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dicker Hund
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Eintrag: 16.10.2017

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Cyborg

Asphalt-Kannibalen

(Apocalisse Domani)
Herstellungsland:Italien (1980)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Horror
Alternativtitel:Apocalipse Cannibal
Apocalipsis caníbal
Apocalypse domani
Asphaltkannibalen
Cannibal Apocalipsis
Cannibal Apocalypse
Cannibal Massacre
Cannibals Are in the Streets, The
Cannibals in the City
Cannibals in the Street
Hunter of the Apocalypse
Invasion of the Flesh Hunters
Last Hunter, The
Slaughterers, The
Virus

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Als Captain Norman Hopper (John Saxon) zwei seiner Untergebenen aus einem Vietkong-Lager rettet, muss er feststellen, dass die beiden gerade dabei sind menschliche Überreste zu verspeisen. Jahre später – zurück in den Vereinigten Staaten – beißt einer der beiden Geretteten, der in einer psychiatrischen Anstalt lebende Charles Bukowski (Giovanni Lombardo Radice), eine Frau und verbarrikadiert sich danach in einem Supermarkt. Neben der Polizei eilt auch Hopper zum Ort des Geschehens, ohne zu ahnen, dass der Ärger jetzt erst anfängt.
eine kritik von dicker hund:

Ein besonderer Liebling von Quentin Tarantino ist der Italo-Regisseur Antonio Margheriti, was in "Inglourious Basterds" zu einer namentlichen Erwähnung führte. Dies dürfte maßgeblich mit an dem 1980er "Jäger der Apokalypse" und dem hier besprochenen "Asphalt-Kannibalen" aus demselben Jahr gelegen haben.

In der Hauptrolle des Norman Hopper ist John Saxon mit markigem Ausdruck zu sehen. Man kennt ihn aus späteren Werken wie dem ersten, dritten und siebten "Nightmare on Elm Street", "Tenebrae" oder "From Dusk Till Dawn", wenn auch in letzterem mit recht kurzer Screentime. Hier versucht er seinen Veteran-Kameraden Charles Bukowski zu beruhigen, was rasch an "First Blood" erinnert und hinsichtlich des Resozialisierungs-Fragezeichens hinter Kriegs-Rückkehrern wie eine Kopie aussehen kann, solange man sich nicht bewusst macht, dass "Cannibal Apocalypse" (Alternativtitel) zwei Jahre früher dran war. Ebenfalls jünger sieht Giovanni Lombardi Radice neben seinem ehemaligen Vorgesetzten aus. Beim Dreh stand er noch ziemlich am Anfang seiner Karriere, so dass er erst "Ein Zombie hing am Glockenseil" und den "Schlitzer" hinter sich hatte. Als nächstes sollte "Die Rache der Kannibalen" folgen - was für eine Vita! Jedenfalls gibt es in seinem dritten Spielfilm reichlich Overacting von ihm zu betrachten.

Lieber schaut man da auf den Gore, der kurz und heftig geriet und neben Eye Candies wie den Flammenwerfersalven öfter bissig wird (Gewalt 7/10). Der ziemlich hohe Bodycount in Verbindung mit technischen Unregelmäßigkeiten erinnert an "Großangriff der Zombies", dessen gesteigertes Tempo in Verbindung mit den häufigen Schauplatzwechseln außerdem zum Vergleich einlädt. Trotz des geringen Budgets von nur 75.000 $ wird die Umgebung in reger Geschwindigkeit ausgetauscht. Dabei bietet das Grubengefängnis im Grünen ebenso etwas fürs Auge wie das Kino, der geschlossene Supermarkt oder die rattenverseuchte Kanalisation. Eine Zeit lang entsteht dadurch Kurzweil, hilfreich begleitet vom Score aus akzentuierten Einzelakkorden, Trommelwirbeln und seichter Disco-Musik. Letztere wirkt ein bißchen deplatziert, verträgt sich mit den rohen Inhalten indes immer noch besser als die Virus-Thematik mit dem Psychose-Ansatz. Normans gebeutelte Ehefrau Jane (Elizabeht Turner aus "Sieben schwarze Noten") stellt dazu die gnadenlos bloßstellenden Fragen, auf die sich in solchen Gefilden zwangsläufig nur noch mit Unfug antworten lässt:

"Was hat es für eine Bewandtnis mit diesem Kannibalismus oder ... wie immer Du es nennen willst?"

- oder mit noch entlarvenderer Treffsicherheit -

"Wie kann ein soziales Phänomen wie Kannibalismus zu einer ansteckenden Krankheit werden?"

Da könnte man fast meinen, Margheriti hätte hier selbstironisch Kritik am Drehbuch von "Invasion of the Flesh Hunters" (noch so ein Mehrtitel-Ungetüm) wörtlich zitiert. So inkonsequent wie der Plot sehen daneben die verhaltenen Erotik-Ansätze aus. Für einen davon ist Mary, gespielt von der damals zwanzig Jahre alten Cinzia De Carolis (Lori aus der "neunschwänzigen Katze"), verantwortlich, eine "Teenagerin", welche sich an den viel älteren und verheirateten Protagonisten heranmacht. Das zeigt ein streitbares Frauenbild zum Stichwort "Machismo", ohne dass von dieser oder einer anderen balzfreudigen Dame viel zu sehen wäre (Sex 3/10). Andererseits kann man darüber angesichts der mitgelieferten unfreiwilligen Komik kaum noch verärgert sein (Humor 3/10):

"So schön hat mich noch nie jemand gebissen."

Na also. Da soll noch einer behaupten, Kannibalenfilme und Erotik gingen nicht zusammen! Einmal mehr verblasst durch solche Pointen die Durchschlagsfähigkeit des Horrors (5/10), dessen Raum mit Bildern wie der gezogenen Leiche samt Blutspur auf dem Boden an sich gar nicht mal so klein ist. Nach einer Klopperei, die zu künstlichen Saxophon-Klängen ins Auge geht, ist der Zuschauer dann allerdings gesättigt. Der Ausklang in der Kanalisation zieht sich trotz dunkler Atmosphäre in die Länge, wohl auch, weil das soziale Gefüge der Gruppe dort unten nicht nachvollziehbar erscheint.

"Asche zu Asche und Scheiße zu Scheiße!"

Nun ja - obwohl das Finale lange im Abwasser verweilt, wurde der "Virus" (schon wieder eine andere Bezeichnung) gar nicht so grottig, wie man angesichts dieser polizeilichen Kommentierung befürchten könnte. Einen gewissen Unterhaltungswert behalten die "Slaughterers" (...) selbst in der fürchterlichen Red Edition von Laser Paradise, über welcher ein milchiger Schleier liegt, während die Ränder von Personen und Gegenständen gerne einmal in schwarze Linien verfransen. Ähnlich diffus nimmt man den vage pazifistischen Anspruch wahr. Die BPjM möchte vor dieser soliden Trash-Kost (5/10 Punkten) mit einer Indizierung schützen, die 2011 zuletzt bestätigt wurde.

5/10
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Kommentare

16.10.2017 07:43 Uhr - Intofilms
1x
Formidabler Low-Budget-Italo-Schund - niveaulos, anstößig, lächerlich und extrem vergnüglich. Manchmal, da überkommt es mich einfach und dann wandern gleich zwei, drei Filme dieser zweifelhaften Provenienz in den Player. Ach, und wie ich mich daran erfreuen kann! Blöd nur, dass mich hinterher oft so ein paar schüchterne Gewissensbisse heimsuchen, die mir nachträglich noch ein wenig den Genuss trüben wollen. Das ist alles so kleinkariert!^^ Aber gut, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Das passt schon. Und ändern tut das eh nichts, hehe!

Auch deine Rezis bereiten im Grunde viel zu viel Vergnügen! ;-)

16.10.2017 11:08 Uhr - NoCutsPlease
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Bei "Asphalt-Kannibalen" hätte ich jetzt eher Motorradrocker oder Rennfahrer mit Appetit auf Menschenfleisch erwartet.
Allein die im Kannibalenrausch der späten 70er/frühen 80er mitschwimmenden Alternativtitel verheißen schon das pure Mittelmaß und Saxon in Hauptrollen deutet ohnehin auf puren B-Standard hin.
Die Kritik selbst ist alles andere als Mittelmaß.

16.10.2017 14:32 Uhr - JasonXtreme
1x
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Also seinerzeit fand ich den durchaus unterhaltsam, mehr wie ne 5 is da aber echt nicht drin, und das eher weil ich Saxon mag. Die Rezi ist wie immer auf super Nivea! :D

16.10.2017 16:43 Uhr - Ghostfacelooker
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Ist das eine Anlehnung an den Schriftsteller Charles Bukowski? oder spielt er sich gar selbst? würde dem leicht durchgeknallten Knaben sowas zutrauen. Achso ne der Name steht in der Inhaltsangabe die ich fast nie lese.Schriftlich hat der Wuffi wiedermal das Review-Revier markiert^^^^

16.10.2017 20:49 Uhr - Horace Pinker
1x
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Schöne hundige Besprechung die Stärken und Mängel dieses Italo Trashs gekonnt aufzeigt. Die Asphalt Kannibalen kenne ich bisher nur von der Radice Doku auf der Arrow Blu-Ray von City of the Living Dead, allerdings könnte der mit angepasster Erwartungshaltung für einen lustigen Filmeabend mit ein paar Kumpels durchaus brauchbar sein.

16.10.2017 21:45 Uhr - dicker Hund
4x
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Vielen Dank Ihr Lieben!

Als Horrorfreund geselle ich mich auch schon einmal zum Mittelmaß, die Perlen allein können meinen Appetit nicht sättigen;-)

Mein nächstes Review bleibt im Land der Lasagne...

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