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dicker Hund
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Eintrag: 22.10.2017

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Aswang

(Aswang: The Unearthing)
Herstellungsland:USA (1994)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Splatter

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,89 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Es schien perfekt: Katrina (T. O. Paukstelis) kann aus ihrer ungewollten Schwangerschaft Kapital schlagen, indem sie sich
gegen eine erkleckliche Summe als Peter Nulls (Norman Moses) Ehefrau ausgibt, damit dieser nach alten Bräuchen
seines Clans das Familienerbe antreten darf.
Nach der Scheinheirat lernt Katrina nicht nur die exzentrische Sippe kennen, sondern auch den furchtbaren Schrecken
dämonischer Riten. Nichts ist wie es scheint. Der idyllische Landbesitz der Nulls wird zum höllischen Gefängnis, dessen
Bewohner sich als grauenhafte Wesen entpuppen. Und Katrinas ungeborenes Baby erwartet wie seine Mutter ein
unvorstellbares Schicksal.
eine kritik von dicker hund:

"Aswang" kann man als einen außergewöhnlichen Vampirfilm beschreiben. Von seinen Machern Wrye Martin und Barry Poltermann gibt es nicht viel mehr als diesen Titel zu berichten, dessen Cover-Aufdruck "Der Kult-Schocker" als ziemlich daneben kritisiert werden darf. Schließlich ist es Sache der Fans, ein solches Label zu vergeben. Glücklicherweise bekommt man Besseres geboten, als dieses Eigenlob und der entschieden zu prätentiöse Beititel "Das ultimative Böse" befürchten lassen.

Die Rahmenhandlung wird kurz und treffend mit einigen Zeilen zum Reizthema der ungewollten Schwangerschaft eingeführt. Dieses Los trifft Protagonistin Katrina, deren sonst unbekannte Darstellerin Tina Ona Paukstelis die kaum charakterisierte Figur mit ihren Sorgen und Nöten so liebenswert macht, wie das karge Drehbuch das gestattet. Schwerer tut sich da schon Norman Moses als Peter, dem der durchtriebene Schuft nur in Ansätzen gelingt. Im Gegensatz zu seinem Schauspiel klingen die Dialoge meist zielführend und authentisch, sogar die deutsche Synchro trifft den richtigen Ton. Akustisch wird man ohnehin gut versorgt, weil der vielseitige Score situationsgerecht von Pop zu Klassik und schließlich zu schrammeligen Dissonanzen wechselt. Dass es hierzu genug Anlass gibt, kündigen bizarre Gebeine als Botschafter des Unheils an; alptraumhafte Visionen treten nach (Horror 7/10). Zusätzlich scharfe Würze trägt der Konflikt über den Umgang mit dem übergangsweisen Nachbarn Dr. Harper (John Kishline) in die beklemmende Atmosphäre hinein. 

Nach gar nicht allzu langer Zeit beginnt die Situation dann zu eskalieren. Es kommt zu wenigen Gewaltspitzen, deren Umsetzung dafür umso mehr überzeugt (Gewalt 6/10). Dreh- und Angelpunkt des unnatürlichen Ablebens einiger Charaktere ist ein krudes Tentakel, das an den zwei Jahre später entstandenen "Killer Tongue" denken lässt, ohne jedoch - abgesehen von einem dezenten Trash-Einschlag - komisch zu sein (Humor 1/10). Angesichts der Einsatzvarianten entstehen manchmal recht eklige sexuelle Assoziationen, die über den kurzen Oralverkehr mit wenigen Frames bei viel Laken und wenig Haut hinausgehen (Sex 3/10). Dieses erfreulich geradlinige Szenario des Schreckens wird von der routinierten Kamera unterstützt, die manchmal mit unruhigen POV-Fahrten auf sich aufmerksam macht. Da stört nicht einmal das zunächst an nennenswerten Besonderheiten arme Set, das sich im Wesentlichen auf eine Villa im Wald mit einem durch eine Warnung leidlich unheimlichen Nebengebäude beschränkt. Dort hängen immerhin ein paar Tapeten herunter - und ein sinistres Bild sorgt im Obergeschoss des Anwesens für einen Hauch von Kulissen-Schmuck.

Also Top-Empfehlung mit vernachlässigbaren Kleinst-Mängeln - und damit doch alle Marketing-Versprechen gehalten? Nun, nicht so schnell. Der Spannungsaufbau gelingt zwar schnörkellos-effektiv, verliert sich aber in kübelweise Parallelen zu "Blutgericht in Texas". Hierbei fehlt ihm das Gespür, welche Versatzstücke aus dem Vorbild zur Stimmung passen und welche nicht. Spätestens wenn allen Ernstes eine Motorsäge knattert, macht das einen aufgesetzten und deplatzierten Eindruck. Schauerwesen, die über "Rüssel des Grauens" verfügen, haben solche Ausrüstung doch nun wirklich nicht nötig. Obendrein nimmt die Tendenz zum Expliziten mit steigender Laufzeit ab, was das Interesse des Zuschauers nicht unbedingt erhöht. Im Gleichschritt hiermit wird der anfangs noch konsumable Plot immer gekünstelter und gegen Ende regelrecht kryptisch.

Dennoch kommt "Aswang" hier als kleine Filmperle weg (7/10 Punkten). Die Kreatur aus der philippinischen Mythologie und der verzweifelte Überlebenskampf der schwangeren Sympathieträgerin bringen eine ausreichende Dosis Innovation, und im Ergebnis sind die Schocks schon zahlreich und stilsicher. Natürlich weder "ultimativ", noch "Kult", aber gut genug, um froh über die dieses Jahr erfolgte Befreiung vom Index zu sein. Man sollte bei einer etwaigen Nachschau indes auf dem Schirm haben, dass bisher noch keine ungeschnittene FSK-Fassung von "The Unearthing" (Originaltitel) veröffentlicht wurde.

7/10
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Kommentare

23.10.2017 07:00 Uhr - Intofilms
2x
Feine Rezi und das Teil klingt richtig gut. Wird gleich mal im Hinterkopf behalten. Stimmt schon: Immer diese doofen, lächerlich übertriebenen und ebenso lächerlich einfach zu durchschauenden Marketingsprüche! Manchmal glaube ich, die gehören beinahe obligatorisch mit dazu. Andererseits, wer das wirklich für bare Münze nimmt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Insofern hält sich mein Ärger dann doch in Grenzen. Bloß nicht aufregen...! :)


23.10.2017 08:32 Uhr - DriesVanHegen
2x
User-Level von DriesVanHegen 3
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 165
Eine herrlich launige Besprechung, die mir allerdings sagt: uninteressantes Zeug ;)

23.10.2017 08:44 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 22
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 10.660
Sehr gewitzte Besprechung aus geschickter Hundepfote.
Und da haben wir wieder einen dieser Ösi-Shop-Titel. Es ist auch interessant wie du dieses Mal von der Durchschnittswertung stark nach oben abweichst. Unberechenbar wie ein guter Jagdhund.

23.10.2017 09:07 Uhr - TheRealAsh
2x
User-Level von TheRealAsh 6
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 565
Feines Rezileckerli, der mich tatsächlich auch das Marketingsprech beiseite mal interessiert, alleine wegen des ungewöhnlichen Mythos.

23.10.2017 11:25 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 11
Erfahrungspunkte von dicker Hund 1.612
Besten Dank!

Zum Glück ist es nur der Film, der ein dermaßen geteiltes Echo auslöst...

25.10.2017 16:22 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von cecil b 5.141
Das Review ist wieder spitze!

Aber ich lasse diesen Film aus, weil er sich dann wohl doch zu sehr an meinem Liebling, TCM, vergeht. ;)

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