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Andy Warhol's Frankenstein

zur OFDb   OT: Flesh for Frankenstein

Herstellungsland:USA, Italien, Frankreich (1973)
Genre:Horror, Erotik/Sex, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (23 Stimmen) Details
13.12.2008
Mike Lowrey
Level 35
XP 40.911
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Vergleichsfassungen
FSK 16 ofdb
SPIO/JK ofdb
"To know death, Otto, you have to fuck life in the gallbladder." (dt. Synchronisation: "Um den Tod zu kennen, Otto, muss man Leben einspritzen. In die Gallenblase.").

Dieses Zitat verdeutlicht gleich mehrere Dinge. Andy Warhol, dessen Filmographie vor Experimentalfilmen wie einer 8-stündigen Aufnahme des Empire State Buildings (Empire) wimmelt, war ein Pionier auf seinem Gebiet. Waren seine Werke durchsetzt von schillernden Persönlichkeiten und Motiven wie Drogenkonsum und (Homo)Sexualität, sind es doch andere Filme, die heute im allgemeinen Filmkosmos am ehesten mit ihm in Verbindung gebracht werden. Ironischerweise war Warhol an diesen gar nicht direkt beteiligt. Nach einem Attentat einer verwirrten Frauenrechtlerin musste er ins Krankenhaus und überließ seinem Mitarbeiter Paul Morrissey das Filmedrehen, gab dafür allerdings seinen Namen her.
Morrisseys Filme waren jedoch weitaus kommerzieller konzipiert und reine Spielfilme, die internationale Verbreitung fanden.
Doch keine Sorge, Andy Warhol's Frankenstein ist noch trashig genug, dass es bei dem geneigten Fan Freudentränen und dem normalen Zuschauer ungläubiges Schnauben hervorrufen wird. Abgesehen von der Story und den Charakteren, die schon ein erstaunliches Trash-Potential in sich bergen, angefangen bei der nymphomanen Dame des Hauses, die offenbar die Frau von Baron Frankenstein ist, dieser sie jedoch mal als seine Angetraute und mal als seine Schwester (!) vorstellt, über die Kinder, die wie stumme Autisten durch die Szenerie schleichen und Frankensteins Assistenten, der kannibalistische Neigungen zeigt, bis hin zu Baron Frankenstein himself. Dieser wird dargestellt durch Deutschlandexport und filmischen Allesdreher Udo Kier, der, damals noch ziemlich jung, eine denkwürdige Performance abliefert. Es sei an dieser Stelle dringend angeraten, den Film, wenn möglich, im englischen Originalton zu schauen, denn dieses falsch ausgesprochene, dennoch ernst gemeinte Englisch ist ein echter Knaller. Kier vernichtet sein bemühtes Spiel durch eine radebrechende Aussprache ("Ju filssi ssing!") und gibt seinem Charakter, der durch seine Affinität zu Leichensex und Gezetere ohnehin einen schweren Stand hat, eine noch lächerlichere Note. Seine Textsicherheit und die Fähigkeit, trotz aller Sprachschwierigkeiten, seine Zeilen überschnell zu Ende zu sprechen, verdienen allerdings mittelprächtigen Respekt.
"Gewürzt" wird das Werk dann noch mit zahlreichen sexuellen Anspielungen und blutig suppenden Splattereinlagen (ohne natürlich die inszenatorische Klasse mancher Vertreter der Neuzeit zu erreichen). Doch gerade erstere verdienen noch eine besondere Erwähnung. Den Gipfel der unerotischen Erotik stellt eine Szene dar, die bedauerlicherweise (oder doch zum Glück?) in der FSK 16-Fassung fehlt. Denn dort liegt die Baronin mit ihrem zum Sexgespiele umfunktionierten Diener auf dem Bett, während er etwas unmotiviert mit der Hand ihren Intimbereich tätschelt. SIE hingegen macht etwas ganz anderes. Kann man es zu Beginn der Szene als leicht unbeholfenen Film-Fellatio deuten, wird später überdeutlich ersichtlich, dass sie offensichtlich seinen Achselbereich zungentechnisch bearbeitet. Den völligen Abschuss dieses Filmmoments stellt jedoch die akustische Untermalung dar, denn ihre, nennen wir es mal "lustvolle Geste", hört sich an wie eben jenes Schlürfen und Schmatzen, für das man am Essenstisch damals von den Eltern zurecht ins Zimmer geschickt wurde.
Gewalttechnisch gibt es einige Spielereien mit Innereien und abgetrennte Gliedmaße, bei denen das etwas zu blasse Blut ordentlich sprudelt. Von unterschiedlichen Labeln wurde die Originalfassung dann auch entweder ungeprüft oder mit SPIO-Freigabe veröffentlicht, indiziert ist sie seit Jahren obendrein. Doch in den heutigen Zeiten ist es längst kein Problem mehr, Rumpffassungen mit geringeren Altersbeschränkungen zu erstellen und ungestraft auf den Markt zu werfen, und so verfuhren sowohl Best Entertainment als auch MiB. Ihre FSK 16-Fassung lässt mehr als 11 Minuten der psychedelischen Schnetzlung vermissen und ist somit, auch wegen des Fehlens der oben angesprochenen Szenen, selbstredend zu umgehen.

Verglichen wurde die geschnittene Premiere-Ausstrahlung (identisch mit FSK 16-DVD) mit der ungeschnittenen SPIO/JK-DVD (strafrechtlich unbedenklich) (beide von MiB).

8 Schnitte = 678,44 Sekunden bzw. ca. 11 Minuten 18,5 Sekunden
0:30:00: Sacha wird von Baron Frankenstein der Kopf abgetrennt. Er hält den Schädel mit der Schere fest und der Torso, aus dem eine Blutfontäne schießt, zappelt noch vor sich hin. Schließlich verpasst Otto dem Oberkörper einen Schlag, was diesen zu Boden fallen lässt. Frankenstein zeigt Otto stolz den Kopf, der weiter vor sich hinblutet und preist diesen als das, wonach er gesucht hätte. Der Kopf passe perfekt für sein Experiment.
41,72 Sec.


0:39:57: Frankenstein streichelt seinem weiblichen Obduktionsobjekt noch gefühlvoll über die Brüste. Dann eine Ansicht von Otto, der zu Frankenstein schaut, während man durch Geräusche untermalt hört, wie Frankenstein im Off die Bauchdecke der Frau öffnet. Er ist offenbar ziemlich erregt, wenn man sein Gestöhne denn so interpretieren möchte. Er holt nach und nach Organe heraus und betrachtet sie lüstern. Schließlich scheint er mit seiner Empfindung am Ende angelangt zu sein und schaut erschöpft zu Otto.
116,6 Sec.


0:43:10: Frankenstein befiehlt seinem Assistenten Otto, die Bahre zu senken, was dazu führt, dass Frankenstein auf seinem weiblichen Versuchsobjekt liegt und scheinbar sexuell mit ihr verkehrt. Er beschimpft seinen Assistenten und befiehlt ihm, wegzusehen. Dann spricht er während des Aktes zu der regungslosen Frau, dass er bald sein "männliches Zombie" hätte. Er brauche nur noch das Blut und dann würde sie ihm endlich die Kinder geben, die er wolle. Dann führt er schwer atmend seine Begattung fort. Es folgt eine Ansicht von Otto beim Reinigen von Operationswerkzeug, dieser blickt langsam auf die Szenerie und macht große Augen. Danach sieht man erneut Frankenstein beim Leichensex. Diesmal bringt er "es" zu Ende und weist Otto an, die Bahre wieder in die senkrechte Position zu bringen, um absteigen zu können.
143,04 Sec.


1:01:23: Baronin Frankenstein sitzt halbnackt auf ihrem Bett, während sich ihr Diener adonisgleich zu ihr gesellt. Sie beginnt mit nicht sichtbarem Fellatio und er macht sich in ihrem Intimbereich zu schaffen. Dann sieht man in einer anderen Kameraeinstellung, dass ihr Ehemann durch einen Spiegel das Geschehen verfolgt. Dann wieder eine Ansicht, wie die Baronin in der Achsel(?) ihres Lakaien herumleckt (??). Nicholas bekräftigt ihr gegenüber derweil seinen Wunsch, Zugang zum Labor zu erhalten. Das Ganze hat sowieso nur begrenzt erotisches Potenzial, doch die Schmatz- und Schlürfgeräusche der guten Baronin lassen die Szenerie zu einem unfreiwillig-komischen Intermezzo verkommen, bei dem kaum jemand nicht lachen müssen wird.
143,24 Sec.


1:05:25: Olga, die Haushälterin, ist noch in einer Unteransicht durch ein hölzernes Gitter zu sehen, wie ihr Organe aus dem Körper hängen. Sie stöhnt und bleibt dann regungslos. Innereien baumeln nach unten und Otto kommt ins Bild und schaut es sich an.
14,96 Sec.


1:05:44: Noch einmal ist die tote Olga mit den baumelnden Eingeweiden zu sehen sowie Otto, der im Hintergrund zuschaut.
4 Sec.


1:28:11: Frankensteins Monster schlägt die Tür mit Wucht zu und trennt Frankensteins Hand ab. Dieser schreit und sein Armstumpf blutet stark. Er nimmt seine Hand und bleibt an einem Labortisch stehen und suppt derweil alles weiter ordentlich voll. Er schreit Nicholas an, dass das alles dessen Schuld sei. Er bewirft ihn mit seiner abgetrennten Hand, greift sich ein Messer und schreit ihn an, dass er dafür bezahlen werde. Doch Frankensteins männlicher Zombie nähert sich seinem Schöpfer schon von hinten mit einer Lanze und stößt ihm diese durch den Rücken. Sie kommt durch den Bauch wieder heraus und man sieht, dass an der Spitze auch noch Eingeweide hängen. Frankenstein schreit vor Schmerzen. Er sinkt langsam zu Boden und stößt noch hervor, dass sein Lebenswerk beendet sei, aber fortdauern werde. Dann stirbt er.
194,76 Sec.


1:31:47: Frankensteins Geschöpf reißt sich selbst die Bauchdecke auf. Zwischenschnitt auf Nicholas, dann nochmal die blutige Bauchwunde, aus der Eingeweide herausquellen.
20,12 Sec.
Großer Dank geht an magiccop für die Bilder.

Cover der geschnittenen DVD von MiB


Cover der ungeschnittenen DVD von MiB

Kommentare

13.12.2008 00:10 Uhr - prowler
Grossartige Einleitung.
Sehr informativ und witzig.
Der Schnittbericht ist auch klasse.
Super Arbeit!

13.12.2008 00:29 Uhr - Bearserk
Ich mag den Film irgendwie total.
Mega unterhaltsam und trashig schräg, dazu noch der heftige Splatter, Tabu-Brüche und ein Gehilfe, der auch einen super Hobbit abgegeben hätte! ;-D

Ich glaube auch, das ich ihn mal in 3D im Kino gesehen habe, wo mich mein älterer Bruder reingeschmuggelt hatte..

Aber diese 16er Fassungen sind ja wirklich extrem gekürzt...Danke für diesen informativen SB!

13.12.2008 00:31 Uhr -
Übel wie dat Dracula Ding!

13.12.2008 04:30 Uhr - Snooper
sieht gut aus!Wird mal vorgemerkt.

Und vielen Dank für das sehr informative Intro!Endlich mal wieder eins ohne verkrampft erzwungenen Humor :/ Hatte schon angst das jetzt in jedem SB ertragen zu müssen.

13.12.2008 06:38 Uhr - Hippie
Ich habe nur schlechte Erinnerungen an Filme mit Frankenstein im Titel, aber der hier sieht aus als ob man auch nachdenken kann beim Film.

Wie auf SB.com üblich ein top SB.

13.12.2008 09:06 Uhr - metalarm
der film ist wirklich klasse wenn mann auf alte schinken steht :-) also ein blick riskieren würd ich auf jedenfall .

13.12.2008 09:41 Uhr - LightMyWay
Udo Kier war ja mal ein richtig Hübscher. :O

13.12.2008 11:05 Uhr -
Ich finde den Film großartig. Is meiner Meinung allerdings auch kein purer Trashfilm, trotz einiger passender Aspekte.

13.12.2008 11:56 Uhr - No Limit Soulja
Ich finde den Film stark. Er ist blutig, bizarr, pervers, abgedreht, hat Charm, Atmo & passende Schauspieler! Und ich meine auch er sollte nicht gleich als Trashfilm abgestempelt werden.

13.12.2008 13:33 Uhr -
Der beste Frankenstein überhaupt.
Udo spielt super. Der Soundtrack ist auch klasse.
Nur zu empfehlen.

13.12.2008 14:49 Uhr - muff99
Na, in dem Film hat sich aber einer ausgetobt :) Sehr lustig, danke für den tollen Bericht!

13.12.2008 15:25 Uhr - Xaitax
Kann man mal anguken,obwohl ich eigentlich nichjt auf Leichensex stehe!

13.12.2008 19:07 Uhr - Hunter

10. 13.12.2008 - 13:33 Uhr schrieb Left4Dead

Der beste Frankenstein überhaupt.


Da kann man geteilter Meinung sein. Für mich ist und bleibt "Frankenstein" von 1931 die Mutter aller Versionen von Mary Shelley´s Roman.

13.12.2008 22:59 Uhr -
Der mit De Niro war auch gut.

14.12.2008 00:23 Uhr - Pyri
Udo Kier, ja was tut er denn da :-D Na sowas. Ich glaub, den Film muss ich mir doch mal kaufen - der fehlt neben Morrissey's Dracula in meiner Sammlung.

14.12.2008 01:28 Uhr - langeohren
MIB...mehr braucht man leider wohl nicht zu sagen. Dieses Label ist und bleibt für mich ein rotes Tuch... (spätestens seit Metall Yakuza)

14.12.2008 19:40 Uhr -
ich liebe diesen film.
udo kier sein spiel ist grandios,obwohl sein gehilfe auch applaus verdient hat.
für splatter/trash fans ein absolutes muß,wobei ich der meinung bin,das dieser film eigentlich schon mehr kunst, als trash ist!
hab die alte cmv jewelcase dvd und die glasbox von vmp!
einfach klasse...

15.12.2008 10:43 Uhr - Roughale
Widerspruch zum Post von dude1984 - der war nämlich auf ganzer Ebene mislungen, leider, nach dem recht romantreuen Dracula (der mit Gary Oldman), schaffte es diese Neuverfilmung des sehr zu empfehlenden Roman Mary Shelleys...

Warhol geht einen ganz anderen Weg, fern vom Buch und schuf einen Klassiker der Pop Kunst, man beachte mal das Labor Frankensteins, Kenner sollten es in der Rocky Horror Picture Show wiedererkennen...

26.07.2009 21:53 Uhr - Dead End
Hammergeiler Film,
vor allem Otto hätte dafür einen Award bekommen müssen.
Der Typ ist so dämlich wie genial zugleich.....
....das hat Hollywood nicht zu bieten.

06.07.2012 12:37 Uhr - Martyr
Ich finde, bei all dem Trash, ist dieser Film eigentlich wunderschön inszeniert. So manche Szene überrascht mit schönen Einstellungen und gelungenen Kamerafahrten. Die Szenen beim Abendessen erinnern mich in ihrer Ästhetik an so manchen Film von Peter Greenaway. Dazu noch UDO, klassisch-kitschige Musik und jede Menge Gedärm... herrlich!
Und schon damals, vor fast 40 Jahren, hat kein Mensch 3D gebraucht... :)

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