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TheRealAsh
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Eintrag: 18.07.2017

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Spider Baby

(Originaltitel: Spider Baby or, The Maddest Story Ever Told)
Herstellungsland:USA (1968)
Genre:Horror, Komödie
Alternativtitel:Attack of the Liver Eaters
Cannibal Orgy, or the Maddest Story Ever Told
Jack Hill's Spider Baby
Liver Eaters, The

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Im abgelegenen Landhaus wohnte einst die Familie Merrye. Der im Ort unbeliebte Clan ist inzwischen Elternlos und so nahm sich der Hausverwalter Bruno der Kinder an. So gerne er sie auch auf den rechten Pfad bringen möchte, sie verfallen immer wieder in alte Muster und die inzestuöse leicht degenerierte Sippe erledigt aufkeimende Probleme auf ihre Art oder hinterlässt auch mal Tote nach einem Spielchen. Als eines Tages entfernte Verwandte auf das Grundstück kommen, um ihr Erbrecht einzufordern droht Bruno's Fürsorge um die Kids das Aus. Darüberhinaus gibt es da noch was im Keller, was es zu verbergen gilt...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von therealash:

Es gibt Filme, die versinken einfach in der Versenkung und kein Hahn kräht mehr nach ihnen. Einen fast 50 (!) Jahre alten Film, der als eines der Gelenkstücke für die Geschichte des Horrorfilms betrachtet werden kann, in einer so unglaublich guten Qualität zu sehen, wie er von Subkultur veröffentlicht wurde, ist schon fast unverschämt.

In dieser Qualität hat man ihn wohl damals nicht mal im Kino gesehen.

Was aber bietet Spider Baby, Or The Maddest Story Ever Told heute noch? Zunächst einmal muss etwas zum Regisseur gesagt werden, der kein anderer als Jack Hill ist. Hill ist einer jener Schüler aus der Schule des Roger Corman, wo man sowohl das Sparen lernte, als auch das Aufbauschen einer Filmerzählung mit vielleicht billigen, so aber doch wirksamen Tricks. Jack Hill ist neben seinen Corman-Klassenkameraden wie Francis Ford Copolla, James Cameron oder Martin Scorcese allerdings einer, der nicht so bekannt wurde. Zumindest nicht im Mainstream.

Denn Hills Blaxploitation-Klassiker Coffy oder Foxy Brown warfen ihre Schatten weit in die Filmgeschichte voraus und so zählt nicht allein jemand wie Quentin Tarantino zu den großen Fans von Jack Hill, der sogar dafür verantwortlich ist, dass ein Film wie Switchblade Sisters im Bewusstsein eines größeren Publikums verankert geblieben ist.

Kommen wir aber zurück zu Spider Baby. Denn das scheinbare Scheitern geht weiter. Ronald Stein, der den unglaublich dichten und verrückten Soundtrack zu Spider Baby geschrieben hat, gehört ebenfalls zu den etwas vergessenen Talenten der Filmgeschichte. Auch wenn Stein für den Coppola-Film Liebe niemals einen Fremden den Score geschrieben hat, gehört dieser ebenfalls zu Coppolas weniger bekannten Filmen, der eine recht gute Variation auf Easy Rider mit einer weiblichen Hauptdarstellerin ist.

Ansonsten schrieb der leider viel zu früh verstorbene Ronald Stein verrückt-verschrobene Töne zu vielen Corman-Produktionen wie Sonntag sollst du sterben, Naked Paradise oder She Gods of Shark Reef, aber auch sonst viele schöne Soundtracks, die erst wiederentdeckt werden müssen, wie der zu Psych-Out von Richard Rush (Color of Night).

Mit dem Titellied zu Spider Baby, zu dem Lon Chaney Jr. herrlich verrückt seinen Sprechgesang beisteuerte, ist Ronald Stein jedenfalls ein unvergesslicher Klassiker gelungen, der zurecht von Mike "Faith No More" Patton mit seiner Experimental-Band Fantômas gecovert wurde, wie auch von einigen anderen. Darüber hinaus hat Spider Baby ein kleines Off-Broadway-Musical inspiriert und ein Remake im Jahr 2007 erfahren, was hier noch erwähnt werden soll.

Wo ich Lon Chaney Jr. schon erwähnt habe, dieser ist wohl allen voran als Sohn von Lon Chaney Sr. bekannt, der Stummfilmmonstergröße in Der Glöckner von Notre Dame (1923) oder Das Phantom der Oper (1925). Allerdings ist Lon Chaney Jr. vielleicht noch bekannter als Star einiger Universal-Horror-Filme und unvergessen für seine Darstellungen des wohl süßesten Teddy-Bär-Wolfsmenschen, den es je geben wird. Außerdem war Chaney Jr. wohl schwerer Alkoholiker und irgendwie ebenfalls am Ende seines Lebens ein gestrandeter Nebendarsteller, den keiner mehr so richtig wollte.

Weiter geht es bei Carol Ohmart, die einst als weibliche Version von Marlon Brando betitelt wurde, bei The Scarlet Hour von Michael Curitz (Casablanca) mitspielte, deren Karriere aber Mitte der 70er extrem einbrach. Jill Banner ist die vielleicht tragischste Schauspielerin in Spider Baby, da sie mit 34 Jahren bei einem Autounfall tragisch ums Leben kam. Sie war wohl eine der letzten großen Lieben wiederum von Marlon Brando und extrem begabt und mit eindringlichem Charakter, wie Spider Baby in seiner schönen Schaukelstuhlszene beweist.

Beverly Washburn als zweites Girl kann ebenfalls auf eine wechselhafte Schauspielkarriere zurückblicken, zu der Mein großer Freund Shane gehört, wo sie noch eine Kinderdarstellerin war. Der eigentliche Superstar mit damals knapp 30 Jahren ist aber Sid Haig, den die meisten wohl als Captain Spaulding aus Haus der 1000 Leichen oder The Devil's Rejects von Rob Zombie kennen.

Man sieht also, dass diesem Film und seinen Machern nicht gerade allzuviel Glück beschert war. Heute aber zählt Spider Baby zu einem absoluten Kultklassiker, der bei Rotten-Tomatoes einer jener Filme ist, die bei den Reviews 100 Prozent haben. Zum Entsetzen der von uns so geliebten Feuilleton-Kritiker natürlich. Man kennt das ja schon von imdb und Darabonts The Shawshank Redemption.

Um was geht es? Der liebevolle Bruno (Chaney Jr.) bemuttert und versorgt die letzten verbliebenen Kinder des Merrye-Anwesens, die da wären die Mädchen Virginia (Banner) und Elizabeth (Washburn) und Bruder Ralph (Haig). Anscheinend litt die ganze Familie unter einer seltenen Erbkrankheit, was sich darin ausdrückt, dass Virginia gerne mal zusticht, Elizabeth eine Vorliebe für Mistgabeln hat und Ralph sowieso völlig neben der Kappe ist. Nachdem ein paar Verwandte das Anwesen für sich reklamieren wollen und die Kinderchen retten, geht es mit Vergewaltigungen, Morden, Feuer und Kannibalismus drunter und drüber, dass es nur so kracht, nur um am Ende den Beweis zu erbringen, dass die Liebe doch die größte Kraft ist und Erbkrankheiten sich nicht ausrotten lassen.

Wer jetzt denkt, das hört sich ja nach einer Mischung aus Texas Chainsaw Massacre und The Hills Have Eyes an, der hat die richtige Vermutung. Denn Spider Baby bildet eine dieser Gelenkstellen, welche diese Art Film beeinflusst haben, gerade weil das damals niemand wusste und Spider Baby in Vergessenheit geriet.

Jack Hill beweist hier wieder seine Vorliebe für die große Tragödie und zeigt die Reste einer längst untergegangenen Familie, dass es Titus Andronicus nur so schütteln würde. Obwohl, was die Zubereitung von menschlicher Pastete anbelangt, ist Titus immer noch ganz vorne. Jack Hill versteht es hier jedenfalls wieder eher versteckt eine schwer-unterhaltsame und trotzdem schwer-verdauliche Geschichte zu erzählen, die auf der Oberfläche umherschippert, unter der Oberfläche allerdings einen Rundumschlag macht, was Familie, Liebe und Inzest anbelangt.

Kurzum: Ein chilliges Chaney-Jr.-(Chainsaw)-Massacre mit Netz und doppeltem Boden.

"Look out: Here comes the Spiderman!"

9/10
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Kommentare

18.07.2017 21:21 Uhr - Dissection78
1x
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Schön, dass Du diesen vergessenen Low-Budget-Kultklassiker wieder etwas zurück ins Gedächtnis rufst. Der war seiner Zeit wirklich voraus, wenn man bedenkt, dass er bereits 1964 gedreht wurde (also neun Jahre vor "The Texas Chain Saw Massacre") und erst mit ein paar Jahren Verspätung erschien. Arbeitstitel war übrigens "Cannibal Orgy" :)

18.07.2017 21:23 Uhr - Intofilms
1x
Nichts gegen deine anderen verrückten Streifzüge durch die Filmgeschichte, die sind natürlich auch alle super. Aber dieser hier ist wirklich der Abschuss!
Absolut grandiose Rezi, Ash! Dein Brainstorming-Rausch hat mich gerade völlig mitgerissen! ☺️

Bei mir war das ja auch Liebe auf den ersten Blick, als ich den (auch erst) vor zwei, drei Jahren dank Arrow Video zum ersten Mal gesehen habe. Dieser Film ist wirklich komplett durchgeknallt (habe mich stellenweise wirklich richtig geängstigt und konnte manchmal kaum glauben, was für Absonderlichkeiten sich hier völlig ungeniert ausbreiten!), aber eben auch wirklich verdammt gut gemacht. Ich würde hier auch locker eine 8/10 vergeben. Aber eine knappe 9 ist eventuell auch drin. Da müsste ich allerdings erst noch mal einen Blick riskieren. Auf eigene Gefahr, versteht sich... :))
Total geiler Film, ziemlich mutig von Hill! ☺️

19.07.2017 00:42 Uhr - TheRealAsh
1x
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@Reinkaos78: dank dir, ich finde ehrlich gesagt auch, dass man den gar nicht oft genug erwähnen kann, da der immer besser wird.

@Into: auch dir ein herzliches Gracias! Und riskiere unbedingt noch ein paar Blicke, ich entdecke immer wieder was neues und denke mir, dass da noch so viel drin ist. Insgesamt bin ich ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden mit dem Review, weil man noch so viel mehr sagen müsste, aber alles hat ein Ende, bis auf die Wurst...

19.07.2017 07:26 Uhr - Punisher77
1x
DB-Helfer
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Ein wirklich gelungenes Review mit vielen interessanten Informationen. Schön, dass Du hier einen guten Eindruck vom Film geliefert hast, denn mit der von Intofilms angesprochenen Arrow-VÖ liebäugel´ ich schon länger...

19.07.2017 08:09 Uhr - NoCutsPlease
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Da ich den Homer-Simpson-Kalauer (Spiderschwein) in abgewandelter Form schon unter Angertainments Review gebracht habe, unterlasse ich das hier mal. :)

Deshalb gibt es ein Lob der etwas anderen Art: Falls du irgendwann mal einen Roman oder eine Kurzgeschichtensammlung veröffentlichst, würde ich dieses Buch sofort kaufen!

19.07.2017 09:01 Uhr - Horace Pinker
1x
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Wirklich tolles Review zu einem mir bisher nur vom hören bekannten Film, bei dem sich wohl eine Sichtung lohnen würde. Auch interessant zu lesen wo Chaney Jr. noch so mitgewirkt hat, da ich ihn nur aus den alten Universal Monsterfilmen kenne. Übrigens hat Sid Haig ja später auch in Hills Blaxploitation Filmen Foxie Brown, The Big Bird Cage und Coffy mitgespielt.

19.07.2017 11:48 Uhr - TheRealAsh
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@Punisher: danke, hol dir den unbedingt, den muss man einfach immer wieder sehen, eine grandiose Unterhaltung!

@NCP: das ist ja mal wirklich ein schönes Kompliment von dir, vielen Dank! Geplant sind schon: Ash im Takatukaland, Das doppelte Ashchen, Liebe in Zeiten der Kettensäge und natürlich Unendlicher Ash^^ ^^

@Horace: bleib du momentan ruhig mal bei den Western, da gefallen mir deine Reviews momentan einfach zu gut;-) Aber den kannst du irgendwann mal holen und für eine Degenerationsretrospektive verwenden...

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