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dicker Hund
Level 11
XP 1.661
Eintrag: 12.10.2017

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Aquarius - Theater des Todes

(Deliria)
Herstellungsland:Italien (1987)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Stagefright: The Theatre of Death
Stage Fright: Aquarius
Sound Stage Massacre
Stage Fright
Bloody Bird
Aquarius

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,59 (50 Stimmen) Details
inhalt:
Ein entflohener Massenmörder findet Unterschlupf in einem Theater, wo gerade die Proben zu einem Musical laufen. Nach der Ermordung einer Darstellerin wollen die anderen Schauspieler aus dem Theater fliehen. Doch der ehrgeizige Regisseur lässt das Theater verschließen und weiter proben – ihm ist die blutige Publicity für sein Stück gerade recht. Ein fataler Fehler, denn dem Killer fallen weitere Mitglieder der Truppe zum Opfer. Ein gnadenloses Schauspiel um Leben und Tod beginnt...
eine kritik von dicker hund:

Noch vor "DellaMorte DellaMore" und "The Church" drehte Michele Soavi den Slasher "Aquarius". Von diesem Subgenre gab es zwar 1987 schon mehr als genug Vertreter, die Grundidee mit der Theaterprobe als Hintergrund der Dezimierung war aber halbwegs unverbraucht.

An so einer Kulisse konnte sich der Argento-Schüler austoben, was er mit extremen Zooms auf die Requisiten und viel Engagement bei der künstlichen Beleuchtung des Bühnenbildes tat. Die POV-Fahrten gehen hier mithin sprichwörtlich drunter, drüber oder eben backstage, so dass der selten verlassene Schauplatz nicht langweilig wird. Ab und zu erinnert das Szenario an Lamberto Bavas "Demoni", der ein Kino als Hauptdrehort hat und damit ebenfalls nicht schlecht abschneidet. Geschnitten wurde ja auch so manche Fassung von "Stagefright" (Alternativtitel), was bei der Red Edition von Laser Paradise zu abweichender Bildqualität führt, wenn der Bodycount anspringt. Selbst in dieser so gut wie vollständigen Version sind die Kills noch knapp und teilweise offscreen. Werden die Schauwerte allerdings ausgereizt, geschieht das mit durchdachter Vorbereitung und ambitionierter Gestaltung (Gewalt 6/10).

Das ist ein ganz schöner wuchtiger Schock für die Crew, für den Zuschauer dagegen nur ein moderater (Horror 5/10). Für mehr reicht es wegen der übergroßen, plüschigen Uhu-Maske nicht. Des Mörders Anonymisierungshelferlein ist nun einmal so gar nicht gruselig. Das knuddelige Federhäubchen lässt einige Einstellungen vielmehr hart an die Grenze zur Albernheit schrammen. Da ist man mit dem intendierten Wortwitz schon besser aufgehoben, der gelegentlich aufblitzt und durchaus passend in die deutsche Synchro hineinvertont wurde:

"Hierher Lucifer! Wo zum Teufel hast Du Dich versteckt?"

Wohlbemerkt ist der so gerufene Lucifer ein Miezekater (Humor 2/10). Pussytechnisch ist weniger los, ein Blick in die Umkleide bietet nicht allzuviel nackte Haut. Ungefähr für zwei Sekunden befindet sich ein Paar verirrter Nippel vor der Linse; ansonsten gibt es nur noch die subtilere Erotik durch die Reizwäsche, die mit dem Bühnenstück zu tun hat (Sex 2/10). Zu den besetzungsbedürftigen Rollen der Aufführung gehören nämlich Prostituierte. Über die allfälligen Proben wacht Regisseur Peter mit arrogant-ehrgeizigem Auftreten und angemessen hoher Nase, was David Brandon glaubwürdig verkörpert. An seiner Seite können unter anderem Giovanni Lombardo Radice ("Asphalt Kannibalen") als tuntiger Künstler und Barbara Cupisti ("DellaMorte DellaMore") als eine der authentisch wirkenden Kreischerinnen weitgehend überzeugen. Wenn die Probe schließlich stilistisch mit dem Dezimieren der Schauspieler verschwimmt, blitzt sogar wahre Größe auf, indem Theater-Ästhetik und Horrorflick-Motive in Einklang gebracht werden.

Allzu häufig geschieht dies jedoch nicht. "Deliria" (Originaltitel) verlässt sich sehr auf die talentmagnetische Örtlichkeit, an welcher es bemerkenswert viel zu entdecken gibt, und auf die sonstigen performativen Spielereien. Das genügt angesichts der sturen Innovationsverweigerung der Konkurrenz für eine Auszeichnung als kleine Filmperle (7/10 Punkten), obwohl der Schluss reichlich bekloppt daherkommt und die Unterhaltung eher berieselt als entsetzt. Die Manege hält im Wesentlichen so lange interessante Vorgänge bereit, bis der Vorhang fällt - und das dürfte wohl das Wichtigste sein. Die Indizierung erscheint einmal mehr übertrieben.

7/10
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Kommentare

12.10.2017 08:33 Uhr - DriesVanHegen
3x
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Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 258
Da ist mir nur das recht putzige angelehnte "Remake" unter dem Titel STAGE FRIGHT (Meat Loaf!) bekannt, was die schöne Kombi aus humoristischem Musical und Slasher ziemlich gut beherrscht.

Die Punktzahl klingt zwar nach einem Film, den man zu schauen riskieren kann, deine Beschreibungen erwecken bei mir aber eher das Gefühl, als wäre er deutlich schlechter.

12.10.2017 09:52 Uhr - NoCutsPlease
3x
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Wortgewandt gebellt, quasi theaterreif. :)
Der Text klingt wirklich etwas kritischer als man bei einer wuffisignierten kleinen Filmperle vermuten würde. Anscheinend spielt ja auch die schwache Konkurrenz mit hinein.
Interessant ist auch die hiesige Durchschnittswertung, nach der der Streifen ja vielen Usern gut gefallen hat.

12.10.2017 11:33 Uhr - TheRealAsh
2x
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"Pussytechnisch ist weniger los..." ^^ Wie wahr!

Schöne Rezi, zu einem der wenigen Soavis. Ich mag den ein Pünktchen mehr, aber er ist schon auch albern stellenweise. Trotzdem gefällt mir Soavis Stil durchgehend, "The Church" ist ganz klar besser (wann kommt da eigentlich mal eine VÖ?) und "The Sect" ist für mich ein Meisterwerk. Nicht zu vergessen "Dellamorte", den ich ebenfalls genial finde.

12.10.2017 11:58 Uhr - Intofilms
3x
Super-Rezi!
Ich mag das skurrile Federvieh wie auch den Streifen insgesamt und gebe auch ein Pünktlein mehr. Hier gibt es übrigens eine wirklich empfehlenswerte HD-VÖ aus UK von Exposure. Und "The Church" gibt's ebenfalls als sehr schöne Brit-Blu-ray von Shameless.

Irgendwie ein total cooler Streifen, dessen Schwächen leicht verzeihbar sind. :)

12.10.2017 13:48 Uhr - Horace Pinker
1x
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Wie gewohnt exquisit formulierte, aussagekräftige und lesenswerte Besprechung vom hiesigen Reviewhund. Da ich von Soavi schon The Sect und Dellamorte Dellamore klasse fand werde ich auch dieses sicher trotz kleinerer Schwächen empfehlenserte Regiedebut möglichst zeitnah nachholen und bin schon gespannt wie gut der mir gefallen wird.

13.10.2017 13:02 Uhr - leichenwurm
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DB-Helfer
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Tolles Review zu einem beeindruckenden Spielfim-Debut. Soavis Slasher atmet durch und durch den Geist des italienischen Genre - Films und liefert Gore-Technisch mMn. ganz schön ab. Schade um Soavi, denn der galt damals als Hoffnungsträger für den italienischen Horrorfilm. Und "Stage Fright", "The Church", "The Sect" und "Dellamorte Dellamore" waren, sind und bleiben alles äußerst sehenswerte Genre-Vertreter. Schade das es so still um ihn geworden ist... ich seh den bei 8... Sogar mit leichter Tendenz nach oben ;-) !

13.10.2017 19:35 Uhr - cecil b
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Erfahrungspunkte von cecil b 5.210
HiHi, dirty Talk auf hohem Niveau. :)


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