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John Wick

Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:John Wick - Rache kennt keine Gnade
John Wick - Sin Control
Sin Control
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,46 (92 Stimmen) Details
inhalt:
John Wick (Keanu Reeves), berühmt-berüchtigt als bester Hitman der Branche, ist nach seinem letzten Auftrag endgültig aus dem Geschäft ausgestiegen. Doch die Ruhe währt nicht lange. Nach einem Überfall auf sein Haus sieht er sich seinem ehemaligen Boss gegenüber: Viggo Tarasof (Michael Nyqvist), Anführer des gefährlichsten Gangstersyndikats von New York. Um seine Vergangenheit für immer loszuwerden, rüstet er sich für den ultimativen Rache-Feldzug. Doch längst hat Viggo die besten Killer der Stadt auf John angesetzt. Darunter auch Johns alten Freund Marcus (Willem Dafoe)...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                          JOHN WICK

Im Jahr 2008 zeigte Charakterdarsteller Liam Neeson (Schindlers Liste, 1994) mit dem Actionreißer 96 Hours, dass man auch mit Mitte Fünfzig noch glaubhaft einen zu allem entschlossenen Actionhelden spielen kann. Seinem Beispiel, das zwei erfolgreiche Sequels (2012 &  2015) nach sich zog, folgten die ebenfalls nicht mehr ganz jungen Kevin Costner mit Three Days To Kill (2014) und Pierce Brosnan mit The November Man (2014), die allerdings nicht an den Erfolg von Neesons Entführungsthrillern anknüpfen konnten. Das schaffte erst wieder Keanu Reeves (Matrix, 1999), der 2014 – im Alter von immerhin schon fünfzig Jahren – als John Wick in die Kinos kam und dem Actionfilm ein echtes Highlight bescherte.

John Wick basiert auf einem Drehbuch von Derek Kolstad, das von Chad Stahelski und David Leitch verfilmt wurde, wobei letzterer in den Credits nicht erwähnt wird. Stahelski hatte bisher als Stuntkoordinator und Second Unit-Regisseur gearbeitet; außerdem war er Brandon Lees Double in The Crow (1994), nachdem dieser bei einem Unfall am Set ums Leben gekommen war. Leitch ist ebenfalls Stuntman, Stuntkoordinator und Second Unit-Regisseur; außerdem ist er Regisseur des Comicfilmsequels Deadpool 2. Die beiden Regisseure drehten John Wick für ein Budget von – je nach Quelle - 20 bis 30 Millionen Dollar in New York. Neben Keanu Reeves gehörten Michael Nyqvist (1960 – 2017; Wie Im Himmel, 2004), Alfie Allen (Game Of Thrones, seit 2011), Willem Dafoe (Platoon, 1986), John Leguizamo (Romeo & Julia, 1997) und Adrianne Palicki (G.I. Joe: Retaliation, 2013) zur John Wick-Besetzung.

Iosef Tarasov (Alfie Allen), der Sohn des russischen Mafiabosses Viggo Tarasov (Michael Nyqvist), ist es gewohnt zu kriegen, was er haben will. Als er an einer Tankstelle einen 1969er Mach 1 Mustang sieht und dessen Besitzer sich weigert, ihn zu verkaufen, sucht Tarasov den Fremden mit einem Schlägertrupp zu Hause auf, stiehlt den Wagen und tötet auch noch dessen Hund. Das hätte er besser nicht getan, denn der Fremde ist John Wick (Keanu Reeves), ein gefürchteter Profikiller, und der Hund war das letzte Geschenk seiner verstorbenen Frau. Wick, der sich eigentlich aus dem Gewerbe zurückgezogen hat, packt sein Schusswaffenarsenal wieder aus und startet einen beispiellosen Rachefeldzug gegen die Familie Tarasov …

Die Ausgangspunkt von John Wick hat schon beinahe etwas Parodistisches an sich, wenn man bedenkt, dass die Hauptfigur des Films einen regelrechten Amoklauf begeht, „nur“ weil ihr Hund ermordet wurde. Nun, auch wenn diese Situation in John Wick durchaus plausibel erklärt wird und dazu dient, eine emotionale Bindung zu John Wick aufzubauen, ist die Handlung des Stahelski/Leitch-Films hauchdünn und dient im Grunde lediglich dazu, die zahlreichen Actionelemente ihres Streifens einigermaßen logisch miteinander zu verknüpfen. Auch die Idee, den Film mit der Zeit kurz vor dem Filmende zu beginnen, um das Interesse des Publikums zu wecken, hat man mittlerweile zu oft in anderen Streifen gesehen, um noch wirklich überraschend zu sein. Der einzig wirklich ungewöhnliche Storyteil dreht sich um das Continental Hotel, in dem Profikiller absteigen können, solange sie sich an die Regeln halten.

Trotzdem zählt John Wick zu den besten Actionfilmen der letzten Jahre und der von Keanu Reeves dargestellte Rächer hat das Zeug, eine neue Kultfigur des Genres zu werden. Dass John Wick so gut gelungen ist, liegt auch seinem Hauptdarsteller: Keanu Reeves ist ein Riesenpluspunkt des Films. Auf der einen Seite bringt Reeves – im Gegensatz zu vielen anderen darstellerisch eher mäßig begabten Actionfilmkollegen – genügend schauspielerisches Potenzial mit, um ihm z.B. den trauernden, verbitterten Ehemann abzukaufen. Auf der anderen Seite wirkt Reeves auch als Badass-Profikiller glaubwürdig und scheint in den zahlreich vorhandenen, waffenlos ausgetragenen Kampfszenen einiges selbst gemacht zu haben.

Aber auch der Rest der Besetzung kann überzeugen. So gibt Alfie Allen eine überzeugende Darstellung als herrlich arroganter Sohn eines russischen Gangsterbosses. Auch der leider viel zu früh verstorbene Michael Nyqvist überzeugt als dessen Vater, der zunächst versucht, den Konflikt „friedlich“ zu lösen, aber deswegen nicht weniger kaltblütig ist als Wick. Auch die Darsteller in den Nebenrollen – Willem Dafoe als Wicks Profikillerkumpel, John Leguizamo als Werkstattbesitzer und Adrianne Palicki als Killerlady – leisten gute Arbeit. Gesondert hervorheben sollte man noch Ian McShane (American Gods, 2017) und Lance Reddick (Oldboy, 2013), die den Besitzer, bzw. den Concierge des Continental Hotels spielen.

Worin John Wick aber wirklich Maßstäbe setzt, sind seine Actionszenen. Das Markenzeichen des Films sind seine hervorragend choreographierten Schusswechsel, in denen Keanu Reeves als John Wick derart vielen Schurken das Lebenslicht auspustet, dass die ewigen Jagdgründe daraufhin vorübergehend wegen Überfüllung geschlossen werden mussten. Bemerkenswert ist auch die Härte der Actionszenen. Wenn John Wick abdrückt, will er auch hundertprozentig sicher sein, dass sein Gegenüber den Löffel reicht und nicht bloß im Besteckkasten wühlt. Schon lange wurde menschliches Leben nicht mehr so kaltblütig und „effizient“ mit der Schusswaffe beendet wie hier. Und auch wenn es ohne Waffen Mann gegen Mann geht, macht John Wick keine Gefangenen. Sicherlich wird der eine oder andere Old School - Actionfan bemängeln, dass auch in John Wick z.T. CGI-Blut verwendet wurde, was ihm das „klassische“ Feeling rauben dürfte, aber in dieser Hinsicht gab es in jüngerer Vergangenheit weitaus schlimmere Beispiele.

Trotzdem ist John Wick ein weit hervorragender, sehr unterhaltsamer Actionfilm, den man sich auch mehrmals ansehen kann. Reeves´ erster Einsatz als rächender Ex-Profikiller spielte weltweit über 88 Millionen Dollar ein, so dass zwei weitere Serquels folgten und ein vierter Teil geplant wird. 

9/10
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Kommentare

23.08.2020 12:08 Uhr - dicker Hund
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Dieser Beschreibung kann ich mich anschließen. Sie klingt in meinen Schlappohren wie eine 9. Ich wäre wohl auch im oberen Bereich (7 bis 9), bräuchte aber noch einen Rewatch, um mich festzulegen.

23.08.2020 12:33 Uhr - Punisher77
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Es sollte auch eine 9 sein. Hab vergessen, den Film zu bewerten. Danke, dass Du mich indirekt darauf aufmerksam gemacht hast :-).

23.08.2020 22:45 Uhr - Cabal666
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Schön zusammengefasst, Punisher. Alle relevanten Infos sind da und du erklärst gut, warum dir der Film so gefällt. Und deine fantasievollen Formulierungen gefallen auch.
Wenn John Wick abdrückt, will er auch hundertprozentig sicher sein, dass sein Gegenüber den Löffel reicht und nicht bloß im Besteckkasten wühlt.

Originelle Umschreibung! :)

Bei mir wären es zwar nicht ganz 9 Punkte, aber "John Wick" ist auch für mich einer der gelungensten Actionthriller der letzten Dekade. Wobei mir der zweite Teil sogar noch besser gefällt. Der dritte hingegen litt eher an seinem unpassenden ironischen Humor, konnte aber immer noch gefallen. Kommen von dir als nächstes Reviews zu den Sequels?

24.08.2020 22:43 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für das nette Feedback.

Die Reviews werden kommen, aber wahrscheinlich nicht als nächstes. Das Review zu Teil 3, das ich anlässlich des Blu Ray-Releases geschrieben habe, ist fertig, aber Teil 2 muss ich mir noch mal anschauen, um eine vernünftige Kritik schreiben zu können und ich möchte die Chronologie einhalten. Kann also noch was dauern, da ich noch ein paar andere Eisen im Feuer habe.

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