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Halloween II - Das Grauen kehrt zurück

(Originaltitel: Halloween II)
Herstellungsland:USA (1981)
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Halloween II - Die Nacht des Grauens geht weiter...
Halloween II - Die Blutnacht
Halloween II: The Horror Continues
Halloween 2
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,11 (147 Stimmen) Details
inhalt:
Dieselbe Nacht, nahtlos angeschlossen am ersten Teil: Michael Myers verschwindet nach dem Sturz aus dem Fenster spurlos. Dr. Loomis und der Sheriff versuchen ihn wiederzufinden, während Myers mordend auf dem Weg ins Krankenhaus ist, in welchem die sichtlich geschockte Laurie Strode eingeliefert wurde. Nachdem ein ähnlich gekleideter Mann bei einem Unfall verstirbt, denken die Meisten, dass der Spuk endlich ein Ende hat, doch Loomis Zweifel daran bewahrheiten sich: Nicht Myers ist gestorben, sondern ein Unschuldiger. Michael Myers ist derweil im Krankenhaus und ermordet das Personal, doch Laurie kann dem bestialischen Massenmörder vorerst entkommen. Dr. Loomis wird, während er nach Michael sucht, auf Anordnung des Gouverneurs zurückbefohlen. Von Marion Chambers, einer Frau vom Gesundheitsministerium, erfährt er, dass Laurie Strode die jüngere Schwester von Michael Myers ist und nach dem Tod ihrer richtigen Eltern von den Strodes adoptiert worden ist. Sofort ist es für Loomis klar, dass es Michael auf seine letzte Verwandte abgesehen hat...
eine kritik von chollo:

Mit Fortsetzungen ist das so eine Sache. Kreativ, oder gar Innovativ geht wahrlich anders. Nüchtern betrachtet ist es ein Gericht, das wieder aufgewärmt wird, weil es dem Publikum so gut geschmeckt hat. Das es dabei natürlich nicht mehr so gut mündet wie beim ersten Mal ist logisch, da es nun mal lauwarm und keinesfalls mehr heiß serviert wird. Aber als Filmfan etwas nüchtern zu betrachten ist nicht so einfach, da es wie jede andere Kunstform etwas mit Emotionen zu tun hat. So bleiben Gefühle oder besser gesagt Eindrücke, beim Lesen eines guten Buches;beim Betrachten eines Bildes;beim Hören von Musik oder eben beim Schauen eines Films einfach nicht aus. Und deswegen könnte man es auch als eine Art Nachschlag betrachten, wie den Nachtisch den man sich nach einem gelungenen Hauptmahl in einem guten Restaurant gönnt. Und wie verhält es sich nun mit "Halloween 2"? Galante Nachspeise, oder aufgewärmter Eintopf?

Das Original "Halloween" ist unbestritten ein Klassiker. Ob er das 'Slashergenre' nun initiiert, oder etabliert hat, sei mal dahin gestellt. Revolutioniert hat er es in jedem Fall. Ein wahrer Sturm von Slasher Movies prasselte daraufhin über die Filmlandschaft hinweg. Neben Schundprodukten brachte dieses Unwetter auch durchaus brauchbare Produkte hervor. So z.B The Burning;Friday the 13th;My bloody Valentine oder Prom Night, um nur ein paar zu nennen. So ziemlich jeder der Ambitionen und ein wenig Geld besaß, versuchte in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern sein eigenes Stück Zelluloid auf den Markt zu werfen. Wohl in der Hoffnung, sich einen Namen zu machen und/oder ein eigenes Franchise mit dazugehöriger Ikone zu entwickeln.

Einfacher hatten es da jene, die das bereits geschafft hatten. 1982 war John Carpenter (Schöpfer von "Halloween") ohnehin schon ein gemachter Mann. Ihm hatte man die Leitung von höher budgetierten Werken (Escape from New York;The Thing) anvertraut, während seine Independent Outputs ("Assault in Precinct 13";"Halloween" und "Dark Star") damals fast schon Kult-Charakter besaßen. Selbstredend tendierte dieser Maestro, der allgemein nichts von Fortsetzungen hält, eher zu Entwicklung statt zu Wiederholung. Doch die Geldgeber von damals hatten bereits Lunte gerochen und wollten gerade in diesen Zeiten ihr erfolgreiches Produkt nochmals vermarkten, um ordentlich abzusahnen.

Investor Moustapha Akkad, der die Rechte an dem Titel besaß, hatte glücklicherweise wieder die Chance, einige Beteiligte des Originals erneut zu reaktivieren. Neben Carpenter, der Zeit fand neben seinen sonstigen Projekten als so etwas wie künstlerischer Berater zu fungieren, konnten für den Cast die wichtigsten Protagonisten des Vorläufers ( Curtis/ Pleasence und Cyphers) verpflichtet werden.Zunächst wäre da Jamie Lee Curtis in ihrer Paraderolle als Laurie Strode. Sie agiert, nun ja sagen wir mal, stabil. Dazu muss gesagt werden, das ihre Rolle deutlich weniger hergibt als noch im ersten Teil. Sie ist hauptsächlich damit beschäftigt, durch das Setting in Form eines Krankenhauses mit diversen Fluren und Räumlichkeiten zu humpeln oder zu kriechen. Viel Text im Drehbuch ist ihr offensichtlich nicht zugemutet wurden, da ihr gesprochenes Wort im Film knapp auf einen Bierdeckel passen würde. Bedeutend dankbarer ist die Rolle von Donald Pleasence. Zwischen ihm auf der einen und Myers auf der anderen Seite entspinnt sich mit fortschreitender Spielzeit so etwas wie ein persönliches Duell, wobei Pleasence mit seinem Acting als Psychiater Loomis dem Wahnsinn fast schon näher ist als "The Shape". Standesgemäß darf das alles auch in einem fulminanten Finale seinen Abschluss finden. Danach hätte dann auch eigentlich Schluss sein sollen. Und sind wir ehrlich, rückblickend Betrachtet wäre es wohl nicht die schlechteste Option gewesen. Charles Cypher's Auftritt als Sheriff Brackett, geht über ein Cameo mit Verlängerung nicht hinaus. Doch sein Erscheinen ist wichtig und für die Handlung unverzichtbar. Die übrigen Darsteller wirken allesamt solide, aber auch austauschbar. Besonders hervor sticht dabei niemand.

Das Dean Cundey (in diesen Zeiten Stamm-Kameramann Carpenter's) wieder hinter der Kamera platz genommen hat, tut dem Film ebenfalls sehr gut. Dieser schafft es, durch seine teils ungewöhnliche und klaustrophobische Bildgebung, etwas vom Flair des Erstlings einzufangen. Die Inszenierung übernahm diesmal Rick Rosenthal,da es Carpenter wie gesagt an der nötigen Motivation fehlte. Rosenthal war bis dahin ein eher unbeschriebenes Blatt, doch macht er seine Sache ziemlich gut und man gewinnt den Eindruck, das er zumindest die Mechanismen eines Slashers versteht. Wohl auch ein Grund warum man ihm gut 20 Jahre später die Kontrolle von "Halloween Resurrection" überließ, womit er in meinen Augen ein Verbrechen zu verantworten hat.

Wie es dann bei Sequels so ûblich ist, versucht man fehlende Cleverness durch Extras zu kaschieren. Ein Extra an Details was das Sujet betrifft, die dann mehr oder minder von Belangen sind und aus dem Grundgerüst noch etwas herauszukitzeln versuchen. Oder aber, besonders beliebt bei Vertretern dieser Art, ein Extra an gezeigten Härten. Gleichwohl sich "Halloween 2" bei beidem bedient, setzt es den Schwerpunkt sichtlich bei letzterem. Wo der erste Teil noch Hitchcock-like durch Suspense Unbehagen beim Zuschauer auslöste und sich die Gewalt auf 2-3 Szenen beschränkte, langt der Nachfolger in dieser Hinsicht ordentlich zu. Es wird erschlagen; ausgeblutet; erdrosselt; abgestochen; verbrannt; gehängt und so weiter und so fort. Das alles geht selbstredend auf Kosten der Spannung, keinesfalls aber auf die der Schauwerte. Das treibt den Bodycount in ungeahnte Höhen, trotzdem sind wir hier weit entfernt von einem Splatter- oder Gorefest. Verschiedenen Angaben zufolge, gehen die berüchtigtsten Szenen auf das Konto von John Carpenter himself. Er war wohl mit dem Endprodukt von Rosenthal nicht ganz zufrieden der eigentlich mehr auf gediegene Gruselatmosphäre setzten wollte. Er drehte diese nach und fügte sie zusätzlich ein, wohl auch um sich dem Trend jener Tage anzubiedern und einem finanziellen Fiasko vorzubeugen. Das erklärt auch die Halbwahrheit, das manch unseriöse Quelle das Gesamtwerk gänzlich ihm zuordnen. Trotzdem ist die noch immer bestehende Beschlagnahme indiskutabel und entpuppt sich bei objektiver Betrachtung der Brutalitäten als schlechter Scherz.

"Halloween 2" ist längst nicht so schlecht wie viele Behauptungen vermuten lassen. Konsumiert man in als Liebhaber des Slashergenres unvoreingenommen und berücksichtigt zusätzlich noch die Zeit seiner Entstehung, wird man sich nach Sichtung befriedigt zurücklehnen.

8/10
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Kommentare

20.07.2017 13:41 Uhr - JasonXtreme
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Gut rezensiert, ich mag den gern - entgegen Dir aber auch noch Teil 4 :D und Teil 6. Über den Rest hüllen wir mal das Mäntelchen, das berühmte. Zombies Werke natürlich für sich betrachtet, denn die mag ich obendrein. Der viel gescholtene Teil 4 war für mich ne konsequente Fortsetzung der Geschichte, der dank der Darsteller und Atmo überzeugen konnte, ebenso wie Teil 2. Leider konnte Teil 5 da nicht so ganz anknüpfen

20.07.2017 14:00 Uhr - CHOLLO
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Danke Jason! Den 4 Teil fand ich auch noch sehr gelungen. Der 5 und vor allem der 8 Teil stellen für mich aber die absoluten Tiefpunkte der Serie dar.

20.07.2017 14:10 Uhr - Intofilms
1x
Sehr gute Rezi, CHOLLO! :))
Und deiner 8/10 schließe ich mich auch sofort an.

Der erste Teil ist und bleibt für mich etwas völlig Einzigartiges, ein geniales Horrorfilmkunstwerk sondergleichen. Dieser Film hatte mit Sicherheit auch erheblichen Einfluss auf die Herausbildung des Slasher-Genres. Allerdings, die Slasher-Blaupause schlechthin ist wohl eher "Friday", den ich übrigens, angestachelt durch Punis glänzende Besprechung, erst dieser Tage wieder mal geschaut habe.

Deshalb würde ich sagen, die Filme, die du hier als Beispiele/Belege anführst, stehen weniger in der direkten Nachfolge von "Halloween" als vielmehr in der von "Friday". Dieser hat den "Trend jener Tage" maßgeblich begründet, wäre aber seinerseits ohne "Halloween" (so) wohl gar nicht zustande gekommen. Insofern stehen die von dir genannten Titel sozusagen nur indirekt in der Nachfolge "Halloweens". Aber hier könnte man sich wohl trefflich und endlos streiten... :)

Rob Zombies kühne Neuinterpretationen der "Halloween"-Mythologie finde ich übrigens beide äußerst gelungen und absolut faszinierend! Der hätte ruhig noch einen weiteren Teil machen können. Seit dem ganzen Zwist liegt das "Halloween"-Reboot mittlerweile seit Jahren auf Eis. Wirklich schade... :/

20.07.2017 14:37 Uhr - JasonXtreme
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20.07.2017 14:00 Uhr schrieb CHOLLO
Danke Jason! Den 4 Teil fand ich auch noch sehr gelungen. Der 5 und vor allem der 8 Teil stellen für mich aber die absoluten Tiefpunkte der Serie dar.


Ah ok :-) hörte sich etwas so an, als ob Du außer Teil 1 und 2 keinen der Reihe magst. Die beiden waren wirklich eher scheiße

20.07.2017 15:00 Uhr - TheRealAsh
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Du sollst den Carpenter ehren und preisen, so soll das sein!!!

Schön, dass du dich in deiner tollen Rezi diesem Teil angenommen hast. Deiner 8-Punkte-Wertung stimme ich ebenfalls zu und würde selbst am Ende vielleicht als Fan noch einen Punkt mehr geben, auch wenn der Meister hier keine Regie geführt hat, was man ihm halt deutlich anmerkt. Trotz allem sind für mich die ersten 3 ganz phänomenal und die anderen - ich sage mal - akzeptiere ich als Fan ebenfalls, wenn teils auch mit Bauchschmerzen. Dafür gefällt mir Mike zu gut.

Der hoffentlich irgendwann mal erscheinende nächste Teil soll anscheinend ja ein direktes Sequel zu Teil 2 sein und Carpenter hat bei der Story was mitzureden, und macht - was mich besonders freut - den kompletten Soundtrack.


20.07.2017 15:22 Uhr - CHOLLO
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@ Jason
Der 4 und 7 würden bei mir auf eine 6-7 Wertung kommen. Gute Slasher Ware wie ich finde. Der 6 ist Mittelmaß, aber durchaus auch brauchbar. Teil 3 hebt sich wie wir wissen ab, aber auch der ist gutes Mittelmaß aufgrund seiner Atmosphäre und dem typischen Achtziger-Feeling ein gern gesehener Gast in meinem Player. Der 5 macht für mich den Eindruck eines geldgeilen Schnellschußes, der sich in seinem inszenatorischen Stil zudem nicht sicher ist. Und der 8, was soll ich sagen.Dümmlich, Albern, Belanglos..sind noch die schönsten Worte die mir da einfallen.
@Ash
Schön wäre es er würde über seinen Schatten springen und den auch inszenieren. Er könnte damit ein zufriedenstellendes Alterswerk abliefern und das Franchise gut beschließen. In etwa wie Craven mit " A New Nightmare on Elm Street"!

20.07.2017 16:59 Uhr - TheRealAsh
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Ich glaube, das hat Carpenter nicht allein zu entscheiden, ich glaub auch, dass er froh ist, wenn er überhaupt was mitzureden hat. Die Studios trauen ihm glaube ich nicht zu, dass er die Kohle wieder reinbringt. So ist das Leben des Künstlers:-(

20.07.2017 18:28 Uhr - CHOLLO
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Da wirst du wohl recht haben Ash, verdammt traurig! Was mich mal interessieren würde wie sein letzter Output "The Ward" finanziell abgeschnitten hat, der hat ja eg "nur" 10 Mill. gekostet.

20.07.2017 20:22 Uhr - cecil b
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Wirklich gute Review, Chollo, das deine Vorliebe positiv nahebringt, und schöne Formulierungen findet!

Für mich kann es nur einen Halloween geben. Tatsächlich finde ich Teil 2, 3!, 4 und 6 (urgs) unterhaltsam, aber nicht wirklich gut. H20 fand ich damals wirklich gut, aber das ist lange her. Muss mal auffrischen, ob ich heutzutage verstehe, warum der entweder geschätzt oder verachtet wird. Zu Mainstream-lastig? Ich habe den echt gut in Erinnerung.

20.07.2017 20:47 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank Cecil! H20 finde ich auch gut, du solltest ihm nochmal eine Chance geben.

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