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Alien: Die Wiedergeburt

Originaltitel: Alien: Resurrection

Herstellungsland:USA, Frankreich (1997)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Horror, Science-Fiction
Alternativtitel:Alien 4
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,58 (157 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Wissenschaftler des Forschungsraumschiffs Auriga reproduzieren die verstorbene Ellen Ripley (SIGOURNEY WEAVER) aus einem Blutstropfen. Ihr Motiv: Der Klon trägt die Alien-Königin in sich. Mittels Kaiserschnitt trennen die Mediziner das Weltraum?Monster von seiner Leihmutter und lassen es zum Dienste des Militärs heranwachsen. Pure Machtgier leitet die Projekt-Chefs: Sie wollen die perfekte Kampfmaschine heranzüchten. Nachdem eine Truppe Weltraumpiraten menschliche Versuchsobjekte an Bord gebracht hat, brechen die Aliens aus ihrem Hochsicherheitstrakt aus! Bald gibt es nur noch Ripley und die etwas eigenwillige Schmugglerbande auf dem Schiff. Mit vereinten Kräften versuchen sie zum rettenden Piraten-Raumschiff vorzudringen. Doch der Weg dahin ist weit... (20th Century Fox)

eine kritik von dicker hund:

Fünf Jahre sollte das vermeintliche Finale der Alien-Trilogie halten, bis Jean-Pierre Jeunet den undankbaren Auftrag erhielt, die zugeschweißte Geschichte irgendwie wiederzubeleben. Bisher war er nur für Satire wie "Delicatessen" und nicht gerade für Sci-Fi bekannt, machte aber das Beste aus der schwierigen Ausgangslage.

So zeigen gleich die ersten Bilder die häßliche Geburt eines Aliens, dessen Mutter ein Ripley-Klon ist, der 200 Jahre nach der sprunghaften Aufregung in der Gießerei erschaffen wurde. Hintergrund sind Experimente des "Militärs der vereinigten Systeme", welches anstelle der bisher tätigen "Weyland Corporation" die grauenhaften Kreaturen zu züchten versucht. Bei einer solchen Story ist Augenzwinkern sicherlich nicht verkehrt, und darauf greift Jeunet dann auch zurück. Dadurch vermeidet er unfreiwillige Komik, schießt nur leider manchmal über das Ziel hinaus. So stehen Neo-Ripley (nach wie vor Sigourney Weaver) die neuen Oneliner nur bedingt, zu gewollt sind diese auf locker-cool getrimmt. Das gilt auch für die Äußerungen Ron Perlmans ("Hellboy") in der Rolle des Johner, eines Schmugglers, dessen Figur allzu lässig-witzig gezeichnet wurde (Humor 4/10). Allerdings haben die Neuerungen nicht nur Nachteile, erhält Ripley nun mit Winona Ryder (u. a. "Bram Stoker's Dracula") doch einen mindestens ebenbürtigen Sidekick, der fast ein bißchen zu viel Gefühl kommuniziert, um noch in den Genregrenzen zu verbleiben. Kein Wunder, wurde der Chef der "Wiedergeburt" (Beititel) doch später noch für "Die fabelhafte Welt der Amélie" bekannt.

Andererseits überrascht es vor diesem Hintergrund, dass mit der Ballerfreude der Schmuggler-Gruppe, die mehr an die Bande aus "Aktion Mutante" als an die Mannschaften aus dem Alien-Universum erinnert, die bisher höchste Portion Kunstblut des Franchises einhergeht. Die Spitzen gerieten vereinzelt auffällig explizit, mit verlorenen Gliedmaßen und Close-Ups auf offene Wunden (Gewalt 6/10), wobei der Splatter in seiner Absurdität (nicht dagegen in seiner Quantität) schon einmal zu Vergleichen mit Werken wie "Bad Taste" einlädt. So überzogen kommt das rüber, dass man sich glatt mit verdutztem Ausdruck an den Hinterkopf fassen könnte. Als Bühne für die rauen Ereignisse wird einmal mehr Ansehnliches geboten: Die dubiosen Labors, weitläufigen Frachtbereiche und die futuristische Mechanik des Armee-Raumschiffs erstrahlen mit ihrem indirekt beleuchtetem Metall in angemessen unreinem Glanz. Innerhalb der Kulisse erfreuen das Sicherheitssystem und die Wege, es zu umgehen, mit pfiffigen Ideen. Dazu ertönt der Score mit stets passenden Tönen, die weder zu dezent, noch zu penetrant komponiert wurden.

Trotz aller Neuerungen hat Jeunet den Horror (6/10) nicht vergessen, der sich neben der Startsequenz noch in widerlichen Exponaten und lebendigen Neu-Züchtungen der unberechenbaren Biowaffe niederschlägt, was teilweise sitzt. Für eine gute Portion Ekel bei mäßiger Spannung ist zumindest gesorgt. Die CGI ätzen hingegen mehr als der Lebenssaft der Aliens, von welchen einige schwimmende Exemplare ähnlich stümperhaft wie in Teil 3 computeranimiert wurden. 

"Ne nette kleine Party, nicht?"

Da mag Johner Recht haben. Diese kleine Filmperle (7/10 Punkten) nervt zwar gelegentlich mit derartigen Kommentaren zu Kämpfen auf Leben und Tod im Angesicht der bestialischen Bedrohung, haut aber mit ihrer respektablen Starbesetzung und mit der kleinen Extrakelle Gesuppe einiges wieder heraus. In der Tradition der eingeschränkten Jugendfreigabe ging auch dieser nur ein bißchen ernst gemeinte Nachklapp bei der FSK durch. Man kann ihn als noch ungesättigter Konsument der Trilogie mitnehmen, kann es aber auch lassen.

7/10
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Kommentare

21.08.2017 08:52 Uhr - NoCutsPlease
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Feine Kritik wieder!
Ich mag den Streifen ebenfalls recht gern, auch wenn er das qualitative Schlusslicht der Reihe bildet. Und Winona Ryder ist eindeutig im Bereich des Dramas daheim. ;)

21.08.2017 09:30 Uhr - Ghostfacelooker
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Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 8.102
Nehm es als indirektes Kompliment da du Ryder unerwähnt gelassen hast, dear Space Dog, aber mach doch bitte aus Rod wieder Ron Pearlman. Ansonsten gewohnt lyrisch bis zynisches Review.

21.08.2017 09:49 Uhr - leichenwurm
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Ein filmisches Desaster und bis heute ein knallrotes Tuch für mich. "Alien- Die Wiedergeburt" ist mMn einer der schlechtesten Fortsetzungsfilme aller Zeiten. Ich hatte unter Dimetrodons Review schon mehr oder weniger ausführlich geschrieben warum ich das so sehe, aber ich fasse es hier auch nochmal kurz zusammen: Schon der visuelle Stil mit seinen knallbunten Farben und den schrägen Kameraperspektiven ging mir komplett gegen den Strich. Ausserdem driftet dieser Teil immer wieder in extrem ärgerliche Albernheiten ab. Einige nett gemeinte Einzelszenen entbehren jeglicher Art von Nachvollziehbarkeit... ! Der Humor nervt und manch skurriler Drehbucheinfall (Mundgeruchsprays als SchlüsselErsatz, die roten Boxhandschuhe von Ryder) schrammt ganz knapp am puren Schwachsinn vorbei. Dann das absolut behämmerte Mischlingswesen im Showdown... ACHTUNG SPOILER : und die Krönung ist dann das Ende, in dem die Crew einfach mal Millionen von Menschen zum Tode verurteilt, in dem sie das Raumschiff auf die Erde stürzen lassen SPOILER ENDE... ne ne ne... maximal 3 Punkte meinerseits. Das Review gefällt mir formal trotzdem, inhaltlich Gehör ich aber eher zu denen, die "es lassen können" ... ;-)) !

21.08.2017 10:56 Uhr - Knochentrocken
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Hübsche Kritik, ich mag den Film zwar auch, da er sehr unterhält, finde aber, er hätte überhaupt nicht sein müssen.

SPOILER:
Teil 3 war ein, zwar unspekakulärer bzw. unwürdiger, aber wirklich dramatischer und düsterer Abschluss für Ripley.
SPOILER ENDE

Eine super Saga, die mit einer Trilogie ausreichend gewesen wäre, da Scotts neue Prequel - Trilogie das perfekte Gegenstück dargestellt hätte! ^^

21.08.2017 11:39 Uhr - dicker Hund
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Vielen Dank für Eure Kommentare!

Ghost:
Wird editiert.

21.08.2017 13:44 Uhr - naSum
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Auch deine vierte Schreibarbeit "Alien: Reviewrection" weiß ihre Qualitäten zu halten und versinkt nicht in den Schwächen einer Fortsetzung. Gut gebellt.

30.08.2017 21:51 Uhr - Grrrg
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21.08.2017 10:56 Uhr schrieb Weltraumgott

Eine super Saga, die mit einer Trilogie ausreichend gewesen wäre, da Scotts neue Prequel - Trilogie das perfekte Gegenstück dargestellt hätte! ^^

Gegenstück, weil sie so grottenschlecht ist?

Wie immer klasse Rev. Ich mag den Film gerade, weil er einen ganz anderen Ansatz hat. Und Jeunet seinen ganz eigenen Stiefel, der mir sehr gefällt, durchgezogen hat.

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