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Im Zeichen des Bösen

zur OFDb   OT: Touch of Evil

Herstellungsland:USA (1958)
Genre:Drama, Krimi
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,10 (10 Stimmen) Details
22.11.2018
Imbor Ed
Level 10
XP 1.565
Vergleichsfassungen
1. Kinofassung ofdb
Label Das Vierte, Free-TV
Land Deutschland
Freigabe FSK 18
Director's Cut ofdb
Label Universal, Release
Land Deutschland
Freigabe FSK 16

Eigentlich sollte Orson Welles für Im Zeichen des Bösen nur vor der Kamera erscheinen, aber als den Produzenten klar wurde, dass Megastar Charlton Heston nur zusagte, die Hauptrolle im Film zu übernehmen, weil er davon ausging, dass Welles auch auf dem Regiestuhl Platz nimmt, blieb Produzent Albert Zugsmith wohl keine andere Wahl und so heuerte er Welles auch als Regisseur an. Dabei musste er auch akzeptieren, dass das bereits fertige Drehbuch, welches auf einer Geschichte von Whit Masterson beruht, erstmal kräftig überarbeitet wurde. Welles schien während der Dreharbeiten im Frühjahr 1957 auch glücklich und engagiert zu sein. Das Budget für den Film war ausreichend, wichtige Ressourcen aus Hollywood standen zu seiner Verfügung und das Studio mischte sich auch nicht großartig ein – und das obwohl Welles die ursprüngliche Story ganz schön über den Haufen warf. Denn das Drehbuch fand er schlecht und das Buch von Masterson las er nach eigenen Angaben auch erst Jahre später. Die Grundidee des Films über einen guten Polizisten, der Beweise fälscht, gefiel ihm - viel mehr aber auch nicht. Daraus erschuf er in kürzester Zeit seine Version des Stoffs. Alles schien perfekt. Erst nach Drehschluss im Schneideraum wurde klar, dass Im Zeichen des Bösen nie zu sehen sein wird, wie es sich der berühmte Regisseur vorgestellt hat.

Für knapp 2 Monaten arbeitete Welles am Schnitt des Films, die wichtigste Phase des Filmemachens, wie er selbst sagt – und leider auch der Bereich, wo er in der Vergangenheit oft am wenigsten Einfluss hatte. Von 7 Filmen, die er vor Im Zeichen des Bösen machte, durfte er nur bei 2 Filmen selbst die finale Schnittfassung erstellen. Othello und Citizen Kane, für den er nach eigenen Angaben 9 Monate an der Fertigstellung arbeitete. Als Welles zwischenzeitlich nach 2 Monaten Arbeit am noch unfertigen Schnitt des Films kurz für ein Interview von Hollywood nach New York flog, nutzte das Studio seine Abwesenheit, um einen neuen Cutter einzusetzen - Aaron Stell. Welles wurde bei seiner Rückkehr mitgeteilt, dass er Stell doch bitte allein arbeiten lassen soll. Der Regisseur wurde wieder einmal an der Fertigstellung seines Films gehindert.

Während Welles mit seinem nächsten Projekt Don Quixote beschäftigt war, sah Universals Produktionschef Ed Muhl Stells Arbeit an Im Zeichen des Bösen und war nicht sehr zufrieden mit den schnellen Sprüngen zwischen verschiedenen parallelen Szenen. Der Chef der Postproduction bei Universal, Ernst Nims, kam an Bord und sollte die entsprechenden Passagen überarbeiten. Als ein 1. Rough Cut des Films fertig war, entschied Muhl, dass zusätzliche Szenen gedreht werden müssen, um die Geschichte zu entwirren. Welles war an den neuen Dreharbeiten nicht beteiligt, ein Umstand, den der Star des Film Charlton Heston nur widerwillig akzeptierte. Regie bei den neuen Szenen führte Harry Keller.

Ein 2.  Rough Cut, samt den Szenen aus den Nachdrehs, wurde den Verantwortlichen bei Universal gezeigt. Erstmals war auch Orson Welles im Raum und sah nach 6 Monaten, was das Studio mit seinem Film gemacht hat. Er war alles andere als glücklich und schrieb gleich danach das berühmt-berüchtigte 58-seitige Memo an Ed Muhl, in dem er detailliert erläutert, welche Änderungen er gerne für die nächste Schnittfassung sehen würde. Bei den Anmerkungen handelt es sich aber bereits um einen Kompromiss zwischen Welles ursprünglicher Vision und dem letzten Cut des Studios, jener Fassung, die er gerade zu Gesicht bekam. Mit der Tatsache, dass er nie seine eigene Version des Films fertigstellen darf, hat er sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgefunden.

In einem Brief an Heston bestätigte er noch einmal, dass er, obwohl das Studio versprochen hat, die Mehrheit der Änderungswünsche Welles umzusetzen, keine große Hoffnung hat, dass die Verantwortlichen im Studio mit viel Elan an die Arbeit gehen. Dabei handele es sich hier um in seinen Augen absolut nötige Verbesserungen, um den Film zu retten. Welles hat hier vielleicht aber schon endgültig resigniert und nur noch einmal seinem Frust freien Lauf gelassen.

Vermutlich im Januar 1958 gab es dann nach den beiden Rough Cuts eine 3. Fassung, die sogenannte „preview version“  des Films, in der viele von Welles Wünschen aus dem Memo umgesetzt wurden, aber im Vergleich zur vorherigen Version auch weitere Änderungen vorgenommen wurden, die nicht von Welles initiiert wurden. Diese Fassung geht knapp 109 Minuten.

Einen Monat später kommt der Film in die US-Kinos. Aber nicht in der letzten Fassung, sonder in einer neuen 4. Version mit einer Laufzeit von nur 96 Minuten und somit 13 Minuten kürzer als die vorherige Fassung. 15 Jahre lang bekam das Publikum nur diese kurze Fassung zu Gesicht, welche die offizielle 1. Kinofassung darstellt. Erst in den 70ern fand man im Archiv bei Universal die „preview version“ (3.) und zeigte sie der Öffentlichkeit. Diese Fassung wurde als 2. Kinofassung bis in die 90er zum Standard und ähnelte Welles Version mehr als die offizielle 1. Kinofassung von 1958.

1998, mehr als 12 Jahre nach Orson Welles Tod, arbeiteten Rick Schmidlin, Walter Murch und Jonathan Rosenbaum mit Hilfe von Universal an einer 111-minütigen „Reconstructed Version“, die manchmal auch als „Director’s Cut“ bezeichnet wurde und die 5. Version des Films darstellt, beziehungsweise die 3. offiziell veröffentlichte Version, die anhand des Memos vom Dezember 1957 versuchte, Welles Kompromiss-Version zu rekonstruieren. Welles ursprüngliche Vision für diesen Film werden wir nie sehen, da er vor seinem Tod nie die Chance hatte, selbst eine Schnittfassung von Im Zeichen des Bösen fertigzustellen.

Für Fans des Filmgiganten stellt die „Reconstructed Version“ die bestmögliche Version dar. Der Schnittbericht hier vergleicht die 1. Kinofassung, welche lange Zeit im deutschen TV zu sehen war, mit eben jener 3. offiziellen Version von der deutschen DVD. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch eine Blu-ray, die alle 3 offiziellen Versionen beinhaltet. Nur die beiden Rough Cuts fehlen.

Die alte Kinofassung hatte damals in Deutschland auch eine FSK 18-Kennzeichnung, während später alle Versionen von der FSK ab 16 Jahren freigegeben wurden.

Im Zeichen des Bösen (1958)


Meldungen:

Director's Cut
(zusätzliche Szenen)
Alte Kinofassung
(zusätzliche Szenen)
0:000:00
Hier gibt es eine Textinformation zur längeren Fassung.
46 sec
Alternative Szene
0:460:00
Die lange Eingangs-Kamerafahrt ohne Credits, so wie es sich Welles gewünscht hat.Hier gibt es die Credits.
Alternative Szene
0:460:00
Original Logodeutsches Logo
0,5 sec länger
Alternative Anordnung
7:456:59
In der Langfassung kommt jetzt Susies Besuch bei Onkel Grandi und dann das weitere Gespräch von Vargas und Quinlan und seinen Kollegen. In der alten Fassung bleiben wir erst am Tatort und kommen dann zu Onkel Grandi.
10:4510:13
Am Schnittpunkt der Susie/Grandi-Szene gibt es in der alten Fassung eine zusätzliche Einstellung des Neffen.
2,5 sec
13:2612:45
Vargas und Susie unterhalten sich im Hotelzimmer kurz über Susies Begegnung mit Grandi. Susie ist eingeschüchtert und will weg aus der Stadt. Vargas dagegen meint, dass er hier bleiben muss, auch wenn es sich eigentlich um ihre Flitterwochen handelt. Susie ist sauer.
33,5 sec
15:4715:39
Quinlans Kollegen sind länger vor dem Haus der Zigeunerin Tanja zu sehen.
3 sec
15:5715:47
Quinlans Kollegen lästern etwas über Tanja.
8,5 sec
17:5817:39
Am Ende, als Quinlan das Haus wieder verlässt, ist Tanja noch einmal zu sehen.
2,5 sec
17:5817:39
In der Langfassung dagegen kommt ein Polizist rein und sagt zu Quinlan, dass Vargas hinter dem Nachtclub Ärger bekommen hat. Draußen treffen sie alle zusammen und Quinlan erfährt, dass Vargas mit Säure beworfen wurde. Er verdächtigt gleich einen der Grandi-Jungen. Vargas wiegelt den Vorfall aber als unwichtig ab und fragt, wie Quinlan zu seiner Vermutung kommt. Der sagt darauf, dass Vargas und seine "Spielzeug"-Polizisten es der Grandi-Familie in letzter Zeit nicht leicht gemacht haben. Dann unterhalten sie sich noch über Vargas Frau, die mit Onkel Joe gesprochen hat. Quinlan schüchtert Vargas in dem Gespräch etwas ein und Vargas hat dem nicht allzu viel entgegen zu setzen.
177 sec
22:1319:01
Einer der Grandi-Jungs ist länger vor Vargas' Hotelzimmer zu sehen.
2 sec
26:2223:12
Onkel Joe geht zu seinem Auto.
7 sec
Alternative Szene
26:4123:25
Onkel Joe fährt weg und der Film blendet zu Vargas und seiner Frau im Auto.Auch hier fährt Onkel Joe in der gleichen Einstellung weg, der Film blendet aber ins Motel über.
26:5023:33
Vargas und Susie unterhalten sich im Auto auf dem Weg zum Motel über die Folgen für die Politik und den Tourismus nach der Bombenexplosion. Dann sieht man Onkel Joe, der die beiden verfolgt.
ingesamt 255 sec

Plötzlich kommt den beiden ein Polizeiauto entgegen. Schwarz steigt aus und bittet Vargas mitzukommen, da Quinlan eine neue Spur hat. Pete soll Susie ins Motel fahren. Unterwegs unterhalten die sich über Quinlan und Pete erzählt, wie Quinlan damals eine Kugel für ihn einfing und ihm das Lebn rettete. Seitdem humpelt Quinlan. Auch von Quinlans Alkoholpoblemen erzählt Pete. Pete bemerkt auch, dass sie immer noch von Onkel Joe verfolgt werden, hält ihn an und nimmt ihn fest.
32:3225:01
Susie spricht noch einen Moment länger mit dem Motelbesitzer über Mr. Grandi.
27 sec
Dialogzensur
38:3330:34
Während sich Vargas im Bad des vermeintlichen Bombenlegers die Hände wäscht, wird der Verdächtige im Wohnzimmer weiter von Quinlan verhört. Dabei droht Quinlan dem Verdächtigen indirekt Gewalt an, indem er ihm erzählt, was Polizisten nicht mehr machen - nämlich ins Gesicht schlagen, weil das Spuren hinterlässt. Von der Tonspur der gekürzten Fassung wurde folgender Satz Quinlans gekürzt: "Wir haben ihnen hier eine reingehauen." Außerdem fehlt das Stöhnen des Verdächtigen, dem Quinlan in den Magen schlug.
43:1735:18
Vargas geht etwas länger zur Tür des vermeintlichen Bombenlegers.
1 sec
Alternativer Dialog
59:2051:19
Während sich Susie im Hotelzimmer durch die Wand hindurch mit der Zimmernachbarin unterhält, wurde eine Dialogzensur, die auch in der englischsprachigen Fassung stattfand, für die Langfassung wieder mit dem ursprünglichen Text ersetzt.
Nachbarin: "Wissen sie, was ein Fixer ist?
Susie: "Ich denke schon. Aber was hat das alles mit mir zu tun?"
Nachbarin: "Man spritzt es sich in die Vene."
Nachbarin: "Weißt du, was eine Dröhnung ist?
Susie: "Ich denke schon. Bloß, was hat das mit mir zu tun?"
Nachbarin: "Danach wirst du dich wunderbar fühlen."
59:5251:51
Pete findet Quinlan in einer mexikanischen Bar und sagt dem Besoffenen, dass sie zu einem Treffen mit Vargas in seinem Hotelzimmer sollen. Quinlan bockt aber.
24 sec
66:0557:40
Vargas geht mit dem Staatsanwaltschaft Al ins Polizeiarchiv, um nach Fällen von Quinlan zu suchen, bei denen dem Tatverdächtigen Beweise untergeschoben wurden.
44 sec
67:1058:01
Grandis Jungs kommen durch die Tür in Susies Motelzimmer.
7,5 sec
Alternative Anordnung
67:1058:09
Hier wurden in der Langfassung 2 Szenen bei einer besonders dunklen Stelle verschmolzen, in der einer der Grandis genau zwischen Kamera und Susie vorbeiläuft. In der Kurzfassung sind das zwei (ähnliche) Szenen, die hier dann auch 4 sec länger gehen.
70:1361:16
Pete taucht ab und legt seinen Kopf auf den Tisch. Während der Szene gibt es hier auch einen abgeänderten und erweiterten Dialog zwischen Pete und Vargas. Kursiv ist der Dialog während der zusätzlichen Szene.
7,5 sec
Vargas: "Es steht alles hier drin. Die Axt aus dem Burger-Fall und das Gebiss im Yule-Fall. Falsche Beweise, betrogene Verdächtige."
Pete: "Das ist eine Lüge."
Vargas: "Es ist alles hier. Die Axt aus dem Burger-Fall und die Schlüssel aus dem Yule-Prozess. Hier wars das Bleirohr. Bitte, sie können es zerreißen. Es steht alles schwarz auf weiß in den Prozessberichten. "
Pete: "All die Jahre hat er dafür gearbeitet, um sich einen guten Namen zu verschaffen.".
Vargas: "All die Jahre hat er falsche Beweise besorgt."
Pete: "Was?"
Vargas: "Um Verdächtige zu überführen."
Pete: "Das ist eine Lüge."
70:1461:25
Pete kommt wieder hoch
6 Frames
70:2261:32
Pete geht länger von Vargas weg.
1,5 sec
Alternative Szene
71:0462:16
Am Ende blenden beide Fassungen vom Archiv zum Motel. Die Kurzfassung aber zu einer späteren Szene im Motel (der gleichen Einstellung). Siehe nächster Schnitt.
71:0462:16
Man sieht den Motel-Verwalter ein Liedchen summend im Büro sitzen. Dann kommt Vargas und fragt nach dem Bungalow seiner Frau. Der Verwalter meint, dass kein Gast hier sei. Vargas wird misstrauisch und drängt den Verwalter, im Gästebuch nachzuschauen.
84,5 sec
71:0462:16
Eine zusätzliche Einstellung mit Leuten, die aus der Bar flüchten.
1 sec
Alternative Szene
87:3877:23
Das Bild blendet weg von Pete und hin zu Vargas, der um Tanjas Haus herumschleicht.
6,5 sec länger
Hier blendet das Bild weg von Pete hin zu Tanja.
87:5577:33
Quinlan, offensichtlich betrunken und nicht mehr ganz bei Sinnen, bemerkt Vargas, der um das Haus herumschleicht. Scheinbar begreift Quinlan aber nicht ganz genau, was er da sieht. Vargas kommt zu Pete und legt ihm das Mikro an, mit dem sie Quinlans Geständnis aufnehmen wollen, das Pete besorgen soll. Dazu muss er aber aus dem Haus raus, da sonst wegen des Pianos keine vernünftige Aufnahme zustande kommt.
59 sec
89:2478:02
Pete versucht Vargas davon zu überzeugen, mit seiner Frau nach Hause zu gehen und alles Pete zu überlassen. Vargas will aber unbedingt den Namen seiner Frau wieder reinwaschen. Beide streiten sich noch kurz, denn keiner ist mit dem Ausspionieren von Quinlan glücklich. Vor allem Pete hat Bedenken, da er Quinlan doch soviel zu verdanken hat. Er weiß aber auch, dass er jetzt, wo Quinlan auch noch jemanden ermordet hat, keine andere Wahl hat.
59,5 sec
Alternative Anordnung
91:4679:25
Wie Quinlan schlussendlich Tanjas Haus verlässt, ist in beiden Fassungen anders geschnitten. In der Langfassung wirkt Quinlan dadurch etwas behäbiger.
Aufgrund der Umstellung der Szene gibt es auch eine zusätzliche Einstellung mit Tanja.
1,5 sec
102:1689:56
Eine Szene mit Tanja ist hier länger. Man sieht am Ende noch zwei Männer auf sie zukommen, die dort eigentlicht nichts zu suchen haben. Deshalb wurde die Szene in der Langfassung gekürzt.
0,5 sec
Alternative Anordnung
102:1889:58
Das Ende von Quinlan ist leicht anders geschnitten. Die Langfassung hat zusätzliche Szenen.
Der Anwalt klappt den Rekorder zu.
1 sec
Quinlan treibt tot im Wasser.
3 sec
Der Anwalt nimmt den Rekorder auf.
1 sec
103:2390:59
Tanja läuft am Ende länger weg. Nicht notwendigerweise ein Schnitt der Kurzfassung. Vermutlich hat die vorliegende TV-Fassung nur früher abgeblendet.
8,5 sec

Kommentare

22.11.2018 07:35 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
User-Level von Dissection78 15
Erfahrungspunkte von Dissection78 3.904
Grandioser Thriller, der alleine schon formal fasziniert. Und das macht er bereits im Vorspann mit einer langen, eleganten, aufwendigen Kamerafahrt durch die heruntergekommenen Straßen einer mexikanischen Grenzstadt. Zwar beruft sich Welles auf die bekannten Vorbilder der Schwarzen Serie, doch macht er etwas ganz Eigenes daraus. Er erweitert außerdem die Studioperspektive mit suggestiven Außenaufnahmen, die den Eindruck der Trostlosigkeit, Aggression und Schäbigkeit verstärken. In dieses Bild passt auch Marlene Dietrich, die hier auf jeden Glamour verzichten muss und von Welles als völlig verlebte Bardame präsentiert wird.

Die permanent bedrohliche Atmosphäre sowie einige krasse Gewaltdarstellungen machten es "Im Zeichen des Bösen" seinerzeit bei Publikum und Kritik nicht leicht. Viel Resonanz fand er damals jedenfalls nicht. Für andere Regisseure bot er jedoch durchaus attraktive Ansatzpunkte. So soll sich Alfred Hitchcock so beeindruckt gezeigt haben, dass er Janet Leigh für "Psycho" besetzte, und Curtis Hanson ließ sich hier für "L.A. Confidential" inspirieren. Vor allem aber bleibt Welles selbst in seiner Rolle als verkommener, unsympathischer, unheimlicher Polizeichef Quinlan im Gedächtnis.
In den späten 50ern größtenteils verkannt, in den 70ern wiederentdeckt und heute neben "Citizen Kane" das bedeutendste Meisterwerk von Welles.

Wieder mal ein exzellenter SB mit äußerst informativer Einleitung. Vielen Dank dafür! Da weiß man doch, warum man sich gerne hier auf der Seite tummelt :)

22.11.2018 07:58 Uhr - TonyJaa
1x
SB.com-Autor
User-Level von TonyJaa 35
Erfahrungspunkte von TonyJaa 52.545
Bis auf die Tatsache das mein persönliches Opus Magnum von Welles der genannte Citizen Kane ist, danach erst noch Der dritte Mann sich einreihen darf und dann der hier behandelte Im Zeichen des Bösen, kann da meinem Vorredner nur beipflichten. Top SB mit sehr informativen Einleitung und Entwirrung der versch. Fassungen.

22.11.2018 08:07 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
User-Level von Dissection78 15
Erfahrungspunkte von Dissection78 3.904
Danke, Tony, aber ich schrieb ja "das bedeutendste Meisterwerk VON Welles". "Der dritte Mann" ist von Carol Reed ;)

22.11.2018 10:58 Uhr - Roderich
User-Level von Roderich 2
Erfahrungspunkte von Roderich 42
Toller, toller SB zu einem tollen, tollen Film!

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