talentbaums steckt. Hier werden neue Angriffs-, Defensiv-Moves, Kampfstile sowie Spezialtalente freigeschaltet. Die Kämpfe selbst laufen automatisch ab, direkt beeinflussen lassen sich diese nicht, vielmehr bestimmen wir die Taktik per Auswahl besagter Moves/Stile. Es ist zwingend ratsam mit jedem Gegner die Taktik zu wechseln, da bestimmte Gegner besondere Attributen-Stärken haben und diese nur über eine passende Umstellung besiegt werden können. Allein auf bloße Muskelkraft setzen reicht hier nicht. Die Herausforderung in PC liegt also darin Training, Finanzen und Charakter-Zustand innerhalb des verfügbaren Zeitpensums zu steigern oder zumindest stabil zu halten und sich im Laufe des Spiels immer weiter zu verbessern. Ein ständiger Kreislauf der vom Spieler viel Geduld und noch mehr Disziplin einfordert. Immer wieder Gewichte stemmen, immer wieder den Boxsack bearbeiten, immer wieder den Punching-Ball verdreschen, immer wieder das Laufband besteigen und ab und zu auch mal schuften… Das ist quasi wie im wahren Sportler-Leben: Ohne Fleiss keinen Preis. Muckis, Moneten und Kondition bekommt man schließlich nicht fürs Rumsitzen. Man kann schwer verneinen dass viel Grinding im Spiel steckt, die ersten großen Erfolge brauchen natürlich auch ihre Zeit, aber dank des sich klar abzeichnenden Fortschritts und kurioser, gar überraschender Story-Entwicklungen weiss man ja warum man sich den♥♥♥♥♥♥♥aufreisst. :D Retro-Fans werden PC lieben. Es sieht nicht nur richtig schön oldschool aus, es klingt auch so. Der grobpixelige Comic-Look lässt an die gute alte SNES-Zeit erinnern und die Herzen nostalgischer Alt-Zocker höher schlagen, was u.a. an den vielen kleinen eingebauten Details und der gewollten 16-Bit-Farbtiefe liegt. Genauso „unspektakulär“ gibt sich die allgemeine Vertonung. Nicht existente Sprachausgabe, einfache, spärlich verteilte Soundeffekte, situationsgebundene und repetitive Wavetable-Musikstücke. Für sich nichts Aufregendes, aber diese Kombination aus auf alt getrimmte Optik und Akustik passt und erzeugt so perfekten Retro-Flair. Kinder der 1980/1990er Jahre wissen das besonders zu schätzen. ;) Fazit: Die Screenshots lassen ein Beat’em Up-Game vermuten, doch PC ist davon so weit entfernt wie es nur sein kann. Trainieren, ackern, fighten, planen – hier spielt man mit Köpfchen anstatt Knöpfchen. Wer sich darauf einlässt und Steher-Qualitäten beweist wird außerdem noch mit einer unterhaltsamen wie auch amüsanten Geschichte belohnt. Klarer K.O.-Sieg für PC.
9/10
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