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TheRealAsh
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Eintrag: 26.09.2017

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Die Professionals

(Prime Cut)
Herstellungsland:USA (1972)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Carnage

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Nick Devlin (Lee Marvin) ist ein Mann für die schwereren Aufgaben und so wird er von seinen Auftraggebern nach Kansas City geschickt, um von dem hiesigen Fleischfabrikanten Mary Ann (Gene Hackman), der sein Geld sonst auch noch mit Frauen- und Drogenhandel verdient, 500.000 Dollar zurückzuholen. Dieser ist verständlicherweise wenig begeistert und hat frühere "Überzeugungsversuche" recht unsanft unterbunden und die Kuriere auch schon einmal zu Würstchen verarbeiten lassen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Devlin und Mary Ann recht schnell nur noch die Waffen sprechen lassen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von therealash:

Die Professionals ist wirklich ein völlig nichtssagender und in die Genrekerbe zielender Blödsinn, dass ich gar nicht anders kann, als den Originaltitel Prime Cut zu verwenden. Natürlich geht es hier um professionelle Männer, aber was das soll, erschließt sich mir wirklich nicht. Prime Cut hingegen ist ein hervorragend gewählter Titel, der schon im Vorspann, das Zerteilen der Buchstaben bildlich zelebriert. Denn der Titel lässt sich als "erstklassig geschnitten" übersetzen. Da unser schöner Film aus dem Jahre 1972 im Fleischbusiness im nächsten und im weitesten Sinne spielt, ist dies wohl eher zutreffend.

Auf dem Regiestuhl findet sich Michael Ritchie, den die meisten Chevy-Chase-Freunde von den durchaus gelungenen Fletch-Filmen kennen oder auch vom schönen Adventure-Mystery-Spaß Auf der Suche nach dem goldenen Kind mit Eddie Murphy. Prime Cut ist allerdings viel ernster und vor allem härter, hat aber in der Bild- und Storysprache durchaus Gemeinsamkeiten.

Wo wir bei Story sind. Die ist extrem seltsam und gar nicht mal so kompliziert. Verstehen kann man das, wenn man sich den Drehbuchschreiber Robert Dillon mal etwas genauer anschaut. Dieser hat nämlich schon beim wunderbar verschrobenen Der Mann mit den Röntgenaugen von Roger Corman mitgeschrieben, aber auch bei French Connection 2 von John "Ronin" Frankenheimer oder bei Flug durch die Hölle von John "Conan" Milius.

Erzählt wird die Geschichte vom superharten und supercoolen Profigangster Nick Devlin, der für die Mafia von Chicago Schulden in einer Gesamthöhe von sage und schreibe einer halben Million Dollar eintreiben soll. Schuldner ist blöderweise ein Rinderbaron namens Mary Ann, der Schlachthauseigentümer, Mädchen- und Drogenhändler ist und vom Selbstverständnis ein Fleischmann erster Klasse. Leider ist Mary Ann auch zahlungsunwillig und lässt die von der Mafia geschickten Geldeintreiber gerne mal von seinem Bruder in seiner Fabrik verwursten. Diese eigentlichen Kannibalenleckereien schickt er dann netterweise zurück nach Chicago und wünscht einen guten Appetit. Kommt dort leider nicht so gut an.

Nick Devlin soll das also richten, wenn es nach dem Mob geht. Doch während seines Aufenthaltes in Kansas City befreit er das Mädchen Poppy, die Mary Ann wie die anderen mit Drogen betäubt und willig gehalten hat. Gemeinsam mit ihr stellt er sich den Verwurstungs- und Schreddertaktiken entgegen, die Mary Ann mit ihnen vorhat. Wird Nick es schaffen? Oder endet er selbst als ungekennzeichneter Zusatzstoff in der nächsten Rindsleberwurst?

Schauspielerisch überzeugt Weißkopfadler Lee Marvin wie immer auf voller Linie. Er schließt hier nahtlos an seine Darstellungen in Point Blank, Gorky Park oder Der Mann der Libertiy Valance erschoss an. Ihn muss man einfach mögen. Ein Mann erster Güte, mit harschen Gesichtszügen und einer markenten Kauleiste, die heute in einschlägigen Illustrierten neben all den glattgebügelten Botoxboys und -girls gar nicht mehr zu finden sind.

Antagonist Mary Ann (bei dem man gerne an "A Boy Named Sue" von Johnny Cash denken darf) wird ebenfalls herrlich fies von Gene Hackman gespielt, der seinem echten Nachnamen hier mal alle Ehre macht. Er spielt in Prime Cut eine Art Gegenstück zu Popeye in Friedkins French Connection, der ein Jahr vorher gedreht wurde.

Zuletzt sei Sissy Spacek noch lobend erwähnt, die hier vor Carrie oder 3 Women in einer ihrer allerersten Rollen als sehr junges Mädchen überzeugt und auch mal zuschlagen kann. Eine kurze Nacktszene rundet das ganze ab.

Ebenfalls abrundend ist die Arbeit von Kameramann Gene Polito (Westworld, Futureworld, Viel Rauch um Nichts), der Prime Cut eine herrlich comichafte Note verschafft, wie ich finde, die den 70ern und dieser etwas seltsamen Story wunderbar gerecht werden. Außerdem trägt er nachhaltig bei zu der Referenzszene des Films, die mit einem Mähdrescher eine der lustigsten und schönsten Hommagen an Alfred Hitchcock und Der unsichtbare Dritte liefert. Unbedingt sehenswert!

Zur Veredelung liefert kein anderer als Lalo Schifrin (Kobra, übernehmen sie, Enter the Dragon, Dirty Harry oder Rush Hour) den Soundtrack, der die Bilder gekonnt und spannend untermalt, mitkommentiert und passend psychedelisch verzwirbelt. Das passt bei den etwas härteren Wurstszenen hervorragend und lässt einem das Sojaschnitzel im Hals stecken.

Wie schon gesagt, für mich kommt bei Prime Cut ein herrlich schräger Comicstil rüber, was sicher einige nicht teilen werden. Mich hat es jedenfalls öfter an Cronenbergs A History of Violence erinnert, welcher ja die Verfilmung einer Graphic-Novel ist. Wenn ich es erklären sollte, würde ich sagen, dass das an der absurden Dorfszenerie liegt, die eigentlich mit total flachen Charakteren geschmückt ist, die in völlig übertriebener Brutalität agieren und eigentlich kein wirkliches Ziel verfolgen, als heil aus irgendeiner nicht näher bezeichneten Angelegenheit herauszukommen.

Ich finde, dass das nämlich nicht schlecht ist. Es müssen nicht immer irgendwelche tiefgründigen Charaktere sein, die an Gott und der Welt schon beim Anblick ihres morgendlichen Bohnenkaffees verzweifeln, worüber sie erst mal eine Stunde nachdenken müssen. Deshalb habe ich die Comicatmosphäre erwähnt. Eine gar nicht mal so vielsagende Story und ein paar coole Charaktere, die sich gegeneinander den Garaus machen wollen, reicht bei Prime Cut schon völlig aus. Denn dieser Film sagt in dem, was er nicht sagt, mehr als tausend Wort. In ihm ist das ganze korrupte System zwischen Mafia, Stadt, Land und Verbrechen mit Opfern, Tätern und allem, was noch nötig ist, enthalten. Marvin ist der Held. Hackman der Hackepeterantiheld. Und Spacek ist die attraktive junge Dame mit Rettungsblick. Was braucht es mehr?

Schön und gut, ich finde, dass Prime Cut immer noch ein knallharter und extem unterhaltsamer Actionkrimi ist, der die abartigen Mechanismen zwischen Korruption, Verbrechen, Sklaverei, Fleisch-, Drogen- und Menschenhandel ziemlich gut auf den Punkt bringt. Muss nicht immer alles logisch sein. Damals war das auf jeden Fall eine ziemlich subversive Gewaltgranate und ich finde, das ist er heute noch.

"Es blüht die Wurst nur kurze Zeit, die Freundschaft blüht in Ewigkeit."

9/10
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Kommentare

26.09.2017 18:00 Uhr - Horace Pinker
2x
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Wie immer erstklassige Besprechung, die sowohl inhaltlich als auch sprachlich keine Wünsche offen lässt, well done Ash! Von Prime Cut habe ich noch nie gehört, das Ganze klingt aber durchaus nach coolem Trash der meinen Geschmack treffen könnte. Das mit der Wurst erinnert mich übrigens ein wenig an den zweiten Kingsmen in dem ja ein Unglücklicher zu Burgerfleisch verarbeitet wird.

26.09.2017 18:00 Uhr - Horace Pinker
3x
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Sorry Doppelpost

26.09.2017 18:32 Uhr - NoCutsPlease
3x
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Coole Sache, TRAsh beweist mal wieder gekonnt seine Vielseitigkeit.
Von "Prime Cut" habe ich schon mehrfach gehört, ihn bislang aber noch nicht gesehen. Danke für den coolen Reminder!

Und wann hat man schon mal drei oscargekrönte Charakterdarsteller in solch einem Reißer versammelt? :)

26.09.2017 22:58 Uhr - Intofilms
1x
Angesichts der illustren Namen, die hier vor und hinter der Kamera mitgewirkt haben, muss ich hier eine kolossale Sichtungslücke einräumen, die ich baldmöglichst zu schließen gedenke. Deine Rezi, die den offenbar sehr speziellen (positiv gemeint!) Charakter des Films sehr anschaulich vor Augen führt, hat mich unglaublich neugierig gemacht. Dafür mein erstes Dankeschön! ;) Das zweite gebührt natürlich deiner köstlich süffisanten Schreibweise, die einem die Lektüre erst so richtig versüßt. Ash, das war spitze! ;)

26.09.2017 23:13 Uhr - TheRealAsh
3x
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danke, Leute!

@Horatio: dank dir, aber der hier ist definitiv kein Trash, das muss ich klar stellen. Zur Verwurstung kenn ich Kingsmen noch nicht, aber hierfür sind Mitstreiter ja immer besonders geeignet und auch besonders eklig:D

@NCP: eben, die Schauspieler sind wirklich grandiose Kaliber, unbedingt holen und auch unbedingt auf Bluray!

@Into: erstens danke an dich und zweitens "speziell" ist tatsächlich treffend gewählt, da der Film echt extrem spezieller Scheiß ist;-)

26.09.2017 23:19 Uhr - Weltraumgott
1x
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Uuuuuuh ein Film mit Gene Hackman den ich NICHT kenne??

Was ist hier los in diesem Universum???

27.09.2017 12:41 Uhr - Ghostfacelooker
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26.09.2017 23:19 Uhr schrieb Weltraumgott
Uuuuuuh ein Film mit Gene Hackman den ich NICHT kenne??

Was ist hier los in diesem Universum???
^


Schäm dich, da du ja vorallem mit ihm auf der selben Highschool warst^^^^ Toller Text von meinem Waldschratt Schrebergartenbesitzer! Muss mir den allein schon wegen dem Satz, das das Fleischpaket bei den Bossen nicht so gut ankam ansehen, neben dem Cast

27.09.2017 13:12 Uhr - TheRealAsh
1x
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@Welti: manchmal entgeht einem im Universum, unendliche Weiten, halt auch mal was, wenn man in der Blubberblase vor sich hinbrabbelt^^ Müsste übrigens genau einer der Filme sein, auf die du stehst.

@Ghost: Wir waren sogar in derselben Cheerleadergruppe. Danke, Einauge! Ein passionierter Fleischfresser wie du, hat hier natürlich seine helle Freude, auch wenn durch das Gerippe die Hälfte wieder durchsiebt^^

27.09.2017 13:29 Uhr - Ghostfacelooker
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27.09.2017 13:12 Uhr schrieb TheRealAsh
@Welti: manchmal entgeht einem im Universum, unendliche Weiten, halt auch mal was, wenn man in der Blubberblase vor sich hinbrabbelt^^ Müsste übrigens genau einer der Filme sein, auf die du stehst.

@Ghost: Wir waren sogar in derselben Cheerleadergruppe. Danke, Einauge! Ein passionierter Fleischfresser wie du, hat hier natürlich seine helle Freude, auch wenn durch das Gerippe die Hälfte wieder durchsiebt^^


^^^vermutlich hatte Gene dann die Dates mit dem Quarterback^^^nicht das du nicht hübsch genug wärst aber ich trau dir maskuline Ambitionen, weniger zu als Weltraumschlingel^^^der ja dem Männerschweiß oftmals Tribut zollte.

27.09.2017 14:31 Uhr - naSum
1x
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Scheint so, als würde der "deutsche" Titel nur zum Autor der Kritik passen, denn die ist dir professionell gelungen.

27.09.2017 23:24 Uhr - Punisher77
2x
DB-Helfer
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Flüssig formulierte, informative Kritik - top!!
Der Titel "Die Professionals" (Bei so einer blöden Vermischung von Deutsch und Englisch stellen sich mir sämtliche Nackenhaare quer...) sagte mir gar nichts, aber "Prime Cut" schon eher, da ich mal `ne Blu Ray mit dem Titel in der Hand hatte und überlegt habe, hier einen Blindkauf zu wagen. Dein Review hat mich überzeugt, diesen beim nächsten Mal auch zu tätigen.

28.09.2017 00:28 Uhr - TheRealAsh
3x
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Danke naSumSan!

Dank auch dir, Jean-Claude-van-Punisher! Ja, der wird auf Scheibe zum Glück unter dem Originaltitel verkauft. Den wirst du mögen.

28.09.2017 09:33 Uhr - leichenwurm
2x
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Öhm... ich war ja zuerst echt irritiert. Bei so grossen Namen wie Gene Hackman, Lee Marin und Sissy Spacek erwartet man ja jetzt noch unbedingt solch... nunja... leicht schrägen Plot in dem Mafiosi zu Wurst verarbeitet werden ! Das klingt schon irgendwie ulkig... ;-))) ! Aber gleichzeitig auch interessant, denn "Prime Cut" war mir bisher noch überhaupt kein Begriff. Besten Dank also für diesen Tipp... ;-) !

28.09.2017 11:33 Uhr - TheRealAsh
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ja, hast recht, Würmermann, schon seltsam. Die wilden 70er eben:D Ich glaube auch, dass dir der gefällt. Ich hab den Tipp von meinem Onkel, der damals ein großer Kinofan war und mich unter anderem auch auf "The Driver" und die coolen Western aufmerksam gemacht hat.

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