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Manhunter - Roter Drache

zur OFDb   OT: Manhunter

Herstellungsland:USA (1986)
Genre:Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,08 (25 Stimmen) Details
02.06.2004
Glogcke
Level 17
XP 5.212
Vergleichsfassungen
Anchor Bay Theatrical Cut ofdb
Freigabe FSK 16
Director's Cut ofdb
Es ist schwer genaue Zeiten oder eine Szenenanzahl zu nennen, da zu oft alternatives Bildmaterial verwendet wurde.
Lässt man das alternative Bildmaterial aber einmal außen vor, so ergibt sich folgendes

Im Director`s Cut fehlen 17 Szenen die insgesamt ca. 178 Sec. (= 2 Min. 56 Sec.) ausmachen.

In der Kinofassung fehlen 7 Szenen die insgesamt ca. 509 Sec. (= 8 Min. 29 Sec.) ausmachen.



Das limitierte 2-DVD-Set von AnchorBay aus den USA enthält "Roter Drache" (Ot: Manhunter) in zwei verschiedenen Fassungen. Zum einen eine als Kinofassung bezeichnete, remasterte Version und zum anderen den Director`s Cut. Dieser wurde für das 2-Disc-Set nicht remastered. Später erschien jedoch eine Neuauflage in den USA und Großbritannien, die auch den Director's Cut als remasterte Version enthält. Die enthaltene "Kinofassung" weicht nach der IMDB von anderen Kinofassungen ab, weshalb sie häufig auch als Anchor Bay theatrical cut bezeichnet wird.

Dreht man das 2-Disc-Set um so findet man kleingedruckt auf der Coverrückseite folgende Angaben:
Theatrical Version: Color / 121 Mins / R
Director`s Cut: Color / 124 Mins. / Not Rated


Der gekonnte Mathematiker rechnet sich schnell einen Zeitunterschied von drei NTSC-Minuten aus, welche der Director`s Cut länger sein müsste. Ebenso fällt auf, dass der DC "unrated" ist, was viele häufig zu übereilten Spekulationen verleitet.

Die Milchmädchenrechnung geht leider überhaupt nicht auf, so dass aus diesem Vergleich eine längere Arbeit wurde. - Beide Fassungen haben ihre Vor- und Nachteile. Der DC bietet zwar einige sinnvolle und längere komplett neue Handlungsszenen, dafür fehlen an allen Ecken und Enden kurze Ergänzungen, die nur in der Kinofassung zu sehen sind. - Frei nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" summieren sich diese "Ergänzungen" auf über drei Minuten, die im DC fehlen! Der Sammler tut sich also doch gut daran, beide Fassungen zu besitzen oder wenigstens beide einmal gesehen zu haben.

Auch Spekulationen, ob die Unrated-Fassung nun mehr Gewaltszenen beinhaltet als die R-Rated führen ins Lehre: Der DC ist im Showdown sogar noch deutlich unblutiger als die Kinofassung.

Der Titel könnte im übrigen etwas zu Verwirrung verleiten. Die Romanvorlage von Tomas Harris hieß schon in den USA "Red Dragon". Nach dieser Buchvorlage wurde der Film dort dann auch gedreht, hieß in den US-Kinos dann aber "Manhunter". - Die deutsche Videoauswertung richtete sich nach dem US-Titel, also "Manhunter". Der deutsche TV-Titel orientierte sich aber wieder am Buch und heißt somit "Roter Drache" (wie die dt. Übersetzung des Buches ebenfalls). Die neu erschienene DVD von Kinowelt trägt beide Titelvarianten: "Manhunter - Roter Drache".
Vor kurzem erschien in unseren Kinos dann noch ein Remake des Films, ebenfalls unter dem Titel "Roter Drache". Das Remake hieß diesmal allerdings auch in den US-Kinos "Red Dragon".

Verglichen wurde die Kinofassung der limitierten US-Doppel-DVD von AnchorBay mit dem Director`s Cut, welcher ebenso in dieser Box enthalten ist.

Die Zeitangaben richten sich nach der Kinofassung.

Anfang
Die Anfangscredits sind in beiden Fassungen unterschiedlich, sowohl in Gestaltung, als auch in der länge.

Graham schaut sich Videoaufnahmen der ermordeten Familie an
0.13.28
Im DC fehlt eine Szene, in der Will Graham (Hauptdarsteller) einen gläsernen Fahrstuhl in seinem Hotel benutzt, um nach oben zu fahren.
Hier wird gleich auf die Szene gesprungen, in der Graham Videomaterial der ermordeten Familie sichtet.
15 Sec. im DC


0.13.57
Erneut ist der DC kürzer. Außerdem wurden einige Sätze von Grahem im Off anders platziert. Im DC sagt er gleich bei der ersten Einstellung auf das Videomaterial der Familie (die Frau trinkt Kaffee) "Es würde weniger als eine Minute gedauert haben, Mr. Leeds und die Kinder zu töten." - In der Kinofassung kommt der Satz ein klein wenig später.

Zum fehlenden Bildmaterial im DC:
Die erste Einstellung, in der man Graham vor dem Fernseher sitzend sieht, ist in der Kinofassung länger. Hier erklärt er noch, dass der Mörder die Spiegel zerschlagen hat und mit den Scherben die tote Mrs. Leeds verstümmelt hat. Während dieser Erklärung wird in der Kinofassung wieder auf den Fernseher umgeschnitten und es sind einige Videoaufnahmen der Familie zu sehen, die ebenfalls im DC fehlen (Mrs. Leeds öffnet die Küchentür und lässt einen Hund von draußen herein).

Anmerkung:
Manchmal wird durch das herausschneiden von Bildmaterial ja auch ein guter Effekt erzielt. Wenn z.B. unnötige längen getilgt werden. Aber hier? Warum ist der DC gerade bei der Untersuchung und Schilderung des Mordfalls gekürzt? Sehr enttäuschend.

13 Sec. im DC


Einsatzbesprechung bei der Polizei
0.18.01
Die erste Szene, welche der DC zusätzlich bietet:
Nachdem Graham seinen Freund angerufen hat, und ihn nach dem Spezialisten für Fingerabdrücke gefragt hat erfolgt ein Szenenwechsel. In der Kinofassung ist gleich der Mann mit dem Gebissabdruck zu sehen, der den Polizisten etwas darüber erzählt.
Der DC setzt früher ein. Graham geht mit zwei Leuten einen Gang entlang. Einer der Männer (der leitende Inspektor) erzählt ihm, dass sie sich sicher sind, der Mörder hätte die ganze Zeit Handschuhe angehabt und dass sie alles abgesucht hätten. Graham aber sagt, dass in ihrem Bericht nichts von den Augen erwähnt wird. Der Mann fragt ihn daraufhin, warum er glaubt, dass der Mörder seine Handschuhe ausgezogen hätte. Graham gibt als Antwort, dass Mrs. Leeds eine sehr schöne Frau gewesen ist.

Jetzt erfolgt ein Umschnitt auf den Raum, in dem die Einsatzbesprechung stattfindet. Viele Polizisten sind anwesend, weitere betreten den Raum und setzen sich. Von vorne erzählt der Mann von eben, dass die Befragen auf vier weitere Blocks ausgedehnt werden. Er wendet sich an einen Mann der in der Ecke steht mit "Dr. Brinston". Dieser geht zum Redepult.
Hier setzt die Kinofassung wieder ein, mit der Erklärung des Gebiss.
51 Sec.


0.18.23
Jetzt wird es leider wieder kompliziert. Nachdem der Zahnexperte zu Wort gekommen ist, ist im DC während der weiteren Einsatzbesprechung sowohl alternatives Bildmaterial enthalten, als auch eine komplett neue Szene.

Nach dem der Zahnexperte seine Ausführungen beendet hat, tritt wieder der leitende Inspektor ins Bild. Die Aufnahmen des Inspektors sind in beiden Versionen unterschiedlich während der Rest der Szene unterschiedlich.

Ablauf der weiteren Szene in der Kinofassung:
Der Inspektor beginnt nun damit, an die verschiedenen Polizisten Aufträge zu verteilen (Wer geht in die Leichenhalle, oder spezielle Läden, um zu ermitteln usw.). Ein Teil dieser Szene ist allerdings nur im Off zu hören, während man Graham und seinen Freund sieht. - Im DC erfolgen diese Aufträge später und der Inspektor ist die ganze Zeit im Bild. Die Aufnahme von Graham und seinem Freund fehlt im DC.

Zwei Bilder aus dem alternativen Bildmaterial der Kinofassung:


Ablauf der weiteren Szene im Director`s Cut:
Hier beginnt der Inspektor nicht gleich mit dem Verteilen der Aufträge. Im DC ist erst folgende komplett neue Szene zu begutachten:
Der Inspektor wendet sich an Graham. Er sagt, dass dieser schon früher mit solchen Fällen zu tun hatte und fragt ihn, ob er noch etwas zu ergänzen habe. Es ist kurz ruhig, dann bittet der Inspektor Graham nach vorne.
Graham richtet sich an die Polizisten und erzählt ihnen etwas über das Profil des Täters. Er ist der Meinung, dass es sich um einen sehr ordentlichen, kompetenten, organisierenden und planenden Menschen handelt. Dies könne man an dem sorgfältigen Einbruch erkennen. Der Inspektor unterbricht Grahams Ausführungen und fragt ihn, ob er meine, dass der Mörder also so aussieht wie jeder andere Mensch. Graham antwortet mit "Das ist richtig."
Graham führt weiter aus, dass man an der Art des Verbrechens auch erkennen kann, dass der Mörder eine ausgereifte Fantasie habe. Er erklärt den Polizisten, dass wenn sie den Mörder verstehen wollen, sie auch seine Fantasie und seine Illusionen verstehen müssen. Der Inspektor unterbricht ihn erneut von der Seite mit der Frage: "Welche sind?" (die Illusionen sind gemeint). Graham antwortet, dass er es nicht wüsste. Der Inspektor fragt ihn, ob er sonst noch etwas hätte und Graham antwortet mit "Das ist alles was ich habe"

Zunächst Bilder dieser Szene:

Nach dieser komplett neue Szene fängt der Inspektor auch im DC an, die, bereits oben erwähnten, Aufträge an die Polizisten zu verteilen. - Hier allerdings aus einer anderen Kameraperspektive (etwas weiter hinten). Der Inspektor ist die ganze Zeit über zu sehen, es gibt keine Sätze im Off. - Die Szene gehört direkt zu der Szene mit Graham, es gibt keinen Umschnitt. Lediglich der inhaltliche Aspekt gleicht hier der Kinofassung (Verteilung der Aufträge)

Bild dieses alternativen Bildmaterials:


Das Bildmaterial ist wieder identisch, als der Inspektor erklärt, dass er den Nickname "Toothfairy", dem die Polizisten dem Mörder gegeben haben, in der Öffentlichkeit nicht hören will.

Auf Grund des alternativen Bildmaterials ist es nicht möglich eine genaue Schnittlänge zu nennen.
Stoppt man die gesamte Szene (also nach dem der Zahnexperte seine Ausführungen beendet hat, bis zu der "Toothfairy"-Erklärung), so ergeben sich folgende Längen:

Länge der Szene in der Kinofassung: 7 Sec.
Länge der Szene im Director`s Cut:: 86 Sec.
Differenz: 79 Sec.
Die 7 Sec. der Kinofassung sind vom Bildmaterial her im DC gar nicht enthalten. Die Dialoge allerdings schon, nur eben auf ähnlichem, alternativen Bildmaterial.

0.19.19
Wieder fehlt eine kleine Szene im DC. Nach der Einsatzbesprechung lässt sich der Inspektor bei Graham und seinem Freund darüber aus, dass sie nicht einmal ein Motiv des Täters hätten. Graham meint, das Motiv wäre in den Träumen des Täters. Der Inspektor fragt noch einmal nach: "Das Motiv?!?"
Bis hierhin sind beide Versionen identisch, aber nun fehlt die kurze Antwort von Graham im DC. Er sagt etwas über die Fantasie des Mörders. (nur ein Satz) - Der Inspektor fragt genauer nach, aber Graham meint, dass er es nicht wüsste.

Vermutlich wurde die Szene im DC entfernt, da zuvor die längere Erklärung von Graham über die Fantasie des Täters eingefügt wurde.
8 Sec. im DC


0.19.31
Im selben Gespräch wie ein Schnitt weiter oben, ist nun auch der Director`s Cut etwas länger. - Zum Glück, möchte man sagen. In der Kinofassung wirkt das Gespräch über Hannibal Lecktor sehr schlampig zusammen geschnitten. - Aus folgendem Grund:
Der Inspektor fragt Graham nach der Anzahl der Opfer von Lecktor. Graham antwortet, dass neun tot seien und zwei nicht gestorben sind. Jetzt der Witz daran: Der Inspektor fragt nach, was mit diesen zwei Überlebenden geschehen ist. Jetzt folgt ein unsauberer Schnitt und er sagt direkt im Anschluss die Beleidigung "Ich verstehe, er (Lecktor) ließ sie also gut dastehen"
Im DC wird das Gespräch sinngemäß weitergeführt. Graham antwortet auf die Frage und sagt dem Inspektor, dass einer der Überlebenden in Baltimore im Krankenhaus liege und der andere in Denver in einem Privatkrankenhaus. Im Anschluss darauf fragt der Inspektor, wie die Psychologen Lecktor eingeschätzt haben. Graham antwortet, dass die Psychologen ihn einen Psychopath genannt haben, da sie nicht wussten, wie sie ihn sonst nennen sollten.
Beide Fassungen sind wieder identisch, als das erste Mal Grahams Freund vom FBI im Bild ist.
18 Sec.


Vor dem Gespräch mit Hannibal Lecktor
0.22.24
Hier folgt wieder eine sehr lange komplett neue Szene im Director`s Cut, genau genommen sogar zwei Szenen, die direkt nacheinander eingefügt wurden. - Es spielt sich alles vor dem Besuch von Graham bei Dr. Lecktor ab:

Graham räumt in seinem Hotel ein paar kleine Dinge in und aus seiner Tasche. Das Telefon klingelt und seine Frau ist am Apparat. Nach kurzem hin und her sagt sie ihm dass sie die Küche streichen möchte und sie wissen wollte in welcher Farbe. Graham ist unkonzentriert, fängt sich dann aber und versucht ein paar Vorschläge zu machen. Nachdem ihr einige Vorschläge nicht ganz zugesagt haben schnauzt Graham sie an, sie solle die Küche einfach streichen, es kümmert ihn nicht. Dann entschuldigt er sich allerdings gleich bei ihr.
Der kleine Teil des Gesprächs soll wohl zeigen, wie sehr Graham sein Job zu schaffen macht - Die Szene ist durchaus gelungen, wirkt nicht inszeniert oder gar kitschig. Sehr atmosphärisch.
Die Frau ist kurz ruhig und sagt dann zu Graham, dass sie auch nicht wisse, warum sie nur so daher redet. Zu guter Letzt sagt sie ihm noch, dass sie eigentlich angerufen habe, um ihm zu sagen, dass sie ihn liebt, egal unter welchen umständen usw.


(Szenenwechsel)
Direkt nach dem Telefonat geht es weiter mit der nächsten neuen Szene:
Graham ist in der Psychiatrie wo Lecktor inhaftiert ist. Er spricht mit dem leitenden Arzt. Auch dieser scheint gegenüber Graham voreingenommen zu sein, da er ihn "Mr. Graham" nennt und danach etwas hämisch fragt, ob es nicht "Dr. Graham" heißen müsste. Graham sagt, dass er kein Doktor sei.
Graham erklärt nun, dass er Lecktor so privat wie möglich sehen muss und dass er ihm einige Bilder zeigen will, die ihn stimulieren könnten. Der Arzt antwortet, dass alles auf leichtem Papier sein muss, was er Lecktor zeigt.

Dann wendet sich das Gespräch und der leitende Arzt versucht Graham noch etwas auszufragen, da dieser die einzige Person sei, die jemals etwas von Dr. Lecktor verstanden habe. Er fragt Graham, ob er ihm nicht etwas über Lecktor erzählen könne. Graham antwortet einfach mit "Nein." Der Arzt wird genauer und fragt, ob er ihn damals finden konnte, da er seine Fantasie in seinem Kopf nachgebildet hat.
Graham sagt gar nichts. Er sitzt kurz da, steht auf und tritt nah an den Tisch des Arztes heran. Etwas eingeschüchtert lehnt sich der Arzt zurück. Graham sagt, dass er Lecktor JETZT sehen will. Der Arzt sagt schluckend "Sicher.", dann steht er auf und beide verlassen den Raum.

insgesamt laufen beide Szenen 214 Sec. (= 3 Min. 34 Sec.)


Gespräch mit Dr. Lecktor
0.23.42
Die Unterhaltung mit Dr. Lecktor ist im DC zu Beginn etwas länger und tiefgründiger. Jedoch wurde die fehlende Szene in der Kinofassung dieses mal geschickt entfernt.
Der Schnitt erfolgt, nachdem Graham sagt: "Even to a Layman"
Im DC ist Lecktor durch diese Formulierung Grahams überrascht. Er sagt zu Graham, dass es so viele Experten bei der Polizei gäbe, und gerade er (also Graham) sich einen "Layman" nennt. Lecktor ist verduzt und sagt, dass es doch er war, der sich ihn Gefangen hat.
Dann fragt Lecktor ihn, genau wie der Arzt vorher, ob er wüsste wie er ihn gefangen hat. Graham fragt, was dies jetzt noch für eine Rolle spielen würde. Lecktor aber sagt, dass es keine Rolle für ihn selbst spiele und deutet somit an, dass es einzig und allein für den Zustand Grahams von Bedeutung ist.

Anmerkung: Schade das dieser kleine Teil in der Kinofassung fehlt. - Lecktor, der wohl den meisten als brillanter Psychologe bekannt ist, agiert durch diese analysierenden Bemerkungen zumindest ähnlich wie in dem späteren Werk "Das Schweigen der Lämmer".
20 Sec.


Graham sitzt im Flugzeug nach Atlanta
0.33.24
Seltsam: Es ist kein Bildmaterial geschnitten worden, aber in der Kinofassung sind die drei Bilder der verstümmelten Leichen, welche das Kind neben Graham auf seinem Schoß entdeckt, länger zu sehen. Im Director`s Cut ist zwar auch jedes Bild genauso enthalten wie in der Kinofassung, allerdings wird hier immer schneller zum nächsten umgeschnitten.
Die drei Bilder sind in der Kinofassung insgesamt ca. 3 Sec. zu sehen und im DC insgesamt ca. 2 Sec..
1. Sec. im DC


In Atlanta
0.33.52
Und wieder etwas ähnliches wie im vorherigen Cut: Nach der letzten Einstellung auf das Flugzeug folgt ein Umschnitt und man sieht die Kameraperspektive durch einen Hausflur auf eine Haustür zu fahren. Im DC fährt die Kamera wesentlich schneller auf die Tür zu. Außerdem setzt die Kinofassung ein klein wenig früher ein.
Kinofassung: 2 Sec.
Director`s Cut: 5 Sec.
3 Sec. im DC


Im Büro des Reporters
0.51.02
Nach der ganzen Chose mit dem Reporter unterhält sich Graham in einer Ecke mit seinem Freund. Das Gespräch wurde am Ende im DC etwas verlängert. Sein Freund erzählt ihm, dass Molly (Frau von Graham) in die Stadt kommt, da sie einen Tag Zeit entbehren konnte. Er fragt Graham, ob er etwas falsch gemacht habe, Graham meint aber "nein."
14 Sec.


0.51.54
Nachdem Graham mit dem Kollegen das Große Haus verlassen hat, zoomt die Kamera in der Kinofassung noch weiter über den Parkplatz weg.
14 Sec. im DC


Der gefangene Reporter muss sich Dias ansehen
0.59.31
Wieder fehlt leider eine kleine, aber entscheidende Szene im DC. Als der Mörder dem Reporter die Dias seiner Opfer zeigt, läuft es in der Kinofassung in etwa so, dass er dem Reporter immer ein Bild des Opfers zeigt, als es noch lebte und kurze Zeit später dann ein Bild nachdem er es ermordet hatte (nur im Off). Dazu kommentiert er dies natürlich entsprechend.
Im Director`s Cut sieht man seltsamer Weise nur die Bilder der Opfer, als sie noch lebten. Die späteren Toten (welche nur im Off zu sehen sind) fehlen hier bzw. die entsprechende Erklärung des Mörders.
Die Fassungen sind wieder identisch, als das Dia zu sehen ist, auf dem Graham und der Reporter gemeinsam abgebildet sind.
Was bedeutet dies nun? Im DC gar nichts. Trotzdem fängt der Reporter auf einmal vor Todesangst an zu heulen. In der Kinofassung ist auf Grund der Dialektik zwischen den Bildern der Toten und den Bildern der Lebenden ganz klar zu ersehen, dass der Mörder vor hat nun auch den Reporter umzubringen, um dem Bild mit dem lebenden Reporter auch eines des Toten hinzuzufügen.
18 Sec. im DC


Graham besucht noch einmal das Haus der ermordeten Familie
1.30.39
Unbedeutend: Am anfang der Szene steht Graham vor der Tür etwas im Regen bevor er sie öffnet. In der Kinofassung steht er dort etwas länger.
3 Sec. im DC


1.32.03
Unbedeutend: Der Mörder sitzt in seinem Lieferwagen. In der Kinofassung ist der Lieferwagen etwas länger zu sehen.
7 Sec. im DC

Graham resümiert mit seinem Freund den Charakter des Mörders
1.36.04
Im DC fehlt wieder eine kleine Einstellung. Die Vertonung ist ebenfalls wieder leicht verlegt, aber identisch.
Grahams Freund fragt ihn noch, was mit den Spiegeln wäre. Graham antwortet, dass der Mörder die Spiegel benutze um zu sehen wie es passiert. - Die Szene ist in der Kinofassung auch etwas besser geschnitten.

Bild dieser Szene aus der Kinofassung:


Im DC fehlt zwar der inhaltliche Aspekt über die Spiegel, jedoch wird hier kurz eine Einstellung auf Grahams Freund verwendet, die in der Kinofassung nicht zu sehen ist. - Gesagt wird derweil allerdings nichts.
Bild dieser Einstellung:


Länge der Szene in der Kinofassung: 12 Sec.
Länge der Szene im Director`s Cut: 6 Sec.
Differenz: 6 Sec.

Graham kommt darauf, dass der Mörder die Familienvideos besitzt
1.39.39
Während Graham diese entscheidende Tatsache entdeckt sieht man kurz seinen Freund. In der Kinofassung sitzt er länger, bevor er aufsteht. - Außerdem ist der Bildausschnitt im DC herangezoomt, das Bildmaterial ist jedoch das Selbe.
Auch Grahams Kommentare im Off wurden in beiden Fassungen wieder an verschiedene Stellen gesetzt, bleiben aber identisch.

Nur die Szene, in der Grahams Freund sitzt dauert
- in der Kinofassung: 12 Sec
- im Director`s Cut: 5 Sec.
- Differenz: 7 Sec.

Gleich im Anschluss sieht ist wieder das Videomaterial der Familie zu sehen. Graham macht ein Standbild, als der Hund gerade zur Tür reinkommt. In der Kinofassung ist das Standbild 3 Sec. länger.

Die ganzen Veränderungen in diesem Schnitt sind allesamt unwichtig und wurden vermutlich nur im Schnittraum vorgenommen, um die Off-Kommentare von Graham in beiden Versionen plausibel einzubringen. Inhaltlich fehlt in beiden Fassungen aber nichts.

Die ca. 30 Sek lange Szene ist auch weiterhin komplett anders geschnitten. Da es allerdings nicht weiter interessant ist und sie inhaltlich trotzdem vollständig identisch ist wird hier auf weitere Ausführungen verzichtet. - Im großen und ganzen laufen die Unterschiedlich geschnittenen Szenen sogar ungefähr gleich lang.

1.41.54
Nachdem Graham tatsächlich Recht behalten hat und die Labels auf den Videokassetten der Familien identisch sind guckt sein Freund in der Kinofassung noch länger zu ihm herüber. Dann nimmt er wieder den Hörer ans Ohr und verlangt umgehend einen Hubschrauber, um in die Stadt zu fliegen, in welcher die Filmentwicklungsfirma ihren Sitz hat.
Im DC wird einfach gleich auf das Haus der blinden Frau umgeschnitten.
12 Sec. im DC


1.45.08
Wieder fehlt eine Kleinigkeit im DC: Nachdem die Polizisten den richtigen Täter für Graham herausgesucht haben bittet er sie ihm das Blatt rüber zufaxen. Im DC ist dann gleich der Co-Pilot im Bild, der sie bittet sich zu beeilend, da sie gleich zur Landung ansetzen.
In der Kinofassung ist der Faxvorgang noch zu sehen. Der Polizist schiebt das ausgedruckte Blatt durch das Fax, und nimmt es wieder heraus.
10 Sec. im DC


Showdown
1.52.47
Seltsam: Die Erschießung des Mörders ist in der Kinofassung deutlich blutiger als im Director`s Cut. Sich über den fehlenden Blutgehalt aufzuregen wäre müßig, wenn dadurch eine qualitativ hochwertigere Szene entstanden wäre. Ist es aber nicht Während Graham mehrmals auf den Täter schießt ist die Kinofassung deutlich besser und flüssiger geschnitten. Die Zwischenschnitte, auf Graham und dann wieder auf den Mörder sind hier wesentlich gelungener, da einfach nichts fehlt.
Ablauf der Szene:
Der Mörder kommt in den Küche und will den am Boden liegenden Graham erschießen, trifft aber nur allerhand Gemüse, welches aus dem Kühlschrank gefallen ist. Graham hebt seinen Arm und schießt dem Mörder ins Bein. Soweit sind beide Fassungen identisch!
Jetzt will der Mörder erneut schießen und Graham kommt ihm zuvor. Er trifft und es spritzt viel Blut an die Wand hinter dem Täter. - Diese Einstellung fehlt im DC, sowie noch einige andere.
Auflistung:
Im DC sieht man Graham insgesamt fünfmal schießen und den Mörder dreimal wie er getroffen wird.
In der Kinofassung sieht man Graham insgesamt sechsmal mal schießen und den Mörder fünfmal mal wie er getroffen wird.

Die Szene läuft in der Kinofassung: 16 Sec. und im
Director`s Cut: 14 sec.
2 Sec. im DC


1.53.24
In der Kinofasung bleibt Graham länger über der Leiche des Täters stehen. Er zielt noch einmal auf seinen Kopf, senkt die Waffe dann aber ab und geht nach links. - Erst danach sieht man das Haus von außen.
21 Sec. im DC


1.53.51
In der Kinofassung sieht man Graham schon früher mit der blinden Frau die Küche verlassen, dadurch ist die Szene hier etwas länger als im DC. - Vorsichtig geht Graham in der Kinofassung mit der Frau vor allem an der Leiche des Mörders vorbei.
8 Sec. im DC


1.54.55
Im Director`s Cut gibt es am Ende noch eine längere zusätzliche Szene zu sehen, welche in der Kinofassung komplett fehlt: Ein Auto fährt durch den Regen und hält vor einem Haus. Dort ist eine Frau gerade in der Küche tätig, plötzlich klingelt es. Sie erschreckt sich und ihr Mann kommt mit einem Revolver zur Tür gerannt. An der Tür steht Graham. Nachdem die Familie weiß, wer er ist sind sie plötzlich sehr freundlich zu ihm und wollen ihn auf einen Kaffe einladen. Graham verhält sich jedoch etwas merkwürdig. Er lehnt die Einladung ab und sagt den beiden, dass er sie nur sehen wollte.

Anmerkung:
Laut dem Audiokommentar handelt es sich hierbei um Familie Sherman, den nächsten potentiellen Opfern. Da Graham dies verhindert hat sind sie ihm nun sehr dankbar. Die Szene ist sehr schön!

Länge der Szene: 106 Sec.
Bilder der Szene:


In der Kinofassung ist an dieser Stelle statt dessen eine andere, kürzere Szene eingebaut. Graham steht einfach nur an dem Bootssteg der zu dem Haus des Mörders gehört und schaut aufs Wasser. Nach kurzer Zeit kommt sein Freund hinzu und setzt sich ebenfalls an den Bootssteg.
Länge dieser Szene: 37 Sec.
Bilder dieser Szene:

Kommentare

30.07.2008 12:09 Uhr - MMeXX
User-Level von MMeXX 1
Erfahrungspunkte von MMeXX 25
Sehr schöner Schnittbericht!

Allerdings mit dem kleinen Makel, dass die Bezeichnung 'Kinofassung' nicht zutrifft.
Es handelt sich um den 'Anchor Bay Theatrical Cut'. Daher sind bspw. auch einige Szenen der deutschen DVD OmU. Ebenso erklären sich die Unterschiede der Schnittberichte DVD (Anchor Bay Theatrical Cut) <--> TV (Kinofassung, ggf. gekürzt).

03.10.2008 20:05 Uhr -
MMeXX !

nimm das leben gelassener ok? freut euch doch alle das die fassung uncut ist ok?

10.10.2008 23:23 Uhr - MMeXX
User-Level von MMeXX 1
Erfahrungspunkte von MMeXX 25
Keine Angst, ich nehm mein Leben gelassen. ;)

Wollte ja nur auf den Bezeichnungsirrtum hinweisen.

22.10.2008 12:50 Uhr - David_Lynch
netter SB, super film....mMn einer der besten Thriller aller zeiten, definitiv einer der top3 thriller der 80er...noch besser als die spätere hopkins-reihe...

habe selbst die limitierte US-Box und bleibe auch dabei, hole mir nicht nochmal den remasterten DC, da ich den theatrical cut nicht wirklich schlechter finde und der liegt nunmal in dieser box in einer genialen bild- und tonquali vor

22.10.2008 14:00 Uhr - David_Lynch
2x

08.02.2009 13:50 Uhr - DieRed
Ein super Film.
Habe erst später erfahren das dieser Film der
Hannibal Lecter-Serie angehört.
Selbst in der CSI-Serie sieht man, wie William Petersen
Charakterzüge aus diesem Film zeigt.

10.03.2009 14:27 Uhr - Der Streber
Sorry, aber der Director's Cut von Manhunter ist meiner Meinung nach echt ein schlechter Witz. Etliche neue Szenen die nichts anderes machen als den (im zweiten Viertel des Filmes ohnehin etwas zähen) Erzählfluss auszubremsen, dafür wurden dann gute Szenen (immerhin satte 3 Minuten) aus der Kinofassung entfernt.

Besser als die grottenschlechte Neuverfilmung ist das Ganze aber allemal, egal in welcher Fassung!

18.03.2009 19:24 Uhr - MMeXX
User-Level von MMeXX 1
Erfahrungspunkte von MMeXX 25
10.03.2009 - 14:27 Uhr schrieb Der Streber
Sorry, aber der Director's Cut von Manhunter ist meiner Meinung nach echt ein schlechter Witz. Etliche neue Szenen die nichts anderes machen als den (im zweiten Viertel des Filmes ohnehin etwas zähen) Erzählfluss auszubremsen, dafür wurden dann gute Szenen (immerhin satte 3 Minuten) aus der Kinofassung entfernt.


Das sehe ich nicht so. Vor allem das hinzugefügte Telefonat zwischen Will und Molly, sowie die Schlussszene, als Will zu den Shermans fährt, sind eine deutliche Aufbesserung.

Ein schlechter Witz ist natürlich sowohl beim nicht wie auch beim digital bearbeiteten DC die Bildqualität der neuen Szenen, da diese nicht von den Originalmastern gezogen werden konnten, sondern die TV-Bänder herhalten mussten.

24.11.2009 16:42 Uhr - Xavier_Storma
User-Level von Xavier_Storma 2
Erfahrungspunkte von Xavier_Storma 95
Ein grottenschlechter Film. Da ist "Roter Drache" von 2002 wesentlich näher am Buch, und film- und schauspielertechnisch um Welten besser ausgestattet.

10.12.2010 14:05 Uhr - dok
auf bluray der film noch einmal neu geschnitten , ist eine mischung aus den beiden versionen . die fahrstuhlszene ist drin , die erklärung der morde und das reinlassen des hundes sind drin , der blutigere showdown ist drin , alles szenen aus dem kinocut . die verlängerte szene vor dem gebisszeigen aus dem dc ist auch dabei , die schlussszene bei den shermans hingegen fehlt wieder .

komische mischung ist das geworden . eine 5 - 10 minuten längere fassung , wo alles drin ist , wäre wohl angebrachter gewesen , wenn man denn schon wieder umschneiden musste .

edit : diese "dritte version" , die für die bluray verwendet worden ist , ist auch schon auf dvd erschienen , wie ich eben rausgefunden habe . ob das der reguläre theatrical cut ist ? die laufzeit beträgt 1:55:10 bei 25 fps .

07.12.2011 00:35 Uhr - generalcartman
1x
ach das ist der hauptdarsteller von CSI und der "roter drache" mit hannibal lecter ist ein remake :D interessant, wusste ich nicht^^

16.04.2013 19:20 Uhr - James Earl Cash
User-Level von James Earl Cash 1
Erfahrungspunkte von James Earl Cash 17
der hauptdarsteller hat auch bei leben und sterben in L.A. sein bestes gegeben.

15.04.2017 02:09 Uhr - foxx77
ich finde diese version von manhunter/roter drache um längen besser als das remake
vieleicht sollte man die kinofassung und den so genannten directors cut
zu einem film zusammenfügen um ein brauchbares ergebnis zuerhalten
aber das ist nur meine meinung

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