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Das Schwert des gelben Tigers

Originaltitel: Xin Du Bi Dao

Herstellungsland:Hongkong (1971)
Genre:Abenteuer, Eastern, Martial Arts
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,43 (7 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der Anführer einer berüchtigten Räuberhorde terrorisiert das ganze Land. Er gilt als unbesiegbar - bis er auf den "Einarmigen" trifft ... (VPS)

eine kritik von ghostfacelooker:

Schon vier Jahre zuvor hatte Wang Yu in Das goldene Schwert des Königstigers und zwei Jahre später in The Return of the One Armed Swordsman, sowie 1976, also weitere fünf Jahre nach diesem Film mit The One Armed Swordsman, die Rolle des einarmigen Rächers kreiert.

Jedoch hat dieser Film mit dem Traumduo der Shaw Brothers Produktionen, David Chiang und Ti Lung inhaltlich nicht wirklich viel mit den vorhergehenden Titeln gemeinsam und steht somit als vollkommen eigenständige Handlung.

Aber nicht nur durch die beiden Hauptdarsteller, sondern auch aufgrund der Shaw Brothers Schmiede, war dieser Film, der erste Eastern in deutschen Kinos und begründete hierzulande somit den Auftakt der Kung Fu / Eastern Ära der 70er und 80er, die mit reißerischen Trailersprüchen und kunstvollen „Flugeinlagen“ oder Kampfchoreographien verschiedener Beteiligter den geneigten Zuschauer auf kommende Produktionen aufmerksam machten.

Inhaltlich geht es von Anfang an in emotional anspruchsvolle Dialektik, die in leicht theatralischen Aussagen gipfelt durch gekonnte und für damalige Verhältnisse sehr gut inszenierte Kampfeinlagen begleitet wird.

Ich bin sogar geneigt diesen Film als asiatische Shakespeare-Adaption eines Helden zu betrachten, denn mit Chiang´s Rolle als Lei Li hat man einen ähnlich arroganten von sich selbst überzeugten Charakter wie dereinst Hamlet oder Macbeth, der durch seine Taten in einen Strudel zerstörerischen Ausmaßes gerät.

Natürlich hat man auch den ultimativen Bösewicht, hier in der Rolle des Lung i Chih, dem Herrn der Tigerbande. Lung wird von einem weiteren Shaw Brothers Unikat dargestellt, der mit Lung und Chiang ein Trio bildete das in vielen weiteren Produktionen zu sehen sein sollte.

Ku Feng übernimmt zwar in anderen Filmen der Handkantenschmiede gern den Part des Bösewichts, spielt aber auch, wie in Die 13 Söhne des gelben Drachen oder The Water Margin an der Seite von Lung und Chiang.

Hier jedoch steht er auf gegenüberliegenden Seite und gibt beiden ordentlich Konter, hat er doch, wie in den meisten Kung Fu Streifen der Zeit üblich, eine besondere Waffe, die man vorher so entweder selten oder noch nie gesehen hat.

Wenn es keine Waffe war, dann gab es eine Technik die hervorgestochen hat, oder eine Art unbesiegbaren Kämpfer. Kurz man versuchte eigentlich immer neue Features in die Filme zu bringen und somit die fast gleichen Handlungskonzepte der Rache oder des Verrats gepaart mit Kodex und Freundschaftsinsignien aufzupeppen.

Durch die sehr dominante Rolle des Lung ist der Held somit hier gezwungen im ersten Moment klein beizugeben und sich selbst in zweierlei Hinsicht zu demütigen. Einerseits schwört er nie mehr zu kämpfen und gleichzeitig opfert er symbolisch und visuelle dramatisch noch in zusätzlicher Art seine Kampfkunst.

Jahre später scheint Lei Li ein Mythos und seine Identität in Vergessenheit geraten zu sein, bis eines Tages ein fast ebenso von sich überzeugter Kämpfer sich vorgenommen hat die Tigerbande und deren Boss zur Verantwortung zu ziehen.

Jedoch bevor Feng Chun sich der Geißel der Gegend, dem Tigerboss stellt, trifft er auf Li und somit wird das Konzept der Freundschaft und Rache zwischen den Beteiligten Lung und Chiang aufgebaut und durch eine zarte und weniger handlungsentscheidende weibliche Figur um den Aspekt der subtilen Liebe erweitert.

Natürlich kann man darauf bauen, dass auch nicht alle Helden mit heiler Haut davonkommen, aber ebenso wenig wird die Gerechtigkeit jene Verschonen die ihre Strafe verdienen.

Zutaten die Chang Cheh, einer ebensolchen Legende wie die Shaw Brothers Produktionen selbst, besonders für die bereits oben genannten Teile des Einarmigen, als auch für viele seiner anderen tollen Filme verwenden wird.

Bei Cheh kann man des weiteren von einem angemessenen Blutzoll und tiefgründiger Handlung ausgehen, die nicht unbedingt immer in einem Happy End gipfeln muss, was eigentlich auch ein Stilbruch zur Mehrzahl der Eastern darstellt.

Die Schwertkämpfe sind eine Symphonie klirrenden Metalls und Todes auch wenn das ein oder andere Schwert und der ein oder andere Hieb nicht immer authentisch dargestellt wird, so hat man durch die Handlung weitestgehend ein begrüßendes Defizit an Langeweile.

Somit dürfte kein dem asiatischen Martial Arts oder Eastern geneigtem Herz ein Wunsch offen stehen, wenn hier auch mehr der Einsatz von Schwertern als Kung Fu dominierend ist.

Für mich ist dieser Film von Anfang bis Ende aufgrund seiner Schauspieler, dem treibendem Anfangsscore sowie der Handlung selbst eine absolute 10 und somit ein 100% Filmfun Garant.

Was ich schade und gleichzeitig verwundernd finde, ist die Tatsache das laut OFDB auf Bluray keine Uncutversion zu existieren scheint, obwohl man dies hier bei SB.com anders anzeigt und man doch bei der selben Produktion im gleichen Haus bei T.V.P bei der DVD hinbekommen zu haben scheint.  

10/10
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Kommentare

20.08.2017 10:55 Uhr - der neue1067
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War damals, Anfang der achtziger, einer meiner absoluten Lieblings Eastern. Mag daran gelegen haben das es einer der ersten Eastern überhaupt war den ich damals gesehen habe.
Früher hätte der auch Zehn Punkte von mir bekommen, heute vielleicht noch 7-8 Punkte was auch noch ziemlich gut ist. Die letzte Sichtung ist aber auch schon Ewigkeiten her!

20.08.2017 13:21 Uhr - Ghostfacelooker
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20.08.2017 10:55 Uhr schrieb der neue1067War damals, Anfang der achtziger, einer meiner absoluten Lieblings Eastern. Mag daran gelegen haben das es einer der ersten Eastern überhaupt war den ich damals gesehen habe.
Früher hätte der auch Zehn Punkte von mir bekommen, heute vielleicht noch 7-8 Punkte was auch noch ziemlich gut ist. Die letzte Sichtung ist aber auch schon Ewigkeiten her!


Ist auch einer meiner ersten Eastern und ein Liebling derer, naja und meine Bewertungen sind nicht unbedingt mit dieser Skala hier vergleichbar^^

20.08.2017 15:51 Uhr - Dr. Jones
Bei mir der erste Eastern überhaupt . Die Erstsichtung erfolgte in den frühen siebzigern und zwar bei meinem Onkel in einer ca. 20 minütigen s/w Schnittfassung auf Super 8 .
Die für mich als Kind damals schon schockierende und drastische Szene war natürlich mit bei.

Bis heute hat sich es irgendwie nie ergeben mir mal die vollständige Fassung anzuschauen .
Übrigens der junge Elmar Wepper hatte David Chiang seine Stimme geliehen .

20.08.2017 16:46 Uhr - Ghostfacelooker
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20.08.2017 15:51 Uhr schrieb Dr. JonesBei mir der erste Eastern überhaupt . Die Erstsichtung erfolgte in den frühen siebzigern und zwar bei meinem Onkel in einer ca. 20 minütigen s/w Schnittfassung auf Super 8 .
Die für mich als Kind damals schon schockierende und drastische Szene war natürlich mit bei.

Bis heute hat sich es irgendwie nie ergeben mir mal die vollständige Fassung anzuschauen .
Übrigens der junge Elmar Wepper hatte David Chiang seine Stimme geliehen .


Guter Hinweis. Hätte ihn gar nicht so erkannt.

20.08.2017 16:51 Uhr - TheRealAsh
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Super, dass du deine Eastern-Reihe wieder so geil fortsetzt. Den hier habe ich auch immer sehr geliebt.

@Dr.Jones: deine Super-8-Erfahrungen klingen wirklich super. Ich persönlich bin auch ein großer Fan dieser Kurzfassungen, da sie ja nicht geschnitten waren, sondern vom Medium her bedingt.

20.08.2017 17:56 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 20
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20.08.2017 16:51 Uhr schrieb TheRealAshSuper, dass du deine Eastern-Reihe wieder so geil fortsetzt. Den hier habe ich auch immer sehr geliebt.

@Dr.Jones: deine Super-8-Erfahrungen klingen wirklich super. Ich persönlich bin auch ein großer Fan dieser Kurzfassungen, da sie ja nicht geschnitten waren, sondern vom Medium her bedingt.


Danke auch wenn es nicht direkt als Reihe wie bei dicker Hund usw gedacht ist. Aber da kommt bestimmt noch einiges, zumal es Gott sei Dank, wenn auch weniger als ich mir persönlich wünschen würde von einigen Labels Nachschub gibt.

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