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dicker Hund
Level 11
XP 1.612
Eintrag: 19.10.2017

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Astaron - Brut des Schreckens

(Contamination)
Herstellungsland:Italien, Deutschland (1980)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Science-Fiction, Splatter, Trash
Alternativtitel:Brut des Grauens, Die (The Astaron)
Toxic Spawn
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Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,31 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Schiffswrack treibt in New York. Außer seiner toten Besatzung hat es eine unheimliche Fracht geladen - eine Bio-Materie, die nicht von dieser Welt ist. Ein Rettungskommando der Regierung betritt ahnungslos das Deck, ohne zu wissen, welche Katastrophe damit ausgelöst wird. Der unheimliche Organismus aus den Weiten des Weltalls tötet auf grausame Weise jeden, der ihm zu nah kommt und verbreitet sich blitzschnell. Doch dies ist erst der Anfang eines schrecklichen Albtraums...
eine kritik von dicker hund:

Bei "Astaron" handelt es sich um einen Nachklapp zu dem im gleichen Jahr entstandenen "Alien", den Versuch eines Sci-Fi-Horrors auf dem Trittbrett des Mainstream. Verschämt nennt sich der Regisseur vielleicht nicht "Rumpelstilzchen", aber immerhin "Lewis Coates". Ach wie gut, dass niemand weiß, dass er Luigi Cozzi heißt. Er bescherte dem Freund abseits stehender Italo-Unterhaltung noch Titelwunder wie "Paganini Horror - Der Blutgeiger von Venedig".

Der Prolog gelang noch relativ ordentlich mit stilistischen Parallelen zu Fulcis zeitlich ebenfalls zusammenfallendem "Woodoo": Ein verlassenes Schiff mit grausiger Ladung läuft in New York City ein - wo sonst? Schließlich ist es ja ein italienischer Film! (?) Jedenfalls gibt es hier bereits reichlich Gemantsche aufgrund der "Contamination" (Originaltitel) zu sehen. Der gleiche Effekt wird im weiteren Verlauf mehrfach wiederholt, allerdings konzentriert auf Beginn und Schluss, so dass ein Mittelteil von rund einer halben Stunde selbst in der durch Handlungskürzungen gestrafften deutschen Fassung zäh und blutleer bleibt (Gewalt 6/10). In diesen Abschnitt fallen die Ermittlungen von Stella Holmes (Louise Marleau), die mit ihrem unwiderstehlichen Charme den guten Ian Hubbard (Ian McCulloch, bekannt aus "Zombies unter Kannibalen" und "Woodoo") um den Finger wickelt:

"Wenn Sie immer so voll Alkohol sind, dann bringen Sie ihn ja doch nicht mehr hoch; noch nicht mal mit einem Kran."

Nach so einer Ansprache muss der Duschvorhang natürlich geschlossen bleiben (Sex 1/10). Als Ausgleich darf sich das kultivierte Lästermaul an der titelgebenden Kreatur erfreuen, die wie ein grimmiger Champignon aussieht, aber zumindest über ein blinkendes Gelbauge und einen hungrigen Futterschniedel verfügt (Humor 3/10). Das Design ist dabei immer noch gelungener als jenes der aus "Alien" kopierten Eier, für die einfach Wassermelonen genommen wurden, sobald mehrere im Bild sind. 

"Ich will hier raus! Hier ist ein Ei!"

Ja gut, ja gut, ist ja bald vorbei. Ein paar Leichen haben ein bißchen was von einem unheimlichen Erscheinungsbild, was noch effektiver wäre, wenn eine von ihnen nicht später blinzeln würde (Horror 4/10). Das minimalistische Set passt sich diesem Niveau an, wird indes durch die recht professionell geratenen Schutzwesten und -masken mit etwas Ernsthaftigkeit aufgewertet. Daneben schützt zu fortgeschrittener Stunde noch der Goblin-Score so gut er kann vor dem totalen Lachkrampf. Ein solcher droht dennoch stets durchzubrechen, zumal die Strategien in den Auseinandersetzungen zwischen den Kollaborateuren der bösen Außerirdischen und den mutigen Aufklärern vor Unstimmigkeiten und Widersprüchen nur so strotzen. Die an sich nicht unfähigen Schauspieler wie Marino Masé ("Tenebrae") oder gar Siegfried Rauch ("Bergdoktor", "Traumschiff") nehmen das Ganze schon erkennbar nicht mehr ernst, erst recht nicht die Synchronsprecher. Wenn die gute Stella etwa minutenlang laut darüber nachdenkt, wie die außerirdischen Lebensformen auf die Erde gelangt sein könnten, streut jeder Satz eine gute Prise Salz in die klaffende Wunde der unbeholfenen Erzähltechnik. Hauptsache, es kratzt den New Yorker Polizisten im Kopf, innendrin, denn dann stimmt irgendwas nicht.

Am Ende bleibt eine Extraportion unfreiwillige Komik mit vereinzelt auffälligen Goreschüben und einem guten Schuss genehmer Akustik (dank Argentos Band). Dadurch wird eine Art Rettungspaket für diesen Genretrashfilm geschnürt, dessen Stärken um den Plural ringen (4/10 Punkten). Alles andere ist naiv erzählt, dilettantisch umgesetzt und freimütig aus anderen Filmen zusammengesammelt. Die Indizierung wurde 2008 endlich aufgehoben.

4/10
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Kommentare

19.10.2017 07:34 Uhr - Intofilms
1x
Auf meiner Wertungsskala (mit der scheinbar irgendwas nicht stimmt^^) rangiert "Contamination" sogar ziemlich weit oben. Ich mag den Streifen wirklich total gern, bad but brilliant, für mich mindestens eine 7/10... Deine wunderbar formulierte Rezi ist jedoch erschreckend plausibel! ;-)

19.10.2017 20:15 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 6
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noch nie gesehen, aber den Duschvorhang schließe ich auch gern bei so einem gutbeschriebenen Tipp;-)

19.10.2017 22:08 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Sehr kreativ verfasst, mal wieder! Erbsenzählerei: "par Leichen".

Ich freue mich darauf, irgendwann diesen Film aus meinem Regal zu holen, wenn ich so betrunken bin, dass ich dessen 'Stärken' erkenne. ;)

20.10.2017 06:50 Uhr - dicker Hund
1x
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Besten Dank für Lob und Kritik!

@cecil
Ist editiert. Und ja, der hier ist Suff-kompatibel;-)

20.10.2017 09:15 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 19
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 7.525
Da hast du ja einem Werk aus dem Trashbereich mal wieder erfolgreich eine sowohl sehr amüsante als auch aufschlußreiche Besprechung spendiert, die sich auch durch den typischen dicker Hund Stil auszeichnet. Anders als dein Review scheint Astaron aber nicht gerade ein Must Have zu sein, so das ich vorerst dankend verzichten werde.

21.10.2017 15:23 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Der Titel blinkt immer mal beim gelegentlichen Stöbern in den Ösi-Shops auf, aber dank dieser geschickt formulierten Warnung lasse ich den wohl weiterhin aus.

21.10.2017 18:23 Uhr - Dissection78
1x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von Dissection78 3.876
Schlüssige Kritik. Absolut nachvollziehbar, auch wenn ich den Film etwas besser bewerte. Tatsächlich hatte selbst die schon um eine knappe Viertelstunde gekürzte Fassung in meinen Augen noch mit einigen Längen zu kämpfen. Irgendwann genehmige ich mir den aber trotzdem wieder. Dankestens, Herr Hund! :)

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