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Pusher

Herstellungsland:Dänemark (1996)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,35 (20 Stimmen) Details
inhalt:
Frank und Tonny sind Drogendealer. Sie leben in Dänemark,sind zwischen 30 und 40 und haben nur mit Menschen zu tun die am Rande der Gesellschaft leben und meist kriminell sind.Sie sind so etwas wie Kumpel, die zusammen arbeiten.Als sie aber während eines Deals von der Polizei erwischt werden,können sie zwar die Beweise vernichten, sind aber aufgeflogen.Frank steht nun bei dem gefährlichen Milo in der Kreide.So muss er dringend an Geld kommen.Eine Odyssee aus Gewalt und Verzweiflung beginnt.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von knochentrocken:

"PUSHER"

 

• HINTERGRUND:

Von Holland aus etwas mehr nach Norden über Hamburg, überraschte im Jahr 1996 ein Däne mit seinem Spielfilmdebüt. Der Name dieses Dänen lautet Nicolas Winding Refn. Viele Menschen kennen ihn nicht, das ist mir selbst schon aufgefallen, was aber keine Überraschung ist, denn Nicolas Winding Refn ist ein sehr spezieller Regisseur und Künstler. Man kann ihn durchaus in das Genre Indiefilm (Independent - Film) packen, zumal seine Filme oft kein großes Publikum ansprechen und auch nicht, gemessen an heutige Verhältnisse, viel an der Kasse einspielen. 

Sein erster Film mit dem Titel "Pusher", welcher zunächst als zehnminütiger Kurzfilm geplant war, den Refn als Bewerbung zur dänischen Filmschule entwickelt hatte, ist auf dem ersten Blick ein ganz normaler Gangsterfilm in dem das dänische Drogenmilieu dargestellt wird. Doch was macht den Film so besonders? 

 

• DARSTELLER & ATMOSPHÄRE:

Nicht nur Refns erster Film, sondern auch die erste Rolle von Mads Mikkelsen ("Casino Royale", "Hannibal"). Und auch hier kann man schon sein starkes Talent als Tonny, den er mimet, erkennen. Aber auch der Hauptprotagonist und Freund von Tonny - Frank (gespielt von Kim Bodnia) spielt seine Rolle verdächtig authentisch. 

An sich wirkt die Atmosphäre von Kopenhagen, die verschiedenen Schauplätze und die Art der Darsteller wirklichkeitsnah. Es wirkt, als ob man sich eine Dokumentation anschaut, welche den Untergrund Kopenhagens darstellt. Zur Atmosphäre trägt aber auch die Kamera dazu.

 

• KAMERA:

Nicolas Winding Refn benutzte fast keine Belichtungen während des gesamten Drehs. Meist wurden die Akteure nur von hinten beleuchtet. Dadurch entsteht nicht nur ein dunkleres und düstereres Bild der Stadt, sondern es hat den Eindruck, als wenn man während der gesamten Geschichte direkt daneben stehen würde. 

Ein Grund warum Refn die Belichtung auch weggelassen haben könnte, kann sein, dass der Däne an einer starken Rot/Grün - Schwäche leidet. Das bedeutet er kann grüne und rote Farbtöne nicht unterscheiden, weshalb Winding Refn in seinen Filmen immer mit sehr starken Farbkontrasten arbeitet, wie auch hier der Fall. Zudem sagte Refn einst in einem Interview, dass seine Filme als Hauptthema das Auge haben und er deswegen gezielt das Auge des Zuschauers 'angreift'. Man soll Schmerzen haben, weggucken und angeekelt sein...

Die hohen Kosten verursachten große Zeit- und Budgetengpässe. Nicolas Refn arbeitete ausschließlich mit Handkamera, weshalb der dokumentarische Touch entsteht. 

 

FAZIT:

Ein grossartiger Independentfilm vom Surrealisten Nicolas Winding Refn, mit einem Budget von 6 Millionen dänischen Kronen, was in etwa 780.000 Euro sind. 

Der Film ist wohl einer der authentischsten und realitätsnahesten Gangsterfilme die es je gab. Filme wie "Goodfellas", "Der Pate", "Scarface" oder "King of New York" glorifizieren das Gangstertum, dieser hier spiegelt allerdings wohl die brutale Wahrheit wieder, wie man es heute kennt. Wenn man nicht wüsste, dass der Film in Dänemark spielt, könnte es auch in Berlin spielen. 

 

 

 

10/10
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Kommentare

02.09.2017 21:44 Uhr - dicker Hund
1x
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Also, meine Nase hast Du jedenfalls neugierig gemacht;-)

02.09.2017 22:21 Uhr - TheRealAsh
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Da isser also, der WeltraumRefn:-D Ich bin etwas verwundert, dass du mit dem beginnst, da ich dachte, du schlägst gleich voll in die Kerbe und fängst mit den neueren an. Aber du beginnst wohl am Anfang und gehst dann chronologisch weiter?

Pusher ist natürlich ein starkes Debut und du beschreibst ja interessant, das mit Auge und Filmbild. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr gewünscht, vor allem was deine eigene Meinung und Erfahrung beim Film ist, aber kann auch kürzer. Insgesamt finde ich deine längeren Reviews aber besser;-)

Wie findest du eigentlich das Remake?

02.09.2017 22:47 Uhr - Knochentrocken
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Pusher 2 ist gerade in Arbeit. Das Remake habe ich bis dato nicht gesehen.

Ich wollte nicht gleich so viel schreiben, glaub mir, meine Reviews zu Drive, OGF, VR, TND werden länger.

Achja, ja ich werde diesesmal chronologisch rangehen. ;)

02.09.2017 23:06 Uhr - TheRealAsh
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Cool, dann bin ich gespannt!

03.09.2017 14:21 Uhr - naSum
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Ein schöner Einstieg, zu einem Film der mich auch sehr gepackt hat. Nicht zuletzt weil das exzentrische Schauspiel und die triste Atmosphäre (beides von dir deutlich gemacht) durch einige kurze, aber prägnant drastische Gewaltspitzen pointiert werden. Gepaart mit den Lichteffekten gibt das schon einen recht abgefuckten Film her.

Dennoch finde ich, das man ihn deutlich als Erstling erkennen kann, da die rohe Machart stellenweise auch von noch nicht gänzlich entfalteter Erfahrung zeugt.
Von mir gibts daher nur schwache 8 Punkte.

03.09.2017 20:10 Uhr - Necron
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Nette und faire Review für NWRs erste Gehversuche, die in jedem Fall schon sehr beachtlich waren.
Ich würde den Film aber eher bei einer soliden 8/10 sehen, auch vor dem Hintergrund das die richtig dicken NWR Werke erst noch kommen sollten. Drive z.B. da erscheinen 10/10 dann schon wieder fast zu wenig... ;)

03.09.2017 22:45 Uhr - Knochentrocken
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Gerade weil mit seinem ersten Werk ein grossartiger Regisseur hervorkam, ist es für mich eine 10/10. ;)

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