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TheRealAsh
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Eintrag: 20.09.2017

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Mr. Long

(Ryu San)
Herstellungsland:Japan, Taiwan, Hongkong, Deutschland (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi
Alternativtitel:Mister Long

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Ein taiwanesischer Auftragskiller (Chen Chang) strandet in einer japanischen Vorstadt. Seine Mission ist missglückt und ihm bleiben fünf Tage, um Geld für die geplante Rückreise aufzutreiben. Unvermittelt erhält er dabei Hilfe: Der kleine Jun (Runyin Bai) weicht nicht von seiner Seite und ahnungslose Anwohner zeigen sich von seinen Kochkünsten so begeistert, dass sie ihm ein berufliches Standbein schaffen wollen. Eifrig organisieren sie ihrem schweigsamen „Mr. Long“, wie sie den Killer nennen, eine fahrbare Garküche, mit der er, gemeinsam mit Jun, seine chinesischen Spezialitäten unter die Leute bringen kann. Unheil droht, als Juns Mutter (Yiti Yao) von ihrem ehemaligen Dealer aufgesucht wird und dieser Mr. Longs Fährte aufnimmt. Aber auch wenn die Vergangenheit ihn einholt – es wird für Mr. Long nicht leicht zu gehen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von therealash:

Hiroyuki Tanaka ist besser bekannt unter seinem Pseudonym Sabu. Den kennen manche wohl am prominentesten aus Taksehi Miikes Ichi the Killer, wo er Kaneko spielt. Sabu ist mittlerweile aber mehr als Regisseur unterwegs. Mich hat ein guter Freund vor längerer Zeit auf ihn hingewiesen, da ich noch nie was von dem Herren gehört hatte und mich sein Auftritt in Ichi the Killer nicht sonderlich für ihn eingenommen hat, dass ich mir seinen Namen gemerkt hätte.

Leider ist Sabu bei mir wieder etwas ins Abseits gerutscht, da ich mich erstens mit dem asiatischen Film (bis auf ein paar Sachen) gar nicht auskenne und zweitens Sabus Regie-Debüt Dangan Runner als eine Art asiatische Lola rennt wahrgenommen habe, was mir zwar sehr gut gefallen hat, mich aber mit einer weiteren Beschäftigung mit Sabu nicht weiter inspirierte.

Bis jetzt!

Mr. Long (oder Ryu San) hat mich echt unerwartet umgehauen und ich hab ihn mir nur angeschaut, weil mich mein guter Freund auf Sabu aufmerksam gemacht hat. So muss das doch sein. Grüße an dieser Stelle. Für alle Interessierten an der Materie sei Postman Blues wohl sehr zu empfehlen.

Jeder, der die Handlung von Mr. Long nun hört, wird sicher gelangweilt sein, da es um die uralte Story des brutalen und coolen Killers geht, der sich in eine Prostituierte verliebt, was bekanntlich meist nicht gut endet. So auch hier. Auf was es bei Sabus Version allerdings ankommt und was sie besonders macht, ist sein ganz spezieller Stil und die Tatsache, dass dieser Film Komödie, Actionfilm, Drama und ein bisschen Kochshow miteinander in einer Mischung vereint, die mich rundum überzeugt hat. Die bloody Kills sind übrigens sehr geil, aber leider nur zu Beginn und am Ende vorhanden. Vom Stil und der Inszenierung her haben sie mich ungemein an Oldboy erinnert.

Ich verrate bewusst nicht mehr zum Aufbau dieser brutalen, herzerwärmenden, spannenden und tieftraurigen Geschichte, da ich niemandem den Zauber dieses Films nehmen möchte. Denn für mich ist Kino immer da am schönsten, wenn ich voll in den Film reingezogen werde und mir die Zeit egal wird. Mit über zwei Stunden war ich am Anfang sogar eher skeptisch und befürchtete, dass ich gelangweilt bin. Am Ende wünschte ich mir, dass er noch länger geht.

Nun ordne ich ein bisschen meine Eindrücke ein, damit sich jeder ein Bild für seine persönlichen Interessen machen kann. Zu Beginn dachte ich aufgrund der hohen Stilisierung und der sehr disharmonischen und freejazzmäßigen Musikuntermalung an eine Art The Neon Demon von Refn, gemischt mit einer Prise John Wick. Was danach kam, ging allerdings in eine völlig andere Richtung und macht sicher jedem Fan von Fernsehkochshows Spaß. Manchmal dachte ich sogar, dass dieser Film bestimmt ein deutsches Remake bekommen würde, wenn ihn Til Schweiger sieht. Denn Mr. Long schrammt manchmal ziemlich nah am Kitsch vorbei. Dann aber geht es wieder so tief ins Drama, dass der coole Biker neben mir angefangen hat zu heulen wie ein Schlosshund und sich an mich gekuschelt hat.

Ich werde zu den Figuren und den Schauspielern nichts sagen, da ich es im asiatischen Filmsektor schlichtweg nicht so genau beurteilen kann und ich auch zu wenig über sie weiß. Mir hat ihre Leistung allerdings hervorragend gefallen, allen voran Chang Chen als der coole Auftragskiller Mr. Long, der im echten Leben wie Sabu Schauspieler und Regisseur ist und in Wong Kar-wais The Grandmaster mitgespielt hat. Kameratechnisch und inszenatorisch ist alles reine und pure Kinomagie, wie sie sein soll. Bei manchen elegischen Passagen und Szenen musste ich sehr oft an Wong Kar-wai denken. Vor allem dann, wenn eine leise und von tragender Musik begleitete Zeitlupe ablief. Aber auch die Raffung der Zeit an einer Schnellstraße hat mir sehr gut gefallen, die eine besondere innere Reise einer jungen Frau zeigt, die keine Zukunft haben kann.

Nun ja, an diesem Punkt würde ich gerne noch eine Szene und eine weiteres Genre erwähnen, möchte dies allerdings nicht tun, um den Film spannend und schockierend zu halten. Mir bleibt nur zu sagen, Mr. Long ist komisch, tragisch, brutal und unglaublich schön. Es geht um einen Mann, eine Frau, einen Jungen und ein paar weitere wirklich gute Menschen. Und die bösen Menschen dürfen natürlich nicht vergessen werden. Die kriegen nämlich vor den Latz.

Wer auf Filme steht, die trotz der Tragik und Brutalität des Lebens an ein kleines Fünckchen Hoffnung glauben, der lasse sich Mr. Long nicht entgehen.

Mich würden abschließend weitere Bezüge zur Differenz zwischen Taiwan und Japan interessieren, dem Nō-Theater und sonstige Verbindungen, die sich bestimmt lohnen zu verfolgen. Allein, ich kenne mich da leider nicht so gut aus.

Noch einmal, und es ist mir ein bisschen peinlich das zu sagen: Mr. Long möchte ich allen nachhaltig empfehlen, die auf John Wick und Keinohrhasen stehen.

Der Titel hat übrigens nichts mit dem "Lingadingdingdong" zu tun, auch wenn in Suchmaschinenergebnissen sicher ein paar einschlägige Ergebnisse hierzu kommen.

Wie sagte Til "the Tschiller" Schweiger: "Ich verkaufe Glückskekse an deinem Grab!"

9/10
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Kommentare

21.09.2017 00:34 Uhr - Weltraumgott
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Das klingt nach einem Film nach meinem Geschmack! ^^ Danke dür den Tip!

Ps: ich gestehe, ich dachte zuerst auf dem Cover das wäre Luke Evans. 🤦🏼‍♂️🕺

21.09.2017 00:37 Uhr - TheRealAsh
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stimmt, sieht tatsächlich bisschen so aus;-)

21.09.2017 09:41 Uhr - JasonXtreme
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Mit Sabu kann ich nicht immer was anfangen, der hier klingt aber interessant. Wie konntest Du nur Mr. Long in die Googlesuche eingeben! Das is ja wie der gesuchte Schreibfehler "Gary Oldman" bei dem man das "r" vergisst^^

21.09.2017 10:33 Uhr - Ghostfacelooker
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Gröhl die auf John Wick und Keinohrhasen stehen^^^^^^^^^klingt genau nach Moi!

21.09.2017 11:48 Uhr - TheRealAsh
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@Jason: cool, dass du Sabu und wohl einige seiner Filme (?) kennst. Und ja, es war eine Herausforderung, zuerst "Film", dann das Jahr und erst bei "Sabu" hats dann geklappt^^ Da kamen interessante Ergebnisse;-)

@Ghost: so, mein Lieber, das wusst ich doch^^

21.09.2017 12:12 Uhr - JasonXtreme
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Och naja, is schon lang her bei mir, aber Unlucky Monkey is für mich wohl sein bester. Monday und Drive fand ich nicht sooo gut, aber keine schlechten Filme!

21.09.2017 15:43 Uhr - TheRealAsh
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okay, aber Unlucky Monkey werd ich mir dann mal vormerken;-)

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