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JasonXtreme
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Eintrag: 12.09.2017

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Harte Ziele
Kinofassung & Unrated Version



Into the Badlands - Staffel 2
Blu-ray 23,99
DVD 18,17

Verleugnung

(Denial)
Herstellungsland:USA, Großbritannien (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Biographie, Drama, Historie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Die amerikanische Universitätsprofessorin Deborah E. Lipstadt wird unerwartet zur Verteidigerin der historischen Wahrheit, als der britische Autor David Irving sie wegen Verleumdung verklagt. In ihrem jüngsten Buch hatte Lipstadt ihm die Leugnung des Holocaust vorgeworfen. Durch das britische Justizsystem in die Defensive gedrängt, steht sie nun gemeinsam mit ihren Verteidigern, angeführt von Richard Rampton, vor dem absurden Problem, nicht nur sich selbst zu verteidigen, sondern auch beweisen zu müssen, dass der Holocaust tatsächlich stattgefunden hat. Statt sich jedoch eingeschüchtert zu geben, weckt diese scheinbar unlösbare Aufgabe ihren Kampfgeist. Lipstadt lehnt jeden Vergleich ab und stellt sich vor Gericht ihrem unerbittlichen Gegner…
eine kritik von jasonxtreme:

Filme die den Zweiten Weltkrieg behandeln, ob nun primär oder sekundär, gibt es wirklich in großen Mengen. Ebenso jene die sich mit dem Holocaust, oder der Schoah, beschäftigen. Bislang ist mir jedoch kein Film oder keine Serie bekannt, die sich dem Thema der Holocaust-Leugnung verschrieben haben, die ja bekanntermaßen und verständlicherweise strafbar ist. Da dieses Thema aktueller denn je ist in unseren Tagen, ist es umso wichtiger, dass sich Regisseur Mick Jackson in der britisch-amerikanischen Co-Produktion "Verleugnung" mit genau diesem Thema auseinandersetzt.

Die Handlung orientiert sich nicht an einer fiktiven Erzählung, sondern am realen Fall Lipstadt gegen Irving, der sich in den 90er Jahren ereignete, und der dann im Jahr 2000 vor einem Londoner Gericht verhandelt wurde. Die amerikanische Professorin Deborah E. Lipstadt hat jüdische Wurzeln, und auch einen Lehrstuhl an der Universität von Seattle, in dem sie sich mit dem Judentum sowie dem Holocaust beschäftigt. Als sie 1993 in einem ihrer Bücher den britischen Historiker und Autor David Irving als Holocaustleugner bezeichnete, zeigte dieser sie wegen Rufschädigung, Beleidigung und übler Nachrede an. Die Verhandlung der Sache drängte der offenkundig rechtsradikale Irving nach Großbritannien zu verlegen, wohlwissend, dass hier Lipstadt in der Beweispflicht liegt. Nun ist es an ihr zu beweisen, dass der Holocaust stattfand. Dies ist die Geschichte dieser Verhandlung.

Das Drehbuch zu Verhängnis stammt aus der Feder von David Hare, der zwar nicht sonderlich viele Werke zu verzeichnen hat, aber immerhin für "The Hours" und "Der Vorleser" unter der Regie von Stephen Daldry verantwortlich war. Regisseur Mick Jackson war bisher eher beim fiktionalen Unterhaltungsfilm zu finden, wie seine Arbeiten "L. A. Story", "Bodyguard" oder "Volcano" zeigen. Für "Verhängnis" begibt er sich auf ungewohntes Terrain, und das merkt man durchaus auch. Aber die Frage die sich stellt ist, ob es überhaupt ein Manko ist, eine solche Thematik eher kühl-sachlich aufzuarbeiten, und auf spannungsgeladene Höhepunkte oder Gefühlsduselei zu verzichten, man verzeihe mir die Wortwahl bei diesem sensiblen Bereich der Geschichte. Zwar ziehen auch, oder besonders, Justizfilme ja gerade aus solchen Dingen ihre Wucht, und dieser Film ist eben solch einer, aber die nüchterne Betrachtungsweise schadet "Verleugnung" in keiner Weise.

Darstellerisch darf Jackson auf eine fähige Riege zurückgreifen. Rachel Weisz ("The Fountain", "Die Mumie") spielt gewohnt souverän die Rolle der Deborah Lipstadt, während Timothy Spall ("Harry Potter", "The King's Speech") eindrucksvoll den radikalen Irving gibt. Tom Wilkinson ("Der Ghostwriter", "Grand Budapest Hotel") und Andrew Scott (BBC's "Sherlock") stehen als Darsteller, denke ich, ebenso für sich. Trotz allem spielt keiner von ihnen sich in den Vordergrund, jeder spielt um des großen Zwecks (natürlich dennoch beeindruckend realistisch und hingebungsvoll): Das Thema der Leugnung bzw. der Gegenbeweis. Zentrales Thema ist einerseits die irre Rechtsvariante, dass Lipstadt den Holocaust beweisen muss, und andererseits natürlich die Tatsache wie man dies genau tut. Letzten Endes wurde der Prozess ja aus Opferschutz so gehalten, dass nicht einmal Holocaust-Opfer aussagen durften, geschweige denn Lipstadt selbst.

Recht wurde Recht, aber bei "Verleugnung" ist doch eher der Weg das Ziel. Man darf nun auch nicht denken der Film wäre staubtrocken, da er nicht auf effekthascherische Anwaltskapriolen setzt. Für Interessierte ist Jacksons Werk sicher eine Bereicherung, auch wenn nicht alle Fakten und Eventualitäten des Falles eingebaut werden konnten, aber eigentlich sollte dieser Streifen für jeden interessant sein, zumal bis heute etwaige Individuen behaupten dass die Schoah ein Lügengebilde sei. Abschließend sei gesagt, dass die Kameraarbeit und Musik keine herausstechenden Merkmale von "Verleugnung" sind, aber natürlich handwerklich gut bleiben. Bild und Tonqualität der blauen Scheibe sind auf gutem Niveau, in den Extras befinden sich noch Interviews mit Cast und Crew.

8/10
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Kommentare

12.09.2017 14:31 Uhr - Ghostfacelooker
2x
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.287
Interessantes Review das leider einen noch immer bestehenden Irrglauben auch rechtsradikaler und Treuamerikanischer Hillbilly Neonnazi´s thematisiert. Ein Film der bestimmt sehenswert ist und durch dein gut dafür konstruiertes Review mehr Aufmerksamkeit bekommt

12.09.2017 16:27 Uhr - NoCutsPlease
3x
DB-Helfer
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Gut, dass El Xtremo aus der Sommerpause zurück ist und uns wieder interessante Tipps aus seiner Schreibstube beschert.
By the way: Es ist schon reichlich bescheuert etwas zu verleugnen, das durch Tonnen von Archivmaterial und zahllose Zeitzeugen belegt ist.

12.09.2017 20:05 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 6
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Auch von mir ein Danke für dein schönes und vor allem wichtiges Review. Der Film wäre mir tatsächlich nicht weiter aufgefallen, da der Titel jetzt nicht so auf dieses Thema hinweist. Werde ich mir auf jeden Fall ansehen und mir fällt jetzt auch kein anderer Film zur Holocaust-Leugnung ein.

Apropos, ich war vor einiger Zeit im KZ Sachsenhausen, was ich jedem wirklich nur empfehlen kann. Dort dachte ich mir auch, dass jedem der das gesehen hat, die Augen aufgehen müssten. Leider ist dem ja nicht so. Andere hervorragende und recht aktuelle Empfehlungen zum Thema sind übrigens in Berlin "Topographie des Terrors" und die "Gedenkstätte Deutscher Widerstand". Beide Ausstellungen sind kostenlos und herausragend aufbereitet.

12.09.2017 20:14 Uhr - JasonXtreme
2x
DB-Helfer
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Danke Mädels :) ja ich selbst war bisher nur in Dachau, aber ich denke veranschaulicht wird dieses Grauen in allen ehemaligen Vernichtungslagern. Wer sowas leugnet, der muss schon stark was von Hirnschwund haben, aber nichtmal so selten

12.09.2017 21:00 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.287
12.09.2017 20:14 Uhr schrieb JasonXtreme
Danke Mädels :) ja ich selbst war bisher nur in Dachau, aber ich denke veranschaulicht wird dieses Grauen in allen ehemaligen Vernichtungslagern. Wer sowas leugnet, der muss schon stark was von Hirnschwund haben, aber nichtmal so selten


Kenn ich auch. Dachau Besuch=Pflichtschulfahrt der bayrischen Klassen in den 90ern gewesen

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