SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
The Last of Us 2 · Eine emotionale Geschichte · ab 59,99 € bei gameware Ion Fury · Nur laufen und ballern zählt · ab 24,99 € bei gameware

Lady Bloodfight - Fight for Your Life

(Originaltitel: Lady Bloodfight)
Herstellungsland:Hongkong (2016)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Martial Arts
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Als die amerikanische Backpackerin Jane (Amy Johnston) sich in Hongkong erfolgreich gegen drei Räuber zur Wehr setzt, erregt dies die Aufmerksamkeit von Shu (Muriel Hofmann), einer Kampfsportmeisterin. Beeindruckt von ihren Fähigkeiten, rekrutiert und trainiert sie die junge Frau, damit sie an einem harten Underground-Turnier teilnehmen kann. Nach Monaten kräftezehrenden Trainings ist Jane endlich bereit, sich den tödlichsten weiblichen Kämpferinnen der Welt zu stellen. Zu diesen gehört auch Ling (Jenny Wu), die Schülerin von Shus Erzfeindin Wai (Kathy Wu). Neben dem Wettkampf muss sich Jane auch anderen Gefahren stellen, die sie durch Hongkongs düstere Unterwelt führen ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                        Lady Bloodfight

Der Action – und insbesondere der Martial Arts-Film -  war und ist im Grunde eine reine Männerdomäne. Obwohl Schauspielerinnen wie Sigourney Weaver (Alien, 1979), Linda Hamilton (Terminator 2 – Tag Der Abrechnung, 1991), Cynthia Rothrock (China O´ Brien, 1988), Michelle Yeoh (Tiger And Dragon, 2000) oder Zoe Bell (Raze, 2011) immer wieder in starken und durchaus wehrhaften Frauenrollen überzeugten und teilweise nicht wegzudiskutierende Spuren im Genre hinterließen, bilden Frauen immer noch eine Randerscheinung im Genre – oder gibt es etwa eine weibliche Darstellerin, die ihre Karriere ausschließlich auf Actionfilmen aufbauen konnte und damit ähnlich erfolgreich wurde wie Arnold Schwarzenegger (Terminator, 1984), Sylvester Stallone (Rambo, 1982) oder Jean-Claude Van Damme (Bloodsport, 1987)? Wohl kaum. Und da auch Darstellerinnen wie Rothrock, deren letztes filmisches Lebenszeichen der Asylum-Quatsch Mercenaries (2014) war, ein weiblicher Möchtegern-Expendables-Versuch, in dem die (u.a.) Taekwondo – und Eagle Claw-Meisterin nicht mal gebührend kämpfen durfte, von der Bildfläche verschwunden sind, muss man Action/Martial Arts-Filme mit weiblicher Hauptrolle heutzutage mit der Lupe suchen. Da nimmt Lady Bloodfight, in dem es um ein reines Frauen-Kampfkunstturnier geht, geradezu einen echten Exotenstatus ein.

Die Regie des Films übernahm Chris Nahon, der mit Kiss Of The Dragon (2001) bewiesen hat, dass er in der Lage ist, überdurchschnittliche Martial Arts-Action zu inszenieren. Das Drehbuch der (geschätzt) zehn Millionen Dollar teuren Produktion wurde von Bey Logan geschrieben. Zur Besetzung des weiblichen Martial Arts-Spektakels gehören die Deadpool – und Suicide Squad-Stuntfrau Amy Johnston, Muriel Hofmann (Covert Operation – Im Visier Der Feinde, 2012), Jenny Wu (Secret City, 2016) und Kathy Wu (Port Of The Call, 2015). Mit prominenten Namen kann der Film jedenfalls nicht punkten. Aber kann man Lady Bloodfight deshalb von vorneherein in den filmischen Mülleimer stopfen?

Jane Jones (Amy Johnston) wurde in ihrem Leben nicht gerade vom Glück verfolgt. Als Kellnerin muss sie sich mit grabschenden Vollidioten abgeben, ihre Mutter ist völlig heruntergekommen und ihr Vater ist verschollen. Eines Tages beschließt Jane, in Hongkong ein neues Leben anzufangen – sie will an dem geheimnisvollen „Kumite“-Turnier teilnehmen, an dem schon ihr Vater teilnahm, ehe er spurlos verschwand. In Hongkong angekommen, erregt sie die Aufmerksamkeit der Kampfkunst-Meisterin Shu (Muriel Hofmann), die Jane ausbildet, um sie gegen die arrogante Ling (Jenny Wu) antreten zu lassen, mit deren Trainerin Wai (Kathy Wu) Shu noch eine Rechnung offen hat …

Allein die Erwähnung des Namens „Kumite“ wird viele Fans an den Martial Arts-Klassiker Bloodsport (1987) mit Jean-Claude Van Damme denken lassen, doch diese sollten von Lady Bloodfight kein weibliches Remake dieses Films erwarten. Auch Filmfreunde, die Lady Bloodfight aufgrund des Trailers als „Femenquatsch“ (So ein User auf dieser Seite) abtun und Martial Arts-Videoclips mit Kommentaren wie „Wer glaubt denn ernsthaft, dass eine Frau einen Mann schlagen könnte?“ unterlegen, sollten diesen Film tunlichst meiden. Aber was bietet Lady Bloodfight dem Rest der Filmfangemeinde?

Nun, großartige Überraschungen sollte man nicht erwarten, da Lady Bloodfight von A-Z vorhersehbar ist und im Grunde nichts bietet, was man nicht in Dutzenden von ähnlichen Filmen mit männlicher Beteiligung gesehen hat. Da gibt es eine zwar schlagkräftige, aber unbeherrschte Schülerin, die von einem weiblichen Mr. Miyagi (= Muriel Hofmanns Shu) unter die Fittiche genommen wird. Außerdem gibt es eine weibliche, russische Version von Bolo Yeungs Chong Li, gegen die sich Amy Johnston als Jane Jones schlagkräftig durchsetzt, etc. Gekrönt wird das Ganze von einem nahezu widerlich kitschigen, zuckerwatteweichen Ende, weshalb allen Van Damme/Rothrock/Yeung-Fans noch einmal gesagt sei: Lasst die Finger von Lady Bloodfight!

Trotzdem handelt es sich hierbei um einen ganz soliden Streifen, der die üblichen Versatzstücke zu einem unterhaltsamen Ganzen zusammensetzt. So schlägt sich die Darstellerinnenriege gar nicht schlecht – und das ist nicht nur auf die zahlreichen Kämpfe bezogen. Amy Johnston, auf deren Schultern der Film ruht, sieht nicht nur gut aus, sondern kann auch – selbst wenn sie privat über keinen schwarzen Gürtel in welcher Kampfkunst auch immer verfügen sollte – in den Action – und Kampfszenen überzeugen. Schon in der Szene in der Tiefgarage zeigt sich, dass mit Miss Jones/Johnston nicht gut Kirschen essen ist und auch in den Turnieren gibt sie eine glaubhafte, weil nicht von Anfang an überlegene Figur ab. Ein weiterer Pluspunkt ist Muriel Hofmann, die nicht nur sagenhaft gut aussieht, sondern auch die nötige Würde und Amut für ihre Rolle mitbringt. Nicht weniger überzeugend verhält sich die Gegenseite. Jenny Wu spielt das aufmüpfige, kampfsportbefähigte Straßenmädchen Ling ebenso glaubhaft wie Kathy Wu Shius von Neid und Arroganz zerfressene Feindin Wai. Auch wenn all diese Namen eher unbekannt sind, bedeutet das nicht, dass sie schlechte Arbeit machen … insbesondere der schönen Muriel Hofmann wünscht man größere Rollen in höher budgetierten Hollywood-Filmen.

Filme wie Lady Bloodfight stehen und fallen mit der Qualität ihrer Kampfszenen und von denen bietet Lady Bloodfight reichlich. Im Gegensatz zu anderen Martial Arts-Filmen sind die Trainingssequenzen hier erstaunlich kurz, da man wohl so schnell wie möglich zum wesentlichen kommen wollte, nämlich dem Kumite. Und hier zieht Regisseur Nahon all seine Register. Sicher, die Inszenierung der Kämpfe hätte etwas abwechslungsreicher ausfallen können (So gibt es etliche, sich wiederholende Kamerafahrten, zahlreiche Zeitlupenaufnahmen und manch verwackelte Aufnahme etc.), aber trotzdem bietet Lady Bloodfight jede Menge spektakuläre und zum Teil gar nicht mal unblutige Kämpfe, in denen Vertreterinnen diverser Kampfkünste reichlich Gelegenheit bekommen, ihr Können unter Beweis zu stellen. Besonders hervorzuheben ist die privat sehr hübsche Mayling Ng, die auch privat Martial Arts betreibt und hier die vernarbte, sadistische und wahrhaft furchteinflößende Svietta spielt und damit einen mehr als bleibenden Eindruck hinterlässt. Ihre Auftritte und die Kämpfe mit ihr sind Highlights von Lady Bloodfight, mit denen Mayling Ng der Hauptdarstellerin so manches Mal die Show stiehlt.

Lady Bloodfight ist kein Meilenstein des Action/Martial Arts-Films; trotzdem kann er Fans des Genres gut unterhalten. Nahons Film bietet eine wohltuende Alternative  zu den zum Teil wie am Fließband produzierten Streifen von Heroen wie Jean-Claude Van Damme, Steven Seagal oder Dolph Lundgren, deren „Direct-to-DVD“-Streifen zum Teil gröbere Mängel und weniger Unterhaltungswert bieten als Lady Bloodfight, der trotz seiner Vorhersehbarkeit alles andere als langweilig ist. Man darf gespannt sein, was Darstellerinnen wie Amy Johnston, Muriel Hofmann oder Jenny Wu in Zukunft machen.

6-7/10

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Stirb
Punisher77
7/10
Reindeer
Punisher77
8/10
Night
Punisher77
7/10
die neuesten reviews
Ashfall
sonyericssohn
6/10
Trabbi
crank15neun
4/10
Best
crank15neun
5/10
Troll
crank15neun
2/10
Stirb
Kaiser Soze
9/10

Kommentare

06.08.2017 17:58 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.110
Als du deine Sommerpause angekündigt hattest, dachte ich schon, dass wir monatelang auf dich verzichten müssen. :(
Schön, dass du wieder da bist. Vom Film habe ich noch nichts gehört und der interessiert mich nicht gerade brennend, aber die Lektüre hat sich gelohnt.

06.08.2017 20:59 Uhr - Punisher77
3x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.332
Vielen Dank für das Lob!
Es hat sich zufällig ein Zeitfenster für ein Review ergeben...das hier ist sozusagen die Pause von der Sommerpause ;-).

06.08.2017 21:22 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.554
Da schließe ich mich NCP doch einfach mal rundherum an!

Martial Arts ist meistens "nicht meine Welt" und das scheint hier nicht anders zu sein. Aber so aufbereitet lohnt sich die Lektüre eines Reviews zu einem Genrebeitrag trotzdem.

Bleibt nur zu hoffen, dass unter dem Review nicht solche "identitären" Kommentare landen wie unter der Newsmeldung zu dem Arte-/ZDF-Zombieprojekt. Ohne Frauen in starken Rollen hätte wir schließlich keinen "Alien", wie Du ihn völlig zu Recht in diesem Zusammenhang erwähnst...

06.08.2017 21:36 Uhr - FranticFox
2x
User-Level von FranticFox 5
Erfahrungspunkte von FranticFox 341
Manchmal ist durchschnittliche B-Movie-Action einfach nötig. Und durch deine Review, auch wenn du immer sachlich geblieben bist und vermutlich völlig zurecht eine 6-7 gegeben hast, hat sich bei mir auf jeden Fall ein "Da hab ich jetzt irgendwie Bock drauf" eingestellt. :)

06.08.2017 23:50 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.562
Was Frauen und Martial Arts.Pfffff die können ja nicht mal nen ordentlichen Zombiefilm drehen!!!!^^^^^^^^^^

Doch also beim Zombie Genre weiss ich es nicht, aber im Martial Arts Bereich bin ich mir sicher. Und obwohl ich schrieb das ich mich mehr aus dem Kommentarsektor zurückhalte, konnte ich bei dem Titel und Autor dann doch nicht.

Gut geschrieben Herr Lundg...ähm Punisher

Aber darf ich dir eine Frage stellen?
Unter Martial Arts fällt da auch Eastern Action? denn da gibts einige Mädels dessen Fuß man lieber auf den Schultern als im Gesicht hätte^^^^
Moon Lee oder Yukari Oshima wären so ein Beispiel aus Iron Angels. Klar Cynthia Rostock^^^hast du ja schon aber Cynthia Khan wäre noch so eine

Aber das sollte nicht altklug klingen nur die Mädels hatten damit wirklich Erfolg wenn auch nicht direkt im Westen, aber das Genre selbst hatte es ja hier nie leicht damals

07.08.2017 13:11 Uhr - Punisher77
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.332
Vielen Dank, Leute!

@Ghostfacelooker:
Eastern Action mit den Damen, die Du genannt hast, würde ich vielleicht sogar als eigenes Genre ansehen. Wenn ich an Martial-Arts-Filme denke, meine ich damit normalerweise eher "Turnierfilme" wie "Bloodsport", "The Kickboxer" oder eben "Lady Bloodfight". Das ist aber nur meine Sichtweise und Deine Anmerkung fasse ich auch nicht als altklug auf :-).

07.08.2017 13:56 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.562
07.08.2017 13:11 Uhr schrieb Punisher77
Vielen Dank, Leute!

@Ghostfacelooker:
Eastern Action mit den Damen, die Du genannt hast, würde ich vielleicht sogar als eigenes Genre ansehen. Wenn ich an Martial-Arts-Filme denke, meine ich damit normalerweise eher "Turnierfilme" wie "Bloodsport", "The Kickboxer" oder eben "Lady Bloodfight". Das ist aber nur meine Sichtweise und Deine Anmerkung fasse ich auch nicht als altklug auf :-).


Danke tja so rum gedacht hast du auch wieder recht. Wobei man da sowieso nicht mehr mitkommt einmal ist ein Film Martial Arts, einmal Eastern, einmal wieder anders bezeichnet. Diese ganze Subgenre^^

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)